Höhepunkt sind natürlich die Konkurrenzen in Pyeongchang

Viktoria Rebensburg Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Die olympische Saison im alpinen Skisport ist vor dem ultimativen Start. Am 28.Oktober und 29.Oktober geht es mit den Riesenslalom-Wettbewerben im alpinen Weltcup 2017/18 in Sölden los.

Rückblick auf den olympischen Zyklus 2014-2018 im alpinen Skisport

Der olympische Zyklus 2014-2018 im alpinen Skisport wurde insbesondere durch die beiden Weltmeisterschaften 2015 in Vail bzw. in Beaver Creek und 2017 in Sankt Moritz geprägt. Und natürlich gab es spannende Entscheidungen um die Gesamt-Weltcups.

Die alpinen Gesamt-Weltcups 2015-2017

Bei den Frauen konnten sich in den zurückliegenden drei Jahren drei Länder in die Siegerinnen-Liste des Gesamt-Weltcups eintragen: 2014/15 Österreich dank Anna Fenninger, 2015/16 die Schweiz dank Lara Gut und 2016/17 die USA dank Mikaela Shiffrin. Bei den Herren war ein Österreicher überragend. Nach 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 jubelte Marcel Hirscher 2017 zum sechsten Mal über den Gewinn des Gesamt-Weltcups.

Alpine Ski-WM 2017 mit erfolgreicher „Austria“

Felix Neureuther. Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Auch die 44.Alpinen Ski-WM in Sankt Moritz endeten im Februar 2017 mit einem Gold-Triumph des Österreichers im Slalom. Felix Neureuther vom deutschen Team wurde Dritter und verhinderte damit die totale Medaillen-Flaute der deutschen Alpin-Mannschaft in Sankt Moritz.

Auch bei den letzten beiden WM 2013 und 2015 hatte es für den Bayern stets mit Edelmetall im Slalom „funktioniert“, so 2013 mit Silber und 2015 mit Bronze. Die deutschen Alpin-Herren haben ohnehin eine gute Erfolgstradition im Slalom. Friedl Däuber 1932, Franz Pfnür 1934, Albert Pfeifer 1941 (inoffizielle WM, Gold zusammen mit Vittorio Chierroni aus Italien) und Frank Wörndl 1987 gewannen  bereits WM-Gold im Slalom der Herren aus deutscher Sicht.

Österreich in Sankt Moritz am besten

Die erfolgreichste Nation bei den Alpinen Ski-WM 2017 war letztendlich Österreich mit 3 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze vor der Schweiz mit 3 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze. Die restlichen WM-Titel teilten sich Frankreich (zwei) sowie die USA, Slowenien und Kanada (je einen). Erfolgreichste Teilnehmerin bzw. erfolgreichster Teilnehmer in Sankt Moritz: Tessa Worley (Frankreich) mit 2 x Gold und Marcel Hirscher mit 2 x Gold, 1 x Silber…

Die alpinen Ski-WM 2015 im Rückspiegel

Bei den 43.Alpinen Ski-WM 2015 in Beaver Creek bzw. in Vail stellten die Österreicherinnen und Österreicher auch schon die beste Mannschaft mit 5 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze. Dahinter rangierten die USA mit 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze und Slowenien mit 2 x Gold, 1 x Silber. Je eine Goldmedaille erkämpften ebenfalls Frankreich und die Schweiz. Deutschland kam auf 2 x Silber durch Felix Dopfer im Slalom bzw. durch Viktoria Rebensburg im Riesenslalom und Bronze durch Felix Neureuther im Slalom.

Zu den erfolgreichsten Alpinen in Beaver Creek und in Vail avancierten Anna Fenninger (Österreich), Tina Maze (Slowenien) und Marcel Hirscher (Österreich) mit jeweils 2 x Gold, 1 x Silber.

