Schwerins Extremsportler Michael Kruse über den IRONMAN Hawaii 2018

Der 42. IRONMAN auf Hawaii ist bereits wieder Geschichte. Über die Distanzen von 3,86 Kilometer Schwimmen plus 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen setzten sich bei den Frauen zum vierten Mal in Folge die Schweizerin Daniela Ryf durch – Rang drei für Hauwaii-Debütantin Anne Haug – und bei den Herren triumphierte zum zweiten Mal in Folge Patrick Lange.

Auch Radfahren gehört zum Triathlon…. M.M.

Interview

Frage: Herr Kruse, der 42.IRONMAN ist schon wieder „abgehakt“… Wie lautet Ihr Kurz-Resümee zur Frauen- und zur Herren-Konkurrenz?

Michael Kruse: Ich hatte schon im Vorfeld bei den Männern auf Patrick Lange und bei den Damen auf Daniela Ryf gesetzt. Eine großartige Leistung von beiden bei traumhaften Bedingungen. Besser hätte es für neue Rekorde gar nicht laufen können.

Frage: Wie bewerten Sie  ansonsten den Wettkampfverlauf bei den Herren? Was imponierte Ihnen am Sieger Patrick Lange?

Michael Kruse. Foto: M.M.

Michael Kruse: Patrick hat sich dezent zurückgehalten und die zweite Radgruppe mit seinem Trainingskameraden Andreas Dreitz kontrolliert bestimmt. Er konnte sich auf seine starke Laufleistung verlassen und hat den IRONMAN verdient gewonnen.

Frage: Gab es aus Ihrer Sicht Überraschungen?

Michael Kruse: Ja, für die IRONMAN-Newcomerin Anne Haug habe ich mich sehr gefreut – eine solide Laufleistung und eine Top-Platzierung.

Frage: Wann werden Sie eigentlich den IRONMAN gewinnen…

Michael Kruse: Meine guten IRONMAN-Zeiten waren in den 1990ern. Den IRONMAN Hawaii zu gewinnen, stand bei mir als Amateur-Sportler nie auf dem Plan. Ich bin stolz, dass ich mich fünfmal für den IRONMAN Hawaii qualifizieren konnte und eine persönliche Bestzeit von 9 Stunden 55 Minuten erreichen konnte.

Wenn alles am 18.November 2018 in China beim IRONMAN 70.3 klappt, wird mein Sohn Dennis vielleicht seine erste Quali für Hawaii 2019 in der Tasche haben. Dann geht es zusammen nach Hawaii und vielleicht bekomme ich dann noch einmal Lust, mich als Altersklassen-Athlet zu qualifizieren.

Letzte Frage: Wie geht es sportlich für Sie 2018/19 weiter?

Michael Kruse: Meine Planung für das kommende Jahr steht noch nicht fest.

Vielen Dank und weiterhin bestes triathlonsportliches Engagement!


Und… Wie beurteilt der Rostocker Erfolgstriathlet Andreas Raelert den IRONMAN Hawaii 2018?!

Auch bei Andreas Raelert fragte MV-SPORT nach

Andreas Raelert über den IRONMAN Hawaii 2018

„Allerbeste Werbung für den Triathlonsport in Deutschland…“

Frage: Herr Raelert, der 42.IRONMAN ist schon wieder „abgehakt“… Wie lautet Ihr Kurz-Resümee zur Frauen- bzw. zur Herren-Konkurrenz?

Triathlon ist in M-V im Trend, ob in Schwerin (Foto), auf Rügen, in Neubrandenburg, in Rostock, in Waren oder in Parchim… Foto: M.M.

Andreas Raelert: Es war beeindruckend wie souverän Patrick Lange und Daniela Ryf diese „schnellen“ Bedingungen für sich genutzt und gewonnen haben. Auch wenn der 3.Platz von Anne Haug etwas untergeht, freut es mich sehr für Anne – und dass es bei den Damen nach 10 Jahren mit ihr endlich wieder eine Deutsche auf das Podium geschafft hat. Für den Triathlonsport in Deutschland war es die allerbeste Werbung.

