Rugby: Starke Aufholjagd der RSG MV reicht nicht

Am Sonnabend traf die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG MV) in Hornstorf bei Wismar auf die zweite Mannschaft der FT Adler aus Kiel. Bei bestem Herbstwetter wollte die RSG an die souverĂ€ne Leistung aus dem letzten Spiel gegen den Hamburger Rugby Club anknĂŒpfen und die heftige 50:0 Klatsche aus dem Hinspiel in Kiel zu Saisonbeginn vergessen lassen.

Nils Schanz mit Ball. Fabian Wikander eilt zur UnterstĂŒtzung. RSG in blau/orange. Kiel schwarz/weiß. Foto: Heinrich Severin

Personell war die RSG mit einer Rumpftruppe angetreten, denn aufgrund von beruflicher und privater Verpflichtungen fehlten gleich fĂŒnf LeistungstrĂ€ger sowie mehrere ErgĂ€nzungsspieler aus dem letzten Spiel. So fanden sich auf der Bank lediglich vier Auswechselspieler, deren Rugbyzenit bereits seit mehreren Jahren ĂŒberschritten ist, die sich aber trotz ihres Rugbygreisenalters nicht zu schade waren, noch einmal die Schuhe fĂŒr ihr Team zu schnĂŒren.

Mit Anpfiff durch den souverĂ€nen Schiedsrichter machte die RSG gehörig Druck und setzte die Kieler in ihrer eigenen HĂ€lfte fest. Mehrfach sah es nach einer FĂŒhrung durch die Hausherren aus, doch die Verteidigung der MĂ€nner von der Trave hielt stand und nutzte leichtfertige Fehler der RSG aus, um schnelle Entlastungsangriffe zu laufen. Einen Ballverlust der Hausherren nutzte der Kieler Innendreiviertel gedankenschnell und laufstark aus und legte zur 0:5 FĂŒhrung fĂŒr die GĂ€ste ab.

Die RSG ließ sich davon nicht beirren und griff weiter mutig an. Doch wiederum waren es die GĂ€ste, die Fehler der Hausherren eiskalt bestraften und auf 0:12 davonzogen. Erst ein starker Sololauf des Rostocker Sturmtanks Fabian Kutz brachte die ersten Punkte fĂŒr die RSG. Die folgende Erhöhung verwandelte der Greifswalder Kicker Nils Schanz souverĂ€n zum 7:12. Kurz vor der Pause leisteten sich die MĂ€nner aus MV gleich mehrere Undiszipliniertheiten und bekamen mit einer 10-Minuten-Zeitstrafe fĂŒr den Wismarer Sebastian Kammer noch gut weg.

Die Überzahl nutzten die Adler konsequent aus und erhöhten durch einen weiteren Versuch auf 7:17. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeit, in der Teammanager Carsten Pust-Achilles sein Team auf eine Aufholjagd einschwor und auch taktisch offensiver aufstellte. Kurz nach Wiederanpfiff war es dann der starke Nils Schanz, der gleich zwei schöne Versuche erzielen konnte und die RSG mit einer getroffenen Erhöhung sowie einem Straftritt mit 20:17 in FĂŒhrung brachte.

Leider schwanden bei der RSG gegen Ende der Partie zusehends die KrĂ€fte und somit die nötige Konzentration. WĂ€hrend Kiel den vollen Kader einwechseln konnte, blieb den Gastgebern nur auf die Erfahrung der alten Herren zu hoffen. In den letzten fĂŒnf Minuten konnten die Adler aus Kiel noch zwei sehenswerte Konter laufen, die die Mannschaft aus Schleswig-Holstein 20:29 in FĂŒhrung gehen und die Hausherren reichlich alt aussehen ließ.

Nach Abpfiff sanken die MĂ€nner der RSG erschöpft zu Boden, hatten sie doch ĂŒber die gesamte Spielzeit aufopferungsvoll gekĂ€mpft. Mann des Spiels der RSG war der Rostocker StĂŒrmer Fabian Kutz, der mit seinem Versuch und guten Standards immer wieder eine Option im Angriffsspiel der RSG war und auch seine Mitspieler stets nach vorne peitschte, um die Niederlage zu verhindern.

MannschaftskapitĂ€n Tore Dwars war auch noch lange nach Spielende sichtlich enttĂ€uscht vom Endergebnis und fand daher fast nur gute Worte fĂŒr sein Team: „Wir waren heute auf Augenhöhe mit den Kielern, haben es aber in der ersten Halbzeit verpasst zu punkten und sind dann gnadenlos fĂŒr unsere Fehler bestraft worden. Letztlich hatten wir es selbst in der Hand heute als Sieger vom Platz zu gehen. Es hat mir imponiert, wie das Team in der zweiten Halbzeit noch einmal alles versucht hat. Daran werden wir anknĂŒpfen und dann nach der Winterpause hoffentlich erfolgreicher spielen.“

FĂŒr die RSG spielten: Kutz, Werner, Havran, Zimmermann, Seyfarth, Unce, Kammer, Bellin, Schanz, Wikander, Sommer, Dwars ©, Hoffmann, Don-Rohde, Knauf, Thöl, Rupp, Goeda, Pust-Achilles.

von Andre Goeda

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