Jörg und Hofmeister stürmen im PGS von Pyeongchang aufs Treppchen

Selina Jörg (Mitte) zusammen mit Snowboard-Kolleginnen bzw. -Kollegen. Aufnahme: Miha Matavz

Die deutschen Raceboarder haben das herausragende Ergebnis von Sotschi eindrucksvoll wiederholt. Im Parallel Riesenslalom von Pyeongchang 2018 fuhren Selina Jörg (Bad Hindelang, 30) und Ramona Hofmeister (Bischofswiesen, 21) im Bokwang Phönix Park hinter der überragenden Sportlerin der Olympischen Winterspiele 2018 Ester Ledecka (CZE) zu Silber und Bronze.

Während Hofmeister, die im Halbfinale gegen die spätere Siegerin und Überraschungstitelträgerin im Super-G nach einem Fahrfehler den Kürzeren gezogen hatte, damit bei ihren ersten Olympischen Spielen gleich aufs Podium carven konnte, beendete Jörg ihr mehrjähriges Großereignistrauma sensationell mit Rang zwei. Vor acht Jahren in Vancouver sowie bei der WM 2015 am Kreischberg hatte die Allgäuerin als Vierte jeweils knapp das Podest verpasst.

„Das Trauma ist endlich überwunden. Ich habe so lange dafür gearbeitet und schon gar nicht mehr geglaubt, dass das nochmal etwas wird. Aber nachdem es diese Saison so gut läuft, habe ich es in den letzten Tagen irgendwie gespürt, das heute etwas geht. Es ist unfassbar. Mit der Ramona gemeinsam auf dem Podium zu stehen – es gibt nichts schöneres“, so Jörg freudestrahlend.

Und auch Hofmeister zeigte sich nach ihrer souveränen Triumphfahrt im kleinen Finale gegen die Sotschi-Dritte Alena Zavarzina (RUS) sehr zufrieden: „Das ist einfach der Wahnsinn. Ich habe vorher in jedem Interview gesagt, dass ich unbedingt eine Medaille mit nach Hause nehmen will. Dass es wirklich geklappt hat, ist einfach nur unglaublich.“

Stefan Baumeister (Feldkirchen-Westerham, 24) hatte bei den Männern als einziger Vertreter Snowboard Germanys den Sprung in die K.o.-Runden geschafft und wurde starker Sechster. Carolina Langenhorst (Bischofswiesen, 22) war bereits im Achtelfinale unglücklich mit 0,02 Sekunden Rückstand gegen Daniela Ulbing (AUT) ausgeschieden und belegte schlussendlich Rang neun. Anke Wöhrer (Bernau 32) hatte als 21te den Qualifikationscut nicht überstanden, genau wie ihre Teamkollegen Patrick Bussler (Aschheim, 33) und Alexander Bergmann (Berchtesgaden, 30), die am Ende 25ter bzw. 31ter wurden. Der Sieg bei den Männern ging an den Silbermedaillengewinner von 2014 Nevin Galmarini (SUI). Silber und Bronze holten sich Sang-ho Lee (KOR) bzw. Zan Kosir (SLO).

 

Quelle: Oliver Kraus, Pressesprecher, Snowboard Germany, Snowboard Verband Deutschland

 

Seit 20 Jahren olympisch

Seit 1998 ist Snowboarden im Programm der Olympischen Winterspiele. Deutsche Snowboarderinnen erkämpften dabei insgesamt sieben Medaillen unter den fünf olympischen Ringen, so Nicola Thost Gold in der Halfpipe 1998 in Nagano, Heidi Renoth Silber im Parallel-Riesenslalom 1998 in Nagano, Amelie Kober Silber ebenfalls im Parallel-Riesenslalom 2006 in Turin, Anke Karsten Silber im Parallel-Slalom 2014 in Sotschi und Amelie Kober Bronze außerdem im Parallel-Slalom 2014 in Sotschi. Nun, in Pyeonchang 2018, gab es Silber für Selina Jörg und Bronze für Ramona Theresia Hofmeister im Parallel-Riesenslalom.

USA in Pyeongchang am besten

Erfolgreichste Snowboard-Nation der Olympischen Winterspiele 2018 wurden die USA mit viermal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze, wobei Shaun White nach Turin 2006 und Vancouver 2010 seine dritte Olympia-Goldmedaille in der Halfpipe erkämpfte. Olympia-Gold mit dem Snowboard 2018 gab es auch für Kanada, Tschechien, Frankreich, Österreich, Italien und die Schweiz. Insgesamt errangen 17 Länder olympische Snowboard-Medaillen in Pyeongchang. M.M.