American Football – Symbolfoto

Der Countdown für den 52. Super Bowl im American Football läuft

Gerade wurden die Eiskunstlauf-EM in Moskau, die „Australian Open“ im Tennis in Melbourne, die Hallen-Hockey-EM der Frauen in Prag bzw. der Herren in Antwerpen und die Hallen-Handball-EM der Herren in Kroatien beendet, da wartet bereits das nächste sportliche Großereignis – allerdings ohne deutsche Teams. In der Nacht vom 4. zum 5. Februar geht es nicht nur in einen arbeitsreichen Montag, nein, es ist auch „Super Bowl“-Zeit im American Football. Der 52. Super Bowl der National Football League steigt im U.S. Bank Stadium in Minneapolis. Dort wird es sicher spannend zwischen den New England Patriots um Quarterback Tom Brady und den Philadelphia Eagles um deren Quarterback Nick Foles, die das Endspiel um Vince Lombardi Trophy bestreiten.

Der Weg ins Finale

Im Halbfinale (Conference Championships) hatten sich die New England Patriots gegen die Jacksonville Jaguars mit 24:20 (AFC-Finale) und die Philadelphia Eagles gegen die Minnesota Vikings mit 38:7 (NFC-Finale) durchgesetzt. In der Divisional Round, dem Viertelfinale, standen zuvor auch die Tennessee Titans, die Pittsburgh Steelers, die Atlanta Falcons und die New Orleans Saints.

Super Bowl-Party auch in Rostock

Der Fernseh-Sender ProSieben wird das Finale um den 52. Super Bowl am 4./5..Februar ab 23.15 Uhr live übertragen und auch in Rostock gibt es dazu eine spezielle Veranstaltung. Die „Rostock Griffins“, das American Football-Team der Hanse- und Universitätsstadt, lädt am 4. Februar ab 21.00 Uhr zur Super Bowl-Party im „Theater des Friedens“, Doberaner Strasse 5 in Rostock.

Exkurs

Den ersten Super Bowl gewannen übrigens die Green Bay Packers 1967, den vorerst letzten, den 51., die New England Patriots. Die meisten Erfolge verbuchten allerdings bislang die Pittsburgh Steelers, die sechsmal ein Finale für sich entschieden. Dahinter folgen die New England Patriots, die Dallas Cowboys und die San Francisco 49ers mit je fünf Siegen.

Neben dem Super Bowl gibt es zahlreiche hochkarätige Football-Events. So unter anderem seit 1983 Europameisterschaften (Premieren-Sieger war Italien und Deutschland gewann erstmals 2001 EM-Gold …) und seit 1999 auch Weltmeisterschaften. Bei den ersten WM 1999 in Italien siegte Japan vor Mexiko und Schweden.  Bei der zweiten WM-Auflage der IFAF, des Weltverbandes im American Football, setzte sich erneut Japan vor Mexiko durch. Das deutsche Team wurde Dritter, wie auch 2007. Allerdings: Bei den „WM“ 1999/2003 nahmen die USA nicht an der Endrunde teil. Bei den folgenden WM 2007, 2011 und 2015 setzten sich dann die Vereinigten Staaten gegen Japan (2007, 2015) und gegen Kanada (2011) im Finale durch.

Auch im erweiterten Programm (Demonstrationssportart) der „World Games“, der Weltspiele in den nichtolympischen Sportarten, ist American Football dabei. Bei den „World Games“ 2017 in Wroclaw triumphierte Frankreich vor Deutschland, den USA und Polen. 12 Jahre zuvor, bei den „World Games“ 2005 in Duisburg, hatte die deutsche Mannschaft vor Schweden, Frankreich und Australien das dortige Turnier für sich entschieden.

American Football hat seine Ursprünge im Fußball und im Rugby und entstand maßgeblich Ende des 19.Jahrhunderts.

 


 

Sportliche Kalenderblätter zum „American Football“ vom 1. November 2011 und vom 7. Februar 2012 (rostock-sport.de)

 Am „amerikanischen Football“ … / Auch Rostocker haben Herz, Können und Leidenschaft für den „American Football“ / Nachgefragt bei Jens Putzier von den Rostock Griffins – Interview vom 1.11.2011

American Football – Symbolbild

Rostock hat unter anderem dank des FC Hansa Rostock eine erfolgreiche Fußball-Tradition und dank der „Dierkower Elche“ mittlerweile auch eine erfolgreiche Rugby-Tradition. Eine Sportart, die Ende des 19. Jahrhunderts ihre Ursprünge im Fußball und im Rugby hat, ist jedoch American Football, was natürlich auch in Rostock dank der Rostock Griffins sehr erfolgreich betrieben wird.

