Symbolbild

 

Das schachsportliche Jahr 2018 hat „Halbzeit“.. In Mecklenburg-Vorpommern gab es in den vergangenen Monaten bereits einige wichtige Meisterschaften und Turniere. Wie verliefen diese genau, insbesondere im Jugendbereich, in und um M-V?

Interview

Michael Ehlers, Vorsitzender der Schach-Jugend M-V, über das bisherige Jahr und die zurückliegenden Turniere aus Sicht der Schachjugend, über kommende schachsportliche Herausforderungen, den Bronze-Erfolg von Marianne Stepanjan und den baldigen WM-Kampf Fabiano Caruana gegen Magnus Carlsen

„Gehen von einem wachsenden Zuspruch für den Schachsport in M-V aus…“

Frage: Das Schach-Jahr 2018 ist schon wieder zur Hälfte um. Wie verlief das Schach-Jahr 2018 bislang aus Sicht der Schachjugend M-V? Welche bedeutenden Turniere gab es ansonsten hierzulande bereits?

Michael Ehlers: Die Schachjugend M-V kann mit dem Jahr 2018 bisher sehr zufrieden sein. Landesintern konnten wir in fast allen unseren Wettbewerben – von den ganz Kleinen (Altersklasse U 8) bis zu den Großen (Altersklasse U 20) – in den unterschiedlichen Einzel- und Mannschaftsturnieren unsere Landesmeister ermitteln und dabei gute Teilnehmerzahlen vermelden.

Highlights waren dabei unsere Landeseinzelmeisterschaften der Altersklassen U 10 – U 18, die wir als Mehrtagesveranstaltung im Februar in Malchow ausrichteten. Dort starteten mehr als 120 Kinder und Jugendliche.

Ein weiteres Großereignis stellten unsere Schulschachmeisterschaften im Januar in Stralsund dar, bei denen mehr als 50 Vierer-Mannschaften um die begehrten Tickets für die Bundesfinals kämpften.

LEM 2018 in Malchow / erste Runde – Foto: Schachverband MV

Stolz sind wir auch darauf, dass wir für die Landeseinzelmeisterschaften der Erwachsenen Ende April in Neubrandenburg zwei unserer größten Talente in das Meisterturnier entsenden durften, die sich dort in einem sechzehnköpfigen Feld bei der Ermittlung des stärksten Schachspielers des Landes hervorragend schlugen.

Frage: Welche schachsportlichen Höhepunkte im Jugendbereich folgen in M-V in den kommenden Wochen?

Michael Ehlers: Vor der Sommerpause steht bei uns lediglich noch die Finalrunde in der Schülerliga, unserem Wettbewerb für Mannschaften der Altersklasse U 12, an.

Die schulfreie Zeit nutzen wir für ein Ferienlager am Schweriner See mit unseren Jüngsten (Altersklasse U 8), zu dem wir auch unsere Nachbarländer eingeladen haben. Nach den Sommerferien starten wir landesintern mit der Meisterschaft für Mädchen-Mannschaften der Altersklasse U 20. Zudem stehen die Norddeutsche Vereinsmeisterschaften und die Deutsche Ländermeisterschaft auf dem Programm, bei der unsere Landesauswahl antritt.

Frage: Wie entwickelte sich der schachsportliche Zuspruch bei den jüngsten bzw. jüngeren Schach-Talenten in M-V in den letzten Jahren?

Michael Ehlers: Bei den in den Vereinen organisierten jungen Schachsportlerinnen und Schachsportlern beobachten wir seit Jahren sehr stabile Mitgliederzahlen. Kontinuierlich steigende Teilnehmerzahlen können wir hingegen in den vergangenen Jahren bei unseren Veranstaltungen für Schulschach-Arbeitsgemeinschaften feststellen. Daher gehen wir von einem wachsenden Zuspruch für den Schachsport aus, der insbesondere durch vermehrte Trainingsangebote in den Schulen befördert wird.

Frage: Welche schachsportlichen Jugend-Spielerinnen und -Spieler aus M-V waren in den letzten Monaten besonders erfolgreich?

Michael Ehlers: Den alles überragenden Erfolg hat uns und sich selbst sicherlich Marianne Stepanjan aus Wittenberge bei den Deutschen Einzelmeisterschaften im Mai in der Altersklasse U 10 (weiblich) beschert. Ihr dritter Platz bedeutete für uns die erste Medaille nach dreizehn Jahren auf dieser Bühne. Viele Schachsportlerinnen bzw. -sportler im ganzen Land haben aus der Ferne mit gefiebert, wie Marianne in Willingen bei diesem achttägigen Turnier furios mit sieben Siegen am Stück startete und sicherlich alle, selbst den Bundesnachwuchstrainer, überraschte.

Letzte Frage: Einmal weg vom regionalen Schachsport, hin zum globalen Schachsport: Der Herausforderer des amtierenden Schach-Weltmeisters Magnus Carlsen aus Norwegen steht fest… Es ist der Italo-Amerikaner Fabiano Caruana. Wie bewerten Sie dessen Chancen gegen Carlsen beim WM-Kampf im November in London?

Michael Ehlers: Von allen Teilnehmern des Kandidatenturniers hatte ich Caruana die größten Chancen in einem WM-Kampf gegen Carlsen zugetraut. Deshalb drückte ich ihm die Daumen und freute mich sehr,  dass er sich durchsetzen konnte. Zudem hat der Russe Sergej Karjakin bei der WM 2016 gezeigt, dass Carlsen durchaus schlagbar ist und den Druck des Weltmeisters im Nacken spürt. Daher rechne ich mit einer sehr spannenden WM 2018. Caruana wird uns mindestens zwei große Überraschungen in seinen Partien präsentieren.

Vielen Dank und weiterhin bestes schachsportliches Engagement!

M.Michels

Landesschulschachmeisterschaften 2018 in Stralsund – Foto: Schachverband MV