Die ambitionierte deutsche Biathletin Maren Hammerschmidt über die olympische Saison 2017/18

Foto (Deutscher Skiverband/DSV): Maren Hammerschmidt.

Am 27.November beginnt die olympische Weltcup-Saison 2017/18 im schwedischen Östersund und natürlich hoffen die wintersportlich interessierten Sportfans hierzulande auch auf zahlreiche Erfolge der Biathletinnen und Biathleten des Deutschen Ski-Verbandes.

Weltcup seit 1977/78

Seit der Saison 1977/78 gibt es den Gesamt-Weltcup für die Herren und der erste Sieger war zwar kein Mecklenburger, dafür aber ein Thüringer, der für den ASK Vorwärts Oberhof startete: Frank Ullrich war der Erste im doppelten Sinne: Der erste Gesamt-Weltcup-Sieger überhaupt und der Beste 1977/78. Erst einmal auf den Geschmack gekommen, gewann Frank Ullrich den Gesamt-Weltcup noch weitere dreimal (1980, 1981 bzw. 1982).

Der zweite Gesamt-Weltcupsieger (1978/79) war zwar noch immer kein Mecklenburger, jedoch mit Klaus Siebert ein gebürtiger Sachse. Nach dem Triple von Frank Ullrich 1979/80, 1980/81 und 1981/82 folgte dann mit Peter Angerer ein Bayer 1982/83.

Ein Mecklenburger ganz oben

Dann war es endlich so weit: Ein Mecklenburger, ein 1964 in Güstrow geborener Athlet, stand ganz oben auf dem Gesamt-Weltcup-Podest. Frank-Peter Roetsch, der 1983/84, 1984/85 und 1986/87 die Nummer eins wurde, half, den „Ruf Mecklenburgs vom aufstrebenden Wintersport-Land“ zu begründen, zumal er auch zweimal Olympia-Gold 1988 bzw. einmal Olympia-Silber 1984 gewann, sich 1992 erneut für Olympia qualifizierte sowie zwischen 1985 und 1989 fünfmal WM-Gold schaffte.

Allerdings: Der Güstrower startete für die SG Dynamo Zinnwald bzw. für den SSV Altenberg. Dort waren und sind die Wintersportbedingungen leider immer noch oder noch immer besser als in M-V. Es muß wohl noch viel Schnee vom Himmel fallen, bis sich daran etwas ändert. Geändert – seit den erfolgreichen Tagen von Frank-Peter Roetsch – hat sich etwas anderes allerdings nicht…

Deutsche Biathleten sind weiterhin top und gewannen vierzehnmal den Gesamt-Weltcup – zuletzt durch Michael Greis, den bayrischen Schwaben. Vor Michael Greis waren aus deutscher Sicht unter anderem noch Andre Sehmisch 1986, Fritz Fischer 1988 und Sven Fischer 1997 bzw. 1999 im Gesamt-Weltcup siegreich. Im vorolympischen Winter 2017 setzte sich zum sechsten Mal der Franzose Martin Fourcade im Gesamt-Weltcup durch.

Erfolgreiche Lena

Während die Biathleten schon 1977 in die Weltcup-Loipe durften, mußten sich die Biathletinnen noch etwas in Geduld üben. Doch 1982/83 ging es auch für sie los und eine Norwegerin wurde die Premieren-Siegerin: Gry Ostvik. Die erste deutsche Biathletin, die einen Gesamt-Weltcup-Podestplatz erkämpfte (Gesamt/Platz drei), war 1991/92 Petra Schaaf (verheiratete Behle). Martina Glagow (verheiratete Beck) holte elf Jahre, 2002/03, später den ersten Gesamt-Weltcup nach Deutschland. Kati Wilhelm (2005/06), Andrea Henkel (2006/07) und letztendlich Magdalena Neuner (2007/08, 2009/10 bzw. 2011/12) folgten Martina in der „Gold-Spur“ des Gesamt-Weltcups. In diesem Jahr, 2017, war nun Laura Dahlmeier, die fünffache Weltmeisterin 2017 in Hochfilzen, auch im Gesamt-Weltcup vorn.

Eine aufstrebende deutsche Biathletin ist indes auch Maren Hammerschmidt (SK Winterberg), Jahrgang 1989 und bereits mit einigen Erfolgen…

Maren Hammerschmidt über ihr Sommertraining, den vorolympischen Weltcup Anfang März in Pyeongchang, die kommenden Olympischen Winterspiele, ihren Weg zum Biathlon und ihre Engagements neben dem Sport

„Das Zusammenspiel von zwei komplett gegensätzlichen Sportarten reizt mich…“

Frage: Erfolgreiche Winter-Athletinnen werden ja im Sommer gemacht. Wie verlief das Sommer-Training?

Maren Hammerschmidt: Ich bin seit Anfang Mai wieder im Training und konnte das Frühjahr und den Sommer verletzungsfrei trainieren. Das ist immer das Wichtigste.

Frage: Bei den WM 2017 im Biathlon in Hochfilzen wurden Sie mit dem deutschen Team Staffel-Weltmeisterin und konnten auch bei den vorolympischen Wettkämpfen in der kommenden Olympiastadt Pyeongchang Rang eins mit der deutschen Staffel belegen. Wie waren die Bedingungen in Pyeongchang? Wie ist das dortige „Drumherum“? Und: Welche Ziele haben Sie für die Saison 2017/18?

Maren Hammerschmidt: Die Bedingungen beim Weltcup in Korea waren natürlich nicht so perfekt, wie man sie von anderen Weltcup-Orten kennt, aber die koreanischen Gastgeber haben sich sehr bemüht. Ich denke, dass bis zu den Olympischen Spielen noch viel gemacht wird und der Rahmen dann passen sollte.

Vom allgemeinem Drumherum bekommt man als Athlet allerdings nicht besonders viel mit. Vielleicht hat man während der Olympischen Spielen etwas mehr Zeit, sich etwas anzuschauen.

Was die olympischen Ambitionen betrifft: Wenn man zu den Olympischen Spielen fährt, muss man mit dem Ziel hinfahren, auch eine Medaille zu gewinnen. Das ist auch mein Ziel!

Frage: Wie kamen Sie eigentlich zum Biathlon? Was ist das Faszinierende für Sie an dieser Sportart?

Maren Hammerschmidt: In der 1.Klasse habe ich zusammen mit meiner Zwillingsschwester einen Schnupperkurs in der Grundschule gemacht. Biathlon hat uns dabei direkt fasziniert. Das Zusammenspiel von zwei komplett gegensätzlichen Sportarten reizt mich jeden Tag aufs neue .

Letzte Frage: Was ist Ihr Ausgleich zum Biathlon-Sport?

Maren Hammerschmidt: Ich engagiere mich seit ein paar Jahren im Tierschutz. Zusammen mit meiner Schwester habe ich bereits zweimal ein Tierheim in Rumänien besucht. Mir ist es wichtig, dass ich neben dem Biathlon noch den Blick für etwas anderes habe.

 

Vielen Dank, dann alles erdenklich Gute, beste Gesundheit und maximale Erfolge in der olympischen Saison 2017/18!

Die Fragen stellte Marko Michels