Nachgefragt bei Jana Dirschauer vom SV Grün-Weiss Schwerin II

Die olympischen Handball-Turniere der Frauen und Herren in Rio de Janeiro sind längst Geschichte. Während die deutschen Herren als Europameister 2016 bei Olympia in Rio Platz drei belegten, verpassten die deutschen Handball-Frauen die Spiele 2016 leider. Die Turniere in Rio gewannen letztendlich die russischen Frauen und die dänischen Herren.

Inzwischen ist also der olympische Handballsport „abgehakt“, auch in M-V steht wieder der regionale und nationale Liga-Betrieb, auch im Frauen-Handballsport, im Fokus des Interesses.

Vor dem Start in die neue Saison

Die Handball-Damen der TSG Wismar, als einziges Team aus Mecklenburg-Vorpommern weiterhin in der dritten Liga, haben ihr erstes Spiel in der neuen Saison 2016/17 am 17.September zu Hause gegen SFN Vechta.

In der Ostsee-Spree-Liga startet die neue Spielzeit ebenfalls am dritten September-Wochenende, unter anderem mit den Begegnungen SV Grün-Weiss Schwerin gegen SG OSF Berlin, Füchse Berlin Reinickendorf II gegen Rostocker HC und SV Fortuna 50 Neubrandenburg gegen SG Hermsdorf-Waidmannslust, jeweils am 18.September.

Auch in der M-V-Liga geht es Mitte September los. Die SV Grün-Weiss Schwerin II spielt bereits am 18.September gegen die SV Crivitz. Der Sportverein Pädagogik Rostock hat am 25.September vor eigener Kulisse die erste Partie 2016/17 gegen den Stralsunder HV.

Im Blickfeld: Jana Dirschauer vom SV Grün-Weiss Schwerin II und der erste Blickpunkt-Schwerin-Cup

Eine Handball-Spielerin, die einst bei der TSG Wismar agierte und nun beim zweiten Team von Grün-Weiß Schwerin II auf Tore-Jagd geht, ist Jana Dirschauer, die erfolgreich auch das Augenoptik-Unternehmen „Blickpunkt“ als Inhaberin in Schwerin betreibt. Zur Vorbereitung auf die kommende Spielzeit 2016/17 veranstaltete der SV Grün-Weiß Schwerin II am letzten August-Wochenende in Schwerin den ersten Blickpunkt-Schwerin-Cup.

Diesen Cup gewann der SV Preussen Reinfeld nach Erfolgen gegen die HV Grün-Weiss Werder mit 11:6, gegen den SV Grün-Weiss Schwerin II mit 11:10, gegen den Rostocker HC ebenfalls mit 11:10 und gegen VfL Bad Schwartau mit 18:9. Der Rostocker HC wurde Zweiter und der SV Grün-Weiss Schwerin II belegte Rang vier.

Wie lautet nun das Resümee von Jana Dirschauer, Kapitänin des SV Grün-Weiß Schwerin II und Sponsorin des Schweriner Turnieres, zum olympischen Handball-Geschehen bzw. zum ersten Blickpunkt-Schwerin-Cup und wie sind ihre Erwartungen zur kommenden Spielzeit?!

Nachgefragt

J.Dirschauer über den ersten Blickpunkt-Schwerin-Cup, die kommende Saison, die olympischen Handball-Turniere 2016, ihre sportlichen Ziele und die beruflichen Herausforderungen

„Stets alles geben…“

Frage: Die Hallen-Handball-Saison 2016/17 in M-V rückt näher. Welche Ziele haben Sie mit dem zweiten Team des SV Grün-Weiß Schwerin? Wie ist Ihre Meinung zum Leistungsverhältnis in der MV-Liga im Frauen-Handballsport?

Jana Dirschauer: Das Ziel ist es immer, so gut wie möglich zu spielen und stets, in jedem Spiel, alles zu geben. Ganz wichtig dabei ist es natürlich, schnell den richtigen Teamspirit zu finden, aber da bin ich ganz optimistisch. Wir sind schon eine sehr gute Truppe. Am Ende der Saison hätte ich gegen eine Medaille nichts einzuwenden. Das Leistungsverhältnis der MV-Liga wird allerdings jedes Jahr stärker. Die Teams kennen sich untereinander und stellen sich jedes Jahr besser aufeinander ein. Mal schauen, welche Überraschungen die neue Saison mit sich bringen wird…

Frage: Wie lautet nun Ihr Fazit zum ersten Blickpunkt-Schwerin-Cup Ende August 2016?