Sotschi 2014 und die alpinen Wettkämpfe

Bei den olympischen Alpin-Wettbewerben 2014 in Sotschi waren – wer sonst – die Österreicherinnen und Österreicher mit 3 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze vor den USA mit 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze „oben auf“. Zwei olympische Alpin-Goldene erkämpften die Schweiz bzw. Slowenien. Je eine alpine Gold-Plakette holten Deutschland bzw. Norwegen.

Für Schwarz-Rot-Gold errangen Maria Höfl-Riesch (Gold in der Super-Kombination bzw. Silber im Super-G) und Viktoria Rebensburg (Bronze im Riesenslalom) in Sotschi 2014 die Medaillen – bayrische Frauen-Power eben.

Die erfolgreichsten Alpinen der Spiele 2014 kamen bei den Frauen aus Slowenien (Tina Maze mit Gold in der Abfahrt zusammen mit Dominique Gisin aus der Schweiz und ebenfalls mit Gold im Riesenslalom) und bei den Herren aus Norwegen (Kjetil Jansrud mit Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt).

Nun gilt es jedoch, in der olympischen Weltcup-Saison 2017/18 und dann vor allem bei den olympischen Konkurrenzen im Februar 2018 in Pyeongchang erfolgreich zu bestehen.

Dort dürfte – nach zahlreichen schweren Verletzungen – auch wieder die US-Amerikanerin Lindsey Vonn dabei sein, die wohl beste Alpine aller Zeiten – mit einmal Gold, einmal Bronze bei Winter-Olympia 2010, mit zweimal Gold, dreimal Silber, zweimal Bronze bei Elite-Ski-WM 2007-2017, mit zweimal Silber, einmal Bronze bei Junioren-Ski-WM 2003-2004, mit 77 Einzel-Weltcup-Erfolgen (!!!) und vier Gesamt-Weltcup-Siegen 2008, 2009, 2010 bzw. 2012.

Blick in die Skihalle in Wittenburg (M-V). Foto: M.M.

M-V und der alpine Skisport

Leider gibt es „im Land der Flachland-Tirolerinnen und -Tiroler“, also in Mecklenburg-Vorpommern, noch keine alpinen Ski-Größen, die um Weltcup-Punkte mitkämpfen könnten. Dafür besteht hierzulande seit 1997 ein Landesskiverband mit Vereinen zwischen Schwerin via Rostock bzw. Neubrandenburg bis Usedom. In der mecklenburgischen Stadt Wittenburg existiert zudem eine bekannte Skihalle, in der auch national wie international erfolgreiche Skisportler und Snowboarder gerade in den Sommer-Monaten trainieren…

Marko Michels

Zum alpinen Weltcup-Auftakt 2017/18 am 28.Oktober 2017 und 29.Oktober 2017 teilte der Deutsche Skiverband mit:

Am 28. und 29. Oktober startet der Audi FIS Ski Weltcup mit dem Riesenslalom der Damen und Herren in Sölden, Österreich in den Winter. Die Sportführung des Deutschen Skiverbands hat insgesamt acht Athletinnen und Athleten für die Rennen nominiert.

Weltcup in Sölden (AUT)

– Sa., 28.10.2017, 10:00/13:00 Uhr: Riesenslalom Damen (RS)
– So., 29.10.2017,
10:00/13:00 Uhr: Riesenslalom Herren (RS)

DAS DSV-AUFGEBOT

Für den DSV gehen bei den Auftakt-Riesenslaloms in Sölden insgesamt acht Athletinnen und Athleten an den Start.

Damen

– Patrizia Dorsch (SC Schellenberg)
– Jessica Hilzinger (SC Oberstdorf)
– Viktoria Rebensburg (SC Kreuth)
– Maren Wiesler (SC Münstertal)

Herren

– Stefan Luitz (SC Bolsterlang)
– Felix Neureuther (SC Partenkirchen)
– Alexander Schmid (SC Fischen)
– Linus Straßer (TSV 1860 München)

AKTUELLE INFORMATIONEN UND STATEMENTS

Wolfgang Maier, DSV-Sportdirektor Alpin: „Jedes Jahr fiebern die Teams dem Saisonauftakt in Sölden entgegen. Zu Recht, denn die Rennen am Rettenbachferner sind traditionell sehr gut organisiert und finden in einer tollen Atmosphäre statt. Der anspruchsvolle Hang in Verbindung mit der Höhe verlangt den Aktiven gleich zum Einstieg in die Saison alles ab und verspricht wieder spannende Tage.

