10.Weltspiele der nichtolympischen Sportarten in Wroclaw/Rückblick auf Cali 2013

186 Athletinnen und Athleten, darunter fünf aus Mecklenburg-Vorpommern, gehören dem World Games Team Deutschland an, das vom 20. bis zum 30. Juli an den 10. Weltspielen der nichtolympischen Sportarten in Breslau (Wrocław) teilnimmt. Die World Games werden alle vier Jahre unter der Schirmherrschaft des Internationalen Olympischen Komitees an wechselnden Orten ausgetragen, jeweils im Jahr nach den Olympischen Sommerspielen. In diesem Jahr sind sie weltweit das größte Multisport-Ereignis.

134 der deutschen Athletinnen und Athleten sind in 23 der 27 offiziellen Wettkampfsportarten vertreten. Außerdem werden 52 Sportlerinnen und Sportler an drei der vier Einladungssportarten teilnehmen. Zusätzlich werden 114 Offizielle, Betreuer, Trainer, Ärzte und Physiotherapeuten mitreisen, so dass die deutsche Delegation insgesamt 300 Mitglieder umfasst. Insgesamt werden in Breslau mehr als 3500 Sportler aus 111 Nationen antreten, Deutschland stellt die fünfgrößte Mannschaft.

„Das World Games Team Deutschland ist für Breslau wieder breit aufgestellt. Unter dem Motto ˒Wir für Deutschlandʿ wird eine starke Mannschaft mit guten Aussichten in die Wettkämpfe gehen und dabei gleichzeitig ein Zeichen für die Vielfalt des Sports setzen“, sagt Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport und Delegationsleiter in Breslau. „Die World Games sind die größte Bühne für viele unserer Traditions- und Trendsportarten. Wir freuen uns, dass SPORT1 live auf seinen verschiedenen Plattformen darüber berichten wird und die Faszination der World Games nach Deutschland transportiert. Für unsere Athletinnen und Athleten ist das eine zusätzliche Motivation.“

Zum deutschen Aufgebot gehört die Faustballmannschaft, die 2013 in Cali siegte. Insgesamt sind sechs der damaligen Medaillengewinner wieder mit dabei. So reist auch Karateka Jonathan Horne als Titelverteidiger nach Breslau; er hatte vor vier Jahren Gold im Kumite 80+kg gewonnen. Weitere Medaillengewinner aus Cali sind Markus Lell, der Silber im Free Skating gewann, und Squash-Spieler Simon Rösner, der vor vier Jahren Zweiter im Einzel war. Außerdem ist Lisa Unruh mit dem nicht-olympischen Feldbogen dabei, sie gewann bei den olympischen Spielen in Rio Silber mit dem Recurvebogen.

Insgesamt gewannen die deutschen Athletinnen und Athleten 2013 in Cali 30 Medaillen, 15 Mal Gold, sieben Mal Silber und acht Mal Bronze. Damit landeten sie im Gesamttableau auf dem vierten Rang hinter Italien, Russland und Frankreich. Die erfolgreichste Sportart aus deutscher Sicht war Rettungsschwimmen mit neun Medaillen, darunter fünf goldene. Erfolgreichster Athlet der Spiele war Rettungsschwimmer Marcel Hassemeier mit vier Gold- und einer Silbermedaille. Er wurde anschließend zum „World Games Athlete 2013“ gewählt.

Für Breslau hat der Internationale Verband der Weltspiele (IWGA) Floorball (Männer), Lacrosse (Frauen) und Muaythai (Thaiboxen) als neue Sportarten ins Wettkampfprogramm aufgenommen. Während der zehn Wettkampftage stehen rund 170 Medaillenentscheidungen auf dem Programm. Breslau (Wrocław) ist mit rund 640.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Polens und war 2016 Kulturhauptstadt Europas.

SPORT1 wird an jedem Wettkampftag der World Games 2017 crossmedial auf seinen Plattformen berichten. Neben einer umfangreichen Live-Abbildung im Free-TV präsentiert SPORT1 das Großereignis auch im Pay-TV auf SPORT1+ sowie auf seinen digitalen Plattformen. Dabei können ausgewählte Wettkämpfe via Livestream auf SPORT1.de und Facebook verfolgt werden. Reportagen, News, Interviews, Hintergrundstories, Bildergalerien und Videos ergänzen die Liveberichterstattung.

