Rostockerin holt Silber und Bronze beim IWAS World Cup im Rollstuhlfechten

Sylvi Tauber (Makkabi Rostock) prÀsentiert sich in blendender Form und kann erst im SÀbel-Finale gestoppt werden. Bereits am Vortag hatte sich Tauber die Bronzemedaille im Damendegen der Kategorie B gesichert. Maurice Schmidt (SV Böblingen) nimmt nach einem guten SÀbelwettbewerb die Bronzemedaille mit nach Hause. HerrensÀbel-Team wird Siebter.

Halbfinale DamensÀbel Kat.B: Sylvi Tauber (GER) vs. Olena Fedota (UKR). FOTO: Alexander Bondar

Mit sechs Fechterinnen und Fechtern reist Bundestrainer Alexander Bondar nach Pisa, um beim WC Leaning Tower die deutschen Farben zu vertreten. Insgesamt 15mal gehen die Athletinnen und Athleten im Einzel an den Start, zusĂ€tzlich bestreitet das deutsche HerrensĂ€bel-Team den Mannschaftswettbewerb. Die Ausbeute sind drei Medaillen und drei TOP8 –Platzierungen.

Schon am ersten Tag der WettkĂ€mpfe liefert Maurice Schmidt das erste Mal fĂŒr das Team ab. Ohne Niederlage nach der Vorrunde startet Schmidt an zwei gesetzt in die Direktausscheidung. Nach einem Freilos setzt er sich zunĂ€chst mit 15:8 gegen Vasileios Ntounis (GRE) durch und steht damit bereits im Viertelfinale. Hier wartete mit Piers Gilliver (GBR) kein geringerer als der Weltmeisterschaftsdritte von Rom. Die beiden Degenspezialisten schenken sich auch mit dem SĂ€bel nichts. Am Ende ringt der Deutsche den Briten mit 15:12 den Sieg ab und zieht ins Halbfinale ein. Dort beendet Edoardo Giordan (ITA) die Siegserie des Böblingers und verweist ihn auf Rang drei.

Steffen Nordmann (PSV Berlin) und Sebastian Gadow (Makkabi Rostock)qualifizieren sich ebenfalls fĂŒr die Direktausscheidung im SĂ€bel-Wettbewerb der Kategorie A. Nordmann trifft gleich im ersten KO-Gefecht auf Vadym Tsedryk (UKR), den Vorjahresdritten. Er muss eine harte Niederlage einstecken und wird am Ende 26ter. Gadow setzt sich vehement gegen Alberto Pellegrini (ITA) zur Wehr, verliert aber am Ende mit 11:15 und wird 28ter. Nur Julius Haupt (PSV Weimar) gelingt der Sprung in die Direktausscheidung nicht, er rangiert in der Gesamtwertung auf Rang 35.

Einziger deutscher Starter in der Kategorie B ist in Pisa Balwinder Cheema. Der Rostocker ficht eine ausglichene Vorrunde, unterliegt aber bereits im ersten Gefecht der Direktausscheidung gegen Anton Datsko (UKR) und wird Elfter. Auch in seiner Zweitwaffe Degen kann Cheema nicht auftrumpfen. Dort wird er am Ende Zwölfter.

Sylvi Tauber, die Allrounderin des deutschen Teams, startet in allen drei Waffen der Kategorie B. Dabei scheint es so, als ob der Florettwettbewerb lediglich dem AufwĂ€rmen dient. Die Rostockerin qualifiziert sich ĂŒber die Vorrunde fĂŒr die Direktausscheidung und kĂ€mpft sich bis in das Viertelfinale. Irinia Mishurova (RUS) verhindert ihren Einzug ins das Halbfinale, Tauber wird Siebte.

