Die 17.Schwimm-WM rufen…

Der Countdown zu den 17.Schwimm-Weltmeisterschaften vom 14.Juli 2017 bis 30.Juli 2017 in Budapest läuft. Der Deutsche Schwimm-Verband nominierte vier Becken-Schwimmerinnen bzw. zehn Becken-Schwimmer, vier Langstrecken-Schwimmerinnen bzw. sechs Langstrecken-Schwimmer, sechs Wasserspringerinnen bzw. sechs Wasserspringer und zwölf Synchron-Schwimmerinnen bzw. einen Synchron-Schwimmer für die „wasserreichen“ Welt-Titelkämpfe in der ungarischen Hauptstadt.

Bekannte Namen im deutschen Team

Bekannte deutsche Athletinnen und Athleten sind dabei Marco Koch, der Weltmeister über 200 Meter Brust von 2015, Franziska Hentke, die Europameisterin über 200 Meter Schmetterling 2016, die Langstrecken-Asse Angela Maurer, zwischen 2000 und 2015 bei WM zweimal Gold, viermal Silber, sechsmal Bronze, sowie Rob Muffels, Team-Weltmeister 2015, die Wasserspringer Patrick Hausding bzw. Sascha Klein, die zu den fleißigsten Medaillen-Sammlern der letzten Jahre bei WM, EM und Olympia gehören, unter anderem Weltmeister 2013 im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm wurden und in der gleichen Disziplin fünf Jahre zuvor, 2008 in Peking, Olympia-Zweite, die Wasserspringerin Maria Kurjo, Europameisterin 2016 mit My Phan im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm , und Synchron-Schwimmerin Marlene Bojer, die amtierende Deutsche Meisterin im Solo.

USA zum dreizehnten Mal vorn?!

Insgesamt werden zu den Weltmeisterschaften 2017 im Becken-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen, Synchron-Schwimmen, Wasserspringen, Wasserball und Klippenspringen rund 2800 Sportlerinnen bzw. Sportler aus mehr als 190 Ländern erwartet.

75 Goldmedaillen werden vergeben, wobei die meisten davon (42) im Becken-Schwimmen zu holen sind. Die bisherigen Sieger der 16 Medaillenspiegel der Schwimm-WM von 1973 bis 2015 waren die USA, die zwölfmal die Nummer eins waren.

Lediglich die DDR (1986), Australien (2001) und China (1998 bzw. 2015) konnten die amerikanische „Sieges-Phalanx“ unterbrechen.

M-V mit großer Tradition im Schwimmen und im Wasserspringen

Bei den WM 2017 sind leider keine Athletinnen und Athleten aus M-V bei den Welt-Titelkämpfen im maritimen Bereich in Budapest vor Ort, obwohl Mecklenburg-Vorpommern insbesondere im Becken-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen und im Wasserspringen eine große WM-Tradition hat.

So gab es für die gebürtigen Schwerinerinnen Rosemarie Gabriel, Jahrgang 1956, und Andrea Pollack, Jahrgang 1961, bei WM zusammen viermal Gold, viermal Silber, einmal Bronze (Gabriel: 4 x Gold, 2 x Silber / Pollack: 2 x Silber, 1 x Bronze). Rosemarie Gabriel sicherte sich dabei ihre WM-Goldmedaillen 1973 in Belgrad sowie 1975 in Cali jeweils über die 200 Meter Butterfly bzw. über die 4 x 100 Meter Lagen.

Weltmeisterliche Gold-Momente erlebte zudem auch die gebürtige Greifswalderin Caren Metschuck. Jahrgang 1963, Mitglied des SC Empor Rostock. Caren belegte mit der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel der DDR 1982 in Guayaquil Rang eins (dazu WM-Silber 1978). Der gebürtige Rostocker Lars Hinneburg, Jahrgang 1965, schaffte zusätzlich WM-Gold: 1986 in Madrid mit der DDR-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil.

