Symbolbild – Skilanglauf

 

Viele Diskussionen vor den Spielen und um die Winterspiele 2018

So anziehend die Olympischen Spiele auch sind, so beeindruckend deren Wurzeln, Entwicklung und Ideale und so faszinierend der friedvolle Wettstreit der weltbesten Athletinnen bzw. Athleten zudem sein mögen, zu Olympia kann der gemeine Sportfan nur noch ein ambivalentes Verhältnis entwickeln.

Nicht gerade ungehemmte olympische Vorfreude

Wieder ist eine wintersportliche Retorten-Stadt Gastgeber von Winterspielen, werden die Kosten mindestens 11 Milliarden Euro betragen (plus x), wurden Umweltsünden begangen und ist die weitere Nutzung der neuen Sportstätten ungewiss. Das Programm der Spiele platzt weiter aus allen Nähten (wieder mehr Wettbewerbe als vor vier Jahren). Und das Thema Doping beherrscht die Schlagzeilen. Während seit 2015 allein die Russen als vermeintliche Doping-Sünder herhalten müssen, wurde nun bekannt, dass massiv auch im Skilanglauf – und sicher nicht nur dort und nicht nur in Russland – leistungsfördernde Substanzen eingenommen wurden.

Rechtsstaatlichkeit gilt auch im Hochleistungssport

Während einige, die in einem demokratischen Rechtsstaat groß wurden, plötzlich die Urteile eines unabhängigen Gerichtes (CAS) anzweifeln und die Freisprüche gegenüber den meisten gesperrten russischen Sportlerinnen bzw. Sportler nicht akzeptieren können, kommt der gemeine Sportfan ins Grübeln. Gelten nun Rechtsstaat und Demokratie nur dann, wenn Sportlerinnen bzw. Sportler vermeintlich befreundeter Staaten frei gesprochen werden oder tatsächlich für jede/jeden?!

Es muß halt die individuelle Schuld einer jeden Sportlerin bzw. eines jeden Sportlers „hieb- und stichfest“ nachgewiesen sein, ganz klare Beweise müssen vorliegen, ansonsten gilt die Unschuldsvermutung.

Die CAS hat anhand der vorliegenden Unterlagen/Aussagen eine rechtsstaatliche Entscheidungen/Urteile getroffen, über die sich auch das IOC nicht hinweg setzen kann bzw. darf. Oder steht das IOC über dem Gesetz und der Rechtsstaatlichkeit?

Ganz deutlich: Sind einhundertprozentige Beweise vorhanden, die die Schuld des „Sportlers XY“ darlegen, gehören dieser verurteilt und gesperrt. Wenn nicht, muß man diesen starten lassen, ob es einem gefällt oder nicht. Deutschland mit seinen Vergehen an der olympischen Idee – Stichworte „Olympia 1936“, „Doping in der DDR“ und „Doping in Westdeutschland“ – sollte da mit Kritik an der CAS äußerst zurückhaltend sein.

Pyeongchang verdient eine faire Chance

Mal weg von den Doping-Diskussionen…  Die Olympischen Winterspielen 2018, die koreanischen Gastgeber, die Einwohner Koreas, die mit viel Herzblut und Hingabe diese Spiele organisieren, haben jedoch eine faire Chance verdient. Und erst recht die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt.

Deutschland mit großen Sport-Persönlichkeiten 2018

Gerade das Deutschland des Jahres 2018 hat großartige Athletinnen bzw. Athleten. Die Biathletin Laura Dahlmeier etwa. Oder den Kitzbühel-Helden von 2018 Thomas Dreßen. Das Rodel-Team um Natalie Geisenberger, Felix Loch oder Toni Eggert/Sascha Benecken.

Es gibt die Bob-Asse Nico Walter, Johannes Lochner, Francesco Friedrich oder Stephanie Schneider. Die Alpine Viktoria Rebensburg ist wieder bestens dabei, ebenso wie die Snowboarder um Ramona Theresia Hofmeister sowie Selina Jörg und die große Kämpferin bzw. Freidenkerin Silvia Mittermüller. Die Skisprung-Mannschaft um Richard Freitag, Andreas Wellinger, Katharina Althaus bzw. Carina Vogt macht große Hoffnungen.

