Gibt es für die „Ladies“ ein „Wintermärchen“ 2017?!

Nachgefragt bei Handball-Spielerin Emily Bölk

Sie rücken stetig näher – die Heim-Weltmeisterschaften im Frauen-Handball der Damen. In sechseinhalb Monaten geht es los und die „Ladies“ hoffen natürlich auf ihr eigenes „Wintermärchen“, wie einst die Herren 2007…

Nun ging erst einmal die Bundesliga-Saison 2016/17 im Frauen-Handball zu Ende und es ist auch erst einmal etwas „Relaxen“ angesagt.

Wie lief es nun beim Buxtehuder SV für Emily Bölk, die mit der deutschen Mannschaft bei den EM 2016 begeisterte. Deren Mutti, Andrea Bölk, eine gebürtige Rostockerin, die unter anderem für den SC Empor Rostock bzw. für die TSG Wismar spielte, wurde 1993 Weltmeisterin mit der DHB-Auswahl.

MV-Sport fragte nach

Emily Bölk über die Saison 2016/17 mit dem Buxtehuder SV, das Niveau der Bundesliga, die kommenden Herausforderungen mit ihrem Verein bzw. der DHB-Auswahl und weitere Ziele

„Möchte ein Teil des deutschen Teams bei der Heim-WM 2017 sein…“

Frage: Emily, die Bundesliga-Saison 2016/17 ist beendet. Für „Buxte“ langte es zu Platz vier. Wie verlief die Spielzeit für Ihr Team und Sie selbst aus Ihrer persönlichen Sicht?

Emily Bölk: Wir haben unsere großen Ziele, Platz 4 in der Bundesliga und das Erreichen des Pokal Final4s, erreicht und können zufrieden auf die vergangene Saison zurückblicken. Das absolute Highlight zum Abschluss wäre natürlich, wenn wir die große Überraschung mit dem Pokalsieg schaffen würden. Ich persönlich bin auch zufrieden mit meiner gezeigten Leistung und konnte mich in dieser Spielzeit wieder weiter entwickeln, das Team unterstützen und vor allem wertvolle Erfahrungen sammeln.

Frage: Wie beurteilen Sie – insgesamt betrachtet – das deutsche Bundesliga-Niveau?

Emily Bölk: Die deutsche Bundesliga ist für mich eine sehr gute Ausbildungsliga, da diese ein sehr ausgeglichenes Niveau hat. Der Blick auf die diesjährige Tabelle zeigt, dass Bietigheim die Liga in dieser Saison klar dominiert hat. Ohne Verlustpunkt haben sie dieses Jahr verdient den Meistertitel geholt. Alle anderen Mannschaften konnten sich aber gegenseitig die Punkte entführen.

Frage: Wie steht es um die WM-Vorbereitung des deutschen Teams? Wann gibt es die nächsten Lehrgänge und Vorbereitungsspiele?

Emily Bölk: Direkt im Anschluss an das Pokal Final4 findet der nächste DHB-Lehrgang mit einem Länderspiel in Aarhus (Dänemark) statt. In der nächsten Zeit bis zur Heim-WM wird jede verfügbare Zeit zur Vorbereitung auf das große Event genutzt, damit wir die bestmögliche Leistung zum richtigen Zeitpunkt auf die Platte bringen können.

Frage: Welche weiteren Herausforderungen – neben dem Sport – haben Sie 2017 noch zu meistern?

Emily Bölk: Ich habe vor kurzem ein Fernstudium in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie begonnen. Das wird die nächsten Jahre neben dem Handball meine Haupttätigkeit sein.

Frage: Bis auf den SV Grün-Weiß Schwerin war für die anderen Frauen-Vereine in M-V 2016/17 ziemlich „Land unter“. Hatten Sie das Handballgeschehen in M-V in den letzten Wochen noch etwas im Blick?

Emily Bölk: Durch unser Junioren-Team, welches in der dritten Liga Nord spielte, hörte ich auch vom Abstieg der TSG Wismar. Ich wünsche der TSG und natürlich auch allen anderen Vereinen, dass sie mit viel Energie in der nächsten Spielzeit wieder angreifen können.

Letzte Frage: Jetzt, Stand Mai 2017, was erhoffen Sie sich von den Heim-WM im Dezember 2017?

Emily Bölk: Zuerst einmal ist es mein großes Ziel, ein Teil des deutschen Teams bei diesem Großereignis zu sein. Dafür werde ich weiterhin alles geben und versuchen mich stetig weiterzuentwickeln. Insgesamt bin ich mir sicher, dass es für alle Spielerinnen sowie Zuschauer und Fans ein unvergessliches Event wird. Ich hoffe auf volle Hallen, mitreißende Stimmung, begeisternden Handball, viele Emotionen und ein tolles Ergebnis der deutschen Mannschaft.

Vielen Dank, dann weiterhin alles erdenklich Gute, sportlich wie persönlich, und eine optimale WM-Vorbereitung!

Zur Info – Hallen-Handball der Frauen und die WM

Die 23.IHF-Weltmeisterschaften im Hallen-Handball der Frauen finden vom 1.Dezember 2017 bis 17.Dezember 2017 in Deutschland statt. Für diese WM-Endrunde qualifizierten sich 24 Mannschaften.

Die bisherigen WM-Titel im Hallen-Handball der Frauen erkämpften Russland (einschließlich UdSSR) mit sieben Erfolgen, Deutschland (einschließlich DDR) mit vier Erfolgen und Norwegen mit drei Erfolgen. Je einen WM-Titel schafften Ungarn, Jugoslawien, Frankreich, Dänemark, Rumänien, die Tschechoslowakei, Südkorea und Brasilien.

Die ersten Welt-Titelkämpfe im Hallen-Handball der Frauen gab es vor 60 Jahren, 1957, in Jugoslawien. Bei der WM-Premiere setzte sich seinerzeit die Tschechoslowakei durch..

Deutsche Mannschaften gewannen die WM-Turniere 1971, 1975, 1978 bzw. 1993.

Die vorerst letzten WM im Hallen-Handball der Frauen, 2015 in Dänemark, endeten mit einem Erfolg für Norwegen.

Vor neun Monaten, beim olympischen Turnier im Hallen-Handball der Frauen 2016 in Rio de Janeiro, triumphierte das russische Team.

Marko Michels

Foto (Emily Bölk/privat): Emily Bölk hofft auf eine erfolgreiche WM 2017 mit der DHB-Auswahl.

 

 

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