Volleyball – Symbolfoto

Die Saison-Bilanz 2018/19 des SSC Palmberg Schwerin kann sich mehr als sehen lassen, mit dem Super-Cup-Triumph,  dem DVV-Pokal-Gewinn, allen gewonnenen Heimspielen in der Champions League und zuletzt der Vize-Meisterschaft in der Bundesliga. Für einige SSC-Spielerinnen geht es nach der Sommerpause mit der Nationalmannschaft nach Bratislava/Slowakei. Dort stehen für Deutschland die Vorrundenspiele der Frauen-Europameisterschaft (23. August bis 08. September) an. Erster Gegner wird die Schweiz sein.

Aktuell befindet sich die Frauen-Nationalmannschaft um Bundestrainer Felix-Koslowski schon in der Schweiz – bei den Montreux Volley Masters. Mit an Bord ist auch die Noch-Schwerinerin Elisa Lohmann. Wie die SSC-Führung kürzlich bekannt gab, wird die gebürtige Parchimerin 2019/2020 für den Schweizer Erstligisten VC Kanti Schaffhausen aufschlagen.

Von einer Parchimerin zur nächsten: Wie Lohmann wuchs auch die frühere SSC-Volleyballerin Lia-Tabea Mertens in der Elde-Stadt auf. Gerade einmal fünf Jahre trennen die beiden voneinander. Mertens ging 2014 nach Thüringen, dann nach Hessen, wo sie noch heute ihren Lebensmittelpunkt hat. Ihre alte Heimat und ihren alten Verein (SSC) hat sie aber stets im Blick. Wir haben mit ihr gesprochen…

Hallo Lia-Tabea, du lebst ja mittlerweile in Wiesbaden, bis Teil der Sportfördergruppe der hessischen Polizei. Wie sieht es in puncto Volleyball aktuell bei dir aus?

Lia Tabea Mertens. Archivfoto: M. Michels

Lia-Tabea Mertens: Im April standen die Deutschen Polizei-Meisterschaften in Hamburg an, bei denen Hessen mit der männlichen sowie der weiblichen Auswahl vertreten waren. Im Juni steht für mich dann die Qualifikation zur Europameisterschaft in Hannover auf dem Programm, bevor es dann (hoffentlich) im Oktober zu den Europäischen Polizei-Meisterschaften nach Prag gehen wird. Was danach folgt, ist weiterhin offen.

Zur Volleyball-Bundesliga: in ihrem fünften Anlauf holten die Stuttgarterinnen den Titel. Was zeichnet das Team aus deiner Sicht aus?

Lia-Tabea Mertens: Stuttgart hatte über die letzten Jahre immer einen sehr konkurrenzfähigen Kader. Vielleicht war Schwerin aber psychisch ein wenig besser drauf?! Es war jedenfalls in dieser Saison ein spannender Schlagabtausch der beiden Teams, bei dem Stuttgart das bessere Ende hatte. Die Stuttgarterinnen hatten ja in der vergangenen Spielzeit bereits das Pokalfinale gegen Schwerin verloren. Jetzt „rauften“ sich alle ein letztes Mal zusammen und nach vielen Vize-Meisterschaften gelang der Sprung auf das oberste Treppchen. Das schaffte MTV Allianz Stuttgart mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

Und die Schweriner Mannschaft? Die hatte ja insgesamt eine fantastische Saison.

Lia-Tabea Mertens: Schwerin hat in der Saison nur je einmal gegen Wiesbaden und Stuttgart verloren. Das zeigt,  auf was für einem klasse Niveau die Mannschaft dieses Jahr spielte. Im Pokalfinale setzten sie sich mit 3:0 klar gegen Stuttgart durch. In der Finalserie um die Meisterschaft ging es in das fünfte Spiel und dort sogar in den fünften Satz. Das macht deutlich wie gut das Team von Trainer Felix Koslowski war und dass es am Ende nur noch von den Köpfen der Spielerinnen abhing, wer diese Meisterschaft gewinnen sollte.

Bis 2018 spieltest du selbst noch für Wiesbaden. Wie beurteilst du das derzeitige Niveau in der Frauen-Bundesliga?

Lia-Tabea Mertens: Ich denke, dass das Niveau in der ersten Bundesliga im Frauen-Volleyball wieder sehr gut war. Das lässt sich auch daran erkennen, wie weit es die deutschen Teams in der Champions League schafften. Es ist natürlich schade, dass Leistungsträgerinnen, wie Jennifer Gerties (SSC) oder Molly McCage (Karriere-Ende), die deutsche Liga verlassen. Aber dass es Angebote aus dem europäischen Ausland gibt, bestätigt das gute Niveau der Liga.

Vielen Dank und weiterhin alles Gute für dich!