Billard – Symbolfoto

Daniel Ladwig vom 1. Schweriner Billard-Club über das vergangene Jahr und kommende Herausforderungen

Frage: Das Jahr geht peu-a-peu in den Endspurt. Wie lautet das Resümee aus Sicht des 1. Schweriner Billard-Clubs? Wie verlief das Jahr für Ihren Verein?

Daniel Ladwig: Die abgeschlossene Saison 2017/2018 war leider aus sportlicher Sicht etwas durchwachsen. Unsere Teams kamen nicht über einen Mittfeldplatz hinaus oder kämpften gar gegen den Abstieg.

Den größten Rückschlag musste unsere erste Snooker-Mannschaft hinnehmen, die nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga nach nur einem Jahr wieder den bitteren Gang in die Oberliga antreten musste. Dennoch hat das Team gezeigt, was es kann und der Klassenerhalt scheiterte an einem mageren „Pünktchen“ was natürlich doppelt bitter war. Umso erfreulicher ist die neue Saison 2018/2019 im September gestartet und auch wenn einige Teams Startschwierigkeiten hatten, ist nach den letzten Spielen ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Weiterhin konnten wir erstmalig in der Vereinsgeschichte drei Sportler zur Deutschen Meisterschaft nach Bad Wildungen schicken. Dort erzielten unsere Mitglieder neben einem fünften Platz im Snooker auch eine Gold und Bronze-Medaille im Karambol.

Ein weiteres Highlight war unser 25-jähriges Vereins-Jubiläum, das wir mit vielen alten Weggefährten, Förderern und Unterstützern gefeiert haben.

Auch sehr erfreulich war, dass wir nach einiger Vorarbeit zwei neue Unterstützer für unseren Sport bzw. für den Verein gewinnen konnten. Mit den Geldern arbeiten wir derzeit an der Modernisierung unseres Vereinsheims. Unteranderen konnten wir bereits ein digitales Scoring-System einrichten.

Dies ermöglicht es uns neben einer verbesserten Darstellung unter anderem Punktestände ins Internet zu übertragen. Auch über neue und speziell für Indoor-Sport zugeschnittene Vereinsshirts konnten sich unsere Mitglieder freuen. Ein weiteres Projekt ist noch die Anschaffung von neuen Poolbillard-Tischen, die aber noch einiges an Vorbereitung benötigt. Wir hoffen, uns so langfristig gut für die Zukunft aufzustellen.

Frage: Wie stellt sich derzeit die „Nachwuchsfrage“ im Billard in Schwerin dar?

Daniel Ladwig: Nach wie vor fehlt es uns an der „Man-Power“, eine kontinuierliche Jugendarbeit aufzubauen. Dies hat oft berufliche aber auch geografische Hintergründe. Um dem entgegenzuwirken, werden wir am 19.Januar 2019 ein kostenloses Schnuppertraining anbieten, bei dem wir hoffentlich vielen Interessierten unseren Sport näher bringen können. Weitere Informationen werden wir auch in Kürze bei mv-sport.de veröffentlichen.

Frage: Was waren die internationalen Höhepunkte im Billard 2018?

Daniel Ladwig: Es gibt jedes Jahr diverse Highlights und ein Turnier jagt das nächste. Alljährlich freut sich jeder Snooker-Fan auf die Main-Tour (Profi-Turnierserie) und die Snooker-Weltmeisterschaft. Zudem hat es nach Lukas Kleckers nun auch mit Simon Lichtenberg aus Berlin ein zweiter Deutscher auf die Profi-Tour geschafft, was sicherlich für den Wachstum der Fangemeinde förderlich ist.

Aber auch beim Poolbillard gibt es immer große Turniere. Ganz speziell ist hier der Mosconi-Cup zu nennen, bei dem sich alljährlich die besten Spieler Europas mit den besten Spielern der USA messen. Das Event dauert fünf Tage und ist stimmungstechnisch mit einem Dart-Turnier zu vergleichen. …Dieses Mal nach acht siegreichen Jahren für Europa mit dem besseren Ende für die USA.

Frage: Seit 20 Jahren ist Billard eine offiziell deklarierte olympische Sportart, jedoch nicht im Programm der Olympischen Spiele. Zumindest ist Billard seit 2001 Bestandteil der „World Games“. Wie beurteilen Sie die Chancen, dass in naher Zukunft auch olympische Medaillen vergeben werden?

Daniel Ladwig: Aktuell läuft eine Kampagne für Paris 2024, aber es ist schwer zu sagen und die Konkurrenz ist hart, aber es gibt auch starke Argumente für Billard: Billard ist eine universelle Sportart, die in allen Ländern der Welt gespielt wird und für alle zugänglich ist, ohne Geschlecht, Alter und körperliche Voraussetzungen einzuschränken. Das können nicht viele Sportarten von sich behaupten. Es bleibt spannend und die Billardwelt drückt die Daumen.

Letzte Frage: Welche sportlichen Herausforderungen warten 2019 auf die Billard-Asse aus Schwerin?

Daniel Ladwig: Die Herausforderungen sind vielschichtig, aber in erster Linie wollen wir sportlich wieder gut abschneiden. Viel wichtiger ist es aber aus meiner Sicht, finanziell weiter auf stabilen Säulen zu stehen und an der Modernisierung unseres Vereinsheims zu arbeiten. Als Randsport und mit „nur“ 45 Mitgliedern stellen sich Herausforderungen sicherlich anders dar, als zum Beispiel bei den größeren Vereinen aus Fußball, Volleyball oder Handball.

Allein Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern, ist oft eine große Hürde und auch Jugend oder neue Mitglieder zu gewinnen und zu begeistern, müssen wir fest im Blick haben. Sonst ist das Überleben des Billardsports in Schwerin gefährdet, aber auch daran arbeiten wir. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal dazu aufrufen, dass JEDER der Interesse hat, einmal in die Billard oder Snooker-Welt einzutauchen uns gerne ansprechen kann. Jedem Einsteiger helfen wir bei den ersten Schritten und freuen uns, Wissen weitergeben zu können.

Vielen Dank und ein erfolgreiches 2019!

M.Michels