Daniel Ladwig vom ersten Billard-Club Schwerin über die kommende Snooker-WM und das sportliche Geschehen in Schwerin

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Es ist wieder WM-Zeit, Snooker-WM-Zeit… Vom 21. April bis 7. Mai finden die traditionsreichen Meisterschaften wie gewohnt im Crucible Theatre in Sheffield statt. Und das Turnier hat eine lange Historie… Vor mehr als 90 Jahren, 1927, wurde der erste Snooker-Weltmeister ermittelt. Damals setzte sich Joe Davis durch, der von 1927 bis 1940, sowie nochmals 1946, triumphierte. Bei den Frauen gab es die erste WM erst 1976. Siegerin war Vera Selby.
Die Frauen ermittelten ihre neue Weltmeisterin 2018 bereits in Saint Paul`s Bay (Malta). Dort setzte sich Ng On Yee (Hongkong) klar mit 5:0 gegen Maria Catalano (England) durch.

Interview

Daniel Ladwig, Pressewart des ersten Billard-Clubs Schwerin e.V., über die kommende Snooker-WM, die sportlichen Ziele des ersten Billard-Clubs Schwerin e.V. und weitere Ambitionen

Zwischen sportlichem Können, Strategie und einem angenehmen  Vereinsleben…

Frage: In Kürze beginnen die Snooker-WM in Sheffield. Wer sind Ihre Favoriten? Wer könnte aus deutscher Sicht eine Chance haben? I letzten Jahr standen im Halbfinale ja die Engländer Mark Selby bzw. Barry Hawkins, der Schotte John Higgins und der Chinese Ding Junhui, wobei der Titel letztendlich nach Engaland, an Mark Selby, ging…

Daniel Ladwig: Im Favoritenkreis tummeln sich wie gewohnt die großen Namen wie Mark Selby, Ronnie O´Sullivan, Stuart Bingham usw., aber Snooker kann auch für einige Überraschungen sorgen.

Schon oft sind Favoriten gegen den vermeintlichen „Underdog“ gescheitert. Bedingt durch Tagesform und in erster Linie mentale Stärke kann auf diesem Leistungsniveau alles passieren.

Leider wird kein deutscher Spieler an der WM teilnehmen, Lukas Kleckers ist leider bereits in der Qualifikation gegen den Thailänder Akani Songsermsawad gescheitert.

Jedoch gab es aktuell erfreuliche Meldungen für Snooker-Deutschland. Der Berliner Simon Lichtenberg konnte als erster Deutscher die U21-Europameisterschaft gewinnen. Mit dem Gewinn des Titels sichert er sich nach Lukas auch ein Zwei-Jahres Ticket für die Main-Tour (Profi-Tour). Zwar war das nur nach einem riesigen Aufschrei in Deutschland möglich, da Simon in den Interessenkonflikt zweier Weltverbände geraten ist. Letztendlich gab es zur Freude der deutschen Snooker-Gemeinschaft noch das verdiente Ticket.

Frage: Was ist das Besondere, das Faszinierende am Snooker? Worin liegt für Sie der Reiz dieser Spielsportart?

Daniel Ladwig: Nun… Die Faszination definiert sich sicher für jeden Spieler etwas anders. Ich persönlich mag den strategischen Aspekt. Zum Beispiel kommt es oft zu Situationen, bei denen es um die letzten entscheidenden Bälle/Punkte geht und die Gegner versuchen, sich das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Auch merkt man schnell, dass es immer etwas am eigenem Spiel zu verbessern gibt: Egal, ob technisch, mental oder zum Beispiel bei der Atmung – man lernt nie aus und freut sich nach vielen Stunden am Tisch auch über kleine Fortschritte.

Hinzu kommt das angenehme Vereinsleben mit Gleichgesinnten und natürlich ist Snooker für mich nicht zuletzt ein angenehmer Ausgleich zum Berufsalltag. Erfahrungen aus dem Sport können auch im täglichem Leben hilfreich sein.

Frage: Wie ist es um Snooker in Schwerin, ja in ganz M-V, bestellt? Gibt es viele organisierte Spielerinnen und Spieler in Schwerin bzw. zwischen Schwerin via Rostock bis Usedom?

Daniel Ladwig: Bedauerlicherweise aus unserer Sicht nicht so gut. Neben einer kleineren Spielgemeinschaft in Neubrandenburg sind wir nach wie vor der einzige Verein in Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin aber davon überzeugt, dass es im ganzen Land eine große Fan-Gemeinde gibt und sicherlich auch viele, die öfter einmal ein Spiellokal aufsuchen oder aufsuchen würden.

Oft scheitert es aber schon daran, einen gepflegten Tisch zu finden bzw. einen Spielpartner oder jemanden, der einem zeigt, wie es geht. Wir sind nun eben eine Randsportart, versuchen dem aber mit Öffentlichkeitsarbeit oder unserem Tag der offenen Tür am 6.Mai 2018 in unserem Vereinsheim am Schweriner Ziegeleiweg 9-11 entgegenzuwirken.

Auch der Aufbau einer konsequenten Jugendarbeit scheitert derzeit an unserer fehlenden „Manpower“, was sehr enttäuschend ist. Wer es also gerne einen Queue in die Hand nehmen möchte, kann jederzeit gerne Gast in unserem Vereinsheim sein.

Frage: Was gibt es ansonsten für Neuigkeiten von Ihrem Club? Welche Turniere  und Herausforderungen stehen demnächst auf dem Programm?

Daniel Ladwig: Wie gesagt, wir stecken derzeit in den Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür. Auch die laufende Saison neigt sich für unsere sechs Mannschaften (Snooker, Poolbillard und Karambol) langsam dem Ende zu.

Die letzten Spieltage sind erfahrungsgemäß immer spannend. Besonders unsere erste Snooker-Mannschaft hofft noch auf den Verbleib in der zweiten Bundesliga und hat noch zwei schwere Spieltage vor der Brust.

Neben unserem Winterturnier planen wir derzeit auch eine kleine Turnierserie, mit der wir neue Aktive in den Verein locken wollen. Das große Highlight wartet dann am 18. August, an dem wir unser 25-jähriges Vereinsjubiläum feiern werden. Die Vorbereitungen hierfür haben bereits begonnen. Wir erwarten viele Gäste und haben bereits ein buntes Programm rund um unsere Vereinsgeschichte geplant.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für Ihren Verein!

M. Michels