Nachgefragt bei der Präsidentin des Leichtathletik-Verbandes M-V, Dr. Kristin Behrens

M-V ist auch ein Leichtathletikland: Blick in das Kurt-Bürger-Stadion in Wismar. Foto: M.M.

Drei Monate zählt das Leichtathletik-Jahr 2018 bereits. Dabei stand zunächst das sportliche Geschehen unter dem Hallen-Dach im Fokus, wobei es ja im Januar/Februar auch hierzulande die traditionellen Neujahrs- und Winterläufe „in freier Natur“ gab. Inzwischen startete auch der diesjährige Laufcup M-V mit dem 30. Wittenburger Mühlenlauf Anfang März.

Ein erster internationaler Höhepunkt des Leichtathletik-Jahres 2018 waren die Hallen-Leichtathletik-WM ebenfalls Anfang März in Birmingham. Im August stehen dann die EM in Berlin im Mittelpunkt.

Wie beurteilt nun Dr. Kristin Behrens, Präsidentin des Leichtathletik-Verbandes M-V, die ersten knapp drei Leichtathletik-Monate 2018?

Interview

Dr. Kristin Behrens über die bisherigen Leichtathletik-Monate 2018, die Hallen-WM in Birmingham, die Resultate der Leichtathletinnen bzw. Leichtathleten aus M-V bei den verschiedenen Wettkämpfen, kommende Meisterschaften und die Elite-EM in Berlin

„Es gibt eine ganze Reihe sehr guter, junger Leichtathletinnen und Leichtathleten in M-V…“

Frage: Drei ereignisreiche leichtathletische Monate liegen bereits hinter uns. Vor allem in den Hallen ging es um Medaillen und gute Plätze. Wie beurteilen Sie persönlich die Ergebnisse der Hallen-WM in Birmingham?

Dr. Kristin Behrens: Mit dem Auftreten der deutschen Mannschaft kann man durchaus zufrieden sein. Die 22 Sportlerinnen und Sportler des Deutschen Leichtathletik-Verbandes erreichten achtbare Leistungen, allen voran David Storl mit Silber im Herren-Kugelstoßen, Sosthene Moguenara-Taroum mit Bronze im Frauen-Weitsprung bzw. Mateusz Przybylko mit Bronze im Herren-Hochsprung.

Ansonsten dominierten die Athleten und Athleten aus den USA mit achtzehnmal Edelmetall das Leichtathletik-Geschehen in Birmingham. Für die wertvollste Leistung sorgte indes die polnische Herren-Staffel über 4 x 400 Meter mit ihrem neuen Hallen-Weltrekord von 3:01,77 Minuten.

Meisterschaftsrekorde erreichten zudem unter anderem Christian Coleman (USA) mit 6,37 Sekunden über die 60 Meter der Herren, Tomas Walsh (Neuseeland) mit 22,31 Meter im Herren-Kugelstoßen, Kendra Harrison (USA) mit 7,70 Sekunden über die 60 Meter Hürden, die US-Frauen-Staffel mit 3:23,85 Minuten über die 4 x 400 Meter und Sandi Morris (USA) mit 4,95 Meter im Frauen-Stabhochsprung. Insgesamt war der Zuspruch an den Hallen-WM Anfang März sehr gut: mehr als 630 Aktive aus 144 Nationen starteten.

Für die europäischen Leichtathletinnen und Leichtathleten bedeuteten die Hallen-WM zweifellos „einen Durchlauf“ für die kommenden Freiluft-Europameisterschaften in Berlin. Birmingham war eine wichtige Vorbereitung, eine Standortbestimmung auf dem Weg zu den EM vom 7.August bis 12.August. Natürlich ist dann, in Berlin, die Konkurrenz-Situation noch eine ganz andere, da es sich ja „nur“ um kontinentale Titelkämpfe handelt. Der Wettstreit um die Medaillen wird aber nicht minder hart sein.

Frage: Zum Leichtathletik-Geschehen in M-V… Bei den diversen Hallen-Wettkämpfen setzten sich auch einige Sportlerinnen und Sportler aus M-V gut in Szene, allen voran der Junioren-Vize-Weltmeister im Hochsprung 2017, Chima Ihenetu vom SC Neubrandenburg, der 2,16 Meter übersprang. Welche Leistungen aus MV-Sicht beeindruckten Sie?

Dr. Kristin Behrens: Es gibt eine ganze Reihe junger Leichtathletinnen und Leichtathleten in M-V, die mit sehr guten Leistungen aufwarten. Ohne jemanden hervorzuheben, denke ich dabei besonders an die Speerwerferin Julia Ulbricht, an die Kugelstoßer Patrick Müller bzw. Tim Opitz, an den Diskuswerfer Tim Ader, an die Weitspringerin bzw. Mehrkämpferin Janika Baarck, an die Hochspringerin Maja Küßner und natürlich nicht zuletzt an Chima Ihenetu.

Patrick Müller gelang sein erster 20 Meter-Stoß, noch dazu in der neuen Drehstoßtechnik. Unser Quintett beim U 20-Länderkampf überzeugte ebenso wie unsere Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer an den Deutschen Jugendhallen- und Winterwurf-Meisterschaften.

Achtbare Ergebnisse erreichten Kugelstoßer Patrick Müller, Dreispringer Tobias Hell, Stabhochspringerin Martina Strutz und Sprinterin Wiebke Griephan bei den Deutschen-Hallen-Meisterschaften. Ausgezeichnet präsentierte sich Sprinterin Cheyenne Kuhn bei den U 18-Hallen-Leichtathletik-Meisterschaften M-V. Und mit Rang vier bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften überzeugte Malte Propp.

Viel Resonanz und gute Leistungen hatten die traditionellen Veranstaltungen „Hochsprung mit Musik in Schwerin“, „Hochsprung mit Musik in Grevesmühlen“ und das Internationale Kugelstoß-Meeting in Saßnitz.

Frage: Mit Blick auf die Freiluft-Saison… Mit welchen Athletinnen und Athleten aus M-V rechnen Sie – insbesondere im Nachwuchsbereich? Welche Erwartungen gibt es?

Dr. Kristin Behrens: Einige der bereits genannten Athletinnen und Athleten werden insbesondere bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften vom 27.Juli bis 29.Juli in Rostock sicher eine gute Rolle spielen. Auch bei den Deutschen Elite-Meisterschaften vom 21.Juli bis 22.Juli in Nürnberg könnten vordere Platzierungen möglich sein.

Höhepunkte für den Leichtathletik-Nachwuchs im Land sind jedoch auch der Ostseecup Ende Mai in Rostock, die Mehrkampf-Landesmeisterschaften (U 10, U 12) Anfang Juni in Neustrelitz, die Jugendsportspiele M-V mit den Leichtathletik-Wettkämpfen ebenfalls in Rostock Mitte Juni und die Landesmeisterschaften (U10, U 12) Ende Juni in Schwerin sein. Dort werden die jungen Athletinnen bzw. Athleten ihr großes Potenzial unter Beweis stellen.

Letzte Frage: Wer hat aus Ihrer Sicht das Potenzial, „für M-V“ dann bei den EM in Berlin zu starten?

Dr. Kristin Behrens: Wenn Diskuswerferin Claudine Vita nach ihrer Verletzung wieder genesen ist, könnte sie die EM-Qualifikation schon meistern. Das Leistungsvermögen dazu hat sie. Auch Kugelstoßer Patrick Müller besitzt eine EM-Chance. Und mit Stabhochspringerin Martina Strutz sollte ebenfalls wieder zu rechnen sein…

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für die Leichtathletik in M-V!

Marko Michels