Short Track: Es geht wieder los

Deutsches Duo hofft auf gute Resultate

Short Track-Wettkampf in der Eishalle an der Rostocker Schillingallee. Foto: Wolfgang Gross

Jetzt geht es wieder in den „Olympia-Tempel“ der XXIII Winterspiele, fĂĽr die beiden deutschen Shorttrackerinnen Anna Seidel und Bianca Walter. Und, realistisch betrachtet, stehen die Chancen besser als ĂĽber 500 m, als beide die Ăśberlegenheit der Weltklasse anerkennen mussten. Auf der längsten Strecke, den 1500 m, feierte Anna Seidel (19) – vor ihrer Verletzung – groĂźe Erfolge. Ein Weltcuppodium 2015, ein 6. Rang in der gleichen Saison. Bianca Walter holte sich ĂĽber diese Distanz mit zwei Halbfinal-EinzĂĽgen das Olympia-Ticket. Genau das möchte Trainer Daniel Zetzsche beim letzten Gedankenaustausch mit der 27-Jährigen „ansprechen“: als besondere Motivation fĂĽr den Einsatz in der Ice Arena.

„Natürlich hatte sich Anna nach den 500 Meter geärgert“, sagt Zetzsche. Aber die Analyse und das gute Training der letzten Tage brachten Entspannung. Am Freitag standen Eisrunden auf dem Programm, vorher Lauf- und Radeinheiten – auch zur Erholung. „Der Top Speed war da“ – und das stimmt optimistisch. Zetzsche glaubt, dass beide Sportlerinnen das Halbfinale erreichen können. Dann wäre „vielleicht“ der Einzug in ein A- oder B-Finale nicht nur schiere Illusion.

Vor vier Jahren hatte Anna Seidel mit zarten 15 als Zweitjüngste des gesamten deutschen Olympia-Aufgebots das Ticket für Sotschi gelöst. Am Schwarzmeer dann eine Runde im 1500-m-Race überstanden – und das Semifinale erreicht. „Inzwischen hat sie keine Lieblingsstrecke mehr“, sagt der Coach. Die 1000 Meter stehen dann am Dienstag und Donnerstag auf dem Programm. Was jetzt zu tun ist, übermittelte Wilma Boomstra, ein halbes Jahr in Utrecht die niederländische „Heim-Trainerin“ der DESG-Skater dem Olympic Channel des sid: „Laufe wie ein Mann, verteidige die Position mit dem Körper.“ Zetzsche nennt das „lange in submaximaler Geschwindigkeit“ kurven.

Bianca Walter, obgleich Olympia-Neuling in Südkorea, kennt sich bestens aus auf asiatischen Kurzstrecken. In diesem Winter verfehlte sie das Halbfinale in Shanghai um winzige 12 Hundertstelsekunden. Bei der Olympia-Generalprobe in der Saison 2016/17 war ihr in Gangneung mit Weltcup-Rang 6 (über 1000 m) ein Ausreißer gelungen. Das gute Eis an gleicher Stelle und die Bombenstimmung könnten die Dresdnerin immens puschen. “Dass sie mit einem absolut positiven Gefühl an den Start gehen kann“ (Zetzsche).

„Ich freue mich auf mein zweites olympisches Rennen! Nachdem die 500m so stark hinten raus waren und ich meine schnelle Zeit von November bestätigen konnte, weiß ich, dass ich wieder zu 100% fit bin. Dieser 18. Platz ist für mich goldwert hier bei Olympia! Das Training lief hier so gut wie die letzten zwei Monate nicht und genau dieses Feeling nehme ich jetzt mit auf die nächsten zwei Strecken und geb nochmal ordentlich Gas!“ (Bibi)

Quelle: PM Klaus Dobbratz/Beate Dobbratz, DESG-Presse

 


 

Zur Info: Rostock und die olympischen Short Track-Wettkämpfe

Zwar sind Rostocker Short Trackerinnen und Short Tracker bei Winter-Olympia 2018 nicht dabei, aber auch ohne aktuelle Starterinnen bzw. Starter  bleiben die bisherigen olympischen Teilnahmen der Hanseatinnen und Hanseaten im Short Track unvergessen.

Die bisherigen Olympionikinnen und Olympioniken im Short Track des ESV Turbine Rostock waren dabei Katrin Weber, Jahrgang 1976, bei Winter-Olympia 1998, Anne Eckner, Jahrgang 1979, bei Winter-Olympia 1998, Arian Nachbar, Jahrgang 1977, bei Winter-Olympia 1998, 2002 sowie 2006, Ulrike Lehmann, Jahrgang 1982, bei Winter-Olympia 2002, Andre Hartwig, Jahrgang 1983, bei Winter-Olympia 2002 sowie 2006 und Aika Klein, Jahrgang 1982, bei Winter-Olympia 2002, 2006 und 2010.Bei den Olympischen Jugend-Spielen 2016 in Lillehammer war auch ein Rostocker Short Tracker aktiv: Moritz Kreuseler.

Aktuell, 2018 in Pyeongchang, ist Short Trackerin Leonie Herzog vom ESV Turbine Rostock Teilnehmerin am Deutschen Olympischen Jugendlager. mm

 

 

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