Der leitende Leichtathletik-Landestrainer Ralf Ploen über die kommenden internationalen Meisterschaften

Leichtathletik – Symbolfoto

Nicht nur die IAAF-Leichtathletik-Meetings oder die Elite-EM in Berlin standen und stehen 2018 im Fokus des Leichtathletik-Geschehens. Bereits im April gab es die Wettkämpfe der Commonwealth Games in Gold Coast, bei denen Australien die erfolgreichste Mannschaft stellten. Von Mitte August bis Anfang September „rufen“ die Entscheidungen bei den Asien-Spielen in Jakarta. Und im Oktober stehen die Wettbewerbe bei den Olympischen Jugend-Spielen in Buenos Aires auf dem Programm.

Darüber hinaus wird es bei kontinentalen und globalen Meisterschaften im Nachwuchsbereich spannend. So finden vom 5. bis 8. Juli die U 18-EM in Györ statt. Vom 10. bis 15. Juli folgen die U 20-WM in Helsinki. Und vom 27. bis 29. Juli „steigen“ die Deutschen U 18- und U 20-Meisterschaften in Rostock.

Ist M-V eigentlich auch dabei? Nachgefragt beim leitenden Landestrainer Ralf Ploen

Interview

„Eine Medaille für Tim ist möglich…“

Frage: Nicht nur bei den EM in Berlin wird es leichtathletisch interessant. Auch die U 18-EM in Györ und die U 20-WM in Helsinki versprechen Spannung. Wer ist eigentlich aus M-V vor Ort?

Ralf Ploen: Es werden sechs Leichtathletinnen und Leichtathleten aus M-V dort aktiv sein. Für Györ schafften Erik Marquardt im Diskuswerfen und Cheyenne Kuhn im Sprint (beide SC Neubrandenburg) die Nominierung für das deutsche Team. Bei den U 20-WM sind Luca Meinke (Hochsprung, Schweriner SC), Tim Ader (Diskus, SC Neubrandenburg), Dovile Scheutzow (Stabhoch, Schweriner SC) und Julia Ulbricht (Speer, 1.LAV Rostock) dabei.

Frage: Was könnten die genannten Athletinnen und Athleten dort erreichen?

Ralf Ploen: Für Cheyenne Kuhn (Sprint) und Erik Marquardt (Diskuswerfen) sind ja die U 18-EM die erste internationalen Meisterschaften. Dort gilt s für beide in erster Linie darum, Erfahrungen zu sammeln. Ein Platz unter den Top 16 ist für Cheyenne im Bereich des Möglichen. Erik könnte vom Leistungsniveau her das Finale der besten Zwölf erreichen.

Was die U 20-WM betrifft: Bei diesen WM kämpft Tim Ader im Diskuswerfen um eine Medaille mit. Bei den U 20-EM im letzten Jahr belegte er ja schon Rang vier. Momentan liegt Tim auf Rang drei der Weltbestenliste im Diskuswerfen der Altersklasse U 20. Für Hochspringer Luca Meinke wird der Qualifikationswettkampf sicher eine große Herausforderung, aber das Finale könnte drin sein.

Ungleich schwerer wird es für Stabhochspringerin Dovile Scheutzow und Speerwerferin Julia Ulbricht. Die Final-Wettkämpfe wären für die beiden Athletinnen ein riesiger (unerwarteter) Erfolg.

Frage: Gibt es auch Chancen für Leichtathletinnen und Leichtathleten aus M-V die Quali für die Olympischen Jugend-Spiele zu schaffen?

Ralf Ploen: Chancen haben – allein vom Alterslimit her – aus M-V-Sicht nur Sprinterin Cheyenne Kuhn und Diskuswerfer Erik Marquardt bei den U 20-EM in Györ, die zugleich Qualifikationswettkampf für die Olympischen Jugend-Spiele 2018 sind. Gelangen beide möglichst unter die Top Acht und sind dazu noch die beste deutsche Starterin bzw. der beste deutsche Starter in ihren Disziplinen, dann wäre die Teilnahme in Buenos Aires gemeistert. Aber das wird extrem schwierig…

Letzte Frage: Nur noch ein knapper Monat bis zu den Leichtathletik-EM in Berlin… Wer könnte in Spree-Athen die Farben von M-V vertreten?

Ralf Ploen: Chancen haben derzeit noch Martina Strutz (Hagenower SV) im Stabhochsprung und vor allem Claudine Vita (SC Neubrandenburg) im Diskuswerfen. Gerade Claudine wußte in dieser Saison schon zu begeistern, stellte neue persönliche Bestleistungen auf und auch Martina kämpft noch engagiert um ihr EM-Ticket. Wichtig werden nicht zuletzt die Resultate bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 21./22. Juli in Nürnberg sein.

Nicht zu vergessen: Tom Gröschel vom TC Fiko Rostock wurde ja bereits für den Team-Wettkampf im Marathon nominiert.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für die Leichtathletik!

M.Michels