Von den Internationalen Deutschen Meisterschaften zum Springertag

Blick in die 1955 eröffnete Neptunschwimmhalle in Rostock während eines Internationalen Springertages. Foto: Wolfgang Gross

Es ist wieder Wasserspringer-Zeit in Rostock. Vom 23.Februar bis zum 25.Februar findet der 63.Internationale Springertag, zugleich 24.FINA Diving Grand Prix, in der Neptun-Schwimmhalle in Rostock statt.

Zwischen Halloren-Cup…

Im Vorfeld dieser traditionsreichen Veranstaltung gab es am 27./28.Januar 2018 den 45.Halloren-Pokal (Team-Wettkampf) in Halle/Saale, der mit einem Rostocker Sieg bei den Frauen (Rostock in der Besetzung Saskia Oettinghaus, Anna Shyrykhay bzw. Thalea Paschel) und mit einem Berliner Sieg bei den Herren endete.

…Internationalen Deutschen Hallen-Meisterschaften…

Zudem wird neun Tage vor dem Springertag in Rostock die Internationalen Deutschen Hallen-Meisterschaften im Wasserspringen vom 14.Februar 2018 bis 18.Februar 2018 an gleicher Stelle ausgetragen. An diesen Meisterschaften werden 60 Springerinnen und Springer (bei 137 Meldungen) aus Österreich, Bulgarien, Kanada, Dänemark, Italien, von Swiss Diving, vom Berliner TSC, vom SC DHfK Leipzig, vom SV Halle, vom SV Neptun 1910 Aachen, von der SVg Münster von 1891, vom VfL Waiblingen 1862 und vom WSC Rostock teil.

… zum Springertag / Erster großer internationaler Wettkampf für die Wasserspringer 2018

Rostock mit dem Springertag war nun der erste große internationale Wettkampf im Wasserspringen im neuen Jahr, wobei 2018 „Halbzeit“ auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo sein wird. Jüngere Wasserspringerinnen bzw. Wasserspringer stellen sich den Zuschauern und Preisrichtern ebenso wie erfahrene Sportlerinnen bzw. Sportler. „Ähnliches“ gilt für die Trainer der verschiedenen Teams.

29 Nationen und zehn Entscheidungen

Beim Internationalen Springertag 2018, zugleich Diving Grand Prix, stehen zehn Entscheidungen auf dem Programm, am 23.Februar 2018 die Finals im Kunstspringen der Herren, im Turmspringen der Frauen bzw. im Mixed-Synchronspringen (Drei-Meter-Brett), am 24.Februar 2018 die Finals im Kunstspringen der Frauen, im Synchronspringen der Herren vom Drei-Meter-Brett sowie vom Turm bzw. im Mixed-Synchronspringen vom Turm und am 25.Februar 2018 die Finals im Turmspringen der Herren sowie im Synchronspringen der Frauen vom Drei-Meter-Brett bzw. vom Turm.

Für den Internationalen Springertag 2018, für den die Ministerpräsidentin von M-V, Manuela Schwesig, die Schirmherrschaft übernahm, meldeten 29 Nationen. Norwegen, Ungarn, Österreich, Ägypten und Tschechien entsenden „nur“ Kampfrichterinnen bzw. Kampfrichter. 120 Springerinnen und Springer starten bei den Wettkämpfen. Insgesamt werden hingegen 230 Teilnehmer, neben den Wasserspringern auch Trainer, Offizielle und Wettkampfrichter, vor Ort sein.

Wie fing es eigentlich an?! Was sind „die Wurzeln“ des Springertages in Rostock?

Kaum zu glauben, aber Rostock erlebt 2018 den bereits 63.Internationalen Springertag – das ist schon eine einzigartige Tradition in der sportlichen Welt des Wasserspringens.

Und… Wie heißt es doch in einem Werbeslogan für Hustenbonbon so schön: „Wer hat`s erfunden?!“ – Dieses Mal – ausnahmsweise nicht – die Schweizerinnen und Schweizer, auch wenn sie 2017 in Rostock wieder am Start sind.

