Die 23.Olympischen Winterspiele „in Sichtweite“…

Wer denkt schon im sommerlichen Juni an den nächsten Winter? Natürlich die Winter-Sportlerinnen und Winter-Sportler! Denn: Erfolgreiche Winter-Sportlerinnen und Winter-Sportler werden bekanntlich im Sommer gemacht.

M-V und der Wintersport

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es in den letzten Jahren das eine oder andere sommerliche Trainingslager auf Rügen, auf Usedom oder in Wittenburg (Skihalle) für die deutschen Wintersport-Asse.

M-V selbst ist ohnehin ein Land, das schon einige wintersportliche Olympiasieger, Olympia-Medaillengewinner oder Olympia-Teilnehmer hervor brachte, so den Rüganer Bob-Sportler Meinhard Nehmer, den Stralsunder Bob-Athleten Carsten Embach, den Neubrandenburger Bob-Enthusiasten Ulf Hielscher, die Wismarer Eisschnellläuferin Jacqueline Börner, die Rostocker Short Trackerin Aika Klein, den Rostocker Short Tracker Arian Nachbar, die Eiskunstläufer Rolf Oesterreich bzw. Robin Szolkowy, den Teterower Skeleton-Fahrer Sandro Stielicke oder den Eishockey-Crack Dietmar Peters. Nur zehn Beispiele von vielen…

Pyeongchang 2018 nicht mehr weit

Nun sind aber bereits die 23.Olympischen Winterspiele vom 9.Februar 2018 bis 25.Februar 2018 und die 12.Winter-Paralympics vom 8.März 2018 bis 18.März 2018 in Pyeongchang „in Sichtweite“. Zum dritten Mal nach Sapporo 1972 und Nagano 1998 (auch Austragungsort der Winter-Paralympics 1998) finden Olympische Winterspiele in Asien statt.

Bereits im vorolympischen Winter wurde auf und in den kommenden olympischen Austragungsstätten in der südkoreanischen Stadt sportlich viel getestet.

Laura Dahlmeier mit 3 x Gold in Pyeongchang

So hatten auch die Biathletinnen und Biathleten ihren vorolympischen Weltcup in Pyeongchang. Für die deutsche Biathlon-Mannschaft gab es dabei 3 x Gold – dank der Erfolge der fünffachen Weltmeisterin 2017, Laura Dahlmeier, im Sprint bzw. in der Verfolgung und durch die deutsche Frauen-Staffel, in der Laura Dahlmeier natürlich auch eingesetzt wurde.

Frankreichs Biathletinnen und Biathleten holten sogar 5 Medaillen (2 x Gold, 3 x Bronze). Martin Fourcade triumphierte in der Verfolgung und mit der französischen Staffel. Der Österreicher Julian Eberhard war der Beste im Sprint, vor dem WM-Überraschungssieger im Einzel 2017, Lowell Bailey aus den USA.

Russische Skilangläufer mit drei Goldenen

Bei den Weltcup-Skilanglauf-Konkurrenzen 16/17 auf den Olympia-Loipen des kommenden Jahres waren hingegen – hinsichtlich der Medaillen-Anzahl – Russland mit 3 x Gold, 2 x Bronze, Norwegen mit 4 x Silber, 1 x Bronze und die USA mit 1 x Silber, 2 x Bronze am erfolgreichsten.

Allerdings: So kurz vor den Nordischen Ski-WM in Lahti nahmen zumeist nur B-Teams teil. Bei den Herren kamen alle Gewinner aus Russland (Gleb Retiwych im Sprint/klassisch, Pjotr Sedow im Skiathlon bzw. das Team-Sprint-Team). Bei den Frauen jubelten Slowenien (Anamarija Lampic im Sprint/klassisch), Polen (Justyna Kowalczyk im Skiathlon) und Schweden (Team-Sprint).

Johannes Rydzek mit Doppel-Erfolg

Die Weltcup-Entscheidungen in der Nordischen Kombination im vorolympischen Winter in Pyeongchang gingen allerdings an Schwarz-Rot-Gold. Johannes Rydzek, der bei den WM 2017 in Lahti viermal Gold holte, gewann zuvor auch beide Wettkämpfe in Pyeongchang. Nur der Österreicher Mario Seidl durchbrach mit Silber und Bronze die deutsche Phalanx.

Japanische Skispringerinnen auch mit Doppel-Gold

Die vier Wettbewerbe im Weltcup 2016/17 im Skispringen waren indes eine Angelegenheit bei den Herren für Stefan Kraft (Österreich) bzw. Maciej Kot (Polen) und bei den Frauen für Yuki Ito (Japan) bzw. Sara Takanashi (Japan). Andreas Wellinger kam dort übrigens auf die Ränge zwei und drei – ein guter vorolympischer Test.

Zwei alpine Weltcup-Tests in Jeongseon

Bei den Alpinen durften die Frauen zu zwei Weltcup-Entscheidungen 2016/17 nach Jeongseon, dem Olympia-Revier von 2018. Sowohl in der Abfahrt als auch im Super-G gab es die gleiche Reihenfolge: Sofia Goggia (Italien) vor Lindsey Vonn (USA) und Ilka Stuhec (Slowenien).

Vorolympische Snowboarder und Free-Styler in Südkorea

Im kommenden olympischen Bokwang Phoenix Park hatten auch die Snowboarderinnen und Snowboarder im Weltcup 2016/17 sechs Entscheidungen, wobei Österreich mit 2 x Gold, 1 x Silber brillierte.

Anna Gasser im Big Air und Andreas Prommegger im Parallel-Riesenslalom. Die anderen Siegerinnen bzw. Sieger kamen aus Kanada (Mark McMorris im Big Air), aus Russland (Aljona Sawarsina im Parallel-Riesenslalom), aus Australien (Scotty James in der Halfpipe/Herren) und aus den USA (Kelly Clark in der Halfpipe/Frauen).

Die Ski-Freestylerinnen und -Freestyler testeten im Weltcup 2016/17 auch schon die olympischen Anlagen 2018. Die Siegerinnen und Sieger stammten in den sechs Entscheidungen ebenfalls aus sechs Staaten: Anton Kuschnir (Weissrussland, Aerials der Herren), Mikael Kingsbury (Kanada, Moguls der Herren), Torin Yater-Wallace (USA, Halfpipe der Herren), Xu Mengtao (China, Aerials der Frauen), Britteny Cox (Australien, Moguls der Frauen) und Marie Martinod (Frankreich, Halfpipe der Frauen).