Wettkampfsportarten:

AirSports (3 Athleten / 0 F / 3 M): Tobias Koch (Canopy Piloting / Verein für Fallschirmsport Marl e.V.), Eugen Schaal (Glider Aerobatics / LSG Paderborn e.V.), Markus Scheuermann (Canopy Piloting / Fallschirmsportclub Oberhausen e.V.)

Akrobatik (5 Athleten / 3 F / 2 M): Anna Hannemann (Womens Group / Oldenburger Turnerbund), Alina Heinowski (Womens Group / Oldenburger Turnerbund), Michail Kraft (Herren Paar / SC Riesa), Annalena Kunz (Womens Group / Oldenburger Turnerbund), Tim Sebastian (Herren Paar / Dresdner SC 1898)

Billard (2 Athleten / 1 F / 1 M): Joshua Filler (Pool 9-Ball / PBC Schwerte 87), Ina Kaplan (Pool 9-Ball / BC Siegtal 98)

Bogenschießen (3 Athleten / 2 F / 1 M): Manja Conrad (Feldbogen / BS Nürtingen), Sebastian Rohrberg (Feldbogen / SV Dauelsen), Lisa Unruh (Feldbogen / BSC BB Berlin)

Boules (2 Athleten / 2 F / 0 M): Lea Mitschker (Pétanque / VfPS Osterholz-Scharmbeck), Indra Waldbüßer (Pétanque / BC Stuttgart)

Bowling (4 Athleten / 2 F / 2 M): Laura Beuthner (Ten Pin / BSC Kraftwerk Berlin), Tobias Börding (Ten Pin / Ratisbona Regensburg), Andreas Gripp (Ten Pin / TSV Chemie Premnitz), Birgit Pöppler (Ten Pin / Radschläger Düsseldorf)

Faustball (10 Athleten / 0 F / 10 M): Tim Albrecht (Team / Ahlhorner SV), Ajith Fernando (Team / TSV Pfungstadt), Andrew Fernando (Team / TSV Pfungstadt), Fabian Sagstetter (Team / TV Schweinfurt/ Oberndorf), Steve Schmutzler (Team / MTV Rosenheim), Lukas Schubert (Team / VfK Berlin), Oliver Späth (Team / TSV Pfungstadt), Patrick Thomas (Team / TSV Pfungstadt), Sebastian Thomas (Team / TSV Pfungstadt), Nick Trinemeier (Team / TV Käfertal)

Ju-Jutsu (9 Athleten / 5 F / 4 M): Roman Apolonov (Fighting 62kg / JC Wiesbaden), Theresa Attenberger (Fighting 70kg / SV Gendorf Burgkirchen), Blanca Birn (Duo Frauen / 1. FZC blau weiß Philippsburg), Andreas Knebl (Fighting 77kg / SV Gendorf Burgkirchen), Carina Neupert (Fighting 62kg / TSV 1860 Bad Staffelstein), Julia Paszkiewicz (Duo Mixed / Niederroth), Annalena Sturm (Duo Frauen / 1. FZC blau weiß Philippsburg) Johannes Tourbeslis (Duo Mixed / Niederroth), Tim Weidenbecher (Fighting 94 kg / Kodokan Norderstedt)

Kanu Polo (17 Athleten / 8 F / 9 M): Johan Driessen (Team Männer / KRM Essen), Elena Gilles (Team Frauen / WSF Liblar), Jakob Husen (Team Männer / KRM Essen), Fiete Maik Junge (Team Männer / KSV Hanover), Katharina Kruse (Team Frauen / ACC Hamburg), Tonie Maxime Lenz (Team Frauen / ACC Hamburg), Robert Pest (Team Männer / KCNW Berlin), Lukas Enzo Richter (Team Männer / ACC Hamburg), Svenja Schaeper (Team Frauen / KGL Hannover), Pia Schwarz (Team Frauen / PSC Coburg), Caroline Esther Sinsel (Team Frauen / WSF Liblar), Fabienne Thöle (Team Frauen / KCNW Berlin), Lennart Unterfeld (Team Männer / KRM Essen), Jonas Vieren (Team Männer / WSF Liblar), Leonie Wagner (Team Frauen / PSC Coburg), Dennis Paul Witt (Team Männer / WSF Liblar), Björn Zirotzki (Team Männer / MKC Duisburg)

