Nachgefragt bei Wilfried Luttkus, Vereinspräsident des TTSV 90 Neubrandenburg

Das Jahr wird tischtennissportlich betrachtet wieder sehr abwechslungsreich. Einige der hiesigen Turniere und Meisterschaften sind bereits passé. Viele weitere folgen aber noch. Darunter das traditionsreiche Tischtennis-Turnier der Tausend in der Stadthalle Neubrandenburg (kurz TTT). Es ist seit fünf Jahrzehnten das umfangreichste Tischtennis-Breitensport-Ereignis in M-V. Vom 6. bis 13. April wird es also wieder richtig spannend, wenn mehr als 2.000 Tischtennis-Begeisterte ihr Können „an und auf der Platte“ unter Beweis stellen.

Tischtennisspielerin beim Aufschlag

Tischtennis – Symbolbild

Nachgefragt beim Vereinspräsidenten

„Konzentrieren uns ganz auf das 50.TTT…“

Herr Luttkus, die letzten drei Monate waren schon sehr ereignisreich… Wie verliefen die bisherigen Turniere für den TTSV 90 Neubrandenburg?

Wilfried Luttkus: Es ist Zeit nicht ganz einfach. Unsere Spielerinnen und Spieler werden immer älter und die jungen Akteure verlassen aufgrund beruflicher Verpflichtungen, Heirat oder Studium den Verein. So etwas hat natürlich auch sportliche Folgen. Es kann sein, dass wir aus der Verbandsliga absteigen.

Das heißt mit Blick auf die Vereinsentwicklung der letzten Jahre?

Wilfried Luttkus: Wir haben seit 1990 circa 540 Sportlerinnen und Sportler ausgebildet und davon sind nur noch zwei im Verein. Wir betreiben mittlerweile auch keinen Nachwuchsleitungssport mehr, sondern gehen mehr in die Breite. Da sehen wir unsere sportlichen Perspektiven!

Was steht neben dem TTT noch auf Ihrer Agenda?

Wilfried Luttkus: Wir werden ein oder zwei Wettkämpfe mit unserer Partnerstadt Koszalin durchführen und ansonsten konzentrieren wir uns ganz auf das 50. TTT.

Vielen Dank und ein erfolgreiches TTT!

Tischtennisschläger und Ball liegen auf der Patte

Symbolbild Tischtennis

 


Rund 5800 aktive Tischtennis-Spielerinnen und -Spieler in MV

Auszug aus dem Interview mit DTTB-Sportdirektor Richard Prause vom 22.05.2018:

„Was den Leistungssport Tischtennis betrifft, hat der Tischtennis-Verband Mecklenburg-Vorpommern die typischen Probleme eines großen Flächenstaates: Die Einwohnerzahl im Verhältnis zur Fläche ist niedrig, dadurch sind die Distanzen hoch, die talentierte Spielerinnen und Spieler zurücklegen müssen, um gemeinsam trainieren und sich weiterentwickeln zu können.

Landestrainer Ralf Schneider arbeitet nicht hauptamtlich und kann die fehlende Leistungsbreite und zum Teil mangelnde Technikausbildung nur mit einzelnen Maßnahmen zu kompensieren versuchen. Den Vereinen fehlen qualifizierte Trainer. Das Problem beginnt also an der Basis und in ganz jungen Jahren. Umso erfreulicher sind dann überregional gute Ergebnisse.

Nicht vernachlässigen sollte man in Mecklenburg-Vorpommern aber auch den Gesundheitssport Tischtennis. Die Verbreitung dieses zertifizierten Kursprogramms, damit Menschen wieder regelmäßig Sport treiben und sich ihre Koordination und Ausdauer durch Tischtennis verbessern, ist eine Herzensangelegenheit von Verbandspräsident Dr. Georg Weckbach.“


 

mic

Die internationalen Jahreshöhepunkte sind die Elite-EM vom 3. bis 8. September in Nantes und die Elite-WM vom 21. April bis 28. April in Budapest. Dabei geht es für viele Athleten vor allem um Startplätze und Qualifikationen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo.