Rostocker Wasserspringerin Saskia Oettinghaus dabei

Vom 19. bis zum 30. August 2017 wird Taiwan das Zentrum des studentischen Spitzensports – die 29. Sommer-Universiade findet in Taipei statt. Die Weltspiele der Studierenden sind mit rund 13.000 Teilnehmenden aus über 150 Nationen die weltweit größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen. Der adh entsendet ein etwa 180-köpfiges Team zur Universiade, deren Wettkämpfe sich auf höchstem internationalem Niveau bewegen.

Knapp 300 Entscheidungen in 22 Sportarten

Bei der diesjährigen Sommer-Universiade in Taipei stehen an zwölf Wettkampftagen diverse Entscheidungen auf dem Programm. Neben den 14 Kernsportarten Basketball, Fechten, Fußball, Judo, Gerätturnen, Leichtathletik, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Wasserspringen sowie Wasserball sind in Taipei sieben weitere optionale Sportarten vertreten. Dazu zählen die in Asien sehr populären Sportarten Baseball, Bogenschießen, Badminton, Gewichtheben, Golf, Rollersports und Wushu. Außerdem wird Billiard als Demonstrationssportart erstmals Teil des Universiade-Wettkampfprogramms sein.

Auch wenn der Spitzensport absolut im Vordergrund steht, so hat sich die Universiade ihren besonderen Charakter einer internationalen Studierenden-Veranstaltung bewahrt. Die Verbindung von Spitzensport und persönlichem Austausch macht die besondere Atmosphäre und Anziehungskraft der Universiaden aus, die auch von etablierten Sportstars sehr geschätzt wird.

Deutsche Mannschaft nominiert – Nachwuchsathleten stehen im Fokus

Die deutsche Mannschaft wird aus 125 studentischen Spitzensportlerinnen und -sportlern bestehen, die in 14 Sportarten an den Start gehen. Dies sind: Badminton, Basketball, Bogenschießen, Fechten, Gerätturnen, Gewichtheben, Golf, Judo, Leichtathletik, Rollersports, Schwimmen, Taekwondo, Tischtennis und Wasserspringen. Insgesamt umfasst das deutsche Team mit der Delegationsleitung, dem Trainer- und Betreuerstab, der medizinischen Betreuung und dem Büroteam rund 180 Personen.

Zur Nominierung erläuterte adh-Sportdirektor Thorsten Hüsch: „Viele Länder entsenden erfahrungsgemäß ihre Top-Athletinnen und –Athleten zur Universiade. Speziell aus Asien und Osteuropa treten viele Sportarten mit A-Kadern an. Das deutsche Team ist in diesem Jahr ein sehr junges Team, wir wollen vor allem Nachwuchstalenten eine Chance geben. Bei der Universiade sollen sie die Möglichkeit haben, internationale Erfahrung zu sammeln und so Motivation für die Zukunft zu schöpfen. Damit ebnen wir den Weg für spätere Teilnahmen bei Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.“

Gute Mischung aus Nachwuchstalenten und erfahrenen Aktiven

Trotz des extrem jungen Teams blickt Hütsch optimistisch auf die Universiade, auf mögliche Medaillenchancen sowie auf die Aussicht auf Platzierungen unter den Top Acht: „Wir stehen, was unsere Nominierungskriterien angeht, in enger Abstimmung mit den jeweiligen Disziplinchefinnen und Disziplinchefs sowie den nationalen Fachverbänden. Damit stellen wir sicher, dass unser Team international konkurrenzfähig ist.“

Dabei sieht er vor allem in den Sportarten Judo, Leichtathletik, Schwimmen und Taekwondo die größten Chancen auf Podestplatzierungen. „Überraschungen sind jedoch in so gut wie allen Sportarten möglich und wir müssen abwarten, wie die Konkurrenz aufgestellt ist.“

Neben vielen jungen Talenten, kann die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft aber auch auf einige bereits erfahrene Sportlerinnen und Sportler zurückgreifen. So fahren Aktive mit nach Taipei, die bereits 2015 bei der Universiade in Gwangju dabei waren und teilweise auch Medaillen sammeln konnten: Die Judoka Nadja Bazynski (FHÖV Köln) und Maike Ziech (Fernuni Hagen) holten in Korea in ihren Gewichtsklassen jeweils Bronze und mit Lena Urbaniak (Kugelstoßen, HS Ansbach) und Martin Grau (3000m Hindernis, HS Ansbach) sind sogar zwei Goldmedaillengewinner der letzten Universiade dabei.

