Erfolgsspringreiterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann über die Weltreiterspiele 2018 und die Turniere in M-V

Zum achten Mal seit 1990, seit der Premiere in Stockholm, fanden sie statt: die Weltreiterspiele, die gemeinsamen Welt-Titelkämpfe in sieben verschiedenen Reitsport-Disziplinen. Vom 10. bis 23. September 2018 war Tryon in North Carolina Schauplatz dieser Titelkämpfe. Im Gespräch mit der gebürtigen Hamburgerin Janne Friederike Meyer-Zimmermann über das Reitsportgeschehen in Tryon und hierzulande.

Jenne Friederike Meyer-Zimmermann bei einem früheren Turnier in Schwerin. Foto: M.M.

Frage: Vor fast acht Jahren waren Sie beim ersten Internationalen Reitsport-Turnier in der Schweriner Sport- und Kongresshalle am Start. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Turnier?

Janne Friederike Meyer-Zimmermann: Die Halle und die Atmosphäre in der Schweriner Kongreßhalle sind mir in positiver Erinnerung geblieben.

Frage: Zwar waren Sie bei den Weltreiterspielen in Tryon nicht selbst aktiv, aber bestimmt verfolgten Sie das Geschehen. 13 Tage pferdesportliche Titelkämpfe – Wie lautet Ihr Resümee aus deutschem Blickwinkel?

Janne Friederike Meyer-Zimmermann: Aus deutscher Sicht sind die Weltreiterspiele hervorragend gelaufen. Ich habe mich besonders für Simone Blum und Alice gefreut!

Frage: Ist eigentlich schon ein neuer Cellagon Lambrasco in Sicht, mit dem Sie so erfolgreich waren?

Janne Friederike Meyer-Zimmermann: Man sollte Pferde nie vergleichen, aber ich habe mit Büttners Minimax ein Pferd im Stall, dem ich sehr viel zutraue.

Frage: Sind Sie oder ihre Pferde regelmäßig bei Turnieren in M-V aktiv?

Janne Friederike Meyer-Zimmermann: Ich komme immer wieder gerne nach Redefin. Und Groß Viegeln gehört meiner Meinung nach zu den besten Turnieren Deutschlands.

Letzte Frage: Kommen zu Ihnen Talente, die sich für den Reitsport begeistern?

Janne Friederike Meyer-Zimmermann: Wir sind immer auf der Suche nach guten Nachwuchspferden – und talentierte Schüler sind bei uns auch sehr willkommen.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge für Sie!


Die Weltreiterspiele 2018 im Rückblick

Reiten

Reiten – Symbolfoto

An den Weltreiterspielen in Tryon nahmen 702 Reitsportlerinnen und -sportler aus 68 Nationen teil. Auf dem Programm standen 26 Entscheidungen in den Disziplinen Dressur, Para-Dressur, Springreiten, Vielseitigkeitsreiten, Reining, Voltigieren und Vierspännerfahren. Die beiden Entscheidungen im Distanz-Reiten mussten aufgrund der widrigen Wetterbedingungen abgesagt werden. Das Finale im Dressur-Kürwettbewerb entfiel aufgrund der Auswirkungen des Hurricane Florence.

Erfolgreichste Mannschaft wurde Deutschland (siebzehn Medaillen, darunter sechsmal Gold) vor den USA (zwölf Medaillen, darunter dreimal Gold), den Niederlanden (zehn Medaillen, darunter fünfmal Gold) und Großbritannien (acht Medaillen, viermal Gold).

Allein die deutschen Voltigiererinnen und Voltigierer um Kristina Boe und Thomas Brüsewitz erreichten drei Goldene. Auch jubelten Dressur-Reiterin Isabell Werth auf „Bella Rose“ über zweimal Gold und Springreiterin Simone Blum auf „DSP Alice“ über einmal Gold.

Damit gewannen deutsche Reitsportlerinnen und -sportler zwischen 1990-2018 insgesamt 104 Medaillen bei Weltreiterspielen (darunter 42 Goldene). Deutlich abgeschlagen im Medaillenranking liegen Großbritannien (57 Medaillen, darunter 23 x Gold), die Niederlande (56 Medaillen, darunter 22 x Gold) und die USA (54 Medaillen, 16 x Gold).

Zwei Olympiasieger aus M-V

Springreiten – Symbolbild

Auch Mecklenburg-Vorpommern ist ein Reitsport-Land, das sogar zwei Olympiasieger vorweisen kann. Mit Carl-Friedrich von Langen, dem zweifachen Dressur-Olympiasieger von 1928 aus Parow bei Stralsund und Ludwig Stubbendorff, dem zweifachen Vielseitigkeits-Olympiasieger von 1936 aus Turloff bei Dabel, feierte „M-V“ bereits goldene olympische Momente.

Bei den Spielen 1928 in Amsterdam siegte von Langen auf „Draufgänger“ Im Dressur-Einzel-Wettkampf vor Charles Marion (Frankreich) sowie Ragnar Olson (Schweden). Im Dressur-Mannschaftswettbewerb triumphierte Deutschland mit Carl-Friedrich von Langen, Hermann Linkenbach sowie Eugen von Lotzbeck vor Schweden und den Niederlanden. Ausgerechnet im Springreiten lief es für von Langen auf seinem bis dato brillanten „Falkner“ nicht wie erhofft – am Ende wurde es dort „nur“ der 28. Rang.

Insgesamt avancierten die Niederlande (2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze) und Deutschland (2 x Gold, 1 x Bronze) zu den besten Reiter-Nationen.

Vor 82 Jahren, bei den olympischen Reitsport-Entscheidung in Berlin 1936, triumphierten die Deutschen in allen sechs Wettkämpfen der Dressur, des Springreitens und des Vielseitigkeitsreitens. Die deutsche Ausbeute lautete damals 6 x Gold, 1 x Silber. Springreiter Kurt Hasse, Dressur-Reiter Heinz Pollay und der mecklenburgische Vielseitigkeitsreiter Ludwig Stubbendorff  auf „Nurmi“ errangen jeweils zwei Goldmedaillen (Einzel, Mannschaft).

Ludwig Stubbendorff  verwies  in seinem Einzel-Wettkampf den US-Amerikaner Earl Thomson auf den Silber-Rang und den Dänen Hans Mathiesen-Lunding auf den Bronze-Rang. In der Mannschaftskonkurrenz des Vielseitigkeitsreitens, damals Military genannt, setzte sich das deutsche Trio Ludwig Stubbendorff, Rudolf Lippert und Konrad von Wengenheim vor Polen und Großbritannien durch. Das Polo-Turnier gewann indes Argentinien.

 

Text und Interview: M. Michels