Südkoreas Damen dominierend im Short Track

Die Short Trackerinnen und Short Tracker waren hingegen in der olympischen Halle von Gangneung in ihrem Weltcup 2016/17 unterwegs. Bei den Frauen avancierte Südkorea mit 3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, Erfolg unter anderem für Choi Min-jeong über 500 Meter, zur erfolgreichsten Nation. Bei den Herren holte Kanada mit 1 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze die meisten Medaillen, unter anderem ein Sieg für Charles Hamelin über 1000 Meter.

Überragende Niederlande im Eisschnelllaufen

Bei den Einzelstrecken-WM im Eisschnelllaufen im vorolympischen Gangneung errangen die Niederlande mit 8 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze deutlich die Spitzen-Position vor den USA mit 3 x Gold, 1 x Bronze. Die deutschen Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer schafften durch Nico Ihle (Silber, 500 Meter), Patrick Beckert (Bronze, 10000 Meter) und Claudia Pechstein (Silber, 5000 Meter) drei Medaillen.

Starkes deutsches Rennrodel-Team, Einzel-Erfolge aber an Russland und Italien

Und beim Weltcup 2016/17 im Rennrodeln in Pyeongchang  war die deutsche Rodel-Mannschaft mit 2 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze am besten dabei. Die vier Erfolge erkämpften im Damen-Einsitzer Tatjana Iwanowa (Russland), im Herren-Einsitzer Dominik Fischnaller (Italien), im Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken (Deutschland) und in der Team-Staffel ebenfalls Deutschland mit Natalie Geisenberger, Andi Langenhan und Toni Eggert/Sascha Benecken.

Zweimal Gold für die deutsche Bob- und Skeleton-Mannschaft

Bei den vorolympischen Konkurrenzen im Skeleton und im Bobsport (Weltcups) in Pyeongchang überzeugten die deutschen Sportlerinnen und Sportler ebenfalls. Jacqueline Lölling wurde Erste im Frauen Skeleton und in der Zweier-Bob-Entscheidung der Herren setzte sich das Duo Francesco Friedrich/Thorsten Margis durch – Dritte wurden Johannes Lochner/Joshua Bluhm.

Betrachtet man insbesondere die Ergebnisse der Weltmeisterschaften 2016/17 in den olympischen Wintersportarten, so läßt sich resümieren, dass Deutschland zurzeit die Spitzen-Position im olympischen Wintersport inne hat. Es ist aber nur eine sportliche Moment-Aufnahme – in Pyeongchang kann natürlich wieder alles ganz anders aussehen. Hoffen wir für „Schwarz-Rot-Gold“ aber das Beste…

Wie war das aber noch vor knapp dreieinhalb Jahren, bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi?!

Ein tiefgründiges Resümee zu den Olympischen Winterspielen 2014

Müssen es denn immer Medaillen, insbesondere Gold, sein?! Reichen nicht einfach ein authentisches Lächeln, aufrichtige Leidenschaft zum Sport und unendlicher sportiver Optimismus sowie Lebensfreude – eigentlich ist gerade das Olympia und wurde auch von der erst siebzehnjährigen Slopestylerin Lisa Zimmermann, Junioren-Weltmeisterin 2013 und Gewinnerin des Weltcup-Wettbewerbs im Januar 2014 in Gstaad, so gelebt.

Sind Medaillen „alles“?

Während tumbe Funktionäre und Mainstream-Journalisten in Unkenntnis des Daseins eines Hochleistungssportlers und der globalen Konkurrenz Lisa bereits die olympische Goldmedaille „statistisch“ zusprachen, lebte Lisa ganz einfach ihren olympischen Traum. Nicht mehr und nicht weniger.

… Ähnlich wie die damals  erst fünfzehnjährige Short Trackerin Anna Seidel oder die ebenfalls erst fünfzehnjährige Skispringerin Gianina Ernst. Kein Gold, kein Silber und kein Bronze – aber umso mehr Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Spass am bzw. beim Sport.

Und wer will einer fünffachen Olympiasiegerin (1994-2006) im Eisschnelllaufen, nämlich Claudia Pechstein – trotz aller polemisch geführten Diskussionen um ihre sportliche Entwicklung – in Sotschi mit ausgezeichneten vierten bzw. fünften Plätzen über die 3000 Meter sowie 5000 Meter, der ebenfalls großartigen Eisschnellläuferin Jenny Wolf, unter anderem Olympia-Zweite 2010 und fünffache Weltmeisterin und 2014 ebenfalls „medaillenlos“, einer zweifachen Biathlon-Olympiasiegerin, wie Andrea Henkel, die 2014 nicht aufs „Treppchen“ gelangte, einer Skeleton-Fahrerin, wie Anja Huber, beispielsweise Olympia-Dritte 2010 und 2014 leider nicht auf dem Podest, deren Skeleton-Kollegen Frank Rommel, bereits Welt- und Europameister, oder einer Bob-Sportlerin, wie Sandra Kiriasis, beispielsweise Olympiasiegerin 2006 sowie siebenfache Weltmeisterin 2005-2011, die sportliche Klasse abschreiben?!

Das gilt auch für das gesamt deutsche Bob-Team, für einen Stefan Luitz im alpinen Skibereich oder für die deutschen Snowboard-Mädel Isabella Laböck und Selina Jörg. Gerade Isabella und Selina wurden nach ihrer medaillenlosen Olympia-Bilanz 2014 schnell von Medien und Funktionären „ignoriert“. Schon vergessen, dass Selina Jörg beispielsweise zur Universiade-Siegerin 2011 und zur Universiade-Dritten 2013 avancierte sowie Platz vier bei Olympia 2010 belegte, und Isabella Laböck 2013 die WM-Erste im Parallel-Riesenslalom war (Anmerkung: Bellas „Lebensabschnittsgefährte“, der Nordisch Kombinierte Björn Kircheisen, wurde im Team-Wettbewerb Zweiter!)?!

