Der winterolympische Zyklus 2014-2018 endet im Februar 2018

M.Jamanka/A.Drazek in Aktion. Foto: BSD/Sportpresse Reker

Die olympische Saison 2017/18 begann im Schlittensport so, wie die vorolympische endete – insbesondere im Rennrodeln: Die Schwarz-Rot-Goldenen sind dort eben eine Macht. In Innsbruck-Igls, beim ersten Weltcup 2017/18, siegten Natalie Geisenberger (Damen-Einsitzer), Toni Eggert/Sascha Benecken (Doppelsitzer) und nochmals Natalie Geisenberger bzw. Toni Eggert/Sascha Benecken sowie Felix Loch (Team-Staffel). Nur der Russe Semjon Pawlitschenko war der einzige nichtdeutsche Sieger in der Olympiastadt von 1964 und 1976.

Die nächsten Rennrodel-Weltcup-Stationen bis Januar 2018 sind Winterberg, Altenberg, Calgary, Lake Placid, Königssee, Oberhof, Lillehammer und Sigulda.

Vom Rennrodeln zum Bobsport bzw. Skeleton

Im Bobsport erkämpften die deutschen Starter bei den ersten beiden Weltcups 2017/18 in Lake Placid und in Park City drei der sechs ersten Ränge, durch Nico Walther im Zweier-Bob (Lake Placid) bzw. im Vierer-Bob (Park City) und Johannes Lochner im Vierer-Bob (Park City). Die anderen drei ersten Plätze holten Kaillie Humphries (Kanada, Frauen-Zweier, Lake Placid), Jamie Greubel Poser (USA, Frauen-Zweier, Park City) und Codie Bascue (USA, Zweier, Lake Placid).

In Lake Placid und in Park City gab es zudem auch die ersten Weltcup-Entscheidungen im Skeleton mit den Siegerinnen Janine Flock (Österreich, Lake Placid) bzw. Jelena Nikitina (Russland, Park City) und mit den Siegern Martin Dukurs (Lettland, Lake Placid) bzw. Sungbin Yun (Südkorea, Park City). Die deutschen Skeletonis schafften bislang 2017/18 einmal Silber, zweimal Bronze.

Die nächsten Weltcup-Stationen 2017/18 bis Januar 2018 sind Whistler, Winterberg, Innsbruck-Igls, Altenberg, Sankt Moritz und Königssee.

Und im Februar 2018 sind dann alle – Rennrodler, Bobsportler und Skeletonis – bei den olympischen Wettkämpfen in Pyeongchang gefordert.

Rückblick auf das schlittensportliche Geschehen nach Sotschi 2014

Die vorolympische Schlitten-Saison wurde bekanntlich am dritten März-Wochenende 2017 mit dem achten und finalen Weltcup 2016/17 im Skeleton- bzw. Bobsport in der kommenden Stadt der Olympischen Winterspiele 2018, in Pyeongchang, beendet. Für die Rennrodlerinnen und Rennrodler war bereits Ende Februar in Altenberg mit dem neunten Rodel-Weltcup 2016/17 Saison-Schluss.

Viel Jubel bei Schwarz-Rot-Gold

Die Gesamt-Weltcups 2016/17 sicherten sich im Schlittensport im Bereich Rennrodeln Natalie Geisenberger (Deutschland, Frauen), Roman Repilov (Russland, Herren), Toni Eggert/Sascha Benecken (Deutschland, Doppelsitzer) bzw. die deutsche Team-Staffel. Im Skeleton waren im Gesamt-Ranking der einzelnen Weltcups Jacqueline Lölling (Deutschland, Frauen) und Martins Dukurs (Lettland, Herren) jeweils die Nummer eins.

Bei den Bob-Assen schafften Francesco Friedrich (Zweier und Kombination aus Zweier/Vierer) sowie Alexander Kasjanow (Russland, Vierer). Im Frauen-Bob-Zweier setzte sich knapp Jamie Greubel Poser (USA) vor der Olympiasiegerin 2010 in Whistler bzw. 2014 in Sotschi, Kaillie Humphries (Kanada), durch.

Der olympische Zyklus 2014-2018 im Schlittensport

Wie sah es aber bei den Weltmeisterschaften im Rennrodeln, Skeleton und Bobsport (einschliesslich der nichtolympischen Disziplinen) im olympischen Zyklus 2014-2018 aus?!

Im Rennrodeln wurden die WM 2015 in Sigulda, 2016 am Königssee und 2017 in Innsbruck-Igls ausgetragen. Die Welt-Titelkämpfe im Skeleton- und Bob-Sport fanden hingegen 2015 in Winterberg, 2016 in Innsbruck-Igls und 2017 am Königssee statt.