Karate (2 Athleten / 0 F / 2 M): Jonathan Horne (Kumite 84+kg / Teikyo Karate Team Kaiserslautern), Ilya Smorguner (Kata / Seiko Karate)

Korfball (14 Athleten / 7 F / 7 M): Dominic Düring (Team Männer / SG Pegasus Rommerscheid), Karen Fuchs (Team Frauen / SKC Castrop-Rauxel), Johanna Gnutt (Team Frauen / SKC Castrop-Rauxel), Steffen Heppekausen (Team Männer / TuS Schildgen), Thorben Hussmann (Team Männer / SG Pegasus Rommerscheid), Jana Kierdorf (Team Frauen / TuS Schildgen), David Liepold (Team Männer / SG Pegasus Rommerscheid), Sven Müller (Team Männer / Nic Alpha/NL), Anna Sophia Orth (Team Frauen / SG Pegasus Rommerscheid), Timon Orth (Team Männer / SG Pegasus Rommerscheid), Johanna Peuters (Team Frauen / SG Pegasus Rommerscheid), Lea Sander (Team Frauen / KV Adler Rauxel), Anna Schulte (Team Frauen / SKC Castrop-Rauxel), Lucas Witthaus (Team Männer / SKC Castrop-Rauxel)

Muaythai (1 Athleten / 0 F / 1 M): Jakob Styben (Männer 91kg / Bujin Rommerskirchen e.V.NRW)

Orientierungslauf (1 Athleten / 1 F / 0 M): Susen Lösch (Sprint und Mitteldistanz / USV Jena)

Powerlifting (3 Athleten / 1 F / 2 M): Kevin Jaeger (Kraftdreikampf / AC Siegfried Darmstadt), Sascha Stendebach (Kraftdreikampf / KSV Mainz 08), Gundula von Bachhaus (Kraftdreikampf / FC Rhein-M. Rüsselsheim)

Rettungsschwimmen (10 Athleten / 5 F / 5 M): Sophia Bauer (Team und Einzel / DLRG Beckum-Lippetal), Christian Ertel (Team und Einzel / DLRG Stralsund), Annalena Geyer (Team und Einzel / DLRG Halle-Saalekreis), Alena Kröhler (Team und Einzel / DLRG Nieder-Olm/Wörrstadt), Kerstin Lange (Team und Einzel / DLRG Harsewinkel), Kevin Lehr (Team und Einzel / DLRG Stralsund), Jessica Luster (Team und Einzel / DLRG Halle-Saalekreis), Jan Malkowski (Team und Einzel / DLRG Schloß Holte-Stuckenbrock), Joshua Niklas Perling (Team und Einzel / DLRG Halle-Saalekreis), Danny Paul Torsten Wieck (Team und Einzel / DLRG Stralsund)

Rollersport (6 Athleten / 3 F / 3 M): Simon Albrecht (Speedskating / PSV Blau-Gelb Groß-Gerau), Josie Elisabeth Hofmann (Speedskating / RSV Blau Weiss Gera), Markus Lell (Rollkunstlauf / REV Heilbronn), Felix Leonardus Rijhnen (Speedskating / ERSG Darmstadt), Anna-Laethisia Schimek (Speedskating / PSV Blau-Gelb Groß-Gerau), Mareike Thum (Speedskating / ERSG Darmstadt)

Sportklettern (3 Athleten / 2 F / 1 M): Alma Bestvater (Bouldern / Sektion Weimar), Jan Hojer (Bouldern / Sektion Frankfurt), Monika Retschy (Bouldern / Sektion München/Oberland)

Squash (4 Athleten / 2 F / 2 M): Franziska Hennes (Einzel Frauen), Paphael Kandra (Einzel Herren / Paderborner Squash Club), Simon Rösner (Einzel Herren / Paderborner Squash Club), Sina Wall (Einzel Frauen / Paderborner Squash Club)

Sumo (4 Athleten / 4 F / 0 M): Julia Dorny (Leichtgewicht bis 65kg / KIK Berlin), Kerstin Schmidtsdorf (Mittelgewicht bis 80kg / PSG Dynamo Brandenburg-Mitte), Anika Schulze (Schwergewicht über 80kg / PSG Dynamo Brandenburg-Mitte), Johanna Schumann (Schwergewicht über 80kg / TSV Tauberbischofsheim)

