Von Plowdiw weiter nach Racice

Die Europameisterschaften und Weltmeisterschaften im Kanu-Rennsport rufen…

Die sportlichen Gro├čereignisse im Kanu-Rennsport im nacholympischen Jahr 2017 r├╝cken stetig n├Ąher. Die Europameisterschaften 2017 finden vom 14. bis 16. Juli in Plowdiw/Bulgarien statt. Knapp f├╝nf Wochen sp├Ąter, vom 23. bis 27. August, folgen die Welt-Titelk├Ąmpfe 2017 in Racice/Tschechien. Davor gab es schon die Weltcup-Veranstaltungen und „zwischendurch“ werden noch die Junioren- und U 23-Weltmeisterschaften 2017 vom 27.Juli bis 30.Juli in Pitesti/Rum├Ąnien ausgetragen.

Das Kanu-Rennsport-Jahr 2016 im R├╝ckspiegel

Im Olympia-Jahr geh├Ârten die deutschen Kanu-Rennsportlerinnen und -Rennsportler zu den erfolgreichsten Athletinnen bzw. Athleten bei den verschiedenen internationalen Regatten.

Zwischen den EM 2016 in Moskau…

Die EM in Moskau, bei denen 26 Entscheidungen auf der Agenda standen, wurden dabei von Ungarn (5 x Gold, 5 x Silber, 4 x Bronze), Russland (5 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze), Deutschland (4 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze) und Weissrussland (3 x Gold, 2 x Silber, 5 x Bronze) dominiert. Aus deutscher Sicht triumphierten in Moskau Sebastian Brendel (C 1, 1000 Meter), Tom Liebscher (K 1, 500 Meter), Max Hoff/Marcus Gross (K 2, 1000 Meter) und Franziska Weber/Tina Dietze (K 2, 200 Meter).

…und der olympischen Regatta 2016 in Rio

Bei der folgenden olympischen Regatta, bei der einige Kanuten aus Russland und Weissrussland wegen erwiesenen oder vermeintlichen Dopings gesperrt wurden, war die deutsche Kanu-Rennsport-Mannschaft mit 4 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze vor Ungarn mit 3 x Gold, Spanien mit 2 x Gold, 1 x Bronze, Grossbritannien mit 1 x Gold, 1 x Silber und der Ukraine bzw. Neuseeland mit jeweils 1 x Gold, 1 x Bronze am erfolgreichsten.

So triumphierten f├╝r „Schwarz-Rot-Gold“ in Rio Max Rendschmidt/Marcus Gross (K 2, 1000 Meter), Max Rendschmidt, Marcus Gross, Max Hoff bzw. Tom Liebscher (K 4, 1000 Meter), Sebastian Brendel (C 1, 1000 Meter) und Sebastian Brendel/Jan Vandrey (C 2, 1000 Meter).

Europa dominierend

├ťberraschend war bei der olympischen Kanu-Rennsport-Regatta die eindeutige ├ťberlegenheit der Europ├Ąerinnen und Europ├Ąer in den zw├Âlf Entscheidungen. Von den 37 vergebenen Medaillen erk├Ąmpfte „der alte Kontinent“ 29, war einem Anteil von rund 78 Prozent entspricht. Dazu errang Europa elf der zw├Âlf Olympiasiege im Kanu-Rennsport, holte also 92 Prozent der olympischen Goldmedaillen im Kanu-Rennsport.

Lediglich die Neuseel├Ąnderin Lisa Carrington durchbrach die europ├Ąische Sieges-Phalanx im Kanu-Rennsport in Rio, triumphierte im K 1 ├╝ber 200 Meter.

Insgesamt schafften 19 L├Ąnder olympische Medaillen 2016 im Kanu-Rennsport, darunter 6 L├Ąnder eine oder mehrere Goldmedaillen. Gastgeber Brasilien hatte mit Isaquias Queiroz, der 2 x Silber, 1 x Bronze holte, auch einen Erfolgs-Kanuten.

Leider qualifizierte sich f├╝r Rio 2016 keine Kanu-Rennsportlerin und kein Kanu-Rennsportler aus M-V… Das kann aber in Tokyo 2020 schon wieder ganz anders aussehen.

