15.Fußball-EM „abgehakt“

Portugal neuer Europameister

Die fĂŒnfzehnten Europameisterschaften der Herren sind mit einem ĂŒberraschenden Erfolg von Portugal zu Ende gegangen. Dank eines Tores von Eder in der 109.Minute der VerlĂ€ngerung triumphierte das portugiesische Team gegen Frankreich, was den ersten Titel fĂŒr Portugal bei einer WM-, EM- oder Olympia-Endrunde bedeutete. Frankreich hatte bis 2016 schon vier große Erfolge in der Sammlung (WM-Gold 1998, EM-Gold 1984 bzw. 2000 und Olympia-Gold 1984).

Nicht gerade auf hohem Niveau

Das nicht gerade auf sonderlich hohem Niveau stehende Finale im Stade de France in Saint-Denis bildete den logischen Endpunkt einer schwachen EM-Endrunde, die ohnehin mit 24 Teams unnötig aufgeblĂ€ht wurde. Trauriger Höhepunkt: In der 17.Minute wurde Portugals Superstar Cristiano Ronaldo von Frankreichs Dimitri Payet rĂŒde attackiert und mußte verletzungsbedingt in der 25.Minute ausgewechselt werden.

Das Spiel verlief danach fast nur noch in eine Richtung – auf das Tor von Portugal. Ohne ihren Spielmacher Ronaldo wirkten die Portugiesen ideenlos, ja kopflos


Zum sechsten Mal mußte bei einem EM-Endspiel  aber, trotz bester französischer Tor-Chancen „in den ersten 90 Minuten“ des 2016er Endspiels,  eine VerlĂ€ngerung oder ein Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers herhalten.

1960 gewann die Sowjetunion mit 2:1 nach VerlĂ€ngerung gegen Jugoslawien. Im Jahr 1968 stand es 1:1 nach VerlĂ€ngerung zwischen Italien und Jugoslawien. Da es noch kein Elfmeterschießen gab, folgte ein Entscheidungsspiel, in dem Italien mit 2:0 das bessere Ende fĂŒr sich hatte.

Vor vierzig Jahren, 1976, stand es nach 90 Minuten und nach VerlĂ€ngerung zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland 2:2. Das Elfmeterschießen ging mit 5:3 an die damalige CSSR. Das 1996er Finale, erneut zwischen Deutschland und Tschechien, wurde nach einem 1:1 in der regulĂ€ren Spielzeit hingegen durch ein Golden Goal (Oliver Bierhoff) zugunsten Deutschlands entschieden – ebenso, mit dem gleichen Resultat, das Finale 2000 zwischen Frankreich und Italien.

Portugal am Ende Sieger

Die VerlĂ€ngerung des 2016er Endspiels verlief – im Gegensatz zu den 90 Minuten zuvor – deutlich ausgeglichener, mit Chancen auf beiden Seiten, wobei Portugal letztendlich zwingender agierte.

RĂŒckblick auf die 2016er EM aus französischer und portugiesischer Sicht

Frankreich prÀsentierte sich wÀhrend der EM-Endrunde insgesamt als Team, das nie aufgibt, kÀmpft und einen absoluten Siegeswillen hatte. In der Vorrunden-Gruppe A gewann Frankreich gegen RumÀnien mit 2:1 sowie gegen Albanien mit 2:0, spielte 0:0 gegen die Schweiz. In der K.O.-Runde wurden nacheinander Irland mit 2:1 (Achtelfinale), Island mit 5:2 (Viertelfinale) und Deutschland mit 2:0 (Halbfinale) eliminiert. In Portugal fanden die Franzosen allerdings ihre Meister


MĂŒhevoll in das Finale – Portugal

Portugal hingegen quĂ€lte sich mĂŒhevoll von Spiel zu Spiel. In der Vorrunden-Gruppe F  gab es drei Remis, ein 1:1 gegen Island, ein 0:0 gegen Österreich und ein 3:3 gegen Ungarn. „Gerade so“ qualifizierte sich Portugal damit fĂŒr das Achtelfinale. Dort setzten sie sich in einer spielerisch dĂŒrftigen Partie mit 1:0 nach VerlĂ€ngerung gegen Kroation durch. Im Viertelfinale rangen die Portugiesen das polnische Team nach einem 1:1 nach VerlĂ€ngerung mit 5:3 im Elfmeterschießen nieder. Der folgende 2:0-Sieg im Halbfinale gegen Wales war wesentlich umkĂ€mpfter als es das Resultat aussagt.

