Über den 64. Internationalen Springertag in Rostock: Im Gespräch mit Organisationsleiter Andreas Kriehn

Andreas Kriehn, Organisationsleiter des Internationalen Springertages in Rostock, mit der Para-Schwimmerin Denise Grahl. Archiv-Foto: Wolfgang Gross

Frage: Der Countdown läuft. In vier Wochen findet der 64. Internationale Springertag in Rostock statt – Wie ist der Stand der Vorbereitung? Wie viele Aktive werden an den Wettkämpfen teilnehmen?

Andreas Kriehn: Der 64. Springertag ist auch gleichzeitig der 25. FINA Diving Grand Prix in Rostock, also eine kleine Jubiläumsveranstaltung. Wir freuen uns, dass bis dato schon Australien, Frankreich, Schweden, Kanada, Niederlande, Weißrussland, Polen, China, Italien, Griechenland, Kroatien, Russland, Irland, Deutschland und zum ersten Mal Japan gemeldet haben. Zusätzlich haben  Kampfrichter aus Österreich, Georgien und Bulgarien ihr Kommen zugesagt. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren und wir versuchen wieder ein guter Gastgeber zu sein.

Vom 14.02.-17.02.19 wird es heiß her gehen auf der Sprunganlage des Hallenschwimmbads „Neptun“. Zum ersten Mal gibt es also eine viertägige Auflage. Denn in den Wettkampfablauf sind erstmals die attraktiven Mixed-Wettbewerbe integriert.

Frage: Was erhoffen Sie sich persönlich von der diesjährigen Auflage? Diese dürfte ja ganz im Zeichen der WM in Gwangju im Sommer stehen…

Andreas Kriehn: Wir befinden uns ja im vorolympischen Jahr. Jetzt werden die Weichen mit Blickrichtung Olympia 2020 gestellt. Die ersten Quotenplätze gibt es bei den WM. Beim Springertag, als ersten internationalen Wettkampf im Wasserspringen 2019, kann man schon eine Standortbestimmung durchführen und die Zeit für die Vorbereitung bis zu den Welttitelkämpfen im Juli in Gwangju zielgerichtet nutzen.

Frage: Wer könnte aus Rostocker Sicht im Aufgebot des Springertages stehen?

Andreas Kriehn: Es wird sich bei den Deutschen Meisterschaften, am Wochenende vor dem Springertag entscheiden, ob sich Sportlerinnen und Sportler aus Rostock qualifizieren. Ich drücke Saskia Oettinghaus, Anna Shyrykay sowie allen anderen teilnehmenden Athleten vom WSC-Rostock e.V. kräftig die Daumen. Ich hoffe, dass es hilft!

Vielen Dank und einen erfolgreichen Springertag!

Blick in die 1955 eröffnete Neptunschwimmhalle in Rostock. Archiv-Foto: Wolfgang Gross

Exkurs:

Rostock und Wasserspringen – eine olympische Erfolgssymbiose

Wasserspringen und Rostock – das ist seit Jahrzehnten eine sportliche Erfolgsgeschichte für die Springerinnen und Springer der Hansestadt. Namen wie Ingrid Engel-Krämer, die 1964 Gold im Kunst- und Turmspringen erkämpfte (zweimal Gold auch 1960, als Wasserspringerin des SC Einheit Dresden), Christa Köhler, die 1976 im Kunstspringen Silber holte, Martina Proeber, die 1980 im Kunstspringen den Silberplatz belegte, Annika Walter, die 1996 im Turmspringen Silber ersprang oder Dörte Lindner, die 2000 Bronze im Kunstspringen errang, stehen für die olympische Erfolgsgeschichte des Rostocker Wasserspringens.

Ingrid Krämer machte den Auftakt

Begonnen hat der olympische Medaillen-Segen mit Ingrid Krämer. Mit gerade mal 17 Jahren gewann sie, für Dresden startend, 1960 in Rom die Konkurrenzen im Kunstspringen (vor Paula Pope aus den USA sowie Elisabeth Ferris aus Großbritannien) und im Turmspringen (vor erneut Paula Pope aus den USA sowie Ninel Krutowa aus der UdSSR). Vier Jahre später ( in Tokyo 1964) kam Krämer, mittlerweile Mitglied des SC Empor Rostock,  zu Gold im Kunstspringen (vor Jeanne Collier aus den USA und Patsy Willard aus den USA) sowie zu Silber im Turmspringen (hinter Lesley Bush aus den USA und vor Galina Alexejewa aus der UdSSR). Bei Olympia 1968 in Mexico-City reichte es für die gebürtige Sächsin leider nicht mehr zu einer Medaille. Sie wurde Fünfte vom 3-m-Brett.

Text und Interview: M. Michels