Mal abgesehen davon, dass Isabella ein Vorbild für alle ist, die schwere persönliche Schicksalsschläge meistern müssen und dennoch nicht aufgeben. Ist zudem ein vierter Platz von Snowboarder Patrick Bussler auch „nichts“ wert…

Was ist mit den hervorragenden Platzierungen oder Leistungen der Ski-Langläuferin Stefanie Böhler, die 2012 an einem bösartigen Tumor an der Schilddrüse erkrankte, glücklicherweise erfolgreich operiert wurde, wieder genesen ist und nun Bronze mit der Skilanglauf-Staffel gewann, eines Slopestyle-Riders, wie Benedikt Mayr, mit den klasse Auftritten des Eiskunstläufers Peter Liebers, oder mit dem beeindruckenden Kampfgeist der deutschen Eishockey-Mädel um Franziska Busch… Diese konnten allein schon aufgrund ihres Einsatzes, ihrer Leidenschaft für den Sport begeistern.

Das trifft auch für Tim Tscharnke, bereits Olympia-Zweiter 2010, und Hannes Dotzler, bei Junioren-WM zwischen 2008 und 2012 mit bereits zweimal Silber und dreimal Bronze ausgezeichnet, im Teamsprint zu, die in Sotschi einen großartigen Wettkampf zeigten und nur durch einen unglücklichen Sturz um sicheres Edelmetall gebracht wurden. Dennoch: Eine klasse Leistung der zwei Athleten…

Beeindruckend ebenfalls, was Viktoria Rebensburg in Sotschi schaffte: Nach überstandener Lungenentzündung in der olympischen Vorbereitungszeit erkämpfte die Olympiasiegerin 2010 dieses Mal den Bronze-Rang im Riesenslalom.

Sind zudem Sportlerinnen, wie zum Beispiel Slopestyle-Riderin Silvia Mittermüller, Biathletin Miriam Gössner oder die alpinen Skisportlerinnen Veronique Hronek, Tina Weirather bzw. Lindsey Vonn, die sich in der Vorbereitung auf Olympia – oder im Falle von Tina Weirather sogar beim Training vor Ort in der Olympia-Stadt – verletzten und daher nicht in Sotschi dabei sein konnten, nicht mehr auf der sportlichen Personal-Agenda?!

Sportive Aspekte und große Sport-Persönlichkeiten

Natürlich waren es – auch für außenstehende Sportenthusiasten – schöne Momente, als aufrechte Sport-Persönlichkeiten wie Rodlerin Natalie Geisenberger, Rodler Felix Loch, die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt, der Nordische Kombinierer Eric Frenzel oder vor allem die so unglaublich sympathische Skispringerin Carina Vogt olympisches Gold erkämpften.

Das deutsche Skisprung-Team Andreas Wank, Marinus Kraus, Andreas Wellinger und Severin Freund konnte nach knapp verpasstem Edelmetall in den Einzel-Springen dann im Mannschafts-Wettbewerb auftrumpfen und Gold erkämpfen – inspirierend und motivierend für jede und für jeden: Man sollte sich eben von Niederlagen nie entmutigen lassen, wieder aufstehen und die nächste Chance nutzen…

Nie aufgeben…

Das gilt auch für die amerikanische Skispringerin Sarah Hendrickson, die vor Jahresfrist bei den WM in Val di Fiemme Weltmeisterin wurde, sich dann im August 2013 bei einem Trainingssprung in Oberstdorf schwer stürzte, sich am rechten Knie erheblich verletzte, kämpfte, sensationell doch noch bei Olympia startete und einen guten 21.Rang bei der olympischen Premiere des Frauen-Skispringens belegte – ein außergewöhnlicher Kampfgeist einer außergewöhnlichen Sportsfrau!

Ihr Landsmann Todd Lodwick, zweifacher Weltmeister 2009 bzw. Olympia-Zweiter 2010, zudem Fahnenträger des US-Teams bei der Eröffnungsfeier in Sotschi, konnte zwar ebenfalls – nach einer erheblichen Verletzung beim Weltcup in Chaux-Neuve im Januar 2014 – nicht in den sportiven Kampf um die Medaillen in der Nordischen Kombination eingreifen, bestach in Sotschi jedoch durch viel Kampfgeist.

Maria und Claudia mit historischen Bilanzen

Globale Sportstars, wie die alpinen Skisportlerin Maria Höfl-Riesch, Lara Gut bzw. Tina Maze (Slowenien), Skilangläuferin Marit Björgen (Norwegen), Skilangläufer Dario Cologna (Schweiz), Snowboarderin Patrizia Kummer, die Eisschnellläuferinnen Ireen Wüst bzw. Martina Sablikova oder die Biathleten Ole Einar Björndalen, Emil Hegle Svendsen (beide Norwegen) und Martin Fourcade (Frankreich) haben ohnehin jeglichen Respekt und jegliche Hoch-Achtung verdient. Der sportliche Nachwuchs braucht Vorbilder und Maria, Marit oder Ole Einar & Co. sind es.

Insbesondere Maria Höfl-Riesch, die an den Spielen in Turin 2006 nach schweren Verletzungen nicht teilnehmen konnte, wieder aufstand, kämpfte und nun, nach Sotschi, einerseits die erfolgreichste alpine Skisportlerin Deutschlands „aller Zeiten“ ist, anderseits zu den vier besten alpinen Frauen – global betrachtet – gehört.

Die beiden Erfolgreichsten bei Winter-Olympia sind Janica Kostelic (Kroatien) sowie Vreni Schneider (Schweiz) – und dann kommen zusammen Deborah Compagnoni sowie Maria auf Platz drei, wobei Katja Seizinger als Fünftplatzierte der „Rangliste“ auch auf dreimal Gold kommt.

