„Es geht stetig voran!“

Stefan Pentschew vom SV Warnemünde über Vergangenes und Kommendes im Ringkampfsport

Ringen ist in M-V „im Trend“. Foto: M.M.

Das ringkampfsportliche Jahr 2017 ist längst abgehakt. In den vergangenen zwölf Monaten gab es eine Reihe interessanter regionaler, nationaler und internationaler Ringer-Turniere, wobei die WM und EM die Jahreshöhepunkte darstellten. Das Jahr 2018 wird jedoch ebenfalls zahlreiche ringkampfsportliche Höhepunkte bieten.

Wie beurteilt nun Stefan Pentschew vom SV Warnemünde die zwölf Ringkampf-Monate 2017?! Was erwartet er vom Ringer-Jahr 2018?!

MV-SPORT fragte nach

Stefan Pentschew über Vergangenes und Kommendes im Ringkampfsport

„Es geht stetig voran!“

Frage: 2017 ist auch „auf der Ringer-Matte“ abgehakt. Was waren für Sie die regionalen Höhepunkte in M-V 2017, speziell auch in Warnemünde und darüber hinaus?

Stefan Pentschew in der Saison 2003/2004. Foto: Wolfgang Gross

Stefan Pentschew: 2017 hatten wir fast schon eine Flut von Höhepunkten. Wir haben im Nachwuchsbereich sehr erfolgreich bei den nationalen Meisterschaften abgeschnitten: mit 4 x Gold, 1 x Silber und 1 x Gold. Dazu kam natürlich die Berufung von „Josi“ Purschke in die deutsche Nationalmannschaft und Ihre Einsätze bei den EM und WM. Und zu guter Letzt sind ebenfalls noch die wieder erfolgreichen Masters mit Medaillen bei den nationalen Meisterschaften (3x Gold, 2x Silber, 2x Bronze) sowie die zwei Bronzemedaillen bei den WM in Bulgarien durch Jens Fütterer und mich zu erwähnen.

Frage: Wie bewerten Sie ansonsten die Entwicklung des SV Warnemünde/Ringen 2017?

Stefan Pentschew: Stetig steigend! Es geht stetig voran. Unsere Nachwuchstrainer haben ein super Team geformt. Jetzt trägt die gute Arbeit der vergangenen Jahre Früchte. Das Konzept der Förderung in Rostock-Warnemünde und die Delegierung talentierter Ringerinnen bzw. Ringer zu weiterführenden Sportschulen ist richtig. Bei den Männern sind neue Trainingspartner aus verschiedensten Richtungen dazu gestoßen, die dem Training „mehr Farbe“ geben.

Frage: Welche internationalen Erfolge aus ringkampfsportlicher Sicht beeindruckten Sie 2017 ganz besonders?

Stefan Pentschew: Einerseits sind das ganz klar die Erfolge von Josefine Purschke, welche erstmals seit vielen, vielen Jahren die Farben von Verein und Land international für Deutschland bei EM bzw. WM präsentieren durfte. Darauf ist der gesamte Verein sehr stolz. Anderseits konnten zwei Bronze-Medaillen durch Jens Fütterer und mich bei den Veteranen-WM gewonnen werden. Für uns beide war es die zweite Medaille, was unterstreicht, dass die erste kein „Glücksgriff“ war.

Frage: Mit welchen Turnier-Teilnahmen starten die Warnemünder Ringer in das neue Jahr? Welche Höhepunkte sind für 2018 geplant? Welche Herausforderungen gibt es?

Stefan Pentschew: Höhepunkte haben wir 2018 in Rostock-Warnemünde als Ausrichter der deutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend, des Warnemünder Traditionsturniers und des Ostseepokals (Ausrichter PSV Rostock). Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang  natürlich ebenfalls die nationalen Meisterschaften in den verschiedensten Altersbereichen und die Weltmeisterschaften der Männer  (bis 35 Jahre) in Skopje im September. Alles große Herausforderungen für die Ringer und den Verein…

Wie Benno Gallinat, Nachwuchstrainer beim SV Warnemünde, anmerkte, haben die Warnemünder Ringer-Mädels Josi, Angi, Elli und Bekki am zweiten Januar-Wochenende das zweite Quali-Turnier in Ransbach-Baum. Dann folgt das letzte Quali-Turnier für die Nationalmannschaft am 2.Februar in Wolfurt/Österreich und dann geht es am 24.Februar für eine Woche nach Kilppan/Schweden zu einem der weltgrößten Turnieren im weiblichen Bereich mit einem anschießenden Trainingslager als Vorbereitung für die EM.

Mit den Warnemünder Ringer-Jungs geht es hingegen am 21.Januar nach Dänemark und am 24.Februar zur Norddeutschen Einzelmeisterschaft nach Lübtheen als Einstieg in die Vorbereitung zur Deutschen Meisterschaft. Und am 5.Februar beginnt das Trainingslager mit allen Athleten.

Vielen Dank, dann alles erdenklich Gute 2018 und maximale Erfolge!

Zur Info:

Vor 50 Jahren – Zweimal olympisches Ringer-Gold für Rostock

Vor 50 Jahren, bei den XIX. Olympischen Spielen im Oktober 1968 in Mexico-City, erlebten auch zwei Ringer des damaligen ASK Vorwärts Rostock goldene Momente. Im griechisch-römischen Stil setzte sich Rudolf Vesper im Finale der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm gegen den Franzosen Daniel Robin durch. Gold erkämpfte zudem Lothar Metz in der Gewichtsklasse bis 87 Kilogramm (griechisch-römischer Stil) im Finale gegen Valentin Oleynik (Sowjetunion, RSFSR). Aus deutscher Sicht gab es noch eine weitere Bronze-Medaille: durch Wilfried Dietrich (VfK Schifferstadt/ASV Mainz 1888) in der Gewichtsklasse über 97 Kilogramm (freier Stil).

297 Ringer aus 46 Ländern wetteiferten 1968 um die olympischen Medaillen in den 16 Gewichtsklassen. Vierzehn Länder erkämpften damals im Ringen Medaillen. Am erfolgreichsten waren Japan mit viermal Gold, einmal Silber und die Sowjetunion mit dreimal Gold, fünfmal Silber, einmal Bronze. Neben Japan, der Sowjetunion und den Deutschländern schafften bei Olympia`68 auch Bulgarien, Ungarn bzw. die Türkei (jeweils zwei Goldene) und der Iran (eine Goldene) ringkampfsportliche Olympiasiege.

Marko Michels

 

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