Olympischer Wintersport zwischen Historie und Gegenwart

Vor 90 Jahren und vor 70 Jahren – wintersportiv zur├╝ckgeblickt

Symbolbild – Skilanglauf

Vor Jahresfrist gab es noch die letzten globalen Meisterschaften – vor den olympischen Wettk├Ąmpfen in Pyeongchang 2018┬á – im Skisport-Alpin in Sankt Moritz vom 6.Februar 2017 bis 19.Februar 2017.

Die 44.Alpinen Ski-WM in Sankt Moritz endeten dabei am 19.Februar 2017 mit dem Slalom-Erfolg des ├ľsterreichers Marcel Hirscher. Felix Neureuther, der in Pyeongchang aufgrund eines Kreuzbandrisses leider fehlen wird, wurde Dritter und verhinderte damit die totale Medaillen-Flaute der deutschen Alpin-Mannschaft in Sankt Moritz. Auch bei den letzten beiden WM 2013 und 2015 hatte es f├╝r den Bayern stets mit Edelmetall im Slalom ÔÇ×funktioniertÔÇť, so 2013 mit Silber und 2015 mit Bronze.

├ľsterreich in Sankt Moritz am besten

Die erfolgreichste Nation bei den Alpinen Ski-WM 2017 war letztendlich ├ľsterreich mit 3 x Gold, 4 x Silber, 2 x Bronze vor der Schweiz mit 3 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze. Die restlichen WM-Titel teilten sich Frankreich (zwei) sowie die USA, Slowenien und Kanada (je einen). Erfolgreichste Teilnehmerin bzw. erfolgreichster Teilnehmer in Sankt Moritz waren Tessa Worley (Frankreich) mit 2 x Gold und Marcel Hirscher mit 2 x Gold, 1 x Silber.

Sankt Moritz war also wieder einmal Austragungsort einer hochkar├Ątigen Sportveranstaltung, insbesondere im Wintersport – wie in der Vergangenheit schon einige Male…

Sankt Moritz 1928 und 1948

Vor 90 Jahren, 1928, und vor┬á 70 Jahren, 1948, fanden in Sankt Moritz die II. Olympischen Winterspiele bzw. die V. Olympischen Winterspiele statt. Und es war beide Male sehr ├╝berschaubar. Gab es 1928 nur 14 Entscheidungen mit nicht einmal 700 Athletinnen bzw. Athleten aus 25 L├Ąndern, so nahmen 1948 auch nicht einmal 700 Sportlerinnen bzw. Sportler aus 28 L├Ąndern teil, die in 22 Wettbewerben um die Medaillen wetteiferten.

1928 – bei den II. Olympischen Winterspielen

Bei den 1928er Winterspielen schafften Norwegen (sechs), die USA, Schweden bzw. Finnland (je zwei) sowie Kanada und Frankreich (jeweils einen) die Olympiasiege.

Im Nordischen Skisport war damals der Norweger Johan Gr├Âttumsbraaten das „Ma├č aller Loipen-Dinge“, mit zweimal Gold: im 18 Kilometer-Skilanglauf und in der Nordischen Kombination. Der „50er Kanten“ war hingegen „eine Angelegenheit“ f├╝r den Schweden Per Erik Hedlund. Und in der einzigen Konkurrenz im Skispringen setzte sich Norwegens Alf Andersen durch.

Sonja Henie zur zweiten Goldenen

Im Eiskunstlaufen setzte eine Norwegerin auch neue Ma├čst├Ąbe. In Sankt Moritz 1928 triumphierte Sonja Henie zum zweiten Mal bei den Frauen – nach 1924. in Chamonix. In Garmisch-Partenkirchen 1936 sollte dann die dritte Goldene folgen. Bei den Herren jubelte Gillis Grafstr├Âm aus Schweden und im Paarlaufen war das franz├Âsische Duo Andree Joly/Pierre Brunet am besten.

Dreikampf im Eisschnelllaufen

Im Eisschnelllaufen gab es einen Dreikampf zwischen dem Finnen Clas Thunberg und den Norwegern Bernt Evensen bzw. Ivar Ballangrud. Clas Thunberg avancierte zur Nummer eins ├╝ber 500 Meter (gemeinsam mit Bernt Evensen) und 1500 Meter. Bernt Evensen holte neben Gold ├╝ber die 500 Meter auch Bronze ├╝ber die 5000 Meter. Und Ivar Ballangrud gewann Gold ├╝ber 5000 Meter und Bronze ├╝ber 1500 Meter. 1932 gab es f├╝r Evensen noch einmal Silber. Ballangrud errang 1932/36 zus├Ątzlich noch dreimal Gold, zweimal Silber. Die Entscheidung ├╝ber 10000 Meter wurde 1928 – bei F├╝hrung des Amerikaners Irving Jaffee -wegen zunehmenden Tauwetters abgebrochen…

Vierer-Bronze f├╝r Kilian & Co.

Im Vierer-Bob belegte Deutschland II mit dem Piloten Hanns Kilian Rang drei, hinter den USA II und USA I – mithin die einzige Medaille f├╝r Deutschland in Sankt Moritz 1928. Im Skeleton, nur f├╝r Herren, gab es einen amerikanischen Doppelerfolg durch Jennison Heaton und John Heaton.

