„Ein Hauch des sportlich Exotischen…“

Nachgefragt beim fr├╝heren Rostocker Tauchsportler Jan Zeggel

Seit fast 61 Jahren ist der TSC 1957 Rostock e.V. nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland eine der Hochburgen f├╝r Orientierungstauchen und Flossenschwimmen.

Zwischen Historie…

Impression vom Flossenschwimmen in Rostock. Foto: Wolfgang Gross

Bei EM und WM, bei den World Games und bei vielen internationalen Wettk├Ąmpfen konnten die Athletinnen und Athleten vom TSC 1957 Rostock e.V. ihr K├Ânnen seit Jahrzehnten unter Beweis stellen. Namen, wie zum Beispiel Martina Ocik oder Ute Enge (jetzt Beck), waren dabei exzellente MONK-Taucherinnen. Beide gewannen dabei auch die WM 1985.

An die WM-Entscheidung hat Martina Ocik noch sehr gute Erinnerungen: ÔÇ×Ute ├╝bernahm die Navigation, ich war der `Schaffner`. Die WM begannen mit der `Mannschaftsorientierung nach Karte` (MONK) als Auftakt, den wir ja gleich f├╝r uns gewinnen konnten. Bei den Herren gab es f├╝r das Duo Matthias Kr├Ąmer/Matthias Ehlers Bronze, was ebenfalls Hoffnung auf mehr machte. Bei Sichtweiten im Stechlinsee von bis zu f├╝nf Metern legten wir mit 7:25 Minuten eine gute Zeit hin. Die UdSSR-Damen waren hingegen 16 Sekunden langsamer.ÔÇť

…vielen Highlights…

Ein Highlight neben vielen, vielen mehr, war sicherlich auch die Bronzemedaille von Carolin Stut bei den World Games 2005, den Weltspielen in den nichtolympischen Sportarten, in Duisburg, wobei hinzugef├╝gt werden mu├č, dass ÔÇ×FinswimmingÔÇť mittlerweile vom IOC als olympische Sportart anerkannt ist (1986), aber leider noch nicht im olympischen Programm zu finden ist. Bei den „World Games“ 2013 in Cali sorgte dann Max Lauschus f├╝r zweimal Gold aus Rostocker Sicht (200 Meter und 400 Meter Finswimming). 2017 folgte f├╝r ihn Silber bzw. Bronze bei den „World Games“ in Wroclaw.

…und den vergangenen Jahren

In den letzten Jahren pr├Ągten unter anderem der erw├Ąhnte Max Lauschus, Jens Peter Ostrowsky, Kerstin Schmidt, Lisa Sch├Ąfer, Katharina Benck, Angelika Rinck und Jan Zeggel mit dem seit Jahrzehnten erfolgreichen Trainer Hartmut Winkler die Erfolgsbilanz des TSC 1957 Rostock e.V. und gewannen Titel und Medaillen bei WM und EM bzw. bei Weltcups.

Wie beurteilt nun der einstige Erfolgsathlet des TSC Rostock 1957, Jan Zeggel, das aktuelle sportliche Geschehen im Tauchsport bzw. Flossenschwimmen?!

Interview

Jan Zeggel ├╝ber tauchsportlich Vergangenes und Kommendes

„Ein Hauch des sportlich Exotischen…“

Frage: Das Jahr hat f├╝r die Tauchsportler und Flossenschwimmer l├Ąngst begonnen. Welche H├Âhepunkte gibt es im Wettkampf-Kalender 2018?

Jan Zeggel noch als aktiver Tauchsportler…. Archiv-Foto: Wolfgang Gross

Jan Zeggel: Das Jahr 2018 bietet zahlreiche Wettk├Ąmpfe und Meisterschaften im Flossenschwimmen und Orientierungstauchen. So gab es Ende M├Ąrz ja die Landesmeisterschaften M-V mit dem Kinderpokal im Flossenschwimmen in Rostock. Vom 30.Juni bis 1.Juli stehen dann die Landesmeisterschaften M-V mit dem Nordpokal in Jarmen auf der Agenda.