Die „Crowd“ um Eric Frenzel, Johannes Rydzek, Fabian Rießle, Vinzenz Geiger & Co. wird bestimmt nordisch „goldig“ kombinieren. Aliona Savchenko/Bruno Massot könnten sich im Paarlauf/Eiskunstlaufen schönste Medaillen-Träume erfüllen. Im Eisschnelllaufen dürfte die große, ewig junge Sportlerin Claudia Pechstein für Überraschungen sorgen. Das deutsche Skeleton-Team um Jacqueline Lölling sollte ebenfalls Erfolge feiern können.

Erfolgreicher olympischer Sport-Winter 2017/18 aus deutscher Sicht

Bei den Weltcups 2017/18 im Schlittensport (Rennrodeln, Bob bzw. Skeleton), im Skisport (Alpin, Nordisch bzw. Freestyle), im Snowboarden und im Eissport (Eisschnelllaufen) und bei der Grand Prix-Serie im Eiskunstlaufen 2017/18 waren viele der Genannten schon sehr erfolgreich. Im olympischen Weltcup- bzw. Grand Prix-Winter 2017/18 erkämpften die deutschen Winter-Sportlerinnen und -Sportler insgesamt 216 Medaillen: 78 x Gold, 71 x Silber, 67 x Bronze.

Am erfolgreichsten war die „Rodel-Fraktion“ mit 28 x Gold, 17 x Silber, 22 x Bronze, gefolgt von den „Bobbies“ (Bobsport) mit 14 x Gold, 8 x Silber, 9 x Bronze, der Skisprung-Mannschaft (mit Skiflug-WM) mit 6 x Gold, 13 x Silber, 8 x Bronze, den Biathletinnen/Biathleten mit 6 x Gold, 6 x Silber, 5 x Bronze und den Alpinen mit 6 x Gold, 4 x Silber, 4 x Bronze.

Erfolgreich waren zudem die Skeletonis mit 5 x Gold, 5 x Silber, 6 x Bronze, die Nordischen Kombinierer mit 4 x Gold, 7 x Silber, 5 x Bronze, die Snowboard-Enthusiasten mit 3 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze, die EisschnellläuferInnen mit 2 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze, die Ski-Freestyler mit 2 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze und die Eiskunstläufer (dank Aliona Savchenko/Bruno Massot) mit 2 x Gold, 1 x Silber.

Beim Deutschland-Cup im Eishockey der Herren wurde Deutschland hinter Russland bzw. der Slowakei und vor den USA Dritter. Die olympische Generalprobe am 6.Februar 2018 gewann das deutsche Eishockey-Team der Herren in Kloten gegen die Schweiz mit 2:1.

Mit Optimismus, aber nicht mit Übermut nach Pyeongchang

Die deutschen Winter-Athletinnen bzw. Athleten und die deutschen Sportfans können also optimistisch auf die Winterspiele 2018 blicken – zumindest, was das Sportliche betrifft.

Jedoch: Wenn jetzt deutsche Massenmedien von 27 bis 32 Goldmedaillen (!!!!!) reden bzw. schreiben, ist das eher olympische Tagträumerei. Olympia hat bekanntlich eigene Gesetze. Und so, wie früher „der Klassenfeind“ nicht schlief, gilt das um so mehr heute für die internationale Konkurrenz. Vieles kann passieren – im Positiven wie im Negativen. „Underdogs“ im Sport gibt es nicht mehr.

Deutsche Wintersport-Traditionen

Bereits 1908, als es Winterspiele noch gar nicht gab, erkämpften deutsche Sportlerinnen und Sportler in einer Wintersportart die ersten wintersportiven Olympia-Medaillen – im Eiskunstlaufen, das 1908 in London und 1920 in Antwerpen Bestandteil der Sommerspiele war.

Elsa Rendschmidt holte 1908 Silber im Eiskunstlauf der Frauen und Anna Hübler/Heinrich Burger errangen Gold im Paarlaufen. Bei den ersten offiziellen Winterspielen (im Nachgang) 1924 in Chamonix waren deutsche Sport-Asse unerwünscht – Deutschland galt als Hauptverursacher des ersten Weltkrieges – aber eine gebürtige Deutsche durfte sich dennoch über eine Medaille freuen. Die gebürtige Potsdamerin Ludowika Jakobsson, geborene Eilers, holte mit ihrem finnischen Ehemann Walter Jakobsson in Chamonix 1924 Silber im Paarlaufen/Eiskunstlaufen, nachdem beide 1920 Gold erkämpft hatten.

