Zwischen 33.Fünf-Seen-Lauf in Schwerin, 53.Sundschwimmen vor Stralsund, 14.Papendorfer Triathlon und 11.ALUMAN-Triathlon in Grevesmühlen

Nachdem es bereits zum Juni-Ausklang mit dem Mittsommernachtslauf in Krakow am See bzw. dem Zingster Deichlauf zwei interessante Sport-Events in M-V gab, „ging“ es nonstop so abwechslungsreich sportiv im deutschen Nordosten weiter…

Vier traditionsreiche Sportveranstaltungen in den „M-V-spezifischen“ Sportarten Langstreckenschwimmen, Laufen und Triathlon standen am ersten Juli-Wochenende auf dem Programm, so der 33.Fünf-Seen-Lauf in Schwerin, das 53.Sundschwimmen, der 14.Papendorfer Triathlon und der 11.ALUMAN in Grevesmühlen.

Der Fünf-Seen-Lauf in Schwerin mit starken Magdeburgern
 
Beim Fünf-Seen-Lauf am 1.Juli „ging“ es dabei über die Strecken 10 Kilometer, 15 Kilometer und 30 Kilometer, wobei bis Ende Juni beim Organisationsteam rund 2700 Meldungen eingingen. Die Lauf-Entscheidungen im Herren-Bereich waren letztendlich „eine Magdeburger Angelegenheit“. Über die 10 Kilometer war Markus Kostelack der Beste. Die 15 Kilometer entschied Sven Schenk für sich. Und über die 30 Kilometer jubelte Frank Schauer (alle Magdeburg).

Bei den Frauen liefen Ellen Kraska aus Hamburg über die 10 Kilometer, Carolin Schmidt aus Reppenstedt über die 15 Kilometer und Bianca Stanienda aus Springe über die 30 Kilometer am schnellsten. Die Teilnehmerzahlen waren dabei wie folgt: 1247 Läuferinnen/Läufer über die 10 Kilometer, 660 Läuferinnen/Läufer über die 15 Kilometer und 388 Läuferinnen/Läufer über die 30 Kilometer.

Das Sundschwimmen vor Stralsund mit Siegerin Katharina Stephan und Sieger Sebastian Barsch

Geschwommen wurde am 1.Juli  hingegen mehr als 180 Kilometer von Schwerin entfernt – vor Stralsund. Das Sundschwimmen führt von Altefähr (Insel Rügen) nach Stralsund, wobei die Wettkampf-Strecke 2315 Meter beträgt.

1206 Schwimmerinnen und Schwimmer meldeten für das 2017er Sundschwimmen – ein neuer Teilnahme-Rekord. Bei den Herren belegte Sebastian Barsch aus Ahrensburg Rang eins. Katharina Stephan aus Hamburg konnte sich bei den Frauen durchsetzen. Beste M-V-Starterin war Dörte Kamrau aus Rostock, Schwester der einstigen Welt- und Europameisterin im Langstreckenschwimmen Britta Kamrau, als Dritte. Der Rostocker Ralf Labecki war der beste M-V-Schwimmen beim Sundschwimmen 2017 – ebenfalls als Dritter.

Und Vielseitigkeit in läuferischer, schwimmsportlicher und radsportlicher Hinsicht waren beim Papendorfer und Grevesmühlener Triathlon gefragt.

Beim 11.ALUMAN in Grevesmühlen ließ sich bei den Frauen Paula Wermann (TriSport Schwerin) den Sieg nicht nehmen und siegte vor Johanna Hanisch (Schwerin) und Christiane Wermann (TriSport Schwerin). Rober Prahl (TriSport Schwerin) holte den Sieg bei den Herren vor Andre Mack (BSV EGGER Wismar) und Raik Hellwig (Team Radgiganten M-V).

