Die Leichtathletin Lindy Ave von der HSG Uni Greifswald startet bei den IPC-WM in London…

Der Sportsommer 2017 präsentiert einen Höhepunkt nach dem anderen. Vom 14.Juli bis 23.Juli sind nun die Leichtathletinnen und Leichtathleten mit Handicaps in London gefordert. Dort werden zwischen dem 5.August und 13.August auch die IAAF-WM ausgetragen. In der Sporthistorie sind es die achten IPC-WM nach Berlin 1994, Birmingham 1998, Lille 2002, Assen 2006, Christchurch 2011, Lyon 2013 und Doha 2015.

Rückblick auf die WM 2015 in Doha

Der Sportsommer 2017 ist auch ein leichtathletischer… FOTO: M. Michels

Bei den IPC-Weltmeisterschaften vor zwei Jahren, 2015 in Doha, gab es auch einige Medaillen für Athletinnen mit einem Verein in M-V oder die zumindest einst ihre „Wiege“ im deutschen Nordosten hatten.

So gewann die gebürtige Ueckermünderin Marianne Buggenhagen (für Berlin startend), die nach den Paralympics 2016 in Rio ihre erfolgreiche sportliche Laufbahn beendete, bei den Welt-Titelkämpfen 2015 jeweils Gold im Kugelstoßen und im Diskuswerfen. Vanessa Low, die in Schwerin geboren wurde und für Leverkusen startete, schaffte Gold im Weitsprung und Silber über die 100 Meter. Die gebürtige Pasewalkerin Martina Willing (für Cottbus am Start) erkämpfte Gold mit dem Speer. Und Jana Schmidt (1.LAV Rostock) belegte den Bronze-Rang über die 100 Meter.

Vanessa Low wird bei den WM in London nicht starten, da sie künftig nicht mehr für Deutschland sondern für Australien aktiv sein wird – die Liebe zu Scott Reardon, der in Brisbane lebt, lockte Vanessa nach „Down Under“ und ließ sie Australierin werden. Durch den Nationalitäten-Wechsel ist Vanessa noch gesperrt, kommentiert aber für das australische Fernsehen die Wettkämpfe in London.

Blick nach London 2017

Bei den IPC-WM in London 2017 sind zwei Leichtathletinnen aus M-V aktiv.  Neben der gebürtigen Pasewalkerin Martina Willing (Speerwerfen, Kugelstoßen) konnte sich auch die gebürtige Neubrandenburgerin Lindy Ave, Mitglied der HSG Uni Greifswald, für die Weltmeisterschaften qualifizieren. Vor zwei Tagen wurde Lindy neunzehn Jahre… Herzlichen Glückwunsch dazu!

Vielleicht macht sich Lindy selbst das schönste nachträgliche Geburtstagsgeschenk und holt sich eine Medaille über die 100 Meter, 200 Meter und/oder im Weitsprung.

MV-SPORT fragte kurz vor Beginn der IPC-WM bei Lindy und ihrem Trainer Dr. Peer Kopelmann nach

Lindy über die kommenden weltmeisterlichen Herausforderungen

„Bin ganz gut in Form…“

Frage: Wie verlief die 2017er Saison bislang für Sie, Lindy?

Lindy Ave: Ich bin bislang zufrieden. Ich konnte schon im März beim Grand Prix Meeting in Dubai die WM-Normen erfüllen und konnte mich so in Ruhe auf die Weltmeisterschaften vorbereiten. In den vergangenen Wochen konnte ich meine persönlichen Bestleistungen über 200 Meter und im Weitsprung verbessern, über 100 Mete habe ich diese bislang nur knapp verfehlt. Ich denke, ich bin ganz gut in Form.

Frage: Welche sportlichen Ziele haben Sie für London 2017?

Lindy Ave: Im vergangenen Jahr wurde ich in Rio Fünfte über 100 Meter und Sechste im Weitsprung. Wenn ich mich in London um ein, zwei Plätze verbessern kann, wäre ich sehr zufrieden. Am schönsten wäre es natürlich, wenn ich mit einer Medaille nach Hausen fahren könnte. Auf alle Fälle möchte ich, vorausgesetzt das Wetter in London stimmt, meine persönlichen Bestleistungen verbessern.

Frage: Wie sieht eigentlich Ihr aktuelles Trainingspensum aus? Wie verläuft Ihr Leben neben der Leichtathletik?

Lindy Ave: Mein Alltag besteht einerseits aus Training und Wettkämpfen und andererseits aus der Ausbildung am Berufsbildungswerk in Greifswald. Das Berufsbildungswerk ermöglicht es mir, an den Lehrgängen und Wettkämpfen teilzunehmen.

Oft benötige ich hierfür eine Freistellung. Versäumte Ausbildungsinhalte muss ich dann natürlich nacharbeiten. Dabei werde ich aber sehr intensiv von den Ausbildern und Betreuern des BBW unterstützt.

In den vergangenen Wochen trainierten wir fast täglich sehr intensiv und an den Wochenende war ich zu Wettkämpfen unterwegs. Zuletzt  absolvierten wir in Vorbereitung auf die WM einen Trainingslehrgang in Kienbaum. Nun, in den Tagen kurz vor den Welt-Titelkämpfen, nahm das Training aber ab, um in London fit zu sein.

Letzte Frage: Noch ein letzter Blick auf Rio 2016… Was waren für Sie dort die größten Highlights?

Lindy Ave: Da gab es einige – das tolle Stadion mit den vielen begeisterten Zuschauern, das paralympische Dorf mit unseren deutschen Sportlern sowie natürlich den vielen internationalen Athleten und meine erfolgreichen Wettkämpfen. Rio war ein super Erlebnis für mich.

Vielen Dank, dann alles Gute in London und maximale Erfolge! MV-SPORT drückt die Daumen…