An die Ruder in Plovdiv, Wroclaw, Trakai, Kruszwica und Sarasota!

Zahlreiche internationale Ruder-Meisterschaften im Sportsommer 2017

Die j├╝ngeren und reiferen Ruder-Reckinnen und -Recken haben zwischen Ende Juli und Anfang Oktober noch einige Gro├čeins├Ątze, nachdem die Indoor-WM, die Weltcups und Elite-EM 2017 bereits „abgehakt“ sind.

Aktuell in Plovdiv und in Wroclaw gefordert

Aktuell sind deutsche Ruderinnen und Ruderer bei den „World Games“ in Wroclaw und bei den U 23-WM in Plovdiv gefordert. In Wroclaw steht dabei das Indoor-Rudern als „Einladungssportart“ auf dem Wettkampfprogramm. F├╝r Schwarz-Rot-Gold wurden je zwei Athletinnen und Athleten nominiert, so bei den Frauen Luisa Neerschulte (RV M├╝nster von 1882) ├╝ber 2000 Meter bzw. Yvonne Apitz (Sub 7 Indoor Rowing Club Dresden) ├╝ber 500 Meter und bei den Herren Oliver Zeidler (Donau-RC Ingolstadt) ├╝ber 2000 Meter bzw. Ivan Saric (Frankfurter RG Germania von 1869).

Bei den 36.WM im Indoor-Rudern, mit 2300 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern aus 30 L├Ąndern, im Februar 2017 in Boston hatten die deutschen Starterinnen und Starter 3 x Gold, 2 x Silber gewonnen. Nun gilt es aber, bei den „WG“ vom 20.Juli bis 30.Juli erfolgreich zu bestehen.

U 23-WM mit hoffnungsvollem Greifswalder Duo

Seit dem 19.Juli und noch bis zum 23.Juli werden die U 23-Weltmeisterschaften im Rudern in Plovdiv ausgetragen, unter anderem rudern dort ebenfalls Leah Labudde bzw. Carolin Dold (Greifswalder RC „Hilda“) sowie Frauke Hacker (Olympischer RC Rostock) im Frauen-Achter und Benjamin Leibelt (Stralsunder RC) bzw. Max John (Olympischer RC Rostock) im Vierer mit.

Benjamin Leibelt bzw. Max John wurden mit ihre Team im Vorlauf Dritte und dann im Hoffnungslauf F├╝nfte. Leah Labudde, Carolin Dold und Frauke Hacker schafften mit den Frauen-Achter Rang zwei im Vorlauf.

Bei den vorerst letzten U 23-WM im Rudern in Rotterdam 2016 gab es aus deutscher Sicht 2 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze, wobei Tim Ole Naske Gold im Einer und Max Appel/Philipp Syring Gold im Doppelzweier erk├Ąmpften.

Aktuell, bei den U 23-WM in Plovdiv, sind f├╝r den Deutschen Ruder-Verband 69 Ruderinnen und Ruderer aktiv (plus acht Ersatz-Athletinnen/-Athleten). Insgesamt sind 845 Ruderinnen und Ruderer aus 54 L├Ąndern vor Ort.

Weitere Highlight und die Elite-WM in Sarasota

Weitere wichtige rudersportliche Gro├čereignisse, die noch folgen werden, sind die U 19-WM vom 2.August bis 6.August in Trakai (Litauen) und die U 23-EM vom 2.September bis 3.September in Kruszwica (Polen).

Der diesj├Ąhrige H├Âhepunkt sind allerdings die Elite-WM vom 24.September bis 1.Oktober in Sarasota (USA). Dort ist der deutsche Ruder-Achter mit dem geb├╝rtigen Rostocker Hannes Ocik, der f├╝r die Schweriner Rudergesellschaft startet, Gold-Favorit.

Ruder-Regatten in Nordamerika in der Historie: Medaillentr├Ąchtige Wettk├Ąmpfe aus M-V-Sicht

Bisherige rudersportliche Gro├čereignisse in Nordamerika waren oft auch f├╝r die Ruderinnen und Ruderer aus Mecklenburg und Vorpommern medaillentr├Ąchtige Meisterschaften.

