Blick zum Triathlon-Geschehen in der WM-Serie 2017 und beim 34.Rostocker Triathlon

Acht weltmeisterliche Stationen auf vier Kontinenten standen, innerhalb der WM-Serie 2017 zwischen März und August, auf dem Programm der Triathletinnen und Triathleten.

Dabei gab es vier Wettkämpfe auf der olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen) und fünf Konkurrenzen auf der Sprint-Distanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen), so in Abu Dhabi (olympische Distanz), in Gold Coast (Sprint-Distanz), in Yokohama (olympische Distanz), in Leeds (olympische Distanz), in Hamburg (Sprint-Distanz), in Edmonton (Sprint-Distanz), in Montreal (Sprint-Distanz) und in Stockholm (Sprint-Distanz).

Das Finale der WM-Serie 2017 vom 14.September bis 17.September wird ebenfalls auf der Sprint-Distanz in Rotterdam veranstaltet. Dabei ist dann auch Lena Meißner vom SC Neubrandenburg.

WM-Serie 2017 mit erfolgreicher Flora Duffy und ebenso erfolgreichen Spaniern

Die bisherigen Erfolge 2017 bei den Frauen gingen an Flora Duffy von den Bermudas (Yokohama, Leeds, Hamburg, Edmonton und Stockholm), Andrea Hewitt aus Neuseeland (Abu Dhabi bzw. Gold Coast) und Ashleigh Gentle aus Australien (Montreal). Medaillen bei den bisherigen acht WM-Wettkämpfen im Frauen-Bereich schafften die Bermudas (5 x Gold, 1 x Silber), Neuseeland (2 x Gold, 1 x Bronze), Australien (1 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze), die USA (3 x Silber, 2 x Bronze), Großbritannien (2 x Silber), Österreich, Japan, Italien und Deutschland (je einmal Bronze). Für Schwarz-Rot-Gold belegte Laura Lindemann in Hamburg Rang drei.

In der Gesamtwertung der Frauen führt Flora Duffy klar mit 4000 Punkten vor Ashleigh Gentle mit 3507 Punkten, Andrea Hewitt mit 3224 Punkten und Katie Zaferes aus den USA mit 3192 Punkten. Damit dürfte Flora Duffy ihren WM-Titel aus dem Jahr 2016 verteidigen.

Seinen zweiten WM-Titel nach 2016 wird wohl auch der Spanier Mario Mola im Herren-Bereich 2017 erkämpfen. Dort führt er mit 3701 Punkten deutlich vor seinem Landsmann Javier Gomez mit 3361 Punkten, dem Südafrikaner Richard Murray mit 3197 Punkten und Fernando Alarza ebenfalls aus Spanien mit 3172 Punkten.

Die acht bisherigen Siege 2017 teilten sich Javier Gomez (Abu Dhabi bzw. Montreal), Mario Mola (Gold Coast, Yokohama, Hamburg und Edmonton), Alistair Brownlee aus Großbritannien (Leeds) und dessen jüngerer Bruder, Jonathan Brownlee (Stockholm).

Sieben Länder erkämpften 2017 Podestplätze in der WM-Serie, so Spanien (6 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze), Großbritannien (2 x Gold, 2 x Silber), Norwegen (2 x Silber, 1 x Bronze), Australien (2 x Silber), Südafrika (1 x Silber, 2 x Bronze), Frankreich (2 x Bronze) und Neuseeland (1 x Bronze).

Die beste deutsche Teilnehmerin bzw. der beste deutsche Teilnehmer in der Gesamtwertung der Triathlon-WM-Serie 2017 sind Laura Lindemann als 32. und Justus Nieschlag als 31. .

Der Triathlon in Stockholm – ein Resümee

Bei der letzten Konkurrenz vor dem WM-Finale in Rotterdam, also dem Wettkampf am 26.August in Stockholm, triumphierte bei den Frauen Flora Duffy vor Jessica Learmonth (Großbritannien) bzw. Ashleigh Gentle und bei den Herren Jonathan Brownlee vor Kristian Blummenfelt (Norwegen) und Pierre Le Corre (Frankreich).

Olympia 2016 im Rückblick

Vor Jahresfrist, im August 2016 bei den olympischen Triathlon-Entscheidungen in Rio de Janeiro, jubelte bei den Frauen Gwen Jorgensen aus den USA, auch Weltmeisterin 2014 bzw. 2015, und bei den Herren Alistair Brownlee, bereits Olympiasieger 2012 sowie Weltmeister 2009 bzw. 2011 (2011 zudem Mixed-Staffel-Weltmeister).

Zwischen der WM-Serie und Rostock

Auch in Rostock gab es am 3.September besten Triathlon-Sport – mit dem 34.Rostocker Triathlon. Dieser findet allerdings nicht mehr in Warnemünde statt, sondern – zum größten Teil – im Rostocker IGA-Park.