Für uns sind die Rennen wie in jedem Jahr nach der langen Sommervorbereitung eine erste sportliche Standortbestimmung. Die Ergebnisse bringen in der Regel wichtige Erkenntnisse und damit verbundene Handlungsanweisungen für die Trainingswochen bis zu den nächsten Events.

Leider müssen wir sowohl bei den Damen als auch bei den Herren verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren. Neben Benedikt Staubitzer, der nach einem Kreuzbandriss die komplette Saison ausfällt, musste auch Manuel Schmid einige Wochen aufgrund eines Schienbeinkopfbruchs pausieren. In der vergangenen Woche zog sich Marlene Schmotz bei einem Trainingssturz ebenfalls einen Kreuzbandriss zu. Marlene war aufgrund ihrer sehr guten Trainingsleistungen für das Auftaktrennen in Sölden gesetzt gewesen.“

Situation im Damen-Team

„Die Damenmannschaft wird am Samstag erstmals unter der Führung des neuen Bundestrainers Jürgen Graller im Weltcup auftreten. Das gesamte Team hat sich neu aufgestellt und möchte mit Schwung in eine erfolgreiche Saison starten. Im Vordergrund des Winters steht dabei das rasche Heranführen junger Talente an die Weltspitze. Hierfür hat das Trainer-Team große Trainingsgruppen mit einer individuellen Betreuung rund um die Leitfigur Viktoria Rebensburg installiert. Viktoria hat die notwendigen Ableitungen aus dem vergangenen Winter gezogen und sich konsequent auf die anstehende Olympia-Saison vorbereitet.“

Situation im Herren-Team

Sowohl die Speedfahrer als auch die Techniker hatten eine überwiegend sehr gute Vorbereitung. Die Highlights waren dabei die vier-, beziehungsweise fünfwöchigen Lehrgänge in Neuseeland und Chile. Auch im Herbst fanden die Teams gute Trainingsbedingungen auf den alpinen Gletschern.

Das gesamte Team ist sehr motiviert und möchte den Aufwärtstrend des letzten Jahres auch in diesem Winter fortsetzen. Dabei liegt für die Aktiven der Fokus auf einer möglichst frühzeitigen Qualifikation für die Olympischen Spiele in Korea.“

Patricia Dorsch. Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Patrizia Dorsch: „Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, habe ich in der Vorbereitung intensiver Riesenslalom trainiert. Mein Ziel ist es, in der anstehenden Saison wieder mehr Rennen im Europacup und wenn möglich im Weltcup fahren. Auf mein Premierenrennen in Sölden freue ich mich sehr. Letzte Woche habe ich erstmals auf dem Rennhang trainiert und war positiv überrascht. Ich mag steile Hänge grundsätzlich gerne und möchte mich trotz hoher Startnummer für den Finallauf qualifizieren.“

Jesscia Hilzinger: „Die letzten Wochen habe ich intensiv genutzt, um mich auf meine Premiere in Sölden vorzubereiten. Nach intensiven Trainingstagen im Mölltal konnte ich in der vergangenen Woche erstmals den Weltcuphang in Sölden testen. Die Vorfreude auf meinen ersten Auftritt in Sölden ist groß, denn aufgrund meines Fixplatzes aus dem letztjährigen Europacup rechne ich mit einer Startnummer zwischen 30 und 40 starten zu können. Das möchte ich nutzen und mich für den zweiten Durchgang qualifizieren.“