Und es war wieder einmal so „wie immer“. Schwarz-Rot-Gold „fuhr“ – entgegen aller Hoffnungen der internationalen Mitbewerberinnen bzw. Mitbewerber – mit der Konkurrenz wahrlich „Schlitten“.

25 von 37 an die deutschen Sportlerinnen und Sportler

Von 37 vergebenen Goldmedaillen holten die deutschen Schlitten-Sportlerinnen und -Sportler allein 25. Die Medaillen-Bilanz der WM im Rennrodeln, Skeleton und Bobsport 2015, 2016 und 2017 ist für die deutschen Athletinnen und Athleten schon imponierend: 25 x Gold, 16 x Silber, 9 x Bronze. Da muss man nicht lange drum herum reden: Die deutschen Schlitten-Sportlerinnen und -Sportler sind im Hinblick auf die Winterspiele 2018 in der Favoriten-Position.

Nur zehn Länder erkämpften bei den Schlitten-WM 2015-2017 Medaillen. Hinter Deutschland folgen mit grossem Abstand Lettland mit 4 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze, die USA mit 3 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze, Österreich mit 2 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze, Russland mit 1 x Gold, 7 x Silber, 5 x Bronze, die Schweiz mit 1 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze und Grossbritannien mit 1 x Gold, 1 x Bronze.

Medaillen erreichten auch Kanada mit 3 x Silber, 4 x Bronze, Südkorea mit 1 x Silber und Italien mit 5 x Bronze. Ein internationales Team (Bob/Skeleton) mit vorwiegend deutscher Beteiligung holte bei den 2017er WM einmal Bronze.

Die nichtdeutschen WM-Erfolge im Schlittensport 2015-2017

Die nichtdeutschen Erfolge im weltmeisterlichen Schlittensport 2015-2017 gingen im Rennrodeln an Semjon Pawlitschenko (Russland, Herren-Einsitzer, 2015), Martina Kocher (Schweiz, Frauen-Sprint, 2016), Wolfgang Kindl (Österreich, Herren-Einsitzer bzw. Herren-Sprint, 2017) und Erin Hamlin (USA, Frauen-Sprint, 2017).

Im Skeleton siegte bei den Herren bei allen WM 2015-2017 der Lette Martins Dukurs und bei den Frauen belegte Liz Yarnold (Grossbritannien) im Jahr 2015 Rang eins.

Bei den Bob-Sportlerinnen und -Sportlern durchbrachen im Frauen-Zweier die Amerikanerin Elana Meyers Taylor 2015 bzw. 2017 und im Herren-Vierer der Lette Oskars Melbardis 2016 die deutsche Sieges-Phalanx.

Ansonsten dominierten die deutschen Schlitten-Athletinnen und -Athleten ganz extrem.

Deutsche Olympia-Favoritinnen und -Favoriten

Natalie Geisenberger bzw. Tatjana Hüfner, Felix Loch, Tobias Wendl/Tobias Arlt bzw. Toni Eggert/Sascha Benecken im Rodel-Bereich, Francesco Friedrich, Johannes Lochner bzw. Nico Walther im Bob-Bereich oder Tina Hermann bzw. Jacqueline Lölling im Skeleton-Bereich sind schon mehr als „heisse“ Gold- und Medaillen-Favoritinnen bzw. -Favoriten für Winter-Olympia`18.

Ähnliches gilt für die Herren-Skeleton-Asse um  Axel Jungk, Bob-Pilotin Mariama Jamanka oder eine weitere deutsche Hoffnung im Frauen-Skeleton – Anna Fernstädt. Und im Rennrodeln gibt es sowohl bei den deutschen Damen, Herren und Doppelsitzern zahlreiche starke Nachwuchs-Talente, die ebenfalls international um Edelmetall mitfahren können.

Mit dem gebürtigen Anklamer Marko Hübenbecker, WM-Silber mit dem Vierer-Bob des Piloten Nico Walther 2015, gewann übrigens auch ein Vorpommer im olympischen Zyklus 2014-2017 eine WM-Plakette im Schlittensport.

Lust oder Lustlosigkeit…

Es bleibt nur zu hoffen, dass angesichts der deutschen Dominanz und der vielen deutschen Medaillen, ob bei WM oder im Weltcup, im Schlittensport die internationale Konkurrenz die Lust „am Schlitten fahren“ beibehält. Denn immer nur Schwarz-Rot-Gold mag aus patriotischen Gründen zwar ganz schön sein, aber sportlich betrachtet wäre es auf Dauer doch langweilig. Zumindest während des Zeitraumes der Winterspiele 2018 in Pyeongchang sollte diese „Langeweile“ dennoch anhalten…

Marko Michels