Berlin – Überschwängliches Lob ist sicher nicht das, was man von RHC-Trainerin Ute Lemmel gewohnt ist. So war dann Jubel im Team zu vernehmen, als sie sich nach der Drittligapartie gegen Pfeffersport Berlin zu einer deutlichen Anerkennung hinreißen ließ: „Das war eine Meisterleistung Mädels.“ Mit einer wirklich mitreißenden Vorstellung hatte ihre Mannschaft in den 60 Minuten zuvor in der Hauptstadt beim Tabellensiebten einen deutlichen und auch in dieser Höhe verdienten 34:21-Erfolg eingefahren und so zwei Wochen nach dem Erfolg bei der SG Riesa/Meißen erneut auswärts Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gesammelt.

Siegerbild der Dolphins | Foto: Rostocker HC e.V.

Zunächst gingen die Gastgeberinnen mit 1:0 in Führung, doch nach dem 1:1 durch die insbesondere im ersten Durchgang gefährliche Lara Brezenci (7 Tore) parierte eine an diesem Tag überragende Sara Peters einen Strafwurf und gab so ihrer Mannschaft den nötigen Rückhalt, um auch im Spiel nach vorn erfolgreich zu sein. Zwar gingen die Gastgeberinnen noch einmal in Führung, doch dann spielte nur noch das Team von der Ostsee. Die Abwehr der Gäste stand sicher, nach vorn kamen die Dolphins immer wieder in ihr gefährliches Tempospiel. Aber auch im Positionsangriff waren die Hansestädterinnen an diesem Tag gefährlich. Angeführt von einer immer mehr zu ihrer alten Stärke zurückfindenden Martina Corkovic (12 Treffer) schlossen die Lemmel-Schützlinge ein ums andere Mal erfolgreich ab. Dass der Vorsprung zur Pause (17:13) lediglich 4 Treffer betrug, lag an der Chancenverwertung, der einzige Kritikpunkt, den das Trainerteam zu diesem Zeitpunkt hatte.

Auch im zweiten Durchgang blieb es ehrlicherweise eine einseitige Partie. Die Gastgeberinnen waren mit dem variablen und temporeichen Rostocker Spiel an diesem Tag einfach überfordert, konnten in keiner Phase an die gute Leistung aus dem Hinspiel, als man den Dolphins nur knapp mit 29:30 unterlag, anknüpfen. Stattdessen bauten die Gäste ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Jeder Fehler der Einheimischen wurde konsequent bestraft. Nicole Rotfuß, die in der vergangenen Woche dienstlich verhindert war, dankenswerterweise bei Fortuna Neubrandenburg mit trainieren durfte, schloss immer wieder Konter erfolgreich ab, erzielte so 5 Treffer. „Lediglich den Kreis haben wir heute ein wenig vergessen“, zeigte Co-Trainer Torsten Deil auf, dass es natürlich immer noch etwas zu verbessern gibt.

Am überzeugenden Auftritt der gesamten Mannschaft gibt es trotzdem so keine Abstriche zu machen. Als Jette Köppen vier Sekunden vor Schluss den letzten Treffer zum 34:21 erzielte, kannte der Jubel keine Grenzen. Mit dieser überzeugenden Leistung hat es das Team jetzt selbst in der Hand, die nötigen Punkte für jenen Platz 6 zu sammeln, der den vorzeitigen Klassenerhalt endgültig sichert.

„Natürlich bin ich heute sehr zufrieden. Meine Mannschaft hat insgesamt diesen absoluten Siegeswillen gezeigt, den es braucht, um in der dritten Liga erfolgreich zu bestehen“, war Ute Lemmel des Lobes voll.

Spielfilm:
1:0, 2:1, 2:4, 5:6, 8:10, 8:13, 9:15, 11:15, 13:17 – 13:19, 14:21, 18:24, 18:30, 20:30, 21:34

Siebenmeter:
RHC: 1/1, Pfeffersport: 6/5

Zeitstrafen:
RHC: 6 Minuten, Pfeffersport: 2 Minuten

So spielte der Rostocker HC:
Sara Peters, Lena Clasen – Lara Brezenci (7), Janne Petereit, Frances Krüger, Hanna Naussed (1), Celin Kellert (2), Lena Bunke (3), Hanna Strack, Martina Corkovic (12/1), Jette Köppen (2), Nicole Rotfuß (5), Aenna Schult (2)

Text: OM, Rostocker HC