Am Wochenende fanden zum dritten Mal die Deutschen Meisterschaften im Para Kegeln in Stralsund statt. Mehr als 200 Starter gingen dabei in unzähligen Wettkampfklassen sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft an den Start.

Die Mannschaft der allgemein Behinderten mit ihrem Vizemeistertitel (vlnr: Oliver Peitz, Marcel Russow, Anne Roddeck, Rolf-Dieter Küster, Klaus Kulla, Jochen Neubauer. Foto: Torsten Hochmann

Die Stralsunder Teilnehmer schnitten dabei sehr erfolgreich ab. Mit insgesamt vier goldenen und drei silbernen Medaillen wussten sie ihren Heimvorteil zu nutzen. Heimvorteil war es dennoch nicht für alle, die im Stralsunder Trikot spielten, denn die Kegler kommen, mangels regionaler Vereine, teilweise von sehr weit her. So begann die Erfolgsserie mit einem Spandauer Kegler in Reihen der Heimmannschaft. Oliver Peitz konnte seinen Vorjahrestitel in der Wettkampfklasse 2, bei den Herren mit Beinschäden, verteidigen. Mit 741 Holz hatte er am Ende sieben Holz Vorsprung auf Mario Buch (BSV Celle) und Jörg Müller-Rietzke (BSG Rotenburg). Klaus Kulla aus Grabow und für Stralsund startend, kam in der WK 2 der Senioren nicht zurecht und musste sich mit dem fünften Platz begnügen. Bei den Damen mit allgemeinen Behinderungen (WK 4) holte Anne Roddeck aus Waren mit 723 Holz den zweiten Titel für Stralsund. Hier belegten Jacqueline Schädel aus Neukloster und Petra Theis aus Kassel die weiteren Podestplätze. Bei den Herren mit allgemeinen Behinderungen holte der Magdeburger Jochen Neubauer für Stralsund den Vizetitel. Er hatte mit 740 Holz ein gutes Ergebnis vorgelegt, wurde jedoch kurz vor Schluss noch vom Rotenburger Stephan Bruns mit zwei Holz überholt. Dritter wurde Jan Grabowski aus Glückstadt.

Der wohl spannendste Teil der diesjährigen Meisterschaften war der Mannschaftswettbewerb der allgemein Behinderten. Hier müssen Mannschaften aus Startern mit verschiedenen Behinderungen gemischt werden. Für die Schwere der Behinderung gibt es Handicap Punkte, wovon die Mannschaft in der Summe der sechs Starter mindestens elf erreichen muss. Dabei können sowohl Damen als auch Herren eingesetzt werden. Für Stralsund gingen Rolf-Dieter Küster, Klaus Kulla, Marcel Russow, Anne Roddeck, Jochen Neubauer und Oliver Peitz an den Start. Zu Beginn sah es dabei für die Gastgeber gar nicht rosig aus. Nach der Hälfte der Starter hatten sie bereits einen Rückstand von 91 Holz auf den SSV Hagen. Doch mit drei starken Schlussstartern und der furiosen Aufholjagd von Oliver Peitz kamen sie am Ende noch auf zwei Holz heran. Peitz erzielte dabei das Höchstergebnis der Meisterschaften mit 759 Holz. „Ich habe zum Anfang selbst nicht daran geglaubt, dass wir noch so weit herankommen können“, so Peitz nach dem Wettkampf. „Auch wenn es auf der Startbahn für mich überhaupt nicht lief, habe ich danach immer besser zu meinem Spiel gefunden und die Gegner hatten kaum noch etwas entgegenzusetzen. Es ist zwar schade, dass es knapp nicht gereicht hat, doch es ist eben ein Mannschaftssport und wir haben als Mannschaft den Vizetitel erkämpft.“

Im Mannschaftswettbewerb der Sehbehinderten lief es für die Stralsunder besser. In der Spielgemeinschaft Greifswald/Stralsund wurden Lothar Schultz, Wilfried Schubert, Wolfgang Schießmann, Joachim Rasch und Mirco Kroll Deutscher Meister. Mannschaftsbester war Joachim Rasch mit 748 Holz.

Wilfried Schubert konnte anschließend noch in der Wettkampfklasse 5 der vollblinden Senioren den Vizemeistertitel erkegeln. Bei den Herren mit wenig Sehrest in der WK 6a belegte Mirco Kroll den fünften Platz. Den Schlusspunkt der Meisterschaften setzte Joachim Rasch bei den sehschwachen Herren in der WK 6b. er verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr mit 738 Holz vor Roland Bartelt (Neuenhagen) und Alfred Hoeckberg (Neukloster).

Im Anschluss an die Siegerehrungen nahm die Geschäftsführerin des Verbandes für Behinderten und Rehabilitationssport M-V, Dr. Monika Knauer, noch zwei Ehrungen vor. Sie ehrte zum einen Wilfried Schubert für seine 50-jährige Mitgliedschaft in der Behindertenabteilung des Kegelverein „Hansa“ Stralsund und zum anderen Joachim Rasch, der sich lange Jahre ehrenamtlich im Behindertensport engagiert hat, für seine Arbeit. Beide erhielten jeweils die Ehrenmedaille des VBRS.

Alle Ergebnisse und Bilder gibt es wie gewohnt auf der Internetseite www.kvhansa.de und auf fb.com/kvhansa.

Text: Torsten Hochmann / kvhansa