Viktoria Rebensburg: „Ich bin gesund und fit über den Sommer gekommen und fühle mich gut vorbereitet für den Saisonstart. Im Anschluss an die vergangene Saison habe ich die Möglichkeiten in Norwegen genutzt und im April bei optimalen Verhältnissen einen zweiwöchigen Speed-Lehrgang absolviert. Den Sommer über habe ich dann viel und effektiv in Saas-Fee trainiert. Zuletzt stand dabei natürlich der Riesenslalom im Fokus – unter anderem konnten wir in der vergangenen Woche auf dem Rennhang in Sölden fahren. Das erste Rennen in der Saison ist für alle Beteiligten immer spannend, da man ja nicht weiß, wo man im internationalen Vergleich rangiert. Spekulationen machen daher keinen Sinn und ich konzentriere mich darauf, meine Technik im Rennen umzusetzen. Die Grundvoraussetzungen für den Samstag stimmen. Allerdings muss am Renntag alles zusammenpassen, damit am Ende ein positives Ergebnis rauskommen kann.“

Maren Wiesler. Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Maren Wiesler: „Ich habe in der Vorbereitung vermehrt Riesenslalom trainiert, da ich neben dem Slalom auch in dieser Disziplin Fuß fassen möchte. Zuletzt hat das gut funktioniert, und ich konnte mich in der internen Qualifikation für einen Start in Sölden durchsetzen. Umso größer ist die Vorfreude, beim Weltcup-Auftakt dabei sein zu können.“

Stefan Luitz. Foto: Deutscher Skiverband/DSV

Stefan Luitz: „Wir haben uns in der vergangenen Woche bei sehr guten Bedingungen auf dem Rennhang in Sölden vorbereiten können, und ich bin nun bereit für den Einstieg in den Olympia-Winter. Wie jedes Jahr weiß man aber erst nach dem ersten Rennen, wo man im internationalen Vergleich rangiert. Mein Eindruck von den neuen Ski ist positiv. Wichtig wird in dem Zusammenhang aber sein, wie sich die Kurssetzung entwickelt, da die Radien kürzer geworden sind.“

Felix Neureuther: Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht, mit dem Rennfahren! Und natürlich bin ich gespannt, wo ich, beziehungsweise wir als Mannschaft mit dem neuen Material im internationalen Vergleich stehen. Meine Sommervorbereitung verlief gut. Speziell die Schneetage in Neuseeland waren sehr wertvoll. Da auch der Rücken bisher gut mitgespielt hat, fühle ich mich aktuell richtig wohl. Am Sonntag will ich mit den positiven Erinnerungen aus dem letzten Jahr in die Saison starten.“

Alexander Schmid: „Mit meiner Vorbereitung bin ich zufrieden. Gerade von unserem ersten Sommerlehrgang in Norwegen habe ich stark profitieren können. Und das gemeinsame Training mit der WC I-Gruppe in den letzten Wochen war gerade für den Vergleich mit unseren Top-Fahrern ebenfalls sehr wertvoll. Aktuell bin ich fit und gesund und freue mich auf Sölden, wo ich zum dritten Mal in meiner Karriere an den Start gehe. Mit einer Startnummer um die 40 möchte ich mein Ziel erreichen und mich für das Finale qualifizieren.“

Linus Straßer: Meine bisherige Vorbereitung verlief bis vor zwei Wochen positiv. Bei einem Trainingssturz zog ich mir eine Schuhrandprellung zu und musste in der Folge eine Woche pausieren. Diese Tage fehlen mir ein bisschen, da ich nach wie vor an der Materialabstimmung tüftle. Die passt zwar im Großen und Ganzen, aber ich denke, dass ich sie noch weiter optimieren kann. Am Dienstag dieser Woche bin ich wieder ins Schneetraining eingestiegen und konnte dabei schmerzfrei fahren. Auf meinen mittlerweile vierten Weltcup-Auftakt in Sölden freue ich mich. Auch wenn ich mit einer hohen Startnummer ins Rennen gehen werde, ist es mein Ziel, in den zweiten Durchgang zu fahren.“

Pressemitteilung / Deutscher Skiverband