Marias Olympia-Bilanz: 2010 Gold in der Kombination und im Slalom sowie 2014 Gold in der Kombination und Silber im Super-G. Insgesamt erkämpfte Maria sogar 19 Medaillen bei Olympischen Spielen, bei Weltmeisterschaften und Junioren-Weltmeisterschaften, holte 2010/11 den Gesamt-Weltcup (den sie bestimmt auch 2013/14 gewinnen wird), belegte (bis 23.2.14) 80 x eine Weltcup-Podestplatzierung und erkämpfte dabei 27 Weltcup-Siege. Und: Was noch wichtiger ist… Maria ist auch sozial engagiert – und das bestimmt nicht zu Marketing-Zwecken…

Was für Maria gilt, trifft auch für eine deutsche Skilangläuferin zu. Claudia Nystad, die deutsche „Wikingerin“, sorgte bei ihren Olympia-Einsätzen stets für große Emotionen, für Spannung pur und bestach immer mit ihrem nie endenden Kampfgeist. Von Kritik, ganz gleich von welcher Seite, ließ sich Claudia nie beirren.

Vor Sotschi war sie bereits zusammen mit Evi Sachenbacher-Stehle die erfolgreichste Skilangläuferin. Nach Sotschi ist sie das – mit der olympischen Gesamt-Bilanz von 2 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze zwischen 2002 und 2014 – nun ganz allein, denn in der Staffel errang sie mit Stefanie Böhler, Denise Herrmann und Nicole Fessel sensationell Bronze. Auch Claudia gehört zu den Athletinnen und Athleten, denen Menschlichkeit, Aufrichtigkeit und soziales Engagement eine echte Herzensangelegenheit sind!

Sotschi 2014 ist Historie…

Winter-Olympia 2014 ist Historie – endlich. Die aufrichtigen Sportfans werden den Frevel an der Natur, an der olympischen Idee, an den Menschen, die auch an den Spielen litten, nicht vergessen. Die aufrichtigen Sportfans erkennen aber auch objektiv die sportlichen Leistungen der Athletinnen sowie Athleten an, stehen vor bzw. hinter diesen, wissen um die Entbehrungen eines Hochleistungssportlers sowie um deren hartes Training und freuen sich umso mehr, wenn sich diese ebenfalls sozial engagieren.

Große Sieger und „Verlierer“ (?)

Zweifellos gab es auch aus internationaler Sicht große Siege und große Verlierer. Wer hätte der kanadischen Rodlerin Alex Gough nicht gern eine Medaille geschenkt. In den letzten Jahren war gerade sie es, die den übermächtigen deutschen Rodlerinnen Paroli bieten konnte, bei WM und im Weltcup einige Male auf dem Podest stand. In Sotschi gab es für die so sympathische Athletin „nur“ zweimal Rang vier – im Einzel und im Team. Dennoch: Alex verdient allerhöchsten Respekt – auch ohne Medaille.

Hervorragend, was die niederländischen Eisschnellläuferinnen und Eisschnellläufer leisteten oder eine Elizabeth Yarnold oder ein Alexander Tretjakow im Skeleton vollbrachten. Unvergesslich der Auftritt „des Volkstribuns“ Jewgeni Pljuschtschenko beim Gold-Erfolg des russischen Eiskunstlauf-Teams (Im Herren-Einzel musste er nach dem Kurzprogramm dann verletzungsbedingt passen.) oder des Japaners Yuzuru Hanyu beim besagten Einzel-Wettbewerb der Herren im Eiskunstlaufen.

Im Eistanz bezauberten insbesondere Meryl Davis/Charlie White aus den USA und Tessa Virtue/Scott Moir aus Kanada Publikum und Preisrichter.

Im Einzel-Wettkampf der Frauen im Eiskunstlaufen sorgten gerade die acht Erstplatzierten – Adelina Sotnikowa (Russland), Kim Yu Na (Südkorea), Carolina Kostner (Italien), Gracie Gold (USA), Julia Lipnitskaja (Russland), Mao Asada (Japan), Ashley Wagner (USA) und Akiko Suzuki (Japan) – für sportlich-künstlerische „Gänsehaut pur“. Die Reaktionen einiger „Fans“ und „Experten“ zum Ausgang des Wettbewerbes waren allerdings alles andere als „olympia-reif“.

Das Curling-Turnier der Frauen gewann Kanada mit der leidenschaftlichen Jennifer Jones, Skip des kanadischen Teams. Auch das Curling-Turnier der Herren (mit Skip Brad Jacobs) und vor allem das Eishockey-Turnier der Frauen entschieden die „Ahornblätterinnen“ für sich. Im „Team Canada“ spielten dabei drei mittlerweile vierfache Olympiasiegerinnen: Jayna Hefford, Caroline Ouellette und Hayley Wickenheiser. Das Trio triumphierte mit Kanada bereits 2002, 2006, 2010 und nun 2014.

Die sympathischen Kaillie Humphries und Heather Moyse „rockten“ den bobsportlichen Eiskanal von Sotschi und wiederholten ihren Olympiasieg von 2010. Die erst 18jährige Mikaela Shiffrin aus den USA erkämpfte im Slalom nach ihrem Weltmeistertitel 2013 in Schladming nun auch Olympia-Gold 2014 in Sotschi.

Die norwegische Snowboarderin Silje Norendal gewann in Sotschi zwar keine Medaille, „erhielt“ aber den Titel einer „inoffiziellen Miss Olympia 2014“ – auch etwas…

Norwegens Ole Einar Björndalen holte mit „40 Lenzen“ noch zweimal Gold im Biathlon (Sprint / Mixed-Wettbewerb) und avancierte damit zum erfolgreichsten Winter-Olympioniken „aller Zeiten“ (8 x Gold, 4 x Silber, 1 x Bronze von 1998 bis 2014) sowie Japans Noriaki Kasai belegte mit sogar „41 Lenzen“ den Silber-Platz im Skispringen. Der unverwüstliche alpine US-Boy Bode Miller hatte zwar seine Probleme bei seinen letzten Winterspielen, erkämpfte aber zum Abschluss seiner olympischen Karriere noch einmal Bronze im Super-G. Der fast 40jährige Alexander Subkow aus Russland war ebenfalls bestens dabei – mit Gold im Zweier-Bob und im Vierer-Bob.

„Je oller, je doller!“ – Das galt außerdem für zwei Rennrodler… Armin Zöggeler (Italien) wurde als 40jähriger in Sotschi noch einmal Dritter und Albert Demtschenko (Russland) als 42jähriger sogar noch Zweiter. Und: Der finnische Eishockeyspieler Teemu Selänne, 43 Jahre, avancierte in Sotschi sogar zum ältesten Torschützen bei einem olympischen Eishockey-Turnier!

