Ein Blick auf den Greifswalder FC – Im Gespräch mit Pressesprecher Philipp Weickert

Fussball Symbolfoto

Symbolfoto – Fußball

Die Fußball-WM in Russland rückt immer näher. Es bleibt aber noch etwas Zeit, um auf das frühere Fußballgeschehen in der Region zurückzublicken und auf regional Kommendes zu schauen…

Eine lange Fußball-Tradition im Land haben die Regionen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern, speziell Greifswald. Sogar ein paar sehr erfolgreiche Ballsportler erblickten hier das Licht der Welt. Darunter der gebürtige Malchiner ist Thomas Doll, DDR-Auswahlspieler 1986/90 und DFB-Nationalspieler 1991/93 sowie Vize-Europameister 1992. Tim Borowski, Dritter bei der WM 2006 und Vize-Europameister von 2008, stammt aus der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg. Und sogar einen fußballsportlichen Olympiasieger weist Vorpommern auf. Torwart Hans-Ulrich Grapenthin, der bei der BSG Motor Wolgast seine Karriere begann, war 1976 Mitglied der goldenen DDR-Olympia-Mannschaft in Montreal. Nicht zu vergessen ist der gebürtige Pasewalker Erich Hamann, der 1974 den „goldenen Pass“ auf Jürgen Sparwasser spielte, der zum 1:0-Erfolg von Deutschland-Ost gegen Deutschland-West führte.

Von Greifswald und Rostock über München nach Madrid: Toni Kroos

Zu einem der derzeit bestbezahltesten und erfolgreichsten Fußballer Deutschlands hat es Toni Kroos gebracht. Der Mittelfeldstar verteidigte jüngst mit Real Madrid den Titel in der Champions League. Damit ist er der einzige Deutsche, der die Königsklasse vier Mal gewinnen konnte. Und der 1990 in Greifswald geborene Fußballprofi feierte schon eine Menge nationaler und internationaler Erfolge. Mit der DFB-Auswahl wurde er 2010 WM-Dritter, war Halbfinalist der EM 2012 und 2016. Der absolute Höhepunkt war jedoch der WM-Titel 2014 in Brasilien.

Schon das Jahr 2013 war ein ganz besonderes für Toni und seinen damaligen Verein, den FC Bayern München. Die Bayern wurden Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger, Champions League Sieger und FIFA-Klub-Weltmeister. 2014 erneut der Triumph beim DFB-Pokal und die Deutsche Meisterschaft. Ab der Spielzeit 2014/15 wechselte Kroos schließlich zu Real Madrid. Auch dort feierte der Nationalspieler überragende Erfolge, gewann 2016, 2017 und 2018 die Champions League sowie drei Mal den Klub-Weltmeistertitel.
Und 2018… will Rekordhalter Kroos mit der DFB-Elf den WM-Titel verteidigen.

Wie ist jedoch die fußballsportliche Situation in Greifswald, speziell beim Greifswalder FC

Interview

Nachgefragt beim Pressesprecher des Greifswalder FC. Philipp Weickert über die Fußball-WM 2018 in Russland, das gebürtige Greifswalder Fußball-Ass Toni Kroos und die fußballsportliche Arbeit in Greifswald

„Die Titelverteidigung sollte schon der Anspruch sein…“

WM-Fußballbegeisterung beim Public Viewing auf der Freilichtbühne am Schloßgarten in Schwerin. Das gibt es auch 2018 wieder. Foto: M.M.

Frage: Demnächst findet die Fußball-WM der Herren in Russland statt (14. Juni bis 15. Juli). Wie beurteilen Sie die Chancen der deutsche Auswahl bezüglich einer Titelverteidigung? Welche Teams könnten die DFB-Mannschaft herausfordern?

Philipp Weickert: Wir sind Titelverteidiger und den Titel zu verteidigen, sollte auch der Anspruch sein. Die Konkurrenz ist aber stark. Frankreich, Brasilien, Spanien, Argentinien und sicher noch das eine oder andere Überraschungsteam werden ebenfalls um den Titel spielen.

Frage: In der DFB-Auswahl wird natürlich auch der gebürtige Greifswalder Toni Kroos eine Hauptrolle spielen. Was zeichnet Toni aus Ihrer Sicht aus?

Philipp Weickert: Wenn man ihn so spielen sieht, dann fällt einem auf, dass er unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Ballsicherheit, Passgenauigkeit und ein guter Schuss zählen zu seinen großen Stärken.

Frage: Mal weg vom WM-Fußball, hin zum Greifswalder Fußballsport… Wie beurteilen Sie die sportliche Entwicklung des Greifswalder FC bei den Reiferen und beim Nachwuchs in den letzten Jahren?

Philipp Weickert: Im Herren-Bereich wird in allen Mannschaften hervorragend gearbeitet. Auch bei den Frauen spielen wir immer oben mit. Im Nachwuchs-Bereich ist festzustellen, dass wir besonders in den jüngeren Mannschaften sehr gut da stehen. Insgesamt sehe ich uns sportlich auf einem sehr guten Weg.

Frage: Wie ist der Zuspruch der Fußball-Talente zum Greifswalder FC? Wie viele Kinder und Jugendliche trainieren bei Ihnen?

Philipp Weickert: Der Zuspruch für unseren Verein ist groß. Zurzeit haben wir ungefähr 300 Kinder im Verein.

Frage: Welche Ziele hat der Greifswalder FC für 2018/19?

Philipp Weickert: Unsere erste Herren-Mannschaft hat als Aufsteiger nur ein Ziel – und das heißt Klassenerhalt. Alle anderen Mannschaften sollen weiter entwickelt werden und das bestmöglichste spielen.

Letzte Frage: Mit Blick zum derzeit besten Fußball-Verein in M-V, dem FC Hansa Rostock. Wie bewerten Sie dessen Chancen, eventuell in der kommenden Saison in Liga zwei aufzusteigen?

Philipp Weickert: Hansa hat in der abgelaufenen Saison sehr gut gespielt. Schade, dass den Jungs zum Ende hin die Luft ausgegangen ist. Ein Aufstieg wäre für den Verein und für die Region ein sehr wichtiger Schritt.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Greifswalder Fußballsport!

M. Michels