Jana Dirschauer: Es war ein tolles und gelungenes Turnier mit starken Mannschaften. Unser Team, der SV Grün-Weiss Schwerin II, ist Vierter geworden. Mit etwas mehr Glück hätte es vielleicht auch zum dritten Rang gereicht, aber es war ein aufschlussreiches Vorbereitungsturnier, bei dem auch personell wie spieltaktisch viel probiert wurde. Dazu sind solche Turniere auch da. Wir wurden ja durch einige talentierte Nachwuchs-Spielerinnen verstärkt, die gilt es, optimal in das Team zu integrieren. Da war auch der erste Blickpunkt-Schwerin-Cup eine gute Hilfe. Es ist übrigens bereits ein Folge-Turnier für das nächste Jahr geplant.

Frage: Im August fanden die olympischen Handball-Turniere in Rio statt.. Wie ist Ihr Resümee dazu?

Jana Dirschauer: Es waren zwei sehr interessante und spielerisch sehr niveauvolle Turniere. Das russische Team gewann bei den Frauen verdient vor Frankreich, Norwegen und den Niederlanden und erkämpfte damit den dritten Olympiasieg für eine sowjetische bzw. russische Frauen-Mannschaft nach 1976 und 1980.

Es zeigte sich, dass die europäischen Mannschaften auch im Frauen-Bereich weiter dominierend sind, denn unter den acht besten Teams waren mit den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Schweden, Norwegen und Russland gleich sechs Teams aus Europa. Nur Afrika-Vertreter Angola und Gastgeber Brasilien schafften ebenfalls die Qualifikation für das Viertelfinale.

Überraschend war schon das frühe Ausscheiden von Südkorea bereits in der Vorrunde. Immerhin holten die Südkoreanerinnen schon sechs Medaillen bei olympischen Frauen-Handball-Turnieren, darunter Olympia-Gold 1988 und 1992. Auch den Brasilianerinnen hätte ich im eigenen Land eine Medaille zugetraut. Sie errangen ja 2013 WM-Gold. Die Niederländerinnen bestätigten hingegen ihren Aufwärtstrend – nach WM-Silber 2015 nun ein hervorragender vierter Platz. Eine klasse Leistung.

Bei den Herren beeindruckten mich, wie sicher viele Handball-Fans in Deutschland, unsere „Bad Boys“. Es ist ein junges und unbekümmertes Team, das sich durch großen Kampfgeist auszeichnet. Super, wie sie im Halbfinale einen Sieben-Tore-Rückstand aufholten… Auch wenn es denkbar knapp nicht zum Einzug ins Finale gegen Frankreich (28:29) reichte, das Team begeisterte – und Bronze war der verdiente Lohn. Auch die Dänen faszinierten und sicherten sich bei den Herren ihr erstes Olympia-Gold.

Frage: Von Rio wieder zurück nach Schwerin… Wie verlief bislang die Vorbereitung des zweiten Teams des SV Grün Weiss Schwerin für die kommende Saison?

Jana Dirschauer: Wir haben dreimal in der Woche Training, darunter einmal Krafttraining bzw. Laufeinheiten und dann auch zweimal Hallen-Training. Vor dem Saison-Start folgen noch ein Kurz-Trainingslager und zwei Vorbereitungsspiele. Am 18.September „steigt“ unser erstes Saison-Spiel gegen die SV Crivitz. Wir sind guter Dinge für 2016/17!

Frage: Sie sind ja vielseitig aktiv, ob auf dem Handballparkett, im „Blickpunkt“ oder bei kulturellen Veranstaltungen… Wie sieht Ihr Wochenpensum während einer Handball-Saison aus?

Jana Dirschauer: Ja, es ist schon sehr fordernd: zweimal in der Woche Training nach der Arbeit und meist jedes Wochenende ein Punktspiel, sofern ich das beruflich einrichten kann, da der „Blickpunkt“ auch samstags geöffnet hat. Ich arbeite wie jede bzw. jeder andere auch… Es ist jedoch alles eine Frage der Organisation. Bislang klappte es bei mir ganz gut, das „eine“ mit dem „anderen“ zu verbinden.

Vielen Dank, weiterhin maximale Erfolge und alles Gute – insbesondere für die Saison 2016/17!

Marko Michels

Foto (Michels): Die einstige Wirkungsstätte von Jana Dirschauer, die Halle der TSG Wismar.