Tanzen (4 Athleten / 2 F / 2 M): Tobias Bludau (Rock´n´Roll / 1. RRC Speyer), Benedetto Ferruggia (Standard / DTV Professional Division), Claudia Köhler (Standard / DTV Professional Division), Michelle Uhl (Rock´n´Roll / 1. RRC Speyer)

Tauziehen (22 Athleten / 1 F / 21 M): Christian Bartmann (Männer 700 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Eberhard Bartmann (Männer 700 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Christoph Beckert (Männer 700 kg / Tauziehclub Wieden), Philipp Berl (Männer 640 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Andreas Berl (Männer 640 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Heinrich Biegert (Männer 700 kg / Sportfreunde Goldscheuer),  Markus Böhler (Männer 640 kg / Tauziehfreunde Böllen), Lucas Broghammer (Männer 640 kg / Tauziehfreunde Böllen), Christian Egg (Männer 700 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Andreas Fien (Männer 640 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Daniel Fien (Männer 640 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Patrick Frank (Männer 640 kg / Tauziehfreunde Böllen), Markus Frieß (Männer 700 kg / Allgäu Power Zell), Stefan Heimann (Männer 640 kg / Tauziehfreunde Böllen), Martin Higel (Männer 640 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Markus Hug (Männer 640 kg / Tauziehclub Simonswald), Manfred Klingele (Männer 640 kg / Tauziehclub Wieden), Anke Precht (Männer 700 kg / Sportfreunde Goldscheuer), Andreas Reisacher (Männer 700 kg / Allgäu Power Zell), Martin Schindler (Männer 700 kg / Tauziehclub Simonswald), Johannes Walcher (Männer 700 kg / Allgäu Power Zell), Wolfgang Wegmann (Männer 700 kg / Allgäu Power Zell)

Unterwassersportarten (4 Athleten / 0 F / 4 M): Florian Kritzler (Flossenschwimmen / SC DHFK Leipzig), Max Lauschus (Flossenschwimmen / TSC Rostock 1957), Max Poschart (Flossenschwimmen / TC Nemo Plauen), Malte Striegler (Flossenschwimmen / TC Nemo Plauen)

Wassersport (3 Athleten / 2 F / 1 M): Giannina Bonnemann (Wasserski Trick, Sprung / WWC Mastholte), Geena Krueger (Wasserski Slalom / WWC Mastholte), Bojan Schipner (Wasserski Sprung / WWC Reitbahnsee)

Einladungssportarten:

American Football (45 Athleten / 0 F / 45 M): Jan Abrahamsen (Kiel Baltic Hurricanes), Lane Archeampong (Frankfurt Universe), Peter Arentsen (Allgäu Comets), Yannik Baumgärtner (Essen Cardinals), Rick Baunacke (Berlin Rebels), Harald Binczek (New Yorker Lions), Simon Bohlmann (New Yorker Lions), Christian Bollmann (New Yorker Lions), Simon Brenner (Schwäbisch Hall Unicorns), Robin Fensch (Elmshorn Fighting Pirates), Simon Gavanda (Frankfurt Universe), Sebastian (New Yorker Lions), Richard Grooten (Düsseldorf Panther), Thiadric Hansen (Kiel Baltic Hurricans), Alexander Haupert (Saarland Hurricanes), Leon Helm (Saarland Hurricanes), Jan Hilgenfeldt (New Yorker Lions), Kerim Homri (New Yorker Lions), Marc Anthony Hor (Frankfurt Universe), Till Janssen (Düsseldorf Panther), Christian Köppe (Schwäbisch Hall Unicorns), John Levi Kruse (Hamburg Blue Devils), Jan Lanser (New Yorker Lions), Jerome Manyema (Schwäbisch Hall Unicorns), Moritz Meis (Kiel Baltic Hurricanes), Kwame Ofori (Kiel Baltic Hurricanes), Jason Owuso (Berlin Rebels), Joshua Poznanski (Frankfurt Universe), Thomas Rauch (Schwäbisch Hall Unicorns), Sven Rieger (Wiesbaden Phantoms), Tissi Robinson (New Yorker Lions), Niklas Römer (New Yorker Lions), Mike Schallo (Dresden Monarchs), Marc Scherenberg (Schwäbisch Hall Unicorns), Thomas Schmidt (Munich Cowboys), Hermann Schramm (Dresden Monarchs), Maurice Schüle (Schwäbisch Hall Unicorns), Nikolai Schumann (Berlin Rebels), Paul Seemann (Dresden Monarchs), Philipp Tolksdorf (Kiel Baltic Hurricanes), Matthias Urmes (Schwäbisch Hall Unicorns), Aaron Wahl (Dresden Monarchs), Maximillian Wild (Swarco Raiders), Max Zimmermann (Berlin Adler), Paul Zimmermann (Berlin Adler)