Frage: Wie bewerten Sie ansonsten den Wettkampfverlauf – nach dem Schwimmen, Radfahren und Laufen – bei den Herren? Was imponierte Ihnen am Sieger Patrick Lange?

Andreas Raelert: Es ist beeindruckend wie Patrick dem Druck standhalten konnte und trotz schwankender Leistungen im Laufe der Saison zum Finale auf den Punkt abliefert. Den Titel auf Hawaii im Folgejahr zu verteidigen, ist unglaublich schwierig, deshalb ist der Sieg noch deutlich höher einzuschätzen als im letzten Jahr.

Frage: Gab es aus Ihrer Sicht Überraschungen?

Andreas Raelert: Eine Handvoll Favoriten, zum Beispiek Sebastian Kienle, Lionel Sanders oder Javier Gomez, haben es diesmal nicht geschafft zu überzeugen, was auch für die Besonderheit auf Hawaii spricht.

Frage: Welcher Ihrer Triathlon-Wettkämpfe auf Hawaii war der für Sie schönste und nachhaltigste?

Andreas Raelert: Der zweite Platz 2015 war für mich sehr schön und motivierend zugleich, da das Alter nur eine Zahl ist! Die nachhaltigsten Erfahrungen habe ich aber bei den beiden Rennen erlebt, an denen ich verletzungsbedingt nicht das Ziel erreicht habe. Nur wenn man körperlich und mental auf Top-Niveau ist, kann man auf Hawaii mit der Weltklasse mithalten.

Letzte Frage: Wie geht es sportlich für Sie 2018/19 weiter?

Andreas Raelert: Der Oberschenkelhalsbruch im Mai diesen Jahres hatte alle meine Hoffnungen zerstört, 2018 in die Wettkampfsaison einzusteigen. Deshalb ist mein Blick nun schon auf 2019 gerichtet, mit dem Ziel dann wieder auf Hawaii am Start zu stehen.

Vielen Dank und dann ein erfolgreiches Triathlon-Jahr 2019!


IRONMAN Hawaii aus deutscher Sicht

Auf der Lauf-Distanz beim Hamburger Triathlon. M.M.

Aus deutscher Sicht konnten beim IRONMAN auf Hawaii bislang acht Erfolge gefeiert werden. Die Erfolge gab es durch Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004/2006), Faris Al-Sultan (2005), Sebastian Kienle (2014) bzw. Jan Frodeno (2015 bzw. 2016) und Patrick Lange (2018 und 2019 ).

Bei den Frauen gab es 2001 durch Nina Kraft (Bronze) das erste Edelmetall aus deutscher Sicht. Nina Kraft holte dazu noch 2002 Silber und 2003 Bronze. Zuletzt belegte Sandra Wallenhorst aus deutschem Blickwinkel einen Medaillen-Rang – das war 2008 (Bronze). 10 Jahre Später nun also erneut Bronze – durch Anne Haug.

Fünfmal auf dem Podest: Der Rostocker Andreas Raelert

Der Rostocker Triathlet Andreas Raelert, Jahrgang 1976, belegte 2015 in der Zeit von 8 Stunden 17 Minuten 43 Sekunden Rang zwei, sein fünfter Podestplatz auf Hawaii. Der Hanseate wurde zuvor bereits zweimal Dritter (2009 und 2011) und zweimal Zweiter (2010 und 2012). Übrigens nahm Raelert zweimal auch an Olympischen Spielen teil, kam 2000 in Sydney auf Rang zwölf und 2004 in Athen auf Rang sechs.

Ergebnisse ITU-WM und Olympische Jugend-Spiele 2018

Die Weltserie der ITU, die Welttitelkämpfe der Internationalen Triathlon-Union auf der olympischen Distanz bzw. der Sprint-Distanz, gewannen in diesem Jahr Vicky Holland (Großbritannien) und Mario Mola (Spanien).

Bei den Triathlon-Konkurrenzen der dritten Olympischen Jugend-Spiele in Buenos Aires Anfang Oktober setzten sich derweil Amber Schlebusch (Südafrika) und Dylan McCullough (Neuseeland) durch.

Text und Interviews: Marko Michels