1936, bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen unter dem Hakenkreuz, gab es dann die ersten deutschen Olympiasiege bei offiziellen Olympischen Winterspielen. Im Paarlaufen/Eiskunstlaufen gewannen Maxi Herber/Ernst Baier und in den alpinen Kombinationen bei den Frauen bzw. bei den Herren waren Christl Cranz und Franz Pfnür die Besten.

Vor der Wende und nach der Wende

Vor der gesellschaftlichen Wende 1989/90 errangen beide Deutschländer, DDR und Westdeutschland zusammen gerechnet, bei den Winterspielen 1988 in Calgary die meisten Medaillen – bezogen nur auf Olympische Winterspiele: 33 Medaillen, darunter 11 x Gold.

Dieser „Rekord“ wurde erst 2002 in Salt Lake City mit 36 Medaillen, darunter 12 x Gold „geknackt“ und besteht noch heute. 12 Goldene, aber „nur“ 29 Medaillen hatten die deutschen Winter-Sportlerinnen und -Sportler auch 1998 in Nagano „geschürft“.

Ein neuer deutscher Medaillen-Rekord bei Winter-Olympia 2018…

Das deutsche Olympia-Team 2018 hat das Potenzial, den „Rekord“ von 2002 zu verbessern… Die ausgezeichneten Leistungen der olympischen Saison begründen diese Annahme. Aber: So schön Medaillen auch sein mögen, es gibt Wichtigeres als diese – vor allem friedvolle Spiele.

Ganz gleich, wie die deutschen Winter-Sportlerinnen und -Sportler in Pyeongchang glänzen werden, Respekt und Achtung gegenüber ihren Leistungen haben sie sich schon jetzt verdient. Eine olympische Teilnahme, eine olympische Qualifikation ist wirklich aller Ehren wert! Also immer an den alten Coubertin denken – ohne „mildes Lächeln“ dabei…

 

M.Michels

 


 

AKTUELLE STATEMENTS vom deutschen Olympia-Biathlon-Team 2018, übermittelt von Ralph Eder, Pressesprecher des Deutschen Skiverbandes

Gerald Hönig, Bundestrainer Damen
„Vor vier Jahren waren wir nicht so breit und kompakt aufgestellt, wie jetzt. Wir haben nun sechs Leistungsträgerinnen, die in der Lage sind, im Spitzenbereich anzukommen. Wir können uns alle auf die Spiele freuen, als emotionalen Höhepunkt, aber auch als sportlichen Höhepunkt in der Karriere eines Sportlers.

In der Vorbereitung haben wir am Feinschliff gearbeitet. Außerdem haben wir versucht, ein paar Erfolgserlebnisse zu schaffen, so dass wir mit breiter Brust nach Korea fliegen können. Wir haben beim Schießen ein paar Stresssituationen geschaffen, um das Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Schießergebnisse im Januar waren nicht immer so, dass wir absolut konkurrenzfähig waren. Das Schießen war daher ein Schwerpunkt in unserem Lehrgang in Hochfilzen. Und wir haben an der körperlichen und mentalen Frische gearbeitet.

Wir haben uns schon langfristig über die Zeitverschiebung Gedanken gemacht. Das ging von deutlich früher nach Korea zu reisen, um sich eine Stunde pro Tag anzupassen, bis hin zu erst kurz vor dem ersten Wettkampf anzukommen, um die Ermüdung vor Ort nicht zu provozieren. Wir haben uns für die letzte Variante entschieden. Wir werden die Umstellung nicht bewusst vorantreiben, sondern versuchen, so lange wie möglich in der mitteleuropäischen Zeit zu bleiben. Denn unsere Nachtrennen entsprechen den Wettkampfzeiten in Europa, daran ist der Körper dementsprechend gewöhnt. Wir werden die Umstellung also schleichend angehen, es ergibt sich dann von selbst. Wir werden das mit verdunkelten Zimmern und besonderem Licht, das Aktivierungsphasen oder passive Ermüdungsphasen hervorruft, unterstützen. Wir werden es auf jeden Fall gelassen angehen.