Und es gibt zahlreiche hochkarätige Sport-Events im American Football, so seit 1967 den Super-Bowl, seit 1983 Europameisterschaften (Premieren-Sieger war Italien und Deutschland gewann erstmals 2001 EM-Gold …) und seit 1999 auch Weltmeisterschaften. Bei den ersten WM 1999 in Italien siegte Japan vor Mexiko und Schweden. Vier Jahre später, bei den WM in Deutschland, verteidigte Japan seinen Titel vor Mexiko und Deutschland. Bei den WM 2007 in Japan triumphierten dann die USA vor Japan und Deutschland. Und die WM 2011 in Österreich entschieden die USA vor Kanada und Japan für sich.

Meisterlich sind aber auch die Rostock Griffins in der Hansestadt in Aktion …

Rostock-Sport fragte bei Jens Putzier von den Rostock Griffins nach

„American Football ist mittlerweile die Rasensportart Nummer 2 in Deutschland …“

Frage: Die Rostock Griffins sind das Aushängeschild des American Football in der Region. Wie kam eigentlich American Football nach Rostock? Wie erfolgte die Vereinsgründung der Rostock Griffins?

Jens Putzier: Mitte der 1990er Jahre taten sich in Rostock „einige Verrückte“ zusammen, um den Sport „American Football“ in Rostock zu etablieren. Angeregt wurde dieses damals unter anderem durch Kontakte mit amerikanischen Werftarbeitern.

Im Jahr 1997 wurde das Ganze dann „offiziell gemacht“ und unter dem Dach des PSV Rostock eine Abteilung American Football gegründet. Die „Blue Stars“ waren geboren. Die ersten Spiele wurden in der Folgezeit in Bad Sülze ausgetragen, aber es gelang, ein Spiel im Leichtathletik-Stadion stattfinden zu lassen, zu dem weit mehr als 1000 Zuschauer kamen. Den ersten Touchdown des Teams machte damals der bis 2011 tätige Headcoach der Mannschaft, Björn Jentzen.

Über eine wechselvolle Geschichte gelang es anschließend nicht immer, durchgängig an einem Ligabetrieb teilzunehmen. Aber es wurde immer intensiv an jungen Talenten geschmiedet, die den heutigen Großteil des aktuellen Kaders bilden. So konnte man die Entwicklung nicht aufhalten.
In den Jahren 2005 und 2006 konnte dann wiederum unter dem Dach des SV Dynamo wieder durchgehend und teilweise erfolgreich an einem Ligabetrieb teilgenommen werden, da sich einige Gründungsmitglieder erneut zusammen fanden und ein neuer Hauptsponsor hinzu kam.

Gemeinsam wurden die vorhandenen Probleme gelöst, die letztlich zu einem hoffentlich letztmaligen Vereinswechsel zum SV Warnemünde führten. Ebenfalls konnten einige erfolgreiche Sportler der Region, wie beispielsweise Alex Czerwinski, für den körperbetonten und anspruchsvollen Sport Football gewonnen werden.

Ab dem Jahr 2007 startete das Team dann in der Oberliga Ost gegen Teams aus Halle, Chemnitz und Berlin auf ihrem neuen wunderbaren „Homefield“ in Warnemünde unter dem Dach des SV Warnemünde Fußball e.V. . Erstmalig gab es auch ein Jugend-Team, die „Young Blue Stars“, die in der Jugendliga Ost aufliefen. Ab dem Jahr 2008 spielte das Team nun allerdings unter dem Namen Rostock Griffins, da es mit dem alten Namen leider rechtliche Probleme gab.

Frage: Wie läuft es gegenwärtig bei den Griffins? Wie viele Mitglieder hat der Verein? Welche Herausforderungen warten in den kommenden Wochen und Monaten?

Jens Putzier: Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Im Jahr 2010 schafften wir den Sprung in die dritthöchste deutsche Spielklasse und hier wurde 2011 die Klasse gehalten.

Das war ein Riesenerfolg und von allen Experten so nicht erwartet. Der Verein hat derzeit etwa 75 Mitglieder, 30 Jugendspieler kommen bald als aktive Mitglieder hinzu. Diese wollen im nächsten Jahr bereits in einer Aufbauliga an den Start gehen.