Zur├╝ckgeblickt: Kanu-Rennsportlerinnen aus M-V bei Olympia

In der Vergangenheit, zumindest zwischen 1972 und 2012, waren hingegen Medaillen-Erfolge bei Olympia f├╝r Kanu-Rennsportlerinnen und Kanu-Rennsportler aus Neubrandenburg, Rostock und Schwerin „an der Tagesordnung“.

Gerade auch die Kanu-Rennsportlerinnen vom SC Neubrandenburg oder vom SC Empor Rostock sorgten oft f├╝r grosse olympische Erfolgsmomente.

Zwei ber├╝hmte Kanu-Rennsportlerinnen vom SC Empor Rostock feierten k├╝rzlich runde Jubil├Ąen. Anke von Seck wurde am 10.September 2016 junge 50, Ramona Portwich folgte am 7.Januar 2017 mit jungen 50 Lenzen.

Beide sind die erfolgreichsten Kanu-Rennsportlerinnen aus M-V bei Olympischen Spielen.

Bekannte und erfolgreiche Kanu-Rennsportlerinnen und -Rennsportler aus M-V sind neben Anke von Seck, dreifache Olympiasiegerin 1988/92 bzw. achtfache Weltmeisterin, und Ramona Portwich (beide Rostock), dreifache Olympiasiegerin, 1988, 1992 bzw. 1996 bzw. dreizehnfache Weltmeisterin, von 1970 bis 1985 unter anderem auch Alexander Slatnow (SC Neubrandenburg), zweifacher Weltmeister , Ilse Kaschube (SC Neubrandenburg), Olympia-Zweite 1972 bzw. zweifache Weltmeisterin, Klaus Zeisler (SC Neubrandenburg), zweifacher WM-Silbermedaillen-Gewinner, Carola Zirzow (SC Neubrandenburg), Olympiasiegerin 1976 bzw. dreifache Weltmeisterin, B├Ąrbel K├Âster (SC Neubrandenburg), Olympia-Dritte 1976 bzw. vierfache Weltmeisterin, R├╝diger Helm (SC Neubrandenburg), dreifacher Olympiasieger 1976/80 bzw. zehnfacher Weltmeister, Bernd Olbricht (SC Neubrandenburg), zweifacher Olympiasieger 1976/80 bzw. vierfacher Weltmeister, und Roswitha Krugmann (Rostock), sechsfache Weltmeisterin.

Nach 1990 ff. pr├Ągten Katrin Borchert (zeitweise SC Neubrandenburg), dreifache Olympia-Medaillen-Gewinnerin 1992, 1996 sowie 2000 bzw. neunfache Weltmeisterin, Olaf Winter (zeitweise SC Neubrandenburg), Olympiasieger 1996, Andreas Dittmer (SC Neubrandenburg), dreifacher Olympiasieger 1996, 2000 sowie 2004 bzw. achtfacher Weltmeister, Stefan Holtz (zeitweise SC Neubrandenburg), vierfacher Weltmeister, Thomas L├╝ck (SC Neubrandenburg), zweifacher Weltmeister, Martin Hollstein (SC Neubrandenburg), Olympiasieger 2008 bzw. Weltmeister, Peter Kretschmer (geb├╝rtiger Schweriner), Olympiasieger 2012 bzw. Weltmeister, und Paul Mittelstedt (SC Neubrandenburg), Weltmeister, das internationale Geschehen im Kanu-Rennsport ma├čgeblich mit.

Last but not least: Vom 6.Juli bis 9.Juli werden in Szeged/Ungarn die ECA-Drachenboot-Nationen- und Klub-EM 2017 organisiert. In Venedig stehen dann die Drachenboot-Klub-WM der ICF 2017 vom 3.September bis 8.September im Fokus.

Marko Michels

Foto (Michels): Erfolgreiche Kanuten-Troika vom SC Neubrandenburg – Martin Hollstein, Andreas Dittmer und Thomas L├╝ck (beim Olympia-Empfang 2008 in Neubrandenburg).

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