Besondere Highlights sind in diesem Jahr die Elite-WM im Flossenschwimmen vom 14.Juli bis 21.Juli in Belgrad und die Elite-EM im Orientierungstauchen vom 24.August bis 2.September in Gyekenyes. Dar├╝ber hinaus wird es unter anderem auch bei den Jugend-EM im Flossenschwimmen vom 28.Juli bis 4.August in Istanbul spannend.

Aus M-V-Sicht ist nat├╝rlich der 52.Pokal der Hansestadt Rostock im Flossenschwimmen und im Orientierungstauchen vom 9.November bis 10.November ein ganz besonderes sportliches Ereignis.

Zwei Weltcups im Flossenschwimmen wurden 2018 ebenfalls bereits ausgetragen, so im Februar in Eger und im M├Ąrz in Lignano Sabbiodoro. Der n├Ąchste Weltcup im Flossenschwimmen ist dann vom 14.April bis 15.April in Leipzig.

Frage: Apropos Weltcup-Wettk├Ąmpfe … Welchen Stellenwert haben die Weltcups im Hinblick auf eine EM bzw. WM?

Jan Zeggel: Die Weltcups haben schon einen gro├čen Stellenwert, gerade als au├čerordentlich wichtiger eigenst├Ąndiger Wettkampf. Die Weltcups sind mittlerweile gut besucht und haben ein ausgezeichnetes Niveau. So werden beim Weltcup Mitte April in Leipzig Vereine aus 20 Nationen teilnehmen.

Das zeigt, wie gro├č der Zuspruch zum Tauchsport/Flossenschwimmen global inzwischen ist. Ein Weltcup ist schon „eine gro├če Nummer“ im sportlichen Wettkampf-Kalender.

F├╝r die kommenden EM und WM sind jedoch die Deutschen Meisterschaften der wichtigste Qualifikationswettkampf.

Frage: F├╝r Sie pers├Ânlich… Was ist das Besondere, das Faszinierende am Tauchsport bzw. Flossenschwimmen? Was waren Ihre nachhaltigsten Erfolge?

Jan Zeggel: Es ist die Kombination aus technischen Komponenten und der notwendigen Ausdauer. Flossenschwimmen hat ja – weil zus├Ątzliche „Utensilien“, wie zum Beispiel die Monoflosse, ben├Âtigt werden – noch immer „einen Hauch des sportlich Exotischen“, was den Reiz dieser Sportart unterstreicht.

Ich selbst war ja einst Fu├čballspieler und kam dann ziemlich fr├╝h, ab Klasse drei, zum Tauchsport und zum TSC Rostock 1957. Ganz besonders nachhaltig bleibt mir mein Weltmeister-Titel 2007 in Erinnerung. Nachdem es in den Jahren zuvor, bei den EM und WM nicht sonderlich gut lief, schaffte ich es dann im dritten Anlauf zu WM-Gold.

Ansonsten sind alle internationalen Wettk├Ąmpfe, ob Weltcups, WM und EM, etwas ganz Besonderes. Gerade im Flossenschwimmen und Orientierungstauchen sind wir eine gro├če sportliche Familie. Im Winter ist ja zumeist Wettkampf-Pause und da freut man sich darauf, sich ab dem Fr├╝hjahr wieder bei gro├čen internationalen Events zu begegnen. ├ťber meinen Sport lernte ich eine Menge Leute kennen, Freundschaften entstanden, die weiterhin bestehen.

Letzte Frage: Wie sieht Ihr Leben „ohne Flossen und Tauchger├Ąt“ aus?

Jan Zeggel: Beruflich bin ich Gesch├Ąftsf├╝hrer einer Software-Entwicklungsfirma in Berlin. Eine T├Ątigkeit, die mich sehr ausf├╝llt. Au├čerdem erhielt meine Familie gerade erst Nachwuchs, was auch noch einmal fordert. Sportlich halte ich mich aber weiter fit, nehme an Volksl├Ąufen teil und lief auch beim Berlin-Marathon 2017.

Vielen Dank und weiterhin alles erdenklich Gute!

M.Michels

Impression vom Flossenschwimmen in Rostock. Foto: Wolfgang Gross
Flossenschwimmen – Sportart mit Tradition in Rostock (Hier: Carolin Stut). Foto: M.M.

 

 

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