Silber gewannen die Basketballer der Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft, die auch in diesem Jahr wieder die Chance haben, die K.O.-Runde der besten acht Teams zu erreichen. Auch auf Europa- und Weltmeisterschaftsniveau waren viele Sportlerinnen und Sportler bereits erfolgreich, die in Taipei zur Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft gehören.

Pressemitteilung / Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband,  Malin Hoster, Öffentlichkeitsreferentin

Infos zu den Universiaden aus Rostocker Sicht…

Die Wasserspringerin Saskia Oettinghaus vom WSC Rostock wird bei der 29.Universiade in Taipei in den Disziplinen Ein-Meter-Brett, Drei-Meter-Brett und Drei-Meter-Synchron an den Start gehen. Die ambitionierte Sportlerin, Jahrgang 1998, konnte unter anderem 2015 bei den Europaspielen in Baku Gold und Bronze erkämpfen.

Rostock hat übrigens eine gute Universiade-Tradition. Der Leichtathlet Wolfgang Warnemünde vom SC Empor Rostock schaffte bei der Universiade 1977 in Sofia jeweils Bronze im Kugelstoßen und Diskuswerfen, wobei er 1981 bei der Universiade 1981 in Bukarest zudem noch einmal Silber im Diskuswerfen holte. Die Läuferin Marita Koch (ebenfalls vom SC Empor Rostock) jubelte bei der Universiade 1979 in Mexico-City über 200 Meter-Gold.

Bei der Universiade 1987 in Zagreb gab es für die DDR-Mannschaft im Frauen-Volleyball mit der gebürtigen Rostockerin Kathrin Langschwager Bronze.

In der Rostocker Traditionssportart Wasserspringen gab es indes auch schon viel Universiade-Edelmetall. Die Rostockerin Wasserspringerin Silke Krüger belegte den Bronze-Rang vom Drei-Meter-Brett bei der Universiade 1993 in Buffalo. Weitere Universiade-Erfolge im Wasserspringen  folgten 1995 in Fukuoka. Vom Ein-Meter-Brett sprangen die beiden Rostockerinnen Dörte Lindner und Silke Krüger zu Gold und Silber.

Bronze sicherte sich Yu Xiaoling (China). Auch vom Drei-Meter-Brett reichte es für Dörte Lindner zu einer Medaille. Dörte kam auf Platz drei hinter Rao Lang (China) und Maria Jose Alcala (Mexiko). Das deutsche Frauen-Team, mit Dörte Lindner und Silke Krüger, jubelte zudem über Gold vor den USA und China.

Jonna Tilgner, die frühere Hürdenläuferin beim 1.LAV Rostock, konnte zwei Universiade-Medaillen über 400 Meter-Hürden erringen: Bronze in Bangkok 2007 und Silber auf Mallorca 2009.

Und Antje Mahn, die Tochter der dreifachen Schwimm-Olympiasiegerin und Olympia-Zweiten von 1980 Caren Metschuck-Mahn (SC Empor Rostock), erreichte aus Rostocker Sicht ebenfalls eine ausgezeichnete Platzierung. Bei der Universiade 2011 in Shenzhen kam sie im Langstrecken-Schwimmen auf Rang fünf.

Marko Michels

Foto (Monika Dietrich, WSC Rostock): Saskia Oettinghaus und Louisa Stawczynski bei der goldenen  Siegerehrung zum Wettbewerb Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett bei den Europaspielen 2015.