Nachgefragt bei Werner Gallas vom „Ostsee Golfclub Wittenbeck“

Golf ist eine Jahrhunderte alte Sportart. Schotten, die alten Ägypter, Holländer, Franzosen, Engländer und auch Japaner nehmen mehr oder minder forsch für sich in Anspruch, die „Erfinder“ des Golfs zu sein.

Golf ist zudem beliebt – weltweit gibt es 60 Millionen Golfspielerinnen und –spieler. In Deutschland sind es 600000 Aktive. Golf gehört also zu den Sportarten, die im Trend liegen.

Und nicht zuletzt: : Golf war 1900 bzw. 1904 olympisch und seit 2016 sind die Golferinnen bzw. Golfer wieder unter den fünf olympischen Ringen aktiv.

Natürlich gibt es auch in M-V eine golfsportliche Begeisterung, so auch in Wittenbeck und Umgebung.

Nachgefragt bei Werner Gallas, Geschäftsführer vom „Ostsee Golfclub Wittenbeck“

Werner Gallas über die Entwicklung des „Ostsee Golfclubs Wittenbeck“, den Zuspruch zum Golfsport in M-V, kommende Turniere, den Golfsport allgemein und Perspektiven dieser Sportart in der Region

„Wollen unsere Besucherzahlen weiter steigern…“

Frage:  Seit 2016 steht Golf wieder auf dem olympischen Programm. Gibt es dank der olympischen Weihen für den Golfsport noch mehr Zuspruch zu dieser traditionsreichen Sportart in M-V, speziell in Wittenbeck und Umgebung?

Werner Gallas:  Die Teilnahme der Sportart Golf an den olympischen Spielen hat bisher keinerlei Einfluss auf den Golfmarkt in MV. Unser Bundesland ist ein Flächenland, die Bevölkerungszahl damit gering. Daran wird auch das olympische Golfturnier nichts ändern können.

Frage: Wie verlief die Entwicklung des Ostsee Golfclub Wittenbeck? Wie viele jüngere Golf-Talente sind bei Ihnen gegenwärtig organisiert?

Werner Gallas: Der „Ostsee Golf Club Wittenbeck e.V.“ wurde 1996 gegründet, zu diesem Zeitpunkt noch mit 6 Golfbahnen. Im August 2007 konnten dann mit dem Meisterschaftsplatz Eikhof weitere 18 Golfbahnen eröffnet werden. Im Zuge der Baumaßnahmen „Eikhof“  vergrößerte sich der ehemalige Sechs-Loch-Platz auf neun  Bahnen, den wir heute „Höstingen“  nennen.

Seit der Eröffnung im August 2007 haben wir zahlreiche Auszeichnungen für die Golfanlage erhalten. Gerade das Qualitätssiegel „Golf & Natur“ hat für uns eine große Bedeutung.

Mit Programmen wie diesem können wir es schaffen, langfristig eine Trendwende im Golfsport zu erreichen, um so auch mehr Nachwuchs im Golfsport zu akquirieren. Aktuell spielen bei uns circa 40 Golfer unter 18 Jahren bei einem Mitgliederbestand von 310.

Frage:  Welche Höhepunkte wird es im Golfsport 2017 in M-V noch geben? Welche Highlights gab es schon aus Sicht Ihres Golfclubs?

Werner Gallas: Die Turnier-Dichte in unserem Land ist relativ gering. Die Landes-Mannschaftsmeisterschaften vom 8.Juli bis 9. Juli sowie die Landes-Einzelmeisterschaften Anfang September zählen zu den größeren Highlights des Golfsports in M-V 2017.

Frage:  Golf gilt als elitärer Sport … Nur ein „Klischee“ ?!

Werner Gallas: Golf ausschließlich als elitäre Sportart zu sehen, ist ein Klischee. Die Historie hat dazu einen großen Beitrag geleistet, wodurch das Image des Golfsports nicht besonders positiv ist. Das stellt für die Golfanlagen ein großes Problem dar, welches wir mit Programmen wie „Golf & Natur“ versuchen zu „bekämpfen“,  um damit einen Imagewandel zu erzielen.

…Der Golfplatz als Ort um Geschäfte abzuwickeln? Wohl kaum! Es geht mehr um die frische Luft, die Erholung und die Entspannung in einzigartiger Natur.

Frage: Welche Ambitionen hat Ihr Golfclub für die kommenden Jahre?

Werner Gallas: Wir sind eine touristisch orientierte Region. Die Ostseebäder Kühlungsborn und Heiligendamm sind ein attraktives Urlaubsziel für viele Urlauber geworden, auch für Golfer. Mit Hilfe zahlreicher Kooperationspartner in der Hotellerie wollen wir unsere Besucherzahlen weiter steigern. Auch der skandinavische Markt, insbesondere Dänemark, hat für uns jede Menge Potenzial. Dieses Potenzial gilt es auszuschöpfen.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für den Golfsport und eine positive Entwicklung für den „Ostsee Golfclub Wittenbeck“!

Zur Info: Der Golfsport und Olympia

Vor Jahresfrist war es endlich so weit. Es durfte, es konnte bei Olympia wieder „gegolft“ werden. 112 lange Jahre mußten die Golf-Spieler warten, bis ihnen endlich wieder olympische Ehren zuteil werden. Die Frauen übten sich noch länger in Geduld, warteten sogar 116 Jahre, weil diese im Jahr 1900 ihren ersten und zugleich letzten olympischen Wettkampf hatten.

USA im olympischen Golfsport 1900 und 1904 dominierend

Bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris gab es nämlich sowohl für die Damen als auch für die Herren jeweils eine Einzel-Entscheidung. Bei den Damen setzte sich Margaret Abbott (USA) durch, bei den Herren ihr Landsmann Charles Sands. Vier Jahre später, 1904 in Saint Louis, wurden dann die vorerst letzten olympischen Golf-Turniere organisiert – ein Einzel-Wettkampf für die Herren und ein Mannschafts-Wettkampf. Letztendlich triumphierte seinerzeit der Kanadier George Lyon und in der Team-Entscheidung die „Western Golf Association“ aus den USA.

Dreizehn olympische Medaillen wurden 1900 und 1904 in den golfsportlichen Konkurrenzen vergeben und die USA sicherten sich den „Löwen-Anteil“ daran: 3 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze. Kanada erkämpfte 1 x Gold und Großbritannien 1 x Silber, 1 x Bronze.

Rio 2016 mit britischem bzw. südkoreanischem Erfolg

Bei den Herren gewann Justin Rose aus Großbritannien vor Henrik Stenson aus Schweden, Matt Kuchar aus den USA bzw. Thomas Pieters aus Belgien. Die deutschen Starter Martin Kaymer und Alexander Cejka wurden 15. und 21. Bei den Damen setzte sich hingegen die Südkoreanerin Inbee Park vor der favorisierten Neuseeländerin Lydia Ko, Shanshan Feng aus China bzw. Stacy Lewis (USA), Harukyo Nomura (Japan) bzw. Amy Yang (Südkorea) durch. Aus deutscher Sicht belegten Caroline Masson und Sandra Gal die Ränge 21 und 25.

Marko Michels

Foto: Symbolfoto – Golfsport.