Japan führt klar im Medaillenspiegel

Schwimmen Symbolfoto

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Allmählich geht sie zu Ende, die nach den Olympischen Spielen größte Sportveranstaltung der Welt, die Universiade, die Weltspiele im Studentensport, die 2017 zum 29.Mal ausgetragen wurde.

Zwischen Sport und Politik

Taipei war Austragungsort dieses Sportereignisses, ein Politikum, ist die „Republik China“, wie sich Taiwan gern nennt, aber international damit weitgehend isoliert ist, doch auch insbesondere ein internationales Spannungsfeld.

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtrünnigen Bestandteil ihres Territoriums. Zwar erkennt die übergroße Mehrheit der Staaten Taiwan nicht an, das auch nicht Mitglied der UNO ist, aber es gibt doch rege wirtschaftliche Beziehungen sowohl zu China als auch intensiv zu den USA, Japan, Südkorea und zahlreichen europäischen Staaten.

Dennoch: Der politische Konflikt zwischen der VR China und der „Republik China“, offiziell „Chinese Taipei“, überschattete die Universiade 2017. So boykottierte China die Eröffnungsfeier und schickte ebenfalls nicht das sportlich beste Team nach Taiwan.

Inzwischen läuft die Universiade 2017 seit dem 19.August, also seit 11 Tagen, und wird am morgigen 30.August ihren Abschluß finden.

Beide „Koreas“ sehr stark

Sportlich lief es vor allem für die koreanischen Athletinnen und Athleten am besten. So kommen Süd- und Nordkorea nach 249 der 273 offiziellen Entscheidungen auf 40 Goldmedaillen, 25 Silbermedaillen und 35 Bronzemedaillen. Daran hat Südkorea mit 28 x Gold, 20 x Silber, 30 x Bronze den größten Anteil. Die Bilanz von Nordkorea beträgt 12 x Gold, 5 x Silber, 5 x Bronze.

Am besten ist bislang Japan, der Gastgeber der Olympischen Spiele 2020, mit 34 x Gold, 23 x Silber, 33 x Bronze. Gastgeber Taiwan belegt derzeit Rang vier im Medaillenspiegel mit 19 x Gold, 32 x Silber, 30 x Bronze.

Die Sportgiganten von einst, Russland bzw. die USA, sind zwar noch immer stark, aber nicht mehr übermächtig. Russland ist Dritter im Medaillenspiegel mit 21 x Gold, 28 x Silber, 36 x Bronze und die USA Fünfter mit 15 x Gold, 17 x Silber, 16 x Bronze.

Deutsches Team mit guter Bilanz

China, mit seiner „zweiten Garde“, weist zwei Tage vor Ende der Wettkämpfe 13 Medaillen, darunter 7 x Gold, auf. Das deutsche Team darf sich bis dato über 24 Medaillen, darunter 7 x Gold, freuen – Rang zehn in der Medaillenwertung.

Die deutschen Goldmedaillen wurden dabei in der Leichtathletik und im Schwimmen gewonnen. So triumphierten Kristin Pudenz im Diskuswerfen, Neele Eckhardt im Dreisprung, Hanna Klein über die 5000 Meter, Timo Benitz über die 1500 Meter und Falk Wendrich im Hochsprung. Im Schwimmen triumphierten Aliena Schmidtke über 50 Meter Schmetterling und Sarah Köhler über 400 Meter Freistil.

Beste Leichtathletik-Nation in Taipei wurde übrigens Japan mit 7 x Gold, 2 x Silber, 7 x Bronze und im Schwimmen die USA mit 11 x Gold, 9 x Silber, 8 x Bronze.

Blick auf die einzelnen Sportarten

Südkorea dominierte vor allem im Bogenschießen (9 x Gold, 3 x Bronze) bzw. im Taekwondo (6 x Gold, 6 x Silber, 3 x Bronze), Nordkorea im Wasserspringen (5 x Gold, 3 x Bronze) sowie im Gewichtheben (7 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze) und Russland im Gerätturnen (3 x Gold, 2 x Silber, 3 x Bronze) bzw.in der Rhythmischen Sportgymnastik (3 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze / Die RSG-Wettkämpfe „laufen“ noch.). Mit 10 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze war Japan, das Mutterland des Judo, dort in Taipei mega-stark. Im Fechte präsentierten sich die Ungarinnen und Ungarn mit 3 x Gold, 3 x Silber in ausgezeichneter Form.

Im Tischtennis hat Japan momentan mit 2 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze die beste Ausbeute. Taiwans Mixed-Team holte Gold im Badminton.

Im Tennis, im Billard und im Baseball werden die Medaillen abschließend erst an den letzten Wettkampftagen verteilt.

Im Basketball-Finale der Studenten stehen sich die USA und Litauen gegenüber. Das Basketball-Turnier der Studentinnen gewann Australien. Brasiliens Studentinnen waren hingegen die Besten im Frauen-Fußball. Das Endspiel im Herren-Fußball bestreiten Frankreichs und Japans Studenten-Mannschaften. Im Volleyball bei den Studenten lautet die Final-Paarung Russland gegen Iran. Die russischen Studentinnen sicherten sich zuvor schon die Goldene im Frauen-Volleyball. In den beiden Wasserball-Turnieren wird es auch noch spannend – bei den Studentinnen wetteifern die USA und Ungarn um Gold, bei den Studenten Serbien und Russland.

Aus M-V-Sicht war bei der Universiade 2017 die Wasserspringerin Saskia Oettinghaus (WSC Rostock / UNiversität Rostock) am Start, die zwar keine Medaille gewann, dafür aber wertvolle Erfahrungen für künftige internationale Einsätze sammeln konnte.

Marko Michels

Symbolfoto – Schwimmen: Im Schwimmsport gab es für das deutsche Team in Taipei zweimal Gold.