Nachgefragt beim Schweriner Carl-Louis Schwarz

Impression vom Schloss-Schwimmen in Schwerin. Foto: M.M.

Der Schwimmsport hat natürlich gerade im Sommer „Hochkonjunktur“. Speziell im Juli und August standen bzw. stehen noch verschiedene Wettkämpfe im Langstrecken-Schwimmen auf dem Programm. Zurück liegt bereits auch die EM in Glasgow (3. bis 12. August ’18).

Nachgefragt bei Carl-Louis Schwarz, Jahrgang 1995, dem ehemaligen Schwimmer des PSV Schwerin, der jetzt beim  Potsdamer SV aktiv ist…

Interview

„Die Schwimm-WM 2019 sind das große Ziel…“

Frage: Bei den EM warst du ja leider nicht dabei. Wie beurteilst du die dortigen Leistungen, speziell in deiner Parade-Disziplin, dem Rücken-Schwimmen? Wie lautet dein Resümee aus deutscher Sicht?

Carl-Louis Schwarz: In Glasgow wurden einige sehr starke Leistungen erbracht, aus internationaler Sicht einige Weltrekorde, unter anderem der Weltrekord über 50 Meter Rücken und der Weltrekord von Adam Peaty über 100 Meter Brust.

Aus deutscher Sicht waren auch beeindruckende Leistung dabei. Als Beispiele seien nur der Deutsche Rekord und der Europameister-Titel von Florian Wellbrock über 1.500 Meter Freistil oder auch der erste Platz der 4 x 200 Meter-Freistil-Mixed Staffel genannt. Bei Christian Diener sind die 50 Meter und die 100 Meter Rücken mit neuen Bestzeiten hervorzuheben – über 200 Meter Rücken war es hingegen ärgerlich mit dem vierten Platz, aber letztendlich hat er sich noch mit der Medaille mit  der 4 x 100 Meter Lagen-Staffel belohnt.

Frage: Zurück nach MV: Am 12. August fand das 14. Schweriner Langstrecken-Schwimmen statt. Wie verlief der Wettkampf aus deiner Sicht? Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat das Event im sportlichen Schwimm-Kalender von M-V für dich persönlich?

Carl-Louis Schwarz: Das Rennen verlief für mich nicht optimal. Ich ließ die beiden Führenden, Fynn Mohlfeld und Kristoffer Schweder, zu weit weg und holte sie am Ende nicht mehr ein. Für mich hat das Schloss-Schwimmen einen sehr hohen persönlichen Stellenwert, weil es mich an meine Heimat Schwerin bindet und viele Freude dort mit helfen.

Frage: Was sind deine nächsten Wettkämpfe und Ziele 2018/19?

Carl-Louis Schwarz: Ziel in der kommenden Saison ist es, sich für die Elite-WM in Gwangju/Südkorea (12. bis 28. Juli 2019) zu qualifizieren, was sehr hart und schwierig sein wird. Ansonsten ist konkret noch nichts weiter geplant.

Frage: Wie läuft es ansonsten beim Potsdamer SV?

Carl-Louis Schwarz: Es gab einige Probleme am Stützpunkt in Potsdam, aber ich hoffe, dass diese nun beseitigt sind und sich die neuen Trainer dort gut einleben werden.

Frage: Wie sieht dein Tagesablauf zurzeit aus? Nur immer Schwimmen wird es ja nicht sein…

Carl-Louis Schwarz: Im Moment habe ich Saison-Pause und Semesterferien. Mit dem Training geht es ab dem 20. August weiter und die Uni startet ab dem 24. September die Vorlesungszeit des Winter-Semesters 2018/19. Ich studiere ja Wirtschaftsingenieurwesen. Mein Tagesablauf ist eng getaktet: Training – Uni – Training. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Aktivitäten.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge im Sport und im Studium

 

Infos zum 14. Schweriner Schloss-Schwimmen am 12. August 2018

Am 14. Schweriner Schloss-Schwimmen nahmen 175 Schwimmerinnen und Schwimmer teil. Den Kurs über fast 2 Kilometer beendeten 90 von 91 Schwimmerinnen bzw. 82 von 84 Schwimmern. Bei den Frauen gewann Lotta Steinmann von den Bälauer Badeenten in einer Zeit von 26 Minuten und 41 Sekunden und bei den Herren triumphierte Fynn Mohlfeld ebenfalls von den Bälauer Badeenten in einer Zeit von 25 Minuten und 16 Sekunden. Serien-Sieger Carl-Louis Schwarz wurde dieses Mal Dritter in der Zeit von 26 Minuten und 38 Sekunden.

 

Fakten zur EM in Glasgow

Bei den Europameisterschaften im Becken-, Langstrecken- bzw. Synchron-Schwimmen und im Wasserspringen in Glasgow starteten Athletinnen und Athleten aus 48 Ländern. Im Becken-Schwimmen waren Russland (26 Medaillen, zehnmal Gold), Großbritannien (24 Medaillen, neunmal Gold) und Italien (22 Medaillen, sechsmal Gold) die erfolgreichsten Länder. Die deutschen Becken-Schwimmerinnen und Schwimmer kamen zu zweimal Gold, zweimal Silber, viermal Bronze.

Aus deutscher Sicht gab es jeweils erste Plätze durch Florian Wellbrock über 1.500 Meter Freistil und die 4 x 200 Meter Mixed Staffel/Freistil mit Jacob Heidtmann, Henning Mühlleitner, Reva Foos und Annika Bruhn.

Im Wasserspringen dominierte ebenfalls Russland mit 12 Medaillen, darunter fünfmal Gold. Die Deutsche Bilanz lautete einmal Gold, zweimal Silber, fünfmal Bronze. Rang eins sicherten sich aus deutschem Blickwinkel  im Mixed-Wettkampf vom Drei-Meter-Brett Tina Punzel und Lou Massenberg.

Im Langstreckenschwimmen war 2018 die Niederlande mit sechs Medaillen, darunter viermal Gold die Top-Nation (Deutschland mit zweimal Silber, einmal Bronze). Acht Goldene von insgesamt neun schafften die russischen Starterinnen und Starter im Synchron-Schwimmen.

Bei den Wasserball-EM, die bereits im Juli in Barcelona ausgetragen wurden, setzten sich die niederländischen Frauen und die serbischen Männer durch.

Text und Interview: M.Michels