Am Sonnabend reiste die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG) zur FT Adler Kiel, um bei bestem Wetter die 55:0 Heimklatsche aus der Hinrunde vergessen zu machen. Die arg ersatzgeschwächten Gäste aus M-V wollten nicht nur Wiedergutmachung für die Hinspielniederlage leisten, sondern sich weiter steigern und endlich den ersten Sieg der Rückrunde beim Tabellenprimus einfahren.

Eein angeordnetes Gedränge – jeweils 8 Spieler schieben mit roher Gewalt und Kraft gegeneinander, um an den Ball zu ihren Füßen zu kommen. (Foto: Rainer Wolk)

Dieser Herkulesaufgabe stellten sich die Männer aus M-V und gingen beherzt sowie hoch motiviert in die Partie. Der eigene Spielplan sah vor, den Gegner von Beginn an unter Druck zu setzen und mit klugem Kickspiel die freien Räume anzugreifen. So ging die RSG mit viel Dampf in das Spiel und versuchte die Strategie des Trainerteams entsprechend umzusetzen.

Allerdings gab es nur wenige Minuten nach Anpfiff den ersten Nackenschlag zu verzeichnen. Ein Befreiungskick der Kieler kam zwischen zwei RSG-Spielern auf, wobei keiner der beiden entschieden genug zum Ball ging. Lachender Dritter war ein pfeilschneller Kieler, der das ovale Spielgerät schnell aufnahm und dann uneinholbar zum Versuch einlaufen konnte. Die anschließende Erhöhung wurde sicher zur 7:0 Führung der Hausherren verwandelt.

Jetzt lief die RSG also, wie so oft in dieser Saison, einem Rückstand hinterher. Doch aus diesem Nackenschlag wurde ein regelrechter Weckruf für die Männer aus M-V. Fortan wurde konsequenter zugepackt und der Gegner effektiv von der eigenen Gefahrenzone ferngehalten. Beide Mannschaften kämpften leidenschaftlich um jeden Zentimeter des saftigen Grüns an der Kieler Förde und neutralisierten sich letztlich in der ersten Halbzeit, sodass keine weiteren Punkte erzielt wurden.

Mit dem Wiederanpfiff entwickelte sich eine spannende zweite Halbzeit, in der diesmal die RSG die ersten Punkte erzielen konnte. Ein sehenswerter Angriff wurde konsequent über mehrere Stationen bis kurz vor das Kieler Malfeld zu Ende gespielt und konnte von den Hausherren erst in letzter Sekunde gestoppt werden. Allerdings schnappte sich der eingewechselte Sturmtank Hannes Havran den Ball und tankte sich in unwiderstehlicher Manier und mit reichlich Dampf ins Malfeld. Die Erhöhung verwandelte Eugen Dirsung sicher und glich damit zum 7:7 aus.

Anschließend lieferten sich beide Mannschaften noch einen wahren Fight, wobei zwei Rostocker allerdings etwas übermotiviert zu Werke gingen und folgerichtig vom Schiedsrichter jeweils mit einer gelben Karte sowie einer zehn-minütigen Zeitstrafe bedacht wurden. Durch diese Disziplinlosigkeiten dezimiert, wurden die Laufwege länger und die Lücken in der RSG-Verteidigung größer. So konnte Kiel noch einen Straftritt zur 10:7 Führung sicher zu den Stangen setzen sowie kurz vor Abpfiff einen weiteren erhöhten Versuch zum 17:7 Endergebnis erzielen.

Nach Spielende waren die Männer der RSG sichtlich erschöpft, aber mit ihrem Kampfgeist und der deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit durchaus zufrieden. Der Sturmveteran und Antreiber der kräftigen Jungs der RSG, Brendan Price aus Barth, fand fast nur lobende Worte für seine Mitspieler: „Wir haben heute richtig stark gespielt. Kiel hatte wahrscheinlich gehofft, dass sie uns wieder eine ordentliche Klatsche verpassen können, aber wir haben toll dagegengehalten und hart getackelt. Sicherlich müssen wir uns noch verbessern und besonders an den Kontaktpunkten aggressiver zupacken, aber wir sind auf einem guten Weg und gegen Hannover und Lübeck muss es dann endlich auch mit dem ersten Sieg der Rückrunde klappen.“

Für die RSG spielten: Price, v. Wietershagen, Ahlvers, Bellin, Conradi, Dima, Sukiliashvili, Dwars, Sommer, Hille, Heindl, Dirsung, Krajewski, Cisneros, Ohloff, Finder, Havran, Kliemann.

Text: Andre Goeda