Beim Rostocker Triathlon 2017 jubelte dabei auf der olympischen Distanz bei den Frauen Sybille Liepner (Bernauer Lauffreunde) vor Maria Höyland (TC Fiko Rostock) und bei den Herren Daniel Hingst (HSG Uni Greifswald) vor Alexander Au (HSG Uni Greifswald). Auf der Sprint-Distanz waren hingegen bei den Frauen Selina Klamt (Triathlon Potsdam) vor Jette Prüßing (Rostock) sowie bei den Herren Max Kilian (Triathlon Potsdam) vor Lennart Köhnke (TC Fiko Rostock) vorn.

Es starteten 103 Triathletinnen bzw. Triathleten auf der olympischen Distanz und 86 Triathletinnen bzw. Triathleten auf der Sprint-Distanz.

Die Staffel-Entscheidungen gewannen die Mannschaften von „City Sport Rostock“ (olympische Distanz“ und von „Alle Teams“ (Sprint-Distanz).

Persönlicher Wettkampfbericht von Raik Hellwig zu seinem Triathlon-Saisonabschluss in Rostock am 3.9.2017

Für meinen zwölften und letzten Triathlon für 2017 ging es heute an die Warnow nach Rostock. Das Gelände des IGA-Parks bot eine hervorragende Kulisse für einen top organisierten Wettkampf. 750 Meter sollten geschwommen werden.

Irgendwie finde ich es merkwürdig, dass beim Vermessen die Schwimmstrecke eher immer länger wird, aber nie kürzer. So zeigte meine Uhr nach dem Schwimmausstieg satte 909 Meter an (Pos. 24). Dafür freute ich mich auf die Radstrecke, denn es ging gleich viermal durch den Warnow-Tunnel. Die Schranken der Mautstation standen für uns Biker offen und wir konnten einfach so durchrauschen.

Der Radkurs war technisch sehr anspruchsvoll, viele enge Kurven und einige Höhenmeter mussten überwunden werden. Mit der zweitschnellsten Radzeit ging es auf die Laufstrecke durch den IGA-Park. Zwei Runden à 2,5 km mussten absolviert werden. Und ich hatte gute Beine. Mit einem Kilometerschnitt von 3:59 min (ebenfalls die zweitschnellste Laufzeit) ging es Richtung Ziel. Da gleichzeitig viele Staffeln aber auch die Athleten der olympischen Distanz unterwegs waren, hatte der Sprecher im Zielbereich leichte Orientierungsprobleme und kündigte mich zu meiner Verwunderung als Sieger der Sprintdistanz an. Einige Zeit später sorgte die gedruckte Ergebnisliste für Aufklärung.

Ich wurde Gesamtvierter und sicherte mir den Altersklassensieg. Auch damit war ich sehr zufrieden. Schade dass die Triathlonsaison 2017 nun vorbei ist, wo ich doch läuferisch nach überstandenen langwierigen Rückenproblemen endlich in Fahrt komme. / Raik Hellwig

Übrigens: Den 14.Papendorfer Triathlon (Jederfrau-/Jedermann-Wertung) vor neun Wochen, am 1.Juli, entschieden bei den Frauen Sophie Fischer (TC Fiko Rostock) vor Madlen Nehring (SC Neubrandenburg) und bei den Herren Moritz Stader (Tri Team triZack Rostock) vor Alexander Au (HSG Uni Greifswald) für sich.

Exkurs: Triathlonsportliches Kalenderblatt – Der Rostocker Triathlon 2010

Traditionsreicher Rostocker Triathlon mit Sieg von Michael Raelert / Hohes Niveau, tolles Wetter und begeisterte Zuschauer bei der 28.Auflage / Organisations-Chefin Katrin Steinhagen über die Resonanz, Leistungsdichte und dankbare Starter (Beitrag vom 22.August 2010)

… Ein Blick in die triathlon-sportliche Historie – gerade auch aus MV-Sicht

Triathlon und MV – das hat Tradition, das hat Historie. Und auch international feiert der Triathlon ein Jubiläum. Um 1920 wurde er in Frankreich erfunden und erfreute sich in den „goldenen“ 20ern dort einiger Beliebtheit.

Dennoch gab es weltweit keine entsprechende Resonanz, so dass es schnell “still” um diese Ausdauer-Sportart wurde. Mitte der 1970er Jahre wurde der “Triathlon” in den USA dann wieder “entdeckt”. Den ersten Triathlon-Wettbewerb gab es am 25.September 1974 in San Diego.

Den ersten Ironman Hawaii gab es 1978 mit dem Sieger Gordon Haller und ein Jahr später durften auch dort die Damen ran – mit der Siegerin Lyn Lemaire. Auf der Lang-Distanz gab es dann 1982 die ersten offiziellen WM und es gewannen Mark Allen bei den Herren und Lyn Brooks bei den Damen (beide USA).