Vor der EM eigentlich glanzvoller: Frankreich

Vor der 2016er EM-Endrunde hatte Frankreich, das sich als Gastgeber fĂŒr die europĂ€ischen TitelkĂ€mpfe nicht qualifizieren mußte, in 20 LĂ€nderspielen seit der WM-Endrunde 2014 mit 14 Siegen, bei 2 Remis und 4 Niederlagen, sehr, sehr gute Leistungen geboten. Eine der Niederlagen war gegen Albanien mit 0:1


Auch Portugal verlor mit 0:1 gegen Albanien, allerdings in der EM-Qualifikations-Gruppe I. Ansonsten spielten sich die Portugiesen gegen die Konkurrenz aus  Albanien, DÀnemark, Serbien und Armenien recht souverÀn zur EM in Frankreich.

Kontinentale Meister aktuell: Portugal, Chile, die ElfenbeinkĂŒste, SĂŒdkorea und Neuseeland

Damit kommen die einzelnen amtierenden Kontinental-Sieger im Herren Fußballsport fĂŒr Europa aus Portugal, fĂŒr Afrika aus der ElfenbeinkĂŒste, fĂŒr den amerikanischen Doppel-Kontinent aus Chile, fĂŒr Asien aus SĂŒdkorea, fĂŒr Ozeanien aus Neuseeland.

Bei den Asienspielen 2014 in Incheon  (SĂŒdkorea) konnte Gastgeber SĂŒdkorea im Endspiel des dortigen Fußball-Turnieres Nordkorea mit 1:0 nach VerlĂ€ngerung bezwingen. Die ElfenbeinkĂŒste hatte dann 2015 beim Africa-Cup in Äquatorial-Guinea das Finale gegen Ghana nach einem 0:0 nach VerlĂ€ngerung mit 9:8 im Elfmeterschießen gewonnen.

Neuseeland setzte sich hingegen 2016 bei den Ozeanien-Meisterschaften in Papua-Neuguinea mit 0:0 nach VerlĂ€ngerung sowie mit 4:2 nach Elfmeterschießen gegen Gastgeber Papua-Neuguinea durch. Und bei „Copa America Centenario“ 2016 in den USA  triumphierte Chile gegen Argentinien ebenfalls mit 0:0 nach VerlĂ€ngerung und mit 4:2 nach Elfmeterschießen.

Amtierender Fußball-Weltmeister, seit der WM-Endrunde 2014, ist bekanntlich Deutschland und den Olympiasieg im Herren-Fußball 2012 erkĂ€mpfte Mexiko.

M-V am EM-Fußball

Europameisterlichen Fußball genossen, ganz aktiv, auch Fußballer aus M-V.

Seit 1990 spielten einige Mecklenburger und Vorpommern einige Male fĂŒr das DFB-Team bei EM-Endrunden, so unter anderem der gebĂŒrtige Malchiner und frĂŒhere Hansa-Spieler Thomas Doll 1992 (Vize-Europameister), der gebĂŒrtige Schweriner und Hansa-Spieler Rene Schneider 1996 (Europameister), der gebĂŒrtige GrevesmĂŒhlener und frĂŒhere Hansa-Spieler Carsten Jancker 2000, zwei Jahre (2002) WM-Zweiter,  und der gebĂŒrtige Neubrandenburger Tim Borowski 2008, der seinerzeit mit der DFB-Auswahl Vize-Europameister wurde und zwei Jahre zuvor (2006) WM-Dritter.

Und der gebĂŒrtige Greifswalder und ehemalige Hansa-Nachwuchs-Spieler Toni Kroos, WM-Dritter 2010, Vize-Europameister 2012, Weltmeister 2014 sowie Champions-League-Sieger 2013 (mit dem FC Bayern MĂŒnchen) und 2016 (mit Real Madrid) erreichte nun mit der DFB-Auswahl 2016 zumindest das Halbfinale.

Von Frankreich nach Brasilien – zu den Olympia-Turnieren

Die Fußball-EM ist abgehakt und nun geht es zu den Fußball-Olympia-Turnieren im August bei den Herren, aber auch bei den Frauen. Deutschlands Fußball-Damen mĂŒssen in ihrer Vorrunden-Gruppe F gegen Kanada, Australien bzw. Simbabwe erfolgreich bestehen und die deutschen U 23-Herren gegen Mexiko, SĂŒdkorea und Fidschi.

Der Ball rollt weiter – und deutsche Teams sind dabei


Marko Michels

 

 

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