„Die Sportart Hockey lebt weiter in M-V…“

Vom Hallen-Hockey geht es nun zum Feld-Hockey… Foto: M.M.

Die ersten vier Monate des Jahres 2018 sind bereits wieder Hockey-Geschichte. In M-V und dar├╝ber hinaus gab bereits es eine Reihe wichtiger Wettk├Ąmpfe. Noch anstehende Highlights sind schlie├člich die Weltmeisterschaften der Frauen in London (21. Juli bis 5. August) und der Herren in Bhubaneswar/Indien (28. November bis 16. Dezember).

Nachgefragt bei Detlef Brandt, Vize-Pr├Ąsident und Sportwart des Hockey-Verbandes M-V

Interview

„Die Sportart Hockey lebt weiter in M-V…“

Frage: Wie lautet ihr Res├╝mee zur Hallen-Saison aus MV-Sicht?

Detlef Brandt: Im Februar fand in Berlin die Hallen-WM statt. Schon die Vorrunden-Spiele zeigten, dass kein Gegner „auf die leichte Schulter“ genommen werden durfte. Unsere Teams bei den ┬áDamen und bei den Herren haben sich aber letztendlich bis ins Finale gek├Ąmpft. Die Damen wurden in diesem Jahr Weltmeister, nachdem sie 2015 den zweiten ┬áPlatz erreichten. Die Herren haben im Finale das Penalty-Schie├čen leider gegen ├ľsterreich verloren und belegten Rang zwei.

Bedauerlicherweise konnten die Damen und Herren vom ATSV G├╝strow den Schwung der WM nicht mitnehmen und somit ihre Spielklasse nicht halten. Die Damen stiegen in die Oberliga ab, die Herren in die Regional-Liga Ost. Das ist f├╝r unseren Landesverband doch sehr schmerzlich. Die Damen waren sechs Jahre in der Regional-Liga-Ost, die Herren seit 2002 in der zweiten Bundesliga.

Bei den gemeldeten Mannschaften der Damen und Herren in M-V ist auch ein st├Ąndiger R├╝ckgang zu verbuchen. Die Gr├╝nde daf├╝r sind vielf├Ąltig. Neben Beruf und Familie ├Ąndert sich auch die Interessenlagen der Spielerinnen und Spieler. Zudem gelangen aus der Jugend nicht gen├╝gend Spieler in den Erwachsenen-Bereich. Dieses Problem steht aber nicht nur f├╝r M-V.

Frage: Ihre Bewertung zur aktuellen Nachwuchs-Situation in MV?

Detlef Brandt: Die Situation hat sich im Vergleich zu 2017 nicht viel ver├Ąndert. In den Altersklassen D, C und B, also bis zum zw├Âlften Lebensjahr, wird die Spieler-Decke immer d├╝nner. Es gilt also f├╝r alle Vereine, Kinder f├╝r die Sportart Hockey zu begeistern. Da alle ├ťbungsleiter neben ihren beruflichen Verpflichtungen ehrenamtlich t├Ątig sind, ist das ein langwieriger Prozess. Hockey ist eine Mannschaftssportart, zu der man eben circa zehn Kinder im Team ben├Âtigt.

Im h├Âheren Jugend-Alter gilt es, die geweckte Begeisterung im Einklang mit anderen Interessen fortzuf├╝hren. Mit Beginn der Berufsausbildung oder eines Studiums ├Ąndert sich die Situation gravierend. Diesen Prozess machen aber alle Sportarten durch. Solange es uns noch gelingt, m├Âglichst viele Altersklassen im Spielbetrieb zu halten, lebt die Sportart Hockey weiter in M-V, auch wenn sie nicht im Lehrplan der Schulen verankert ist.

Frage: Welche H├Âhepunkte folgen hierzulande in den kommenden Wochen?

Detlef Brandt: Bereits Anfang M├Ąrz fand in Strausberg der Strausberg-Cup f├╝r d├şe Altersklassen A, B, und C als Vorbereitungsturnier statt. Neben Hockey wird auch Klettern, Bowling, Tischtennis usw. angeboten. F├╝r alle Beteiligten war es ein gro├čer Erfolg. Am 16./17. Juni finden in Rostock folgend die diesj├Ąhrigen Jugendsportspiele statt, eingebettet in die ganzj├Ąhrigen Feierlichkeiten zum 800. Jahrestag der Gr├╝ndung Rostocks.

Frage: Vor der Feldhockey-WM der Frauen und M├Ąnner in diesem Jahr. Wo stehen die deutschen Teams im internationalen Vergleich?

Detlef Brandt: Ich bin nicht der gro├če Analyst der Sportart Hockey. Nur so viel: Die Hallen-WM hat gezeigt, dass die Unterschiede der Spitzen-Teams nicht sehr gro├č sind. Es kommt immer auf die gegenw├Ąrtig abrufbare Form an und wie ein Team ins Spiel findet. Viele Spiele der Hallen-WM wurden durch Penalty entschieden.

Der Hockeysport in Deutschland z├Ąhlt ansonsten noch nicht zum Profi-Sport wie Handball, Volleyball, Basketball, von Fu├čball ganz zu schweigen. In anderen L├Ąndern wird dies anders aufgezogen.

St├Ąndig an der Weltspitze mitzuspielen, stellt jedoch eine enorme Belastung f├╝r die Spielerinnen bzw. Spieler und nat├╝rlich auch f├╝r die Arbeitgeber dar. Das Hockey-Jahr im Spitzensegment umfasst circa 180 Tage im Jahr, insbesondere auch mit der Wahrnehmung internationaler Verpflichtungen. Dazu kommt die laufende Saison in den Vereinen. Es ist schon stark, was die deutschen Spielerinnen und Spieler ├╝ber einen langen Zeitraum leisten.

Wie schon erw├Ąhnt, wird die F├Ârderung des Hockeysportes in anderen L├Ąndern, zum Beispiel in Spanien, in den Niederlanden oder in England anders geh├Ąndelt. F├╝r die WM w├╝nsche mir Platzierungen der deutschen Teams unter den ersten Drei. Finalteilnahme w├Ąren nat├╝rlich noch besser.

… Nur so „am Rande“: Hockey ist die erfolgreichste Ballsportart Deutschlands!

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement f├╝r den Hockeysport in M-V!

M.Michels

 

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