Des Weiteren ist eine zweite Mannschaft in Planung, die allen Anfängern sowie denen Raum bieten soll, die den Anforderungen der 1. Mannschaft zeitlich und auch leistungsmäßig nicht gewachsen sind oder auch nicht sein können.

Frage: Im letzten Jahr fanden die Fußball-WM in Südafrika bei einem „Mega-Interesse“ statt, die weltmeisterlichen Fußball-Frauen erhielten 2011 in Deutschland ebenfalls starken Zuspruch und zur Rugby-WM 2011 in Neuseeland gab es auch einige TV-Berichte und TV-Übertragungen. Von den WM im American Football 2011 in Österreich bekam der allgemeine Sportfan jedoch kaum etwas mit. Fand die WM auch Interesse bei den Rostocker Griffins?

Jens Putzier: Das kaum einer etwas mitbekommen hat, lag sicher auch an der nicht so optimalen Pressearbeit des Verbandes und vor allem der Bereitschaft der Medien, etwas darüber zu berichten.

American Football ist nach Fußball mittlerweile Rasensportart Nr. 2 in Deutschland. Und das sowohl in der Anzahl der Vereine, deren Mitgliedern und den Zuschauerzahlen. … Wohlgemerkt vor Hockey und auch vor Rugby! Leider macht sich das in der Presse nicht immer so bemerkbar.

Frage: Sind eigentlich die Rostock Griffins – live, zumindest am Bildschirm – bei jedem Super-Bowl dabei?

Jens Putzier: Selbstverständlich. Es ist mittlerweile jahrelange Tradition, dass das Team gemeinsam mit den Fans bei einer großen Superbowl-Party gemeinsam den Bowl live sieht.

Davor gibt es immer ein Riesenprogramm, bei der unter anderem auch die alljährliche „Miss Griffins“ gewählt wird. So wird es auch wieder am 5.Februar 2012 sein. Wir freuen uns bereits jetzt darauf.

Frage: Zu einer American Football-Mannschaft gehören natürlich auch Cheerleader. Wie sieht es da bei den Rostock Griffins aus?

Jens Putzier: Auch da haben wir verschiedenes probiert. Schwierig ist es, gute Trainer zu bekommen. Im letzten Jahr haben wir mit den Cheerleadern der „Baltic Predators“ vom SV Dynamo und unserer eigenen Cheerdance Gruppe „Griffin Dolls“ gearbeitet.

In diesem Winter soll aus beiden Teilen ein eigenes Danceteam nach dem erfolgreichen Vorbild der NFL-Teams oder auch der NFL-Europe-Teams entstehen.

Letzte Frage: Welche Ambitionen haben die Rostock Griffins für 2012?

Jens Putzier: Die 1. Herrenmannschaft hat das Ziel sich weiter in der Regionalliga zu etablieren und dabei mehr Spiele zu gewinnen als im Vorjahr. Als Grundlage hierfür soll die Trainingsstruktur verbessert und das Know-how der einheimischen Spieler und Trainer weiter gefördert werden.

Mittelfristiges Ziel ist es, weitere sportliche Erfolge auf dem Fundament gut ausgebildeter Rostocker Spieler und Trainer zu erringen.

Die 2. Mannschaft soll zusammen finden und ebenfalls wie das für uns unheimlich wichtige Jugendteam an einem Ligabetrieb – möglicherweise in einer Landesliga – teilnehmen. Das alles dürften Herausforderungen genug sein!

Insgesamt sind wir natürlich weiterhin bemüht, unseren tollen Teamsport noch bekannter zu machen, denn unserer Ziel ist es natürlich ebenfalls, unserer immer weiter wachsenden Fan-Schar tolle Events und erfolgreiche Footballspiele zu bieten.

Dann weiter maximale Erfolg mit den Teams und mit den obligatorischen Cheerleadern dazu!

 


 

Zurückgeblickt: Der Super Bowl 2012 / Nachgefragt bei den „Rostock Griffins“ – Interview vom 7.2.2012

Der Super Bowl 2012 ist Football-Historie. Die New York Giants gewannen gegen die New England Patriots mit 21:17. Und in „Big Apple“ hieß es „Feiern ohne Ende“. In Rostock gab es auch echte American Football-Stimmung. Im LT-Club feierten die „Rostock Griffins“ – bei Live-Übertragung und sportiv-attraktivem Rahmenprogramm.