In der Wertung des „Jederfrau-/Jedermann-Triathlon“ beim 14.Papendorfer Triathlon gewann bei den Frauen Sophie Fischer (TC Fiko Rostock) vor Madlen Nehring (SC Neubrandenburg) bzw. Andrea Oprotkowitz (Triathlon Team Buxtehude) und bei den Herren Moritz Stader (TriTeam triZack Rostock) voor Alexander Au (HSG Uni Greifswald) bzw. Johannes Wurm (TriTeam triZack Rostock).

Tja, in M-V gibt es nicht nur erfolgreiche Athletinnen bzw. Athleten, sondern ebenfalls – über das ganze Jahr – traditionsreiche Sportveranstaltungen.

Blick in die läuferische, schwimmsportliche und triathlonsportliche Historie von M-V
 
Vor 36 Jahren, 31 Jahren und auch erst vor 11 Jahren sorgten Rostockerinnen und Rostocker  in puncto Langstreckenschwimmen und Laufsport für weltmeisterliche, europameisterliche und sogar für olympische Ehren.

Zwischen 1995 und 2001 beherrschte eine Langstrecken-Schwimmerin aus Rostock die „langen maritimen Kanten“ wie keine Andere. Peggy Büchse, verheiratete Büchse-Dietrich, dominierte die nationalen und internationalen Wettbewerbe im Freiwasser-Schwimmen seinerzeit fast nach Belieben.

Ihre internationale Ausbeute in sechs Jahren – atemberaubend: bei den EM von 1995 bis 2000 insgesamt 5 x Gold, 1 x Silber, bei den WM 1998 bis 2001 insgesamt 2 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze und dazu 1998 und 1999 Gesamt-Weltcup-Siegerin.

Peggy Büchse gehört damit nicht nur zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen und Schwimmer in der Sportgeschichte von M-V, nein, auch international ist die „Langstrecken-Pionierin“, als das Langstrecken-Schwimmen leider noch nicht olympisch war, eine der Besten aller Zeiten.

Ihre Stadtkollegin Britta Kamrau feierte indes zudem überragende Erfolge im Langstreckenschwimmen. Britta erkämpfte zwischen 2002 und 2007 zehn WM-Medaillen, darunter 4 x Gold, wobei die WM 2004 in Dubai mit 2 x Gold die erfolgreichste war. Bei den EM 2004 in Madrid schaffte Britta sogar einen Dreifach-Erfolg über die 5 Kilometer, 10 Kilometer und 25 Kilometer. Und zudem errang die Hanseatin zweimal den Gesamt-Weltcup – 2003 und 2006. Ein Olympia-Start 2008 war ihr leider nicht vergönnt…

Den hatte ein Rostock jedoch 1980 in Moskau und 1988 in Seoul: Hansjörg Kunze.  In Moskau 1980 schied Hansjörg Kunze noch im Halbfinale über die 5000 Meter aus. Den Final-Lauf über diese Strecke entschied damals Miruts Yifter (Äthiopien) vor Sulaiman Nyambui (Tansania) und Kaarlo Maaninka (Finnland) für sich.

Acht Jahre später – in Seoul 1988 – lief der Athlet vom SC Empor Rostock dann über die 5000 Meter hinter John Ngugi (Kenia) und Dieter Baumann (VfL Waiblingen) auf Rang drei, Rang sechs gab es über die 10000 Meter (Sieger: Brahim Boutayeb aus Marokko). Bei den WM in Helsinki 1983 in Helsinki und 1987 in Rom holte Hansjörg Kunze jeweils Bronze über die 10000 Meter.

Im Triathlon sind die Erfolge der Neubrandenburgerin Anja Dittmer, der vierfachen Olympia-Teilnehmerin 2000, 2004, 2008 und 2012), nach wie vor legendär… Und die Rostocker Raelert-Brüder Andreas und Michael sind im Triathlon noch immer „eine Macht“!

Last but not least: Am 1.Juli wurde die 80.Warnemünder Woche, die bis zum 9.Juli dauern wird, feierlich eröffnet.

Marko Michels