Siegerehrung DamensÀbel Kat. B: Sylvi Tauber (GER), Olena Fedota (UKR), Irma Khetsuriani (GEO), Jadwiga Pacek (POL). FOTO: Alexander Bondar

Im Degenwettbewerb gelingt es der Deutschen 4 von 5 Gefechten in der Vorrunde zu gewinnen und sich mit Platz 3 auf der Setzrangliste eine gute Ausgangsposition fĂŒr die Direktausscheidung zu schaffen. Im Achtelfinale fegt Tauber die Hongkong-Chinesin Yuen Ping Chung von der Bahn, anschließend lĂ€sst sie Stephanie Droit Malarme (FRA) keine Chance und steht im Halbfinale gegen Tetiana Pozniak (UKR). Nur ganz knapp – mit 13:15 – verpasst sie den Einzug ins Finale und muss mit der Bronzemedaille zufrieden sein. Bleibt noch die Paradewaffe der Rollstuhlfechterin aus Mecklenburg-Vorpommern der SĂ€bel. Bundestrainer Alexander Bondar, selber SĂ€belspezialist, kann seiner Athletin hier wertvolle Tipps liefern. Trotz einer guten Vorrunde findet sich Tauber lediglich an Rang 6 gesetzt in der Direktausscheidung wieder und muss hart kĂ€mpfen, um sich durchzusetzen. ZunĂ€chst ringt sie im Olga Olga Yesina (UKR) mit 15:12 nieder, dann setzt sie sich denkbar knapp gegen deren LandsmĂ€nnin Nadiia Doloh mit 15:14 durch. Im Semifinale gewinnt Tauber gegen Irma Khetsuriani (GEO) mit 15:14 und zieht ins Finale ein. Olena Fedota, ebenfalls aus der Ukranine, ist gewarnt und lĂ€sst sich von ihren Teamkolleginnen gut auf das Gefecht einstellen. Tauber findet nicht richtig in den Kampf und „am Ende fehlte dann auch die Kraft“ resĂŒmierte Cheftrainer Bondar und Teamkollege Maurice Schmidt freut sich „aber Sylvi hat verdient die Silbermedaille gewonnen.“

Julius Haupt prĂ€sentiert sich in seiner Paradewaffe in guter Form, „aber mit deutlich Luft nach oben“ zeigt sich Heimtrainer Alexander Panneck zufrieden. Der Weimarer Florettspezialist zieht als 18. sicher in die Direktausscheidung ein und verliert erst im 16er KO gegen Weltmeister Richard Osvath (HUN). Im Gesamtklassement bedeutet das den 15. Platz. Martines Budich (Makkabi Rostock) qualifiziert sich nur knapp fĂŒr die Direktausscheidung. Trotz eines guten Kampfes unterliegt er gleich im ersten Durchgang Andrii Demchuk (UKR) und wird 24.

Gleich drei Italiener wollen Maurice Schmidt im Herrendegenwettbewerb den Weg ins Finale blockieren. Als Neunter der Vorrunde trifft Schmidt zunĂ€chst auf den Italiener Edoardo Giordan, um dann im Achtelfinale dessen Landsmann Matteo Dei Rossi mit 15:11 auszuschalten. Schmidt zieht ins Viertelfinale ein und trifft auf Lokalmatador Emanuele Lambertini (ITA). Die beiden Fechter schenken sich nichts aber am Ende verliert Schmidt knapp mit 13:15 und wird Siebter. FĂŒr die weiteren deutschen Starter ist bereits nach der Vorrunde Schluss. Martines Budich belegt Platz 29, Steffen Nordmann Platz 32 und Sebastian Gadow Platz 34.

Medaillengewinner plus Trainer: Sylvi Tauber, Alexander Bondar, Maurice Schmidt. FOTO: Alexander Bondar

„Unser SĂ€belteam ist noch im Aufbau, zeigt aber bereits, dass mit ihm zu rechnen ist!“ kommentiert Bondar stolz die Leistung seiner Equipe. Nach einem Sieg gegen Malysia stehen die deutschen Musketiere unter den TOP acht Teams in Pisa. In der Besetzung Maurice Schmidt, Steffen Nordmann, Balwinder Cheema und Sebastian Gadow unterliegt das Team im Viertelfinale 32:45 gegen Italien. Nach einer weiteren hauchdĂŒnnen Niederlage gegen die Franzosen besiegen die Deutschen das polnische Team genauso knapp im Kampf um Platz 7.

 

Text: Deutscher Rollstuhl-Sportverband

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