Ein anderer alpiner Haudegen blieb dieses Mal ohne Medaille: Norwegens Aksel Lund Svindal, der seit 2002 bei Junioren-WM, WM und Olympischen Spielen 15 Medaillen erringen konnte… Auch in Sotschi zeigte sich der „Wikinger“ als großartiger Sportsmann – wenn auch ohne Medaille. Der Ski-Adler von Sotschi – trotz deutschen Mannschafts-Erfolges – war hingegen der Pole Kamil Stoch mit zweimal Gold.

In der Rostocker Traditionssportart Short Track – dieses Mal ohne hanseatische Beteiligung – avancierte Russland mit 3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze zur Top-Nation. … Russland – das erfolgreichste Land im Short Track in Sotschi?! – Ja, aber nur dank des Südkoreaners Ahn Hyun-soo, der seit 2011 russischer Staatsbürger ist und sich mittlerweile Victor Ahn nennt. Für Südkorea erkämpfte er in Turin 2006 dreimal Gold, einmal Bronze. In Sotschi 2014 wiederholte er diese Ausbeute für Russland.

Bei den Ski-Freestylerinnen begeisterten die kanadischen Schwestern Justine und Cloe Dufour-Lapointe mit Gold und Silber auf der Buckelpiste. Die Biathlon-Königin von Sotschi wurde Darja Domratschewa aus Weissrussland mit dreimal Gold. Der Österreicher Matthias Mayer überraschte die Konkurrenz in der Abfahrt und erkämpfte Gold – das insgesamt siebente bei den Herren für „die Ösis“ in der alpinen Königsdisziplin seit dem Olympiasieg von Toni Sailer 1956.

Tränen der Freude und Tränen des Schmerzes gab es bei den ukrainischen Siegerinnen Vita Semerenko, Julja Dzhyma, Valj Semerenko und Oljena Pidruschna in der Staffel-Entscheidung über 4 x 6 Kilometer im Biathlon. In der Heimat tobt ein blutiger Bürgerkrieg und in Sotschi gewannen sie Gold für das ukrainische Volk, das sich einfach nur nach Frieden sehnt.

Die Schweizer Eishockey-Spielerinnen um Goalie Florence Schelling sorgten hingegen mit ihren beeindruckenden Spielen, die letztendlich mit Bronze belohnt wurden, für die wohl größte Überraschung der Spiele in Sotschi.

Wer imponierte noch in Sotschi?!

Da ist vor allem noch der zweifache Snowboard-Goldmedaillengewinner Vic Wild zu nennen. Der gebürtige Amerikaner, der 2011 sein Herz an Russland verlor, genauer gesagt an die Snowboarderin Aljona Sawarsina, diese „ehelichte“ und seitdem für Russland startet, imponierte mit seinen Auftritten im Parallel-Riesenslalom und Parallel-Slalom.

Der Schweizer Dario Cologna wurde hingegen mit seinen beiden Goldmedaillen der „Meister“ der Langlauf-Loipe in Sotschi. Bei den „lang laufenden“ Damen avancierte die Norwegerin Marit Björgen zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin „aller Zeiten“. Sie holte zwischen 2006 und 2014 insgesamt sechsmal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze.

Der erfahrene, 34jährige Österreicher Mario Matt sicherte sich mit einer ganz starken Leistung Platz eins. Vize-Weltmeister Felix Neureuther schied leider aus, dafür kam aus deutscher Sicht Fritz Dopfer (zusammen mit dem Italiener Stefano Gross) auf einen guten vierten Platz. Dennoch: Felix zeigte in Sotschi einen ganz beeindruckenden Kampfgeist. Nach seinem Verkehrsunfall kurz vor Abflug nach Sotschi und dessen Folgen wagte er das „Unmögliche“, startete im Riesenslalom, wurde dort guter Achter und versuchte es auch im Slalom..

Nie endenden Kampfgeist bewiesen zudem die Snowboarderinnen Anke Karstens, unter anderem zweifache Weltcup-Siegerin, und Amelie Kober, unter anderem bereits Olympia-Zweite 2010, Vize-Weltmeisterin, zweifache WM-Dritte und zwölffache Weltcupsiegerin.

Nachdem es für die Beiden in der bisherigen Weltcup-Saison 2013/14 sowie ebenfalls im ersten Wettbewerb in Sotschi, dem Parallel-Riesenslalom nicht sonderlich gut gelaufen war, griffen sie im Parallel-Slalom „voll“ an. Der Lohn: Silber für Anke und Bronze für Amelie, die diese Platzierung sogar mit einer Verletzung am linken Ellenbogen schaffte. Chapeau!

Und für einen versöhnlichen olympischen Abschluss im Biathlon sorgten die deutschen Herren um Simon Schempp in der Staffel mit Silber. Der Russe Alexander Legkow wurde Sieger im 50 Kilometer-Ski-„Marathon“ – eine grandiose Leistung. Die Kanadier um Sidney Crosby, den „ewigen Matchwinner“, holten im Herren-Eishockey das neunte Olympia-Gold seit 1920 und sind nun alleiniger Rekord-Olympiasieger (Anmerkung: Auch Kanadas Eishockey-Frauen sind mit viermal Gold Rekord-Olympiasiegerinnen.)

M-V-Medaillen-Glanz

Aus M-V-Sicht gab es auch Medaillen-Glanz: Der gebürtige Greifswalder Robin Szolkowy erlief mit Partnerin Aljona Sawtschenko Bronze im Eiskunstlaufen/Paarlaufen. Gold war eigentlich das Ziel, aber Bronze, wie schon 2010 in Vancouver, ist doch auch ein großer Erfolg.

Für den gebürtigen Anklamer Marko Hübenbecker erfüllten sich die olympischen Medaillen-Träume leider nicht – am Ende wurde es ein guter sechster Platz im Vierer-Bob von Maximilian Arndt. Dann das nächste Mal – Marko ist bereits amtierender Welt- und Europameister im Vierer-Bob – hat also gezeigt, was er kann – und Pyeongchang 2018 ist so weit nicht mehr!

So viel zu einigen sportlichen Höhepunkten und Momenten der Winterspiele 2014 – freilich nur ein paar Beispiele aus subjektivem Blickwinkel.

