Frank Füllenbach, Vorstandsmitglied der Greifswald Baltic Mariners, zur Baseball-Saison 2019

Während es für die Handballer in das Saison-Finale 2018/19 geht, beginnt die Saison 2019 für die hiesigen Baseballer gerade erst. Im April startete die aktuelle Spielzeit in der Mecklenburg-Vorpommern Baseball Liga 2019 – allerdings nur mit fünf Teams: den Schwerin Diamonds I, den Rostock Bucaneros, den Greifswald Baltic Mariners, den Neubrandenburger Füchsen und dem zweiten Team der Schwerin Diamonds.

Baseball

Symbolfoto – Baseball

Interview

Frank Füllenbach über die aktuelle Saison in der Mecklenburg Vorpommern-Liga, die Entwicklung in M-V, den Zuspruch der jungen Sporttalente zum Baseball und den Stellenwert der Sportart hierzulande

„Baseball vereint Team- und Individual-Sport…“

Frage: Ihre Saison startet im April. Das Teilnehmerfeld ist dabei überschaubar. Wie beurteilen Sie die Chancen der einzelnen Teams und auch die Entwicklung des Baseballsportes in M-V?

Frank Füllenbach: Nun, auch in diesem Jahr haben wir wieder fünf Teams, die am Spielbetrieb teilnehmen. Das mag auf den ersten Blick etwas wenig erscheinen mit Hinblick auf die Saison 2018 in der wir mit sieben Mannschaften ins Rennen gegangen sind.

Allerdings muss man dabei bedenken, dass sowohl Rostock als auch Lübeck mit jeweils 2. Mannschaften am Start waren, welche schon im letzten Jahr nur knapp besetzt waren. Wir haben gemerkt, dass wir mit unseren zur Verfügung stehenden Ressourcen eine Mannschafts-Liga mit sieben Teams nur mit viel Aufwand bewältigen können und somit war es ein einfacher Schritt für die entsprechenden Vereine, sich in diesem Jahr auf eine Mannschaft zu konzentrieren.

Ausnahme bilden hierbei die Schweriner, welche dieses Jahr sogar mit drei  Mannschaften antreten,  wobei eine im benachbarten Verband von Schleswig-Holstein antreten wird.

Klarer Favorit für diese Saison sind die Schweriner, welche sich personell weiter verstärken konnten. In Greifswald und Rostock findet gerade einen Genartionen-Wechsel statt. Hier gilt es, viele neue Spieler ins Team zu integrieren.

Frage: Finden die jungen Sporttalente noch den Weg zum Baseball? Gibt es Kooperationen zwischen den hiesigen Teams und den Schulen? Wie sieht es in Greifswald aus?

Frank Füllenbach: Landesweit können wir ganz leichte Zuwächse in der Jugendarbeit feststellen, allerdings sind wir immer noch zu weit davon entfernt, zwei Altersklassen anzubieten. Das heißt natürlich auch, dass wir es bei den ganz Kleinen und den schon fast Großen schwer haben. Das Thema der Zusammenarbeit mit Schulen steht bei uns ganz oben auf der Agenda. Allerdings fehlt uns hier noch das Personal, welches auch die entsprechenden Zeiten abdecken kann, die notwendig sind, um an den Schulen präsent sein zu können.

Frage: Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat Baseball in M-V? Was fasziniert Sie persönlich an dieser Sportart?

Frank Füllenbach: Baseball ist in Deutschland eine Randsportart und das spiegelt sich in MV umso mehr wieder. Als Team-Sportart, die den Wettbewerb braucht, hat man es natürlich in dünn besiedelten Regionen immer sehr schwer. Die Hemmschwelle von den etablierten Sportarten weg zu gehen und einmal was Neues zu probieren, ist hoch und das spüren wir.

Aber eben gerade weil Baseball als Schlagballspiel sich doch rudimentär von den „Ball ins Tor“- und „Ball übers Netz“-Spielarten unterscheidet, denke ich, ist es es wert, Baseball auch in MV zu etablieren.

Und genau darin liegt für mich auch die Faszination. Baseball vereint Team- und Individual-Sport wie kaum eine andere bekannte Sportart in Deutschland. Es gibt Möglichkeiten, die verschiedensten athletischen Fähigkeiten in einer Mannschaft zur Geltung zu bringen. Baseball verbindet die Geschwindigkeit und Dynamik von Tennis mit der Ruhe, Konzentration und Präzision von Golf – zwei Sportarten für die ich mich schon früher begeistern konnte.

Frage: Wie ist die Situation bei den Greifswald Baltic Mariners?

Frank Füllenbach: Unser Erwachsenen-Team erfreut sich aktuell eines regen Zulaufs, sodass wir personell ganz entspannt in die nächsten Jahre schauen. Allerdings bleibt auch hier das Ziel, zwei Leistungsklassen anbieten zu können, noch ein gutes Stück außer Sicht.

Somit ist der Spagat zwischen sich dem „Sich-spielerisch-weiter-zu-entwickeln“ und dem „Einsteiger-ins-Team-zu-integrieren“ weiterhin problematisch. Darüber hinaus mussten wir in der letzten Saison den Abgang unseres besten Werfers hinnehmen, der  – wie der Quarterback beim American Football – den spielentscheidenden Akteur im Baseball darstellt. Diese Lücke zu füllen, wird wohl noch ein bis zwei Jahre dauern, aber entscheidend ist, dass es aussichtsreiche Kandidaten in unseren Reihen gibt.

Letzte Frage: Ein Blick zum internationalen Geschehen: Wer sind die derzeit führenden Nationen im Baseball?

Frank Füllenbach: Die weltweit führenden Baseball-Nationen sind die Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Südkorea sowie die gesamte karibische Region mit Mexiko, Puerto Rico, Venezuela, Dominikanische Republik und Kuba, dazu auch die Niederlande und Italien in Europa.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Baseballsport in M-V!

mic