Der Rostocker Gordan Harbrecht über sein Wettkampf-Jahr 2017 und neue Ziele 2018

Gordan Harbrecht. Foto: Gordan Harbrecht/privat

Das Jahr 2018 ist aus kanurennsportlicher Sicht auch wieder ein weltmeisterliches. Vom 23. bis 26.August 2018 werden als Saisonhöhepunkt die Welttitelkämpfe in Montemor-o-Velho (Portugal) ausgetragen. Aber auch auf regionaler und nationaler Ebene gibt es in diesem Jahr noch zahlreiche Höhepunkte. Jedoch nicht nur dort… Ein Rostocker Kanu-Rennsportler widmet sich inzwischen auch äußerst intensiv dem Oceansport: Gordan Harbrecht. Welche Ziele und Ambitionen der für den Rostocker Kanu Club startende Athlet für 2018 hat, verriet er im Gespräch.

Interview

Gordan Harbrecht (Jahrgang 1985) über das Wettkampf-Jahr 2017, seine Ambitionen im Hinblick auf den Oceansport, die kommenden Rennen 2018, sein Training, die beruflichen Herausforderungen und seinen Ausgleich zum Sport bzw. zum Beruf

„Der Oceansport ist eine sehr interessante Herausforderung…“

Frage: Noch einmal ein letzter sportlicher Blick auf das Jahr 2017… Wie verlief das vergangene Wettkampf-Jahr für Dich?

Gordan Harbrecht: 2017 war die erste Saison, in der ich mich zu einhundert Prozent auf den Oceansport, also das Paddeln im Surfski auf dem Meer, konzentriert habe. Das probierte ich die Jahre zuvor bereits neben dem Kanurennsport regelmäßig und bestritt einige Rennen. Im letzten Jahr machte ich das dann erstmals „voll fokussiert“. Ich nahm an fünfzehn Rennen auf der ganzen Welt teil. Die Ergebnisse waren unter anderem ein neunter Platz bei der WM in Hongkong und ein siebenter Rang in der Weltrangliste. Insgesamt verlief 2017 mit einigen vorderen Platzierungen sehr gut für mich.

Der Oceansport ist schon eine sehr interessante Herausforderung, da – neben der reinen Physis – auch das Vermögen mit den Wellen umzugehen und die Energie der Welle bestmöglich zu nutzen, entscheidende Rollen spielen. Diese Skills kann ich auf der Ostsee gut trainieren, Trainingslager auf der ganzen Welt gehören dennoch unabdingbar zu meiner Vorbereitung. Die Wettkampf-Distanz liegt in der Regel bei 20 bis 25 Kilometern bzw. bei teilweise 4 Meter hohen Wellen.

Frage: Welche sportlichen Ziele hat Du nun für 2018? Welche Wettkämpfe strebst Du an? Und…Wie sieht Dein gegenwärtiges Training aus?

Gordan Harbrecht: Auch im Jahr  2018 werde ich bei circa 15 Rennen, hauptsächlich in Europa, dabei sein. Der Höhepunkt wird die Europameisterschaft in Alicante im Oktober sein. Bei dem ersten Rennen der Saison im Februar in Lanzarote konnte ich mit einem fünften Platz bereits einen guten Start in die Saison hinlegen.

Im März legte ich folgend weitere Grundsteine in einem Trainingslager in Südafrika. Darauf baue ich weiter auf – mit täglich zwei Trainingseinheiten auf dem Wasser.

Um 7.00 Uhr starten wie in aller Regel am Rostocker Kanu-Club mit einer langen Intervall-Einheit auf der Warnow. Anschließend fahre ich zur Arbeit. Bei günstigem Wind habe ich meinen Epic-Surfski bereits auf dem Dach meines Busses, um nach Feierband um 16.30 Uhr direkt nach Warnemünde zu fahren und auf der Ostsee zu trainieren. Gerne paddle ich dann die 20 Kilometer von Warnemünde nach Kühlungsborn und lasse mich dort von meiner Freundin Katharina abholen.

Frage: Du bist Mitglied des Rostocker Kanu Clubs. Was zeichnet den Verein aus Deiner Sicht aus?

Gordan Harbrecht: Der Rostocker Kanu-Club hat mich groß gemacht. Dort erlernte ich das Paddeln und dort wurden die Grundlagen für alle meine Erfolge und Erlebnisse gelegt.

Ich bin dem Verein sehr verbunden und werde hier immer meinen Trainingsstützpunkt haben. Nicht zuletzt versuche ich mit meiner Erfahrung, und auch mit ein wenig Öffentlichkeitsarbeit, meinen Beitrag zur Unterstützung der Vereinsentwicklung beizutragen.

Außerdem gibt es weltweit kaum schönere Trainingsreviere als die Warnow mit ihrem idyllischem Oberlauf, dem Stadthafen und dem Mündungsbereich in die Ostsee.

Letzte Frage: Wie sieht Dein Leben ohne Kanu und Kajak aus? Welche beruflichen Perspektiven hast Du? Was sind Deine Hobbys?

Gordan Harbrecht: Ich schloss im Oktober 2017 mein Maschinenbaustudium ab und arbeite seit Februar 2018 in der Ingenieur-Gemeinschaft „Meyer & Horn-Samodelkin GbR“ in Teilzeit. Dort wird mir genug Freiraum und Verständnis für meinen Leistungssport eingeräumt und ich habe eine sehr interessante Arbeit im Mikroskopie-Labor im Bereich der Oberflächenanalyse bzw. Werkstoffprüfung.

Für Hobbys bleibt, ehrlich gesagt, wenig Zeit. Ich bin gerne handwerklich unterwegs und schraube gerne an meinem Bus oder meinem Moped. An freien Abenden saniere ich zusammen mit meiner Freundin und unserer Bulldogge Bruce ein altes Bootshaus an der Warnow.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge in allen Bereichen!

M.Michels