Klar, dass die Begeisterung für Triathlon auch vor Mecklenburg-Vorpommern nicht Halt machte. 1983 fand der erste Rostocker Triathlon statt – und wurde ein großer Erfolg. Ähnlich erfolgreich ging es international weiter. Im Jahr 1986 fanden die WM auf der Kurz-Distanz statt – die Gewinner dort: Mark Allen bei den Herren und L.Buchanan bei den Damen. Seit zehn Jahren, seit Sydney 2000, ist Triathlon gar olympisch.

Weltspitze sind die Triathletinnen und Triathleten ohnehin seit 1990 ff. Namen wie Ines Estedt, Anja Dittmer, Christiane Pilz, Andrea Wendt, Michael Raelert, Andreas Raelert und Michael Kruse sind weit über die Triathlon-Grenzen MV`s mehr als bekannt …

28.Rostocker Triathlon – ein Erfolg …

Kein Wunder daher, dass auch der 28.Rostocker Triathlon ein sportlicher Höhepunkt wurde – mit begeisterten Zuschauern, einem Rekord-Teilnehmerfeld und natürlich einer attraktiven Wettkampfstrecke!

Nachgefragt bei Katrin Steinhagen, der Organisations-Chefin des Rostocker Triathlons

„Der `28.` war ein voller Erfolg!“

Frage: Frau Steinhagen, der 28.Rostocker Triathlon ist schon wieder Geschichte. Wie lautet Ihr Resümee – sportlich, organisatorisch und persönlich ?

Katrin Steinhagen: Der diesjährige Rostocker Triathlon war ein voller Erfolg. Viele Sportler sind nach der Veranstaltung zu mir gekommen und haben sich für den tollen Wettkampf sowie die großartige Organisation bedankt.

Ich persönlich betrachte die Dinge natürlich aus anderer Sichtweise und habe schon hier und da den einen oder anderen Punkt notiert, der im nächsten Jahr noch besser laufen muss. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen, dieses Jahr war es echt toll. Es waren wahnsinnig viele Zuschauer an der Strecke, wir hatten tolles Wetter und tolle Sportler.

Frage: Es nahm ja auch einige Prominenz teil. Wie schlugen sich Britta Kamrau & Co. ?

Katrin Steinhagen: Wie erwartet hat Michael Raelert das Rennen gewonnen. Britta kam als zweite aus dem Wasser, kurz hinter ihrem Vereinskameraden Vincent Kirsten. Aber ihre Staffel hatte mit dem Ausgang des Staffelrennens nichts zu tun.

Man muss auch sagen, dass es bei den Mädels hauptsächlich um den gemeinsamen Spaß ging. Ich fand es halt sehr schön, dass auch Rostocker Sportgrößen, die über Jahre den Rostocker Sport mit ihren Erfolgen präsentiert haben, wie Christiane Pilz und eben Britta Kamrau, den Weg zum Rostocker Triathlon gefunden haben. Leider habe ich selber keine Zeit gefunden, mich einmal kurz mit allen zu unterhalten.

Frage: Wie ist Ihre Meinung zum Leistungsniveau in den einzelnen Altersklassen? Konnten Sie einige Talente mit olympischen Ambitionen entdecken?

Katrin Steinhagen: Das Leistungsniveau scheint hier in Rostock recht hoch zu sein – zumindest wurde mir dies von ein paar süddeutschen Athleten mitgeteilt, die sehr überrascht waren über diese Dichte hier und den schnellen Zeiten.

Aber Talente mit olympischen Ambitionen kann man in einem solchen Rennen nicht entdecken. Das geschieht in den jüngeren Jahrgängen und diese Athleten müssen Verpflichtungen nachgehen, so dass man sie selten hier antreffen wird – vor allem wenn sie sehr jung sind. Denn bei diesen Triathleten sieht die Wettkampfplanung ganz anders aus, als bei den ambitionierten Amateuren.

Frage: Und … Ihre nächsten Herausforderungen? Triathlon oder Relaxen?

Katrin Steinhagen: Meine Diplomarbeit wartet schon auf dem Schreibtisch. Nächste Woche ist Abgabetermin – also fällt relaxen aus.

Dann positiv gestimmte Prof`s, eine „Eins mit Bienchen“ für die Diplomarbeit und maximale Erfolge persönlich und triathlonsportlich !

Marko Michels

– Und natürlich gibt es 2018 den 35.Rostocker Triathlon…

Last but not least: Am 9./10.September findet in Chattanooga die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft (Triathlon-Mitteldistanz) mit dem Parchimer Athleten Chris Martin statt. mm

Archiv-Fotos zum Triathlon (Michels): Triathlon – der Mix aus Schwimmen, Radsfahren und Laufen.