Bei den Ruder-WM 1970 in St.Catharines holten Peter Gorny/Werner Klatt (ASK Vorw├Ąrts Rostock) im Zweier ohne und Bernd Meerbach, Rolf Zimmermann, Jochen Mietzner, Karl-Heinz Prud├Âhl bzw. Karl-Heinz-Daielowski (ASK Vorw├Ąrts Rostock) Silber im Vierer mit. Und im goldenen DDR-Achter waren auch der geb├╝rtige Rostocker Reinhard Gust und der geb├╝rtige B├╝tzower Eckhard Martens mit „an Bord“.

Sechs Jahre sp├Ąter, bei der olympischen Regatta 1976 in Montreal, schafften das „MV-Ruder-Team“ f├╝nfmal Gold, einmal Bronze. Joachim Dreifke (ASK Vorw├Ąrts Rostock) kam im Einer auf Rang drei. Jeweils Olympia-Gold holten der geb├╝rtige Rostocker Siegfried Brietzke (Vierer ohne), der geb├╝rtige Schweriner Michael Wolfgramm (Doppelvierer), Werner Klatt, Hans-Joachim L├╝ck, Ulrich Karnatz, Karl-Heinz Prud├Âhl bzw. Karl-Heinz Danielowski im Herren-Achter, die geb├╝rtige Neukalenerin Anke Borchmann im Doppelvierer und die geb├╝rtige Stralsunderin Monika Kallies im Frauen-Achter.

In den 1990er Jahren wurden in Nordamerika ebenfalls sehr wichtige internationale Ruder-Regatten veranstaltet, so die WM 1994 in Indianapolis, die Olympia-Wettk├Ąmpfe 1996 in Atlanta und die WM 1999 in St.Catharines.

In Indianapolis`94 jubelten aus M-V-Sicht Katrin Rutschow-Stomporowski, in WAren geboren, und Jana Sorgers, in Neubrandenburg geboren, im Doppelvierer und die geb├╝rtige K├╝hlungsbornerin Dana Pyritz, die geb├╝rtige Schwerinerin Doreen Schnell und die geb├╝rtige Wismarerin Kathrin Haacker im Achter jeweils ├╝ber WM-Gold.

Olympische Ruder-Medaillen 1996 in Atlanta errangen mit Gold die bereits erw├Ąhnten Katrin Rutschow-Stomporowski bzw. Jana Sorgers im Doppelvierer und mit Silber der geb├╝rtige Ueckerm├╝nder Peter Thiede im Achter. Bei den WM 1999 in St.Catharines konnte sich Katrin Rutschow-Stomporowski ├╝ber Gold im Einer freuen.

Nun wird es aber Ende September/Anfang Oktober 2017 rudersportlich-weltmeisterlich in Sarasota interessant.

Im Blickfeld: Der Stralsunder Ruder-Club

Stralsund ist neben Rostock, Schwerin und Greifswald ebenfalls ein bedeutender rudersportlicher Standort in M-V. So wurden Monika Kallies, die Achter-Olympiasiegerin 1976, und Hans-Joachim L├╝ck, der Achter-Olympiasieger 1976, in Stralsund geboren. Zudem ist der Verein noch heute sehr aktiv und hat mit Benjamin Leibelt ein hoffnungsvolles Ruder-Talent in seinen Reihen.

Nachgefragt beim Vereinsvorsitzenden des Stralsunder Ruder-Clubs, Christian Lo├čmann

C.Lo├čmann zum Rudersport in Stralsund

ÔÇ×Es ist eine postive Entwicklung zu verzeichnenÔÇŽÔÇť

Frage: Wie verlief die Entwicklung des Stralsunder Ruderclubs in den letzten Jahren? Wie ist der Zuspruch bei den jungen Ruder-Talenten?

