Ende Februar wird auf der Bahn wieder weltmeisterlich in die Pedale getreten

Bahnradsport Symbolfoto

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Zwar blicken die Sport-Interessierten zurzeit intensiv auf die Handball-EM in Kroatien bzw. das vorolympische Geschehen im Wintersport, aber eine WM in einer Sommersportart rückt auch immer näher – die Bahn-Radsport-WM 2018 vom 28.Februar bis 4.März in Apeldoorn: aus deutscher Sicht unter anderem mit der erfolgreichen Kämpferin Kristina Vogel, Jahrgang 1990, gebürtige Kirgisin und Wahl-Thüringerin.

Selbst ein schwerer Unfall 2009 konnte das Bahnradsport-Ass nicht aufhalten und so sammelt sie Medaillen wie andere früher Briefmarken: zweimal Olympia-Gold 2012 bzw. 2016, plus Olympia-Bronze 2016, bei WM zwischen 2012 und 2017 insgesamt neunmal Gold, einmal Silber, viermal Bronze und bei EM bis 2016 einmal Gold, dreimal Silber, zweimal Bronze. Dazu viele Erfolge bei Weltcups und Deutschen Meisterschaften. Bei den Heim-EM 2017 in Berlin wurde sie zudem Europameisterin im Einzel-Sprint bzw. im Keirin und zusammen mit Miriam Welte EM-Zweite im Team-Sprint.

Ende Januar startet Kristina Vogel, auch „Radsportlerin des Jahres 2017“ in Deutschland, ebenfalls mit Miriam Welte, dem früheren Mitglied des „Track Cycling Teams M-V“, beim Sechstage-Rennen in Berlin.

Bei Olympia 2016 im Einzel-Sprint vergoldet

Im August 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio, ließ Kristina im Einzel-Sprint der Konkurrenz keine Chance und gewann Gold vor den Britinnen Rebecca James (Wales) bzw. Katy Marchant (England) und der Niederländerin Elis Ligtlee, der Olympiasiegerin im Keirin 2016. Zuvor hatte Kristina Vogel mit Miriam Welte aus Kaiserslautern bereits Bronze im Teamsprint geschafft. In London 2012 siegte das Duo sogar bei der ersten olympischen Teamsprint-Entscheidung bei den Frauen…

Zum achten Mal im Angebot…

Der Einzel-Sprint-Wettkampf bei den Frauen 2016 war die achte olympische Konkurrenz in dieser Disziplin überhaupt. Der erste Olympiasieg, 1988 in Seoul, ging seinerzeit an Erika Salumäe, die für die Estnische SSR innerhalb der Sowjetunion startete.

Christa Luding-Rothenburger vom SC Einheit Dresden kam 1988 auf Rang zwei. Die Dresdnerin hatte 1986 WM-Gold im Sprint erkämpft und war auch eine hervorragende Eisschnellläuferin, unter anderem mit 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze bei den Olympischen Winterspielen zwischen 1984 und 1992.

Vier Jahre später, 1992 in Barcelona, war erneut Erika Salumäe erfolgreich, damals für das unabhängige Estland und vor Annett Neumann aus Cottbus. Felicia Ballanger konnte dann 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney jeweils Gold erobern. Für Kanada war folgend 2004 in Athen Lori-Ann Muenzer erfolgreich – 2004 belegte die gebürtige Wismarerin Katrin Meinke einen guten sechsten Rang im Einzel-Sprint bei den Frauen.

In Peking 2008 triumphierte Victoria Pendleton (Großbritannien) und in London 2012 war Anna Meares (Australien) die Beste. Kristina belegte 2012 in London noch den vierten Rang im Einzel-Sprint…

Im Radsport wie im Eisschnelllaufen erfolgreich

Übrigens: Neben Christa Luding-Rothenburger gab und gibt es noch weitere Sportlerinnen, die sowohl im Eisschnelllaufen als auch im Radsport große Erfolge feierten. Sheila Young (USA) holte als Eisschnellläuferin bei Winter-Olympia 1976 einmal Gold bzw. zweimal Silber und schaffte unter anderem bei den Bahn-Radsport-WM 1973, 1976 bzw. 1982 jeweils Gold im Einzel-Sprint.

Beth Heiden, unter anderem Weltmeisterin 1979 im Eisschnelllaufen und Olympia-Dritte 1980 im Eisschnelllaufen über die 3000 Meter, errang 1980 auch den WM-Titel im Frauen-Radsport-Rennen. Die Kanadierin Clara Hughes erkämpfte indes zweimal Bronze bei Sommer-Olympia 1996 im Straßen-Radsport und bei Winter-Olympia zwischen 2002 und 2010 im Eisschnelllaufen einmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze.

Die Tschechin Martina Sablikova, siebzehnfache Eisschnelllauf-Weltmeisterin zwischen 2007 und 2017 und bei Winter-Olympia 2010-2014 mit 3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, erreichte auch bei WM im Straßen-Radsport gute Platzierungen. Nur ein paar Beispiele für erfolgreiche Sportlerinnen im Sommer und im Winter…

Last but not least in puncto Frauen-Radsport: Ein großes Talent im Frauen-Bahnradsport ist nicht nur aus MV-Sicht Lea Sophie Friedrich, Jahrgang 2000, vom RST Dassow. Im letzten Jahr, 2017, gewann sie bei den Deutschen Meisterschaften dreimal Gold, zweimal Silber, bei den EM der Junioren bzw. der Altersklasse U 23 dreimal Silber und bei den Junioren-WM zweimal Silber, einmal Bronze.

Marko Michels