Motorsport (3 Athleten / 0 F / 2 M): Kai Huckenbeck (Speedway / MSC Brokstedt), Erik Riss (Speedway / AC Landshut), N.N. (Ersatzfahrer)

Rudern (4 Athleten / 2 F / 2 M): Yvonne Apitz (Indoor / Sub 7 Indoor Rowing Club), Luisa Neerschulte (Indoor / Ruderverein Münster von 1882 e.V.), Ivan Saric (Indoor / Frankfurter RG Germania 1869 e.V.), Oliver Zeidler (Indoor / Donau-Ruder-Club Ingolstadt e.V.)

Pressemitteilung / Deutscher Olympischer Sportbund (red. MM)

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Zurückgeblickt: Die neunten WORLD GAMES 2013 in Cali (Resümee von M.M. am 5.August 2013)

„World Games“ 2013 in Cali feierlich beendet / Italien am erfolgreichsten / Deutschland mit 15 Goldmedaillen im offiziellen Wettkampfprogramm / Erfolge auch für Athleten aus Mecklenburg-Vorpommern / Nachgefragt bei der „World Games“-Siegerin von 2005, Dr. Sabine Felser

Alles hat bekanntlich ein Ende. So auch die „World Games“ in Cali, die neunten nach Santa Clara 1981, London 1985, Karlsruhe 1989, Den Haag 1993, Lahti 1997, Akita 2001, Duisburg 2009 und Kaohsiung 2009.

Die Weltspiele in den nicht-olympischen Sportarten in Cali begeisterten zwischen 25.Juli und 4.August die Sportfans in aller Welt. Zahlreiche Wettkämpfe, 202 Entscheidungen in 36 Sportarten, standen an den 11 Wettkampftagen auf dem Programm.

Italien – erfolgreichste Nation bei den „World Games“ 2013

Nach Abschluss der sportlichen Wettbewerbe konnte – im Hinblick auf das offizielle Programm – Italien mit 18 x Gold, 13 x Silber, 18 x Bronze vor Russland mit 17 x Gold, 23 x Silber, 13 x Bronze, Frankreich mit 16 x Gold, 11 x Silber, 13 x Bronze, Deutschland mit 15 x Gold, 7 x Silber, 8 x Bronze und China mit 14 x Gold, 6 x Silber, 2 x Bronze den Medaillenspiegel gewinnen.

Bei den Demonstrations- bzw. Einladungssportarten waren Ungarn mit 12 Medaillen, davon 5 x Gold, China mit 7 Medaillen, davon 5 x Gold und der Iran mit 4 x Gold besonders erfolgreich. Deutschland kam hier auf 1 x Gold, 2 x Bronze.

Die deutschen Athletinnen und Athleten erkämpften in Cali 15 Goldmedaillen, wobei die Konkurrenz – rund 3000 Athletinnen und Athleten aus 98 Staaten – sehr stark war.

Deutsche Erfolge und Goldmedaillen „Made in M-V“

Gerade die Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer waren aus deutscher Sicht sehr erfolgreich. Insgesamt gab es für diese 5 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze für diese in Cali. Auch zwei Vorpommern, Christian Ertel und Danny Wieck von der DLRG Stralsund, waren am Medaillen-Reigen aus deutscher Sicht beteiligt.

Im Wettbewerb „Life Saving Manikin Relay 4 x 25 m“ waren neben Marcel Hassemeier sowie Anil Sezen auch die beiden Stralsunder am Gold-Erfolg beteiligt. Dazu gab es Gold für Christian und Danny, zusammen mit Adrian Flügel sowie Marcel Hassemeier, in der Entscheidung „Life Saving Obstacle Relay 4 x 50 m“.