Christian Lo├čmann: Die Entwicklung im Stralsunder Ruder ÔÇô Club kann in den vergangenen Jahren durchaus positiv bewertet werden. Ich hatte das Gl├╝ck, das Amt des ersten Vorsitzenden zu einem Zeitpunkt zu ├╝bernehmen, als die Finanzen durch einen strickten Sparkurs meines Vorg├Ąngers konsolidiert waren, die Mitgliedszahlen stiegen und eine unserer Leistungssportlerinnen Juniorenweltmeisterin wurde. Die Mitgliedszahlen stiegen bis auf heute ca. 210 Mitglieder. Wobei wir eine gro├če Gruppe Kinder und Jugendliche haben, engagierte Wanderruderer und aktive Ruderinnen bzw. Ruderer die breitensportlich bei Wettk├Ąmpfen unterwegs sind.

Zusammen mit dem Stralsunder Kanu Club haben wir uns neue Sanit├Ąrr├Ąume geschaffen, den Sport- und Gymnastikboden saniert sowie die Kraftr├Ąume zu einem zusammengelegt und mit Hilfe des Olympischen Ruderclubs aus Rostock neu eingerichtet. Vor zweieinhalb Jahren konnten wir einen neuen Bootssteg in Betrieb nehmen. Alle Bauma├čnahmen wurden durch den Landessportbund kofinanziert und gerade der Bootssteg konnte nur mit Hilfe der Hansestadt Stralsund gebaut werden. Wir sind allen Beteiligten zu gro├čem Dank verpflichtet.

Frage: Wie sieht die Bedingungen vor Ort in Stralsund? Wie oft wird trainiert?

Christian Lo├čmann: Wie schon in der vorangegangenen Antwort genannt, konnten wir die Bedingungen in Stralsund in der j├╝ngeren Vergangenheit deutlich verbessern. Zudem wurden regelm├Ą├čig neue Boote angeschafft, die die Konkurrenzf├Ąhigkeit auf den Regatten verbessert. Die Trainingsm├Âglichkeiten sind auf einem guten Niveau und durch die Besch├Ąftigung eines hauptamtlichen Trainers bieten wir f├╝nf- bis sechsmal die Woche Kinder- und Jugendtraining an. Die Erwachsenen trainieren ein- bis viermal die Woche. Als Vereinstag hat sich der Mittwoch etabliert. Hier wird regelm├Ą├čig trainiert und in der Saison gerudert. Danach treffen sich alle zum Essen oder auch nur um etwas zu trinken auf der Veranda des Bootshauses. Nat├╝rlich sind wir immer an Rudernachwuchs interessiert. Das beste Einstiegsalter ist zehn bis elf Jahre. Also einfach bei uns melden.

Frage: Zum ÔÇ×grossen RudersportÔÇťÔÇŽ Wie beurteilen Sie das internationale Rudergeschehen ÔÇô mit R├╝ckblick auf Olympia 2016?

Christian Lo├čmann: Es war nat├╝rlich toll, dass in Rio zwei goldene und eine silberne Medaille im Rudern gewonnen wurden. Zudem kam mit Hannes Ocik ein Ruderer aus Mecklenburg-Vorpommern. Wir d├╝rfen jedoch auch nicht verhehlen, dass es keine weiteren Finalteilnahmen f├╝r deutsche Ruderinnen bzw. Ruderer gab. Hier muss sich der Deutsche Ruder-Verband neu aufstellen. Es gibt bereits ein neues Leistungssportkonzept. Dieses wird aber noch diskutiert. Es bleibt zu hoffen, dass nicht alles zerredet wird und das Konzept rechtzeitig f├╝r Olympia 2020 greift. Die Ruder-Enthusiasten in M-V hoffen, dass M-V mindestens wieder drei Ruderinnen bzw. Ruderer zu den Spielen entsenden kann. Vielleicht ist ja auch ein Stralsunder dabei?!

Vielen Dank und weiterhin bestes rudersportives Engagement!

Marko Michels

Foto (Michels): Erfolgsruderer aus M-V – Hannes Ocik (Mitte).

 

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