Idee „bei einem Bierchen“…

„Diese Idee kam uns, Trainer Heinz Kitzig und mir, bei einem `Bierchen`in der Gaststätte der damals neu eröffneten Neptun-Schwimmhalle. Wir beide waren ziemliche `Freaks` des Wasserspringens, wie man heute wohl im positiven Sinne sagen würde. In den damaligen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt galten aber nicht nur sportliche Argumente… Wir mussten `beweisen`, dass es uns mit diesem Wettbewerb auch um Frieden und Völkerfreundschaft ging !“, verriet einst Max Kinast, das Rostocker Wassersprung-Denkmal, der unter anderem auch solche Wasserspringerinnen wie die dreifache Olympiasiegerin 1960/64, Ingrid Krämer, oder die Weltmeisterin 1973 bzw. Olympia-Zweite 1976, Christa Köhler, zugleich seine Ehefrau, formte.

Ingrid Engel-Krämer, die im Juli junge 75 wird, stoppte bereits 1960, bei den Spielen in Rom, den Siegeszug der amerikanischen Springerinnen und gewann das Kunst- und Turm-Springen. In der italienischen Hauptstadt startete sie allerdings noch für den SC Einheit Dresden. Im Olympia-Jahr 1964 nahm Ingrid Engel-Krämer dann als Mitglied des SC Empor Rostock an den Olympischen Spielen 1964 in Tokyo teil, holte Gold im Kunst-Springen und Silber im Turm-Springen.

Erfolgreiche Schützlinge mit Talent und Disziplin

Zu Ingrid Engel-Krämer verriet Max Kinast: „Tja, die Ingrid bestach vor allem mit einer unbändigen Willensstärke und einem ungemeinen Fleiß. Talent war natürlich vorhanden, das allein machte jedoch nicht ihren Erfolg aus. Ingrid hatte anfangs Probleme mit der Figur, aber mit eiserner Selbst-Disziplin konnte sie dieses `Manko` schnell `beheben`!“.

Und über „seine Christa“ meinte er: „Christa war eine beachtliche `Mischung` aus Talent, Fleiß und Willensstärke. Sie zeigte ihre Stärke – gerade bei den internationalen Meisterschaften jener Jahre – in den Pflicht-Elementen. Vor allem beim WM-Sieg`73 war sie herausragend.“.

Deutsche Springerinnen und Springer mit den meisten Erfolgen

Die erfolgreichsten Länder – im Hinblick auf die Erfolge – bei den letzten 62 Internationalen Springertagen waren Deutschland (mit DDR bzw. Westdeutschland) mit 135 Siegen, China mit 119 Siegen und Russland/die Sowjetunion mit 45 Siegen. Insgesamt konnten zwanzig Länder beim „IST“ Siege erringen. Im letzten Jahr, 2017, gingen diese an China (fünf), Kanada, Deutschland und Russland (je einen).

Sportiver Rückblick auf 2017

Saskia Oettinghaus und Louisa Stawczynski bei der goldenen Siegerehrung zum Wettbewerb Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett bei den Europaspielen 2015. Foto: Monika Dietrich/WSC Rostock

Beim Internationalen Springertag in Rostock 2017 gewannen übrigens acht Länder Medaillen, führend wieder einmal China mit 5 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze gefolgt von Deutschland bzw. Kanada mit jeweils 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze, Russland mit 1 x Gold, der Ukraine bzw. den Niederlanden mit jeweils 1 x Silber und Malaysia bzw. Weissrussland mit jeweils 1 x Bronze. Rostocks Saskia Oettinghaus belegte 2017 einen ausgezeichneten sechsten Platz im Kunstspringen. Die deutsche Goldene beim 62.Internationalen Springertag in der Hanse- und Universitätsstadt im Vorjahr gewannen Patrick/Hausding/Stephan Feck im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett der Herren.

Aber nun steht der 63.Internationale Springertag, zugleich 24.Diving Grand Prix, im Fokus.

M.Michels