Gold-Duo aus Rostock: Peggy Büchse und Britta Kamrau

„Absolute“ schwimmsportliche WM-Höhepunkte aus M-V-Blickwinkel waren hingegen die Auftritte der gebürtigen Rostocker Langstrecken-Schwimmerinnen Peggy Büchse, Jahrgang 1972, und Britta Kamrau, Jahrgang 1979. Peggy Büchse sicherte sich bei den Welt-Titelkämpfen zwischen 1998 und 2001 insgesamt zweimal Gold (über 5 Kilometer 2000 bzw. über 10 Kilometer 2001), zweimal Silber, zweimal Bronze. Ihre Stadt-Kollegin Britta Kamrau sammelte ebenso fleißig und sogar noch fleißiger WM-Edelmetall zwischen 2002 und 2007: viermal Gold (10 Kilometer 2002, 10 Kilometer 2004, 25 Kilometer 2004, 25 Kilometer 2007), zweimal Silber, viermal Bronze. Peggy und Britta – ein historisches goldenes Schwimm-Duo aus Rostock…

Weitere Schwimm-Asse mit „M-V-Wurzeln“ und „MV-Bindungen“

Es gab aber noch weitere hervorragende schwimmsportliche Leistungen bei WM für die Mecklenburger und Vorpommern, so durch Lutz Wanja, Jahrgang 1956, bis 1971 ASK Vorwärts Rostock (Bronze 1973), durch den gebürtigen Rostocker Frank Pfütze, Jahrgang 1959 (Bronze 1975), durch den ehemaligen Wahl-Greifswalder und Fach-Arzt für Innere Medizin am Uni-Klinikum Greifswald, Sven Lodziewski, Jahrgang 1965, zeitweise Mitglied der HSG Uni Greifswald, der zwischen 1982 und 2001 insgesamt bei WM einmal Gold (1986 mit der DDR-Staffel über 4 x 200 Meter Freistil), einmal Silber, dreimal Bronze schaffte, und durch den Wahl-Rostocker Thomas Rupprath, Jahrgang 1977, der bei den WM von 2001 bis 2007 (ohne Berücksichtigung der Kurzbahn-WM) auf einmal Gold (2003 über 50 Meter Rücken) bzw. dreimal Silber kam.

Ein bekannter WM-Schwimmer aus Rostock ist nicht zuletzt Nils Rudolph, Jahrgang 1965,  der 1991 in Perth Mitglied der ersten gesamtdeutschen Schwimm-Mannschaft nach der „Wende“ war.

Carl Louis Schwarz, Jahrgang 1995, der früheren Schwimmer des PSV Schwerin, jetzt Potsdamer SV, startete bei den WM 2015 in Kazan über 50 Meter Rücken und war dort Halbfinalist.

Erfolgreiche Wassersprünge „Made in Rostock“

Dank Rostock hat M-V zudem eine erfolgreiche WM-Tradition im Wasserspringen.

Christa Köhler (SC Empor Rostock) erkämpfte bei den ersten Schwimm-Weltmeisterschaften 1973 in Belgrad den Weltmeistertitel vom Drei-Meter-Brett vor der Schwedin Ulrika Knape und Marina Janicke vom TSC Berlin.

1982 gab es dann wieder WM-Edelmetall für die Stadt an der Ostseeküste. Ramona Wenzel, gebürtige Stralsunderin in Diensten des SC Empor Rostock, präsentierte sich in herausragender Form bei den WM`82 in Guayaquil. Sie schaffte WM-Silber im Turmspringen.

Im Jahr 1998 erkämpfte dann der Rostocker Alexander Mesch (WSC Rostock) WM-Silber in Perth zusammen mit Holger Schlepps im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett.

Und die gebürtige Demminerin Heike Fischer (SC DHfK Leipzig) konnte letztendlich ebenfalls bei WM überzeugen. So wurde sie vom Ein-Meter-Brett bei den WM 2005 Bronzemedaillengewinnerin und im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett mit Ditte Kotzian bei den WM 2007 Silbermedaillengewinnerin.

Nun wird es aber in Budapest 2017 spannend.

 Marko Michels

Fotos (Michels): Schwimmsportliche Erfolgs-Athletin aus M-V, Britta Kamrau.