Die Einsatzkonzeption wurde in Hochfilzen gemacht, damit sich die Sportler gut vorbereiten können. Es ist das Ziel, dass wir jede Dame vor der Staffel im Wettkampf sehen. Denn die Staffel sollte nicht der erste Wettkampf für die Starterinnen sein. Es ist wichtig, dass man vorher schon mal ein Rennen hat, um sich an die Atmosphäre und auch die Wettkampfsituation zu gewöhnen. Dazu ist jeder Einzelstart wichtig, um diese Situation schon mal durchlebt zu haben.

Wenn wir gesund bleiben, haben wir das Ziel, in den Rennen, in denen wir an den Start gehen, um die Medaillen mitzukämpfen. Zu wie vielen es dann reicht, kann man nicht voraussagen. Ein bis zwei in den Einzelwettbewerben und eine mit der Staffel wären ein sehr gutes Ergebnis. Außerdem liegt mir viel daran, gemeinsam mit den Männern in der Mixed-Staffel Edelmetall zu gewinnen.“

Mark Kirchner, Bundestrainer Herren
„Simon Schempp ist derzeit in bestmöglicher Behandlung. Sein Problem ist noch nicht ganz beseitigt. Er trainiert zwar, wendet aber auch viel Zeit für seine Genesung auf. Das läuft mit kleineren Fortschritten seit Antholz so, und wir hoffen, dass er es bis zum Sprint in Pyeongchang schafft. Dafür tun wir alles.

Alle unsere Olympiastarter, einschließlich der Neulinge Roman Rees und Johannes Kühn, haben diesen Winter schon Top-Sechs-Ergebnisse erzielt. Das ist für die Mannschaft ein sehr erfreulicher Zustand. Wir haben adäquate Ersatzleute dabei, die jederzeit in ein Rennen gehen könnte, wenn es nötig sein sollte, und da durchaus auch Chancen hätten.

Wir haben diese Saison viele Platzierungen zwischen Rang vier und zehn belegt. So viele Podiumsplatzierungen wie letzten Winter hatten wir zwar nicht, aber die Leistung ist insgesamt nicht schlechter geworden. Mit Johannes Thingnes Bö und Martin Fourcade legen zwei Athleten die Messlatte derzeit sehr hoch. Eric und Arnd haben es auf das Podest geschafft, die anderen waren jeweils knapp dran. Das lässt uns für Olympia alle Chancen offen.

Die Strecke ist anspruchsvoll mit relativ steilen Anstiegen. Diejenigen, die in der Saison bewiesen haben, dass sie zu den Besten gehören, sind in der Regel auch die, die zum Jahreshöhepunkt ihre Leistung abrufen können. Wer in Form ist, kommt auf jeder Strecke zurecht. Aber wir haben die steilen Anstiege mit den Übergängen der Olympiastrecke natürlich in das Training in Hochfilzen integriert. Alles entscheidend ist immer eine gute Form und der Kopf dazu. Eine eigene positive Grundeinstellung und eine gute Stimmung in der Mannschaft sind immer wichtig. Wenn das Team intakt ist, dann ist es auch bereit für gute Leistungen. Das versuchen wir hinzukriegen.

Deshalb haben wir das Gewehr nach Antholz erst mal für drei Tage zur Seite gestellt, um den Kopf frei zu bekommen und die Konzentration wieder hochzufahren. Danach haben wir begonnen, mit Schießtraining unter Ruhebedingungen weiter an der Sicherheit und den Technikelementen zu arbeiten. Aber je näher die Olympischen Spiele rückten, desto häufiger haben wir schnelle Schießserien trainiert. Denn inzwischen schießt fast das gesamte Feld sehr schnell, und wir haben da noch Reserven.

Ich wäre zufrieden, wenn wir mit zwei Medaillen nach Hause fahren: Einer Einzelmedaille und der Staffelmedaille.“

Laura Dahlmeier
„In diesem Jahr ist die Situation bei Olympia wirklich ganz anders als noch vor vier Jahren. Damals war es meine erste komplette Weltcup-Saison. Es war alles neu, alles spannend, und so habe ich auch Olympia wahrgenommen. Es war fast wie ein großer Abenteuer-Spielplatz. Sportlich hat es leider ja nicht ganz so geklappt. Ich war etwas ausgebrannt. Trotzdem habe ich versucht, die ganzen Emotionen und das ganze Drumherum aufzusaugen.