Des Weiteren belegten die Zwei, zusammen mit Adrian Flügel, Marcel Hassemeier sowie Anil Sezen, den Silber-Rang im Wettkampf „Life Saving Medley Relay 4 x 50 m“. Aus deutscher Sicht erkämpfte Marcel Hassemeier noch zweimal Gold in Einzel-Entscheidungen und Gold errangen auch Laura Ernicke, Stephanie Kasperski, Anke Palm und Julia Schatz in der Entscheidung „Life Saving Manikin 4 x 25 m“.

Zwischen Rettungsschwimmen, Kanu-Marathon und Flossenschwimmen 

Großen Jubel im deutschen Team entfachten auch die beiden Goldmedaillen von Max Lauschus vom TSC Rostock 1957, der über 200 Meter und 400 Meter Flossenschwimmen siegreich war.

Gold erkämpfte auch Jonathan Werner Horne im Karate-Sport: im Kumite in der Gewichtsklasse über 84 Kilogramm.

Tänzerisch hatte die deutsche „World Games“-Mannschaft 2013 ebenfalls goldene Momente. Das Paar Benedetto Ferrugia/Claudia Köhler siegte bei den Standard-Tänzen. Im Kanu-Polo waren sowohl die deutschen Herren als auch die deutschen Damen die Nummer eins. Im Faustball setzten sich die deutschen Herren durch. Last but not least: Yul Oeltze erkämpfte außerdem Gold im Kanu-Marathon, das in Cali zu den Demonstrationssportarten gehörte.

Das Ju-Jutsu-Turnier im Blick

Zu den deutschen Erfolgssportarten bei den neunten „World Games“ 2013 gehören aus deutschen Blickwinkel ebenfalls die 13 Entscheidungen im Ju-Jutsu, die am 29. und 30.Juli stattfanden. Bestes Team wurde nämlich Deutschland  mit 3 x Gold, 2 x Bronze. So siegten Dries Beyer/Raphael Rochner im Duo (Herren), Tom Ismer/Dominika Zagorski im Duo (Mixed) und Mandy Sonnemann in der Gewichtsklasse bis 55 Kilogramm. Bronze erkämpften Manuela Lukas in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm und Carina Neupert in der Gewichtsklasse bis 62 Kilogramm. Wie beliebt Ju-Jutsu global betrachtet ist, beweist die Tatsache, dass 17 Länder in Cali Medaillen errangen, davon 8 Länder eine oder mehrere Goldmedaillen.

Interview mit Dr. Sabine Felser (Rostock)

Wie beurteilt nun die „World Games“-Siegerin im Ju-Jutsu von 2005, Dr. Sabine Felser, die Ergebnisse bei den „World Games“ 2013 in Cali, speziell im Ju-Jutsu?!

Dr. S.Felser über die Ju-Jutsu-Wettkämpfe bei den „World Games“, die großartigen Leistungen der Athletinnen und Athleten in Cali und die Bedeutung der „World Games“ allgemein

„Ein wenig Aufmerksamkeit für die Athletinnen und Athleten bei den `World Games` ist das Mindeste …“

Wie beurteilt nun die „World Games“-Siegerin von 2005, Dr. Sabine Felser, die Ergebnisse im Ju-Jutsu bei den „World Games“ 2013 in Cali?!

Frage: Sabine, die Wettkämpfe bei den „World Games“ 2013 im Ju-Jutsu sind schon wieder Sportgeschichte. Wie lautet Dein Resümee zu den deutschen Resultaten?

Dr. Sabine Felser: Einfach absolute Spitzenklasse! Sechs besetzte Wettkampfklassen, fünf erkämpfte Medaillen, davon drei Goldene. Damit hat der DJJV (Deutsche Ju-Jutsu-Verband) wieder einmal voll und ganz überzeugt.

Es gibt nicht viele deutsche Spitzensportverbände die erfolgreicher sind als die Ju-Jutsuka. Alle gestarteten Athleten und Athletinnen überzeugten und auch die Kämpfer, die nicht ganz oben auf dem Treppchen standen, haben super gefightet und meist nur sehr knapp verloren.

Frage: Siebzehn Länder holten in Cali Ju-Jutsu-Medaillen … Wie bewertest Du die Ju-Jutsu-Resultate aus internationalem Blickwinkel? Gab es für Dich in Cali Überraschungen?