Sportler und Funktionäre – ein Kontrast

Die deutschen Athletinnen und Athleten präsentierten sich in Sotschi als tolerante, weltoffene und sympathische Persönlichkeiten – ein Kontrast zu den Sportpolitikern und Sportfunktionären, die – wenn mal nicht im Fünf-Sterne-Hotel schlemmend – ihre herunter gezogenen Mundwinkel nur partiell verbergen konnten.

Wie „in alten Zeiten“ gab es dieses Mal zwar keine kaiserliche Order, keinen Befehl vom Führer, kein „Plansoll“, keine „Zielvorgabe“, nein, etwas „Demokratisches“ – nur einen „Zielkorridor“. Dieser lautete seitens des DOSB, der Sportfachverbände und der Sportpolitik 27 bis 42 Medaillen, wobei mindestens 30 Medaillen plus x „funktionärstechnisch“ angestrebt wurden.

Leider übersahen die Damen und Herren, mit meist erhöhtem BMI, dass auch „woanders“ prima Sport getrieben wird und Medaillen nicht alles sind – gerade aus Sicht der Sportlerinnen und Sportler.

An deren Frohsinn und Aufrichtigkeit, wie bei Lisa Zimmermann, Anna Seidel, Gianina Ernst & Co., denkt man gern zurück.

Die andere Seite Olympias…

Es gab bzw. gibt allerdings – jenseits des Sportes – allen Grund zu deutlicher Kritik an der olympischen Bewegung, den Winterspielen an sich (nicht nur jenen in Sotschi!) und speziell am IOC…

17 Tage Sotschi sind Historie – auch diese Winterspiele 2014, wie ebenfalls jene (bis auf wenige Ausnahmen) in den letzten 46 Jahren, waren alles andere als der viel beschworene „Meilenstein“ des olympischen Sportes. Das Gegenteil war und ist der Fall…

Was man allerdings nicht vergessen sollte, ist, dass die russischen Gastgeberinnen und Gastgeber herzliche Gastfreundschaft bewiesen, Engagement zeigten und sich letztendlich mit viel Herzblut den Spielen zuwandten.

Aber: Die Winterspiele 2014 wurden politisch, wirtschaftlich und funktionärstechnisch missbraucht – nicht nur von den russischen Gastgebern, sondern auch mit Blick auf andere Nationen. Deutschland eingeschlossen!

Wenig Spass mit den „Fun-Sportarten“

Nachdenklichkeit ist zudem angebracht, wenn man sich daran erinnert, wie mit dem Leben der Sportlerinnen und Sportler umgegangen wurde. Auf „verschärften“ Pisten und Anlagen „durften“ diese in den vermeintlichen wintersportlichen „Fun-Sportarten“ spektakuläre akrobatische „Kunststücke“ vollbringen, die eigentlich nur dem „Spass“ und der Unterhaltung der Pseudo-Sportfans, der IOC-Funktionäre und der Medien-Freaks dienten.

Lukrativ war es ohnehin nur für die Sponsoren, für die das alles Teil ihrer „olympischen“ Marketingmaschinerie war. Wie meinte schon der große deutsche Lyriker Bert Brecht treffend: „Der (vermeintlich) große Sport fängt da an, wo er längst aufhört, gesund zu sein!“ Ein (unversehrtes) Menschenleben zählt in der heutigen „olympischen“ Welt eben wenig.

Heldinnen und Helden…

Gab es Heldinnen und Helden bei diesen Olympischen Winterspielen? Natürlich nicht! In Sotschi präsentierten sich zweifellos hervorragende Sport-Persönlichkeiten, wie die bereits erwähnten Maria Höfl-Riesch, Claudia Nystad oder Carina Vogt.

Aber Heldinnen und Helden?! Diese findet man heute woanders. Zum Beispiel die engagierten Pflege-Fachkräfte, die sich um die Alten und unheilbar Kranken kümmern. Zum Beispiel die Krankenschwestern, die sich tagtäglich auch um krebskranke Kinder kümmern müssen. Zum Beispiel die Übungsleiter und Sportlehrer, die sportliche Talente erst entdecken und ihnen die sportliche Freude nahe bringen. Nur drei Beispiele von vielen!

Wo blieben Mitgefühl und Anstand?

Schlimm war auch der Umgang mit dem „Doping-Fall Evi Sachenbacher-Stehle“. Wurde Evi wegen ihrer großen Erfolge, unter anderem 2 x Gold und 3 x Silber im Skilanglauf zwischen 2002 und 2010, und ihres freundlichen Auftretens in den „Mainstream-Medien“ stets umjubelt, so wurde Evi – 2012 zum Biathlon gewechselt – nach der Bekanntgabe des positiven Dopingbefundes sofort gebrandmarkt. – Und das, obwohl nicht einmal die Umstände des besagten Ergebnisses feststanden…

Ist eine so starke Sport-Persönlichkeit, wie Evi Sachenbacher-Stehle, die stets offen ist, ihre aufrichtige Meinung gegenüber Missständen äußert, sich auch sozial engagiert und stets mit großem sportlichen Einsatz brilliert, plötzlich „Freiwild“.

Hat man die denkwürdige olympische Entscheidung 2010 im Teamsprint vergessen, als sie gemeinsam mit Claudia Nystad – gegen unsachliche Kritik von Medien sowie Funktionären und gegen andere Widerstände – Gold erkämpfte. Ein Wettkampf zweier super Frauen und Sportlerinnen – mit Herz, Charakter und Verstand.

Wie tief muß ein Mensch eigentlich sinken, um so zu werden, wie manche Sportjournalisten, Sportfunktionäre oder Sportpolitiker. Am Ende ging der Charakter von nicht wenigen Vertretern dieser „Stände“ anscheinend an den Hängen und Pisten verloren.

Noch am Abschlusstag der Olympischen Winterspiele in Sotschi wurde von politischer Seite in Deutschland gewarnt: Der Medaillen-Schwund und das „Dopingvergehen“ werden Folgen haben, Mittel für den Sport sollen gekürzt werden.

Da wollten einige doch tatsächlich über etwas entscheiden, was ihnen gar nicht gehört… …Geld für die Sportförderung streichen! Geld, was andere erarbeitet haben und das einige Volksvertreter  lediglich treuhänderisch verwalten dürfen! Nichts anderes.