Mit den Erfolgen der letzten zwei,drei Jahre ist es schon etwas anderes. Natürlich ist mein persönlicher Anspruch diesmal ein anderer, aber auch die Erwartungen von außen. Von daher werden es wahrscheinlich nicht mehr ganz so ruhige Spiele für mich werden wie noch in Sotschi.

Die bisherige Saison lief für mich zwar, auch wegen der Ausfälle, nicht ganz auf dem konstant hohen Niveau wie letzten Winter. Aber trotzdem war es bis jetzt sicherlich eine gute Saison. Ich bin nun mal keine Maschine, aber ich weiß, was ich kann, und das habe ich in diesem Winter auch schon gezeigt. Und so fahre ich jetzt auch nach Pjeongchang. Dort habe ich letzte Saison sehr viele positive Erfahrungen gemacht. Mit dem Schießstand bin ich sehr gut zurecht gekommen und die Aufteilung der Runde hat mir auch sehr gut gefallen.

Ich freue mich, wieder im olympischen Zirkus unterwegs zu sein und wieder viele Sportler aus verschiedenen Disziplinen zu treffen. Von Korea selbst werden wir vermutlich auch heuer nicht viel sehen.“

Maren Hammerschmidt
„Es ist mir noch gar nicht richtig bewusst, dass Olympia schon so nahe ist. Ich bin noch voll im Trainingsmodus. Aber wenn ich dann im Flieger sitze, wird in den acht, neun Stunden bestimmt noch etwas mit mir passieren.

Die Strecke in Pyeongchang ist anspruchsvoll mit vielen steilen Bergen. Das kommt mir entgegen. Am Schießstand hat es mal ganz gut und mal nicht so gut funktioniert. Aber ich gehe da bei null wieder ran. An jedem Schießstand ist es möglich, fehlerfrei zu bleiben. Ich muss in den Rennen vor allem darauf achten, mich beim Schießen auf mich zu konzentrieren.

Ich möchte perfekte Rennen anbieten. Wenn ich sagen kann, dass es perfekt war, dann werde ich auch zufrieden sein. Was die Konkurrenz macht, kann ich nicht beeinflussen. Natürlich möchte ich gerne in der Staffel laufen, aber das wird sich erst vor Ort entscheiden.

Letztes Jahr waren wir mit einem Fernsehsender bei einem Tempel in Pyeongchang. Da konnten wir einen ganz kleinen Einblick in die Kultur gewinnen. Aber leider haben wir an den Wettkampforten nie richtig Zeit, die Kultur zu erleben. Vielleicht wird das ja diesmal anders, wenn wir länger vor Ort sind. Aber wir haben auch einen sehr langen Wettkampfplan.“

Benedikt Doll
„Ich freue mich schon sehr auf die Olympischen Spiele. Ich fühle mich gut. Die letzten Weltcups sind sehr erfolgreich verlaufen. Ich kann mit einem guten Gefühl nach Pyeongchang fliegen.

Man kann die guten Ergebnisse aus Antholz zwar nicht direkt in die Vorbereitung mitnehmen. Aber es gibt Sicherheit, weil man weiß, dass man es im Wettkampf geschafft hat. Das ist sehr viel Wert und dieses Gefühl kann man im Training nicht erzeugen.

In der Vorbereitung habe ich viel Schnelligkeit geübt, damit ich beim ersten Rennen mit höchster Geschwindigkeit an den Start gehen kann. Ich will eine Medaille gewinnen, dann bin ich sehr zufrieden.

Beim Weltcup in Pyeongchang letztes Jahr war es schon so warm, dass der Wettkampf etwas verzerrt wurde. Aber im Grunde ist der Schießstand gut zu beherrschen, und die Strecke hat mir auch gelegen. Es geht immer etwas bergauf und bergab. Und das passt mir.

Ich freue mich, dass Roman dabei ist. Jetzt kommen so viele Biathlon-Olympioniken aus dem Schwarzwald, wie noch nie. Es ist umso schöner, die Olympia-Premiere gemeinsam mit meinem langjährigen Trainingspartner zu erleben.“