Auch Ruder-Asse aus M-V dabei / Interview mit Para-Athlet Marcus Klemp

Hannes Ocik, der MV-Erfolgsruderer. Foto: M.M.

Der Countdown für die nächsten sieben heißen rudersportlichen Wochen läuft. Zunächst sind die Ruderinnen und Ruderer des „alten Kontinents“ bei den europäischen Titelkämpfen in Glasgow gefordert. Darunter sind mit Hannes Hannes Ocik (Achter), Felix Drahotta (Vierer ohne), Frauke Hacker (Vierer ohne der Frauen), Marie-Louise Dräger (Leichtgewichts-Einer) und Julia Leiding (Doppelvierer) auch fünf Ruder-Asse aus Mecklenburg-Vorpommern (Verein oder Geburtsort).

Auch für die folgenden Weltmeisterschaften vom 9. bis 16. September in Plowdiw sind fünf unserer Athletinnen und Athleten nominiert. Neben Ocik, Drahotta und Dräger auch Stephan Krüger (Doppelvierer) und Marcus Klemp (Para-Rudern). Der Vierer ohne der Frauen mit der Rostockerin Frauke Hacker könnte noch nominiert werden.

Aber nicht nur in Glasgow und in Plowdiw wird in den kommenden Wochen meisterlich gerudert. Die Junioren-WM in Racice (8. bis 12. August) „rufen“ ebenso wie die Studierenden-WM in Shanghai (10. bis 12. August ) und die U 23-EM in Brest (8. und 9. September).

Hoffnungsvoll darf Marcus Klemp (Jahrgang 1982) auf das Kommende, auf die WM in Plowdiw blicken. Der gebürtige Rostocker, der für den Ribnitzer SV startet, nahm 2008 bereits an den Paralympics in Peking teil und wurde dort ausgezeichneter Vierter. Zudem gewann er 2007 den Weltmeister-Titel im Handicap-Rudern und belegte 2013 WM-Rang zwei. In diesem Jahr startet Marcus im Einer.

Interview

„Nicht den Anspruch zu gewinnen…“

Frage: Herzlichen Glückwunsch zur WM-Nominierung, Marcus! Was waren die bisherigen sportlichen Highlights 2018 für dich? An welchen Regatten hast du schon teilgenommen?

Marcus Klemp: Wir hatten ein Trainingslager zu Ostern in Breisach und einen Para-Weltcup Ende Mai in Gavirate in Italien. Die WM wird mein zweiter Start 2018 sein.

Frage: Welche sportlichen Ziele hast du für Plowdiw? Wer sind deine ärgsten Konkurrenten dort?

Marcus Klemp: Ich rudere – „streng genommen“ –  in meiner Freizeit, habe von daher nicht den Anspruch zu gewinnen. Mein Favorit ist der Niederländer Corne de Koning.

Frage: Wie sieht ansonsten eigentlich dein Trainingsalltag aus?

Marcus Klemp: Ich trainiere in der Regel einmal am Tag nach der Arbeit, an den Wochenenden dann intensiver.

Letzte Frage: Wenn du nicht ruderst, wie sieht dein Leben dann aus? Stichpunkt Hobby und Beruf.

Marcus Klemp: Wenn ich nicht selbst rudere, habe ich einige Ehrenämter im Verein, die mich ausfüllen. Als Übungsleiter für den Nachwuchs bringe ich mich unter anderem gerne ein. Ich arbeite in der Buchhaltung.

Vielen Dank und eine erfolgreiche WM!

Info:

Die ersten Ruder-Weltmeisterschaften mit Para-Wettkämpfen gab es 2002 in Sevilla. Sechs Jahre später, bei den Spielen 2008 in Peking, wurde das Para-Rudern in das Programm der Paralympics aufgenommen.

 


Rückblick auf die U 23-WM in Poznan

Zwei Monate zurück liegt die U 23-WM im polnischen Poznan. Am Start drei Ruderinnen und Ruderer aus M-V:  Carolin Dold, Benjamin Leibelt und Max John. Dold die für den Greifswalder Ruder-Club „Hilda“ antritt, belegte mit dem Frauen-Achter Rang fünf. Den Vierte Plätze sicherten sich die beiden MV-Ruder-Herren.  Leibelt (Stralsunder Ruder-Club) mit dem Herren-Achter und John (Olympischer Ruder-Club Rostock von 1956) im Vierer mit.
Trainiert wurden die beiden Achter von den einstigen Erfolgsruderern aus M-V Rene Burmeister (Frauen) und Peter Thiede (Herren).

Eine Rostocker Medizin-Studentin (Christin Stöhner, Mitglied des SV Energie Berlin, Achter) und ein Rostocker Medizin-Student (Simon Klüter, Mitglied des Mannheimer RV, Ersatz-Ruderer im LG-Skull-Bereich) waren auch JWM-Teilnehmer 2018.

Insgesamt holte der Deutsche Ruderverband bei diesen WM fünfmal Silber und zweimal Bronze. Die meisten Medaillen, zwölf, gewann Italien. Platz eins im Medaillenspiegel ging jedoch an die USA (fünfmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze).

 

Marko Michels