Das winter-olympische Feuer 2014 ist längst erloschen. Die olympischen Statistiker zählten die Medaillen zusammen und durften ihren sportiven „G-Punkt“ ungehemmt vortäuschen, sofern der „Medaillen-Glanz“ stimmte. In Deutschland stimmte dieser mit den Vorstellungen einiger  Politiker und Funktionäre „leider“ nicht überein. Tja, da hilft den Herrschaften wohl nur „olympisches Viagra“ – vielleicht gibt es das in diesem Fall ja auf Rezept beim IOC oder DOSB. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte die Verantwortlichen der olympischen Verantwortungslosigkeit.

Sotschi und die Pharisäer

Sotschi ist „tiefste Vergangenheit“. 98 Entscheidungen um Gold gab es. 2900 Athletinnen und Athleten aus 88 Ländern wetteiferten darum. Alles hat aber bekanntlich ein Ende! Die Ersten werden sowieso die Letzten sein. Und nicht alles (eher das wenigste), wo Olympia 2014 drauf stand, war Olympia 2014 drin.

Der Wettlauf um die „olympische Idee“ ging erst einmal an deren Gegner, die sich allerdings pharisäerhaft als deren „Bewahrer“ ausgeben. Es ist wie beim Wettlauf zwischen „Hase“ und „Igel“. Und noch schlimmer. Es geht dabei richtig „zur Sache“. „Auf, auf!“, sprach der „Fuchs“ zum „Hasen“. „Hörst du nicht den Jäger blasen!“.

Der Kampf um Olympia geht in die entscheidende Schlacht. Ohne „Fuchs“ und ohne „Hasen“. Aber hoffentlich mit Sportlerinnen und Sportlern, denen wirklich etwas an der olympischen Idee liegt. Und hoffentlich ohne Sportpolitiker, Funktionäre und Sponsoren, die nur Profit, Eigennutz und Selbstbeweihräucherung im Sinn haben und dazu „fünf olympische Ringe“ instrumentalisieren.

Wo blieb der „olympische Friede“?

Was fehlt noch?! Ja, was fehlte… Etwas ganz Entscheidendes sogar! Der olympische Friede, der eigentlich während des Zeitraumes Olympischer Spiele gelten sollte. Während in Sotschi Medaillen bejubelt wurden, starben bei aktuell insgesamt 48 Kriegen, kriegerischen Auseinandersetzungen bzw. Konflikten auf fast allen Kontinenten Tausende Menschen: Ob in Nigeria, in der Ukraine, in Ägypten, im Süd-Sudan oder in Syrien, auch Tausende Kinder gehörten zu den Opfern. Während in Sotschi die IOC-Oberen in Fünf-Sterne-Hotels schlemmten, verhungerten in Asien, Afrika, Südamerika und sogar in Europa ebenfalls unzählige Kinder. Von den Umweltzerstörungen allerorten ganz zu schweigen.

Bei den Bauarbeiten zu den Stadien der Fußball-WM 2022 in Katar gab es seinerzeit wieder Tote, deren Anzahl bereits in die Hunderte geht. Was für ein perverses, menschenverachtendes Vorspiel zum angeblichen „Mega-Event“ Fußball-Weltmeisterschaft…

Sollte man angesichts solcher widerlichen Zustände überhaupt noch bei einem internationalen Sportereignis starten, wenn die jeweilige mündige Athletin oder der jeweilige mündige Athlet weiß: „Ich fröne zwar erfolgreich meinem Sport, kann auch mit meinem Auftreten ideell und sozial durchaus etwas bewirken, aber woanders sterben unzählige Menschen!“. Sie bzw. er kann es, weil der Sport durchaus Gräben überwinden kann. Aber: Es gibt Grenzen!

Die Ukrainerin Bogdana Matsotska startete am 21.Februar nicht im Spezialslalom, nachdem es am 19./20.Februar zu blutigen Angriffen der ukrainischen „Sicherheitskräfte“ auf Demonstranten kam, die mehrheitlich friedlich gegen die autoritäre Regierung Janukowitsch in Kiew aufbegehrten. Ihre Argumentation: „Sie könne jetzt nicht ihren Sport ausüben, wenn sie erleben bzw. erfahren muß, dass in ihrer Heimat der olympische Friede gebrochen wird und Menschenleben ausgelöscht wurden…“

Deutschland voran…

Deutschland als Bronze-Medaillengewinner in puncto weltweite Rüstungsexporte, als Unterstützer autoritärer Regime und als vor lauter Doppelmoral triefender Geschäftspartner von „lupenreinen Diktaturen“ hat an den genannten negativen globalen Entwicklungen einen beträchtlichen Anteil. Winter-Olympia 2014 lenkte, wie in anderen, bereits genannten Fällen, davon hervorragend ab.

Beste Ablenkung auch von den eigenen (deutschen) Unzulänglichkeiten: Gern wurde auf das „handwerkliche Unvermögen“, den „Umwelt-Frevel“ und die „Milliarden-Vernichtung“ der Russinnen und Russen im Hinblick auf die Winterspiele verwiesen…

Jedoch: Wie ist es hierzulande? Man denke nur an die Milliarden- und/oder Millionen-Euro-Vernichtung bezüglich der „Banken-Rettung“, bei der bislang misslungenen „Energie-Wende“, beim Nürburgring in Rheinland-Pfalz, bei der Elbphilharmonie in Hamburg, beim Berliner Flughafen, bei „Cargolifter“ in Brandenburg, bei „Stuttgart 21“, bei der hübsch-hässlichen „Waldschlösschenbrücke“ in Dresden, beim Limburger Bischofssitz und und und

Nicht zuletzt: Umwelt-Frevel gibt es auch in Deutschland zuhauf, auch das unter anderem „dank“ der „Energie-Wende“…

Winter-Olympia 2014 ist inzwischen „Kunst-Schnee“ von gestern, ja von vorgestern. Glücklicherweise.