Kanada mit drittem Eishockey-Gold

Beim dritten olympischen Eishockey-Turnier – nach Antwerpen 1920 und Chamonix 1924 – erk├Ąmpfte Kanada wieder Gold. In den beiden olympischen Demonstrationssportarten „Milit├Ąrpatrouillenlauf“ (ein Vorl├Ąufer des heutigen Biathlon) und „Skij├Âring“ (Dort wird ein Skifahrer von einem Pferd gezogen.) setzte sich im „Milit├Ąrpatrouillenlauf“ Norwegen und im „Skij├Âring“ der Schweizer Wettstein durch.

1948 – bei den V. Olympischen Winterspielen

20 Jahre sp├Ąter war Sankt Moritz erneut Schauplatz Olympischer Winterspiele. Drei Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges blieben deutsche Sportlerinnen und Sportler noch ausgeschlossen und trotz aller Nachkriegswidrigkeiten waren diese Spiele insbesondere in ideeller Hinsicht ein Gewinn – die olympische Idee, die olympischen Ideale hatten ├╝berlebt und konnten wieder gelebt werden.

Olympia-Gold holten 1948 Norwegen (viermal), Schweden (viermal), die Schweiz (dreimal), die USA (dreimal), Frankreich (zweimal), ├ľsterreich (einmal), Finnland (einmal), Belgien (einmal) und Italien (einmal). Im f├╝nften Eishockey-Turnier der Olympia-Geschichte errang Kanada – nach „nur“ Silber 1936 hinter Gro├čbritannien mit eingeb├╝rgerten „Ahornbl├Ąttern“ – zum vierten Mal Gold.

Bob-Gold an die Schweiz und an die USA

Im Bobfahren gingen die Goldenen an Schweiz II (Zweier) und die USA II (Vierer). Ein Italiener, Nino Bibbia, lie├č im Skeleton der Herren die favorisierten Konkurrenten aus den USA und Gro├čbritannien hinter sich. Im Eisschnelllaufen teilten sich die vier vergebenen Goldmedaillen drei Norweger (Finn Helgesen Erster ├╝ber die 500 Meter, Sverre Farstad Erster ├╝ber die 1500 Meter und Reidar Liaklev Erster ├╝ber die 5000 Meter) und ein Schwede (Ake Seyffarth Erster ├╝ber die 10000 Meter).

Nordischer Skisport mit starken Schweden

Bei den nordischen Ski-Konkurrenzen erk├Ąmpften Schweden (drei), Finnland (eine) und Norwegen (eine) die Goldmedaillen, wobei der Schwede Martin Lundstr├Âm (18 Kilometer Langlauf und Herren-Staffel) dort der Erfolgreichste war.

Henri Oreiller mit drei Alpin-Medaillen

Im Ski-Alpin setzte bei den Herren der Franzose Henri Oreiller (Gold in der Abfahrt und in der Kombination, Silber im Slalom hinter Edy Reinalter aus der Schweiz) die sportlichen Akzente. Goldige Alpin-Momente erlebten bei den Frauen Hedy Schlunegger (Schweiz, Abfahrt), Gretchen Fraser (USA, Slalom) und Trude Beiser (├ľsterreich, Kombination). Im Eiskunstlaufen waren je einmal die USA (Richard Button bei den Herren), Kanada (Barbara-Ann Scott) und Belgien (Micheline Lannoy/Pierre Baugniet im Paarlaufen) vorn.

Olympische Demonstrationssportarten gab es 1948 ebenfalls – erneut den „Milit├Ąrpatrouillenlauf“, den die Landsleute von Wilhelm Tell, also die Schweizer, gewannen. Im „Winter-F├╝nfkampf“ jubelte der Schwede Gustaf Lindh.

Sankt Moritz in der Olympia-Saison 2017/18

In der olympischen Weltcup-Saison 2017/18 war Sankt Moritz auch wieder Ausrichter von Wintersport-Events, so im Alpinen Skisport, im Bobsport und im Skeleton. Anfang Dezember 2017 gewann Jasmine Flury im Ski-Alpin bei den Damen die Konkurrenz im Super-G. Bei den Wettk├Ąmpfen im Bobsport und im Skeleton Mitte Januar 2018 waren Deutschland (Zweier-Bob mit dem Piloten Nico Walther und Vierer-Bob mit dem Piloten Johannes Lochner), die USA (Zweier-Bob der Frauen mit der Pilotin Elana Meyers Taylor), S├╝dkorea (Herren-Skeleton/Yun Sung-bin) und ├ľsterreich (Frauen-Skeleton/Janine Flock) „goldig“ dabei.

Sankt Moritz ist eben sportlich immer eine Reise wert…

├ťbrigens: Der R├╝ganer Meinhard Nehmer wurde in Sankt Moritz 1977 Weltmeister im Vierer-Bob und dem geb├╝rtigen Stralsunder Carsten Embach gelang das „gleiche Kunstst├╝ck“ bei den WM 1997 im Vierer-Bob.

Marko Michels

 

 

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