Ein Erlebnisbericht von Heinz-Peter Zettl (SC Laage)

Beschreibung eines Touristen aus dem 19. Jahrhundert über die Thames und den Richmonds Park Londons: „Entfliehen Sie in die freie Natur im Richmond Park mit seinen weiten Flächen, Wiesen und Hirschherden, nur einen Steinwurf vom Zentrum Londons entfernt. Entdecke die Waldgärten der Isabella Plantation, stärke dich in den Teestuben der Pembroke Lodge und genieße vom King Henry’s Mound aus die Fernsicht auf die St. Paul’s Cathedral“.       

Auch im Jahr 2022 kann ich das nur unverändert bestätigen. Obwohl Richmond an die innerstädtische Distrikt Line angebunden ist ,wähnt man sich dort bereits auf dem Lande. Richmond upon Thames, so der volle Name, liegt in einer anmutigen Auenlandschaft. Man kann kaum glauben, dass dieser liebliche, sich windende Wasserlauf derselbe sein soll, der in Londons Zentrum 20 Kilometer weiter zu einem respektablen Strom anschwillt. Seit Jahrhunderten ist das Flusstal ein Lieblingsmotiv der Landschaftsmaler und Touristen. Behäbig und fast schon majestätisch schlängelt sich die Themse durch die grünen Lungen Londons. Mit mir starteten 198 Läuferinnen und Läufer am 12. März 2022 um 09.00 Uhr, bei „typical british weather, 10 Grad und Nieselregen“ zum Start in den Frühling auf der Halbmarathonstrecke – 13.1 Miles.

Das Foto zeigt Heinz-Peter Zettl. Foto: Zettl

Die Strecke schlängelte sich entlang des Thames Path bis zum ersten Wendepunkt am Parkplatz von Kew Gardens, einem der schönsten Parks im Osten Londons. Weiter in Richtung Canbury Gardens, einer weiteren grünen Lunge, erlebt man hautnah Boat Races im 8-Sitzer, dem britischen Flaggschiff des Rudersports. Ein flacher, malerischer Halbmarathon am Flussufer der Themse, der am Burnell Avenue Open Space, Richmond beginnt und endet. Der Kurs ist aufgrund des unterschiedlichen Profils sehr fordernd und abwechslungsreich. Eine bunte Strecke durch Wälder, Uferlandschaften und teilweise über eindrucksvolle Promenaden. Auf den ersten 6 Meilen immer entlang der Themse, die hier einen Kanal ähnlichen Charakter hat, pfiff ein ungemütlicher Nord Ost Wind, zum Glück von hinten.

Aber auf den nächsten 7 Meilen kam der Wind frontal von vorne getreu dem britischen Motto:  “Sunshine is delicious, rain is refreshing, wind braces us up, snow is exhilarating; there is really no such thing as bad weather, only different kinds of good weather. ” by John Ruskin
Durch die britische Armee wurde der Support geleistet und viele Spaziergänger und Einheimische bejubelten die Läufer. Alles in allem ein kleiner feiner 13.1 Miles-Run zum Frühlingsbeginn in UK, ein sogenannter C oder B-Lauf :).

Text: Peter Zettl