Traurige Sport-Nachricht – abseits von Sotschi…

Eine traurige Nachricht für den Sport gab es auch abseits aller olympischen Pisten und Hänge in Sotschi – insbesondere für jenen in M-V. Der engagierte Judo-Trainer Matthias Hermann vom PSV Schwerin, der nicht nur die beiden bekannten Judo-Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig zu großen paralympischen Erfolgen zwischen 2004 und 2008 führte, sondern auch unzählige Kinder bzw. Jugendliche für den aufrichtigen Judo-Sport begeisterte, ihnen die Werte des Sportes nahe brachte, starb am 11. Februar 2014 im Alter von nur 47 Jahren.

Im Gegensatz zu den angeblichen Sport-Koryphäen entfachte er oftmals echte Leidenschaft bei seinen Schützlingen für ihren Sport, auch wenn Matthias Hermann nie die „großen Schlagzeilen“ in den „Mainstream-Medien“ erhielt, die er eigentlich verdient hätte. Aber das wollte er auch nie: Diesen zelebrierten Narzissmus, diese Selbstbeweihräucherung und diese Großspurigkeit, die leider im deutschen Hochleistungssport – samt Protagonisten in Verbänden und in Medien – weit verbreitet ist! Matthias Hermann wird dem Sport in M-V mehr als fehlen!

Und nicht nur eine olympische Goldmedaille hat Matthias Hermann mehr als verdient. „Man sieht sich wieder – auf Wolke sieben…“

Was meint aber eine großartige Sport-Persönlichkeit, wie Dr. Sabine Felser aus Rostock, Sportwissenschaftlerin, Trainerin und Welt- sowie Europameisterin bzw. „Wold Games“-Siegerin 2005 im Ju Jutsu, über das Großereignis „Olympische Winterspiele 2014“ in Sotschi?!

Dr. Sabine Felser am 24.Februar 2014 zu den Olympischen Winterspielen 2014

„Müssen Olympische Spiele immer woanders stattfinden…“

Frage: Die 22.Olympischen Winterspiele sind Historie. Von dem, was Sie in Ihrer knappen „Freizeit“ zu Sotschi verfolgen konnten, waren Sie positiv beeindruckt?

Dr. Sabine Felser: In erster Linie von den Leistungen der deutschen Rodlerinnen bzw. Rodler, von unseren Skispringern und nicht zuletzt vom holländischen Eisschnelllauf-Team – das imponierte mir schon!

Frage: Was war für Sie im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 weniger positiv? Es gab ja vor den Spielen berechtigte Kritik an den Winterspielen und der olympischen Bewegung …

Dr. Sabine Felser: Wenig positiv sind die schon jetzt aktuell bekannt gegebenen Dopingfälle (Inzwischen wurde das Ausmaß der Dopingvergehen seinerzeit erst so richtig deutlich! – red. Anm. 2.6.17). Keine gute Werbung für den Sport… So etwas wirft immer Schatten und bleibt in den Köpfen der Menschen hängen. Zudem finde ich es persönlich nicht sinnvoll, nur für Olympische Spiele Menschen „zu verheizen“, Wälder abzuholzen und die Umwelt zu zerstören. Vielmehr sollte man Sportstätten nutzen, die schon vorhanden sind. Warum müssen Olympische Spiele ständig woanders stattfinden? In der Antike gab es auch nur einen einzigen Austragungsort! Vielleicht sollten in Zukunft Olympische Winterspiele nur dort stattfinden, wo auch wirklich zur Zeit der Austragung Minusgrade herrschen und echter Schnee liegt…

Frage: Welche Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland oder „anderswo“ begeisterten Sie?

Dr. Sabine Felser: Der Sieg von Carina Vogt im Skispringen kam überraschend und „schlug“ positiv „ein“. Aber auch die Leistung von Ole Einar Björndalen im Biathlon, der mit über 40 Jahren noch zu olympischen Goldehren kam, beeindruckte mich zutiefst. Begeistert bin ich auch über die Leistung unsere männlichen Skispringer, eine tolle Teamleistung!

Frage: Sie schrieben Ihre Dissertation ja zu einer Thematik über die Sportart Short Track… Wie lautet Ihr Resümee zu den olympischen Short Track-Wettkämpfen in Sotschi?

Dr. Sabine Felser: Ich habe leider nicht die Zeit gehabt, mir auch nur ein Rennen live anzuschauen. Lediglich die Ergebnisse habe ich gelesen. Anscheinend haben die europäischen Nationen aufgeholt, speziell die Russen und Italiener. Erfreut war ich über das Abschneiden der erst 15jährigen Anna Seidel. Was mich in meiner Arbeit bestätigt, ist der Punkt, dass im Eisschnelllauf andere Nationen vorne sind, als beim Short Track. Dieses zeigt deutlich, dass die Anforderungen in beiden Sportarten andere sind. Interessieren würde mich jetzt noch, was die Niederländer vor diesen Olympischen Spielen anders machten? So eine Dominanz ist einerseits respekteinflößend, andererseits wirft eine derartige Überlegenheit immer Fragen auf…

Frage: Ihre Sportart ist jedoch Ju Jutsu… Welches ist der nächste Wettkampf für Ihr Rostocker Ju Jutsu-Team?

Dr. Sabine Felser: Ich werde Mitte März mit sieben Kämpfern nach Hohenmölsen, bei Zeitz, fahren. Dort findet „der Pokal des Präsidenten“ statt. Ich bin gespann,t wie meine Kämpfer abschneiden werden, einige haben die Altersklasse gewechselt und sind in diesem Jahr die Jüngsten in ihrer Altersklasse.

Vielen Dank!

… Und nun sind die sportlichen Blicke gen Pyeongchang 2018 gerichtet, wo hoffentlich aufrichtiger Sport präsentiert wird – von mündigen Sportlerinnen bzw. Sportlern, ohne Funktionäre und Politiker und mit viel Herz…

Marko Michels

Fotos: 1.Laura Dahlmeier, die Erfolgsbiathletin (Deutscher Skiverband) / 2.Interessant und rasant: der Skilanglauf (Michels) / 3.Das damalige deutsche Frauen-Alpin-Team 2010 in der Skihalle in Wittenburg (Michels) / 4.Der bereits verstorbene Judo-Erfolgstrainer Matthias Hermann und Vereinsmitglieder (Michels) / 5.Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Felser aus Rostock (Michels) / 6.Rostocker Eiskunstläuferinnen bei einer früheren Präsentation in Schwerin (Michels)