Nach den Fecht-EM in Tiflis ist vor den Fecht-WM in Leipzig

Der letzte ganz große Leistungstest für die europäischen Fechterinnen und Fechter vor den Weltmeisterschaften vom 19.Juli bis 26.Juli in Leipzig  ist bereits auch wieder Geschichte.

Bei den Europameisterschaften im Fechtsport vom 12.Juni bis 17.Juni in Tiflis (Georgien) dominierte Italien mit 11 Medaillen (4 x Gold) vor Russland mit 10 Medaillen (3 x Gold) und Frankreich mit 6 Medaillen (3 x Gold). Jeweils einen EM-Titel erkämpften Deutschland und Georgien. Medaillen sicherten sich zudem Ungarn, die Ukraine, Estland, Rumänien und Tschechien.

Für großen Jubel im EM-Gastgeberland Georgien sorgten Teodora Kakhiani mit Gold in der Entscheidung „Frauen/Säbel“ und Sandro Bazadze mit Bronze in der Konkurrenz „Herren/Säbel“.

Gold für Max Hartung

Aus deutscher Sicht errang Max Hartung mit dem Säbel Gold. Silber holte Alexandra Ndolo (Damen/Degen) und Bronze erkämpfte das Florett-Damen-Team in der Besetzung Carolin Golubytskyi, Anne Sauer, Eva Hampel und Leonie Ebert.

Damit können die deutschen Fechterinnen und Fechter durchaus mit Selbstbewußtsein zu den baldigen Welt-Titelkämpfen nach Leipzig reisen

Die EM in Tiflis konnte die Enttäuschungen bei den olympischen Fecht-Wettkämpfen vor zehn Monaten, im August 2016 in Rio, auch etwas wettmachen.

Die olympischen Fecht-Entscheidungen 2016 im Rückspiegel

Die olympischen Konkurrenzen 2016  hatten vor allem einen eindeutigen Sieger – die Fechterinnen und Fechter aus Europa.

Diese gewannen 21 der 30 olympischen Medaillen und  9 der 10 Olympia-Goldmedaillen. Lediglich Park Sang-young gelang es mit dem Degen, die europäische Gold-Fecht-Phalanx zu unterbrechen.

Europäische Fechterinnen und Fechter dominierend

Ansonsten waren die europäischen Fechterinnen und Fechter das sportliche Maß „aller Dinge“ bei den 31.Olympischen Spielen. Mit dem Herren-Florett siegte der Italiener Daniele Garozzo. Der beste Säbelfechter war Aron Szilagyi. Die Einzel-Konkurrenzen bei den Frauen waren eine Angelegenheit für Emese Szasz (Ungarn, Degen), Inna Deriglazova (Russland, Florett) und Yana Egorian (Russland, Säbel).

Die Mannschafts-Erfolge erkämpften Frankreich (Herren-Degen), Russland (Herren-Florett sowie Damen-Säbel) und Rumänien (Damen-Degen).

Asien errang vier Medaillen, Amerika, dank der USA, ebenfalls vier Medaillen und Afrika eine Medaille. Die Tunesierin Ines Boubakri schaffte Bronze mit dem Florett.

USA überraschend stark

Die USA brachten zwei Fechter ins Finale, so Alexander Massialas (Florett-Silber) und Daryl Homer (Säbel-Silber). Die amerikanische Säbel-Fechterin Mariel Zagunis durfte sich bei ihren vierten Olympischen Spielen über Bronze mit dem USA-Team freuen. Bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 war sie jeweils Olympiasiegerin im Säbel-Einzel bei den Frauen geworden und hatte 2012 den vierten Rang belegt. Dazu sicherte sich Mariel auch olympisches Team-Bronze 2008.

Russland 2016 erfolgreichste Nation

Die erfolgreichsten Nationen in Rio waren letztendlich Russland mit 4 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze, Ungarn mit 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze, Italien mit 1 x Gold, 3 x Bronze und Frankreich mit 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Sportlerinnen und Sportler aus 10 Ländern jubelten über olympische Fecht-Medaillen 2016, darunter sechs Staaten über eine oder mehre Goldmedaillen. Insgesamt nahmen 212 Fecht-Athletinnen und -Athleten aus 48 Ländern an den olympischen Fecht-Entscheidungen 2016 teil.

Die deutschen Resultate in Rio

Für den Deutschen Fechter-Bund verlief indes bereits die olympische Qualifikation für Rio sehr