Rostock-Sport fragte nach – Jens Putzier von den „Rostock Griffins“ über das Endspiel im Super Bowl 2012, die Veranstaltung dazu im LT-Club und die Stimmung während des Spiels bei den „Rostock Griffins“

„Bis zum Ende spannend …“

Frage: Die „Giants“ gewannen den Super Bowl in Indianapolis 2012. Wie verlief das Spiel aus Deiner Sicht?

Jens Putzier: Zunächst einmal ist zu sagen, dass es wieder einmal Werbung für unseren tollen Teamsport war, sah man doch, dass jedes Spiel erst beendet ist, wenn der letzte Ball geworfen und die Pfeife der Referees das letzte Mal verklungen ist.

Es ist immer toll, wenn das Endspiel bis zum Ende spannend bleibt und der kleinste Fehler so ein Spiel entscheidet. Und die Hauptsache, die unseren Sport halt extrem prägt, konnte auch jeder erkennen – es ist und bleibt eine Teamleistung, da kommt es halt auf JEDEN Spieler im Zusammenwirken des Teams an. Elli Manning kann auch nur glänzen, wenn seine O-Line ihm die Zeit verschafft, der Receiver kann den Ball auch nur spektakulär fangen, wenn der QB ihn perfekt wirft usw., usw. …

Frage: Was waren aus Deiner Sicht die entscheidenden Momente im Spiel?

Jens Putzier: Entscheidend waren sicher zu Beginn der Partie die Fehler der Patriots, wie zum Beispiel die Strafe für 12 Mann auf dem Feld bei eigentlich durch die Pats forciertem Ballverlust der Giants. Und dann natürlich kurz vor Schluss der unvollständige Pass von Brady auf Welker, der eigentlich in der Saison alles gefangen hat…

Frage: Konntet Ihr Euch etwas von den Giants oder von den Patriots für Eure Spielweise „abschauen“?

Jens Putzier: Auch wenn es blöd klingt, ist unsere Spielweise nicht unbedingt eine andere. Halt nur auf einem anderen Niveau. Die grundsätzlichen Sachen ändern sich im Football nicht. Beeindruckend für mich als Offense Fan ist natürlich so eine No-Huddle Offense wie kurz vor Spielschluss und natürlich die Intensität, mit der diese Partie geführt wurde.

Weiter schaue ich mir natürlich auch immer die Trainer an, welche Entscheidungen sie wann und wie treffen. Das sind so erfahrene Coaches, wie man am letzten TD der Giants sehen konnte. Diesen hat der Coach der Pats halt geplant, auch wenn das jetzt komisch klingt, hatte er seinem Team doch so aber die Chance erhalten, nochmals in Ballbesitz zu kommen.

Frage: Wie war eigentlich die Stimmung im LT-Club? Bei Euch gab es zwar nicht die OB-Wahl, dafür aber eine ganz besondere …

Jens Putzier: Die Stimmung war hervorragend. Sowohl die Miss-Wahl als auch die Auftritte des Rappers KEAS, der Cheerdancer der Baltic Dance Force oder der Tänzerinnen von der „university of urban arts“ wurden begeistert aufgenommen. Das Ergebnis der OB-Wahl wurde natürlich auch bekannt gegeben, denn auch wir nehmen aktiv am Leben in der Hansestadt teil.

Frage: Wie waren eigentlich die Fan-Lager (Giants/Patriots) an diesem Abend bei Euch verteilt?

Jens Putzier: Eigentlich gab es mehr Fans der Patriots, haben diese doch in der regulären Saison richtig tolle Spiele abgeliefert und eine Bilanz von 13:3 Siegen erreicht. Die Giants sind ja gerade so in die Play-offs geschlittert mit ihrer 9:7 Bilanz, mit der übrigens noch niemand Super Bowl Champion geworden ist.

Aber die Giants haben auch in den Play-offs die beiden besten Teams der Saison, Green Bay und San Fransisco, geschlagen, insofern ist der Titel auf jeden Fall verdient und ich gönne ihn vor allem Elli Manning, der jetzt endlich aus dem Schatten seines großen Bruders Peyton getreten ist.

Dann beste Erfolge für die „Rostock Griffins“ 2012!

 

Text und Interviews (Archiv): Marko Michels