Die Turnerin Kim Bui über die Universiade 2017 in Taipei

Die Wettkämpfe im Gerätturnen bei der 29.Universiade in Tapei sind mittlerweile wieder Historie.

Oleh Vernyayev – der Beste im Mehrkampf der Studenten-Sportler

Bei den Herren gingen die acht Goldmedaillen an Japan (zwei) und an die Ukraine, Russland, Taiwan, Armenien, die Dominikanische Republik und Frankreich. Der Japaner Shogo Nonomura gewann als einziger Turner zwei Goldmedaillen (Team, Barren), dazu Silber im Einzel-Mehrkampf.

Diesen, den Einzel-Mehrkampf, entschied der Ukrainer Oleh Vernyayev, der bei WM, EM, Europaspielen bzw. Universiaden seit 2012 bereits 33 Medaillen (13 x Gold) erkämpfte, für sich. Dazu schaffte Oleh Vernyayev in Taipei noch dreimal Silber (Team, Seitpferd, Sprung) bzw. einmal Bronze (Ringe).

Rumänischer Triumph im Mehrkampf der Studentinnen

Bei den Frauen bestimmten Russland bzw. Kanada (jeweils 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze) und Rumänien (2 x Gold, 1 x Bronze) das sportliche Niveau massgeblich. Medaillen sicherten sich auch Japan (3 x Silber, 1 x Bronze) – und Deutschland (1 x Silber).

Larisa Iordache aus Rumänien war die Beste im Einzel-Mehrkampf sowie am Boden. Dazu gab es für sie Bronze am Schwebebalken.

Kanadierinnen ganz stark

Stark präsentierten sich die Kanadierinnen. Ellie Black erturnte Gold am Schwebebalken, dazu Silber mit dem Team sowie Bronze im Einzel-Mehrkampf und am Stufenbarren. Ihre Landsfrau Brittany Rogers siegte beim Sprung (plus Silber mit dem Team).

Russische Turnerinnen mit Team-Gold

Die russischen Turnerinnen waren hingegen die Nummer eins im Team-Wettkampf. Daria Spiridonowa triumphierte mit der russischen Mannschaft und am Stufenbarren.

Und: Wer gewann die Silbermedaille für das deutsche Turn-Team in Taipei?

Es war – „selbstverständlich“ – Kim Bui, Jahrgang 1989, Turnerin des MTV Stuttgart und Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der Universiade 2017.

Sie wurde hinter der Russin Daria Spiridonowa Zweite am Stufenbarren.

Bereits bei den EM 2011 hatte Kim Bui Bronze am Stufenbarren erkämpft. Bei der Universiade 2013 in Kazan konnte sich Kim Bui ebenfalls schon über Medaillen freuen: über Bronze mit dem Team und im Einzel-Mehrkampf.

Wie beurteilt Kim Bui nun ihren Erfolg in Taipei? Welche Bedeutung haben für sie die Universiaden? Welche weiteren Ambitionen hat Kim Bui?

MV-SPORT fragte nach

„Ein super Team und eine tolle Atmosphäre…“

Frage: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu Universiade-Silber 2017 am Stufenbarren. Wie verlief der Wettkampf aus Ihrer Sicht?

Kim Bui: Vielen Dank für die Glückwünsche! Das Stufenbarren-Finale verlief gut. Es war auf jeden Fall im Vergleich zur Qualifikation die bessere Übung. Sie war sauberer, hatte also weniger Haltungsfehler. Daher war ich zufrieden mit der Übung und dann natürlich auch mit dem Ergebnis. Vor mir landete die amtierende Weltmeisterin auf Platz eins, daher ist das alles mehr als zufriedenstellend.

Frage: Taipei 2017 ist ja nach Kazan 2013 ihre zweite Universiade. Welche Bedeutung haben für Sie persönlich die Universiaden?

Kim Bui: Ja, leider ist es auch die letzte Universiade, an der ich teilnehmen kann, da ich dann zu alt bin. Ich finde es eine richtig schöne Möglichkeit, bei einer Universiade zu turnen. Die Universiade gleicht Olympischen Spielen – nur in viel kleinerer Dimension, quasi „Mini-Olympische Spiele“.

Man trifft andere Sportlerinnen bzw. Sportler aus anderen Sportarten und anderen Ländern, was eben nur bei Olympischen Spielen der Fall ist. Außerdem ist es toll, dass damit auch gezeigt wird, dass eine duale Karriere möglich ist und auch honoriert wird, wenn man an so einem Event teilnehmen kann.

Was bliebe noch anzumerken?! Ach ja…, dass das deutsche Team super ist und eine tolle Atmosphäre herrscht. Man besucht sich gegenseitig bei den Wettkämpfen und feuert sich an.

Frage: Welche Leistungen beeindruckten Sie ansonsten bei der 2017er Universiade – beim Gerätturnen und darüber hinaus?

Kim Bui: Also beim Gerätturnen selbst, sind mir ja die meisten bekannt. Mich hat einfach insgesamt wieder das ganze Event beeindruckt. Vora llem die vielen Volunteers, die immer freundlich und hilfsbereit sind.

Frage: Anfang Oktober finden die Elite-WM im Gerätturnen in Montreal statt. Welche Ambitionen haben Sie dort?

Kim Bui: Zunächst steht zu Hause Anfang September noch eine Qualifikation an, dann entscheidet sich, ob ich mich qualifiziert habe. Die Qualifikation wäre erst einmal ganz gut.

Letzte Frage: Wie sieht Ihr Leben neben dem Turnen aus?

Kim Bui: Wenn ich nicht beim Turnen bin, dann studiere ich entweder an der Uni, lerne oder nutze die wenige freie Zeit, um mich mit Freunden zu treffen.

Vielen Dank! Dann weiterhin alles Gute und maximale Erfolge…

Die Fragen stellte: M.Michels.

Foto (adh/Arndt Falter): Kim Bui bei ihrer Stufenbarren-Übung in Taipei.