Dr. Sabine Felser: Im Fighting und Duo gab es für mich keine all zu großen Überraschungen. Nach wie vor dominieren die europäischen Kämpfer, vor allem die Deutschen, Dänen, Polen, Russen und Franzosen.

Da sich die Sportler über die Weltrangliste qualifizieren müssen, starten bei den „World Games“ nur die besten Kämpfer der letzten Jahre, damit sind große Überraschungen fast ausgeschlossen.

Die Kämpfe im „Ne-Waza“ habe ich nicht verfolgt, deswegen kann ich hier nichts dazu sagen. Aber, dass so viele Länder Medaillen gewannen, liegt unter anderem auch daran, dass eine Nation maximal sechs Klassen besetzten darf, auch wenn sich mehr Kämpfer qualifiziert haben.

Somit rutschen dann Kämpfer anderer Nationen nach und bekommen ihre Chance. Aber die Ergebnisse zeigen auch, dass andere Länder kämpferisch aufholen und Ju-Jutsu jetzt wirklich international ist.

Vor einigen Jahren wurden die Medaillen innerhalb Europas verteilt, allen voran Frankreich, Deutschland, Niederlande – und nun haben die Franzosen bei einem so wichtigen Turnier wie die „World Games“ keine einzige Goldmedaille gewinnen können. Soweit ich mich erinnere, gab es das noch nie. Das überrascht schon.

Frage: Aus Rostocker Sicht gewann der Flossenschwimmer Max Lauschus zwei Goldmedaillen. Die Stralsunder Rettungsschwimmer Christian Ertel und Danny Wieck erkämpften zweimal Gold und einmal Silber.

Woanders gäbe es einen sachlichen „Hype“ angesichts dieser Erfolge – hierzulande spielt aber nach wie vor „König Fußball“, „Profi-Boxen“ und Motorsport die Hauptrolle. Welchen Wert hat aus Deiner persönlichen Sicht ein Erfolg bei den „World Games“?

Dr. Sabine Felser: Für den Sportler, der bei den „World Games“ an den Start geht und gewinnt, bedeutet dieser Sieg alles – ähnlich einem Sportler, der Olympiasieger wird.

Es ist der Höhepunkt, das größte bzw. bedeutendste Turnier für einen Sportler einer nichtolympischen Sportart. Auch die „World Games“ finden nur alle vier Jahre statt, aber wer weiß dieses schon?

Ich kann die Medien nicht verstehen, es sind so viele geniale Sportarten bei den „World Games“, wo es richtig Spaß macht, zuzuschauen, zum Beispiel die nichtolympischen Disziplinen der Rhythmischen Sportgymnastik, Trampolinspringen oder auch Duathlon und Frisbee.

Gerade die öffentlich-rechtlichen Sender sind in meinen Augen in der Pflicht, ein breit gefächertes Angebot auszustrahlen sowie auch Sportlerinnen und Sportler dieser Sportarten zu zeigen.

Man darf nicht vergessen, dass auch in nichtolympischen Sportarten die Konkurrenz groß ist und diese Sportler viele Stunden pro Woche trainieren. In meiner Magisterarbeit 2004 habe ich unter anderem  eine Befragung deutscher Ju-Jutsuka zum Trainingsumfang durchgeführt. Die A-Kaderathleten trainierten in der Phase der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung im Durchschnitt 15,5 Stunden (Frauen) bzw. 18 Stunden (Männer) pro Woche und das ohne Sportförderung und große Sponsoren.

Im Gegensatz zu Medaillengewinnern der Olympischen Spiele bekommen „World Games“-Siegerinnen und –Sieger  keine horrenden Siegprämien… Und ein wenig Aufmerksamkeit und Anerkennung sind das Mindeste, was diese Sportler erfahren sollten. Aber in diesen Punkt hat sich im Vergleich zu 2005 wohl nicht viel geändert.

Ich gratuliere allen Medaillengewinnern aus M-V zu ihren tollen Erfolgen!

Dem schließt sich MM natürlich an!

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Ju-Jutsu-Sport und alles erdenklich Gute beruflich und persönlich!

Marko Michels

Foto (Michels): Carolin Stut vom TSC Rostock 1957 gewann bei den World Games 2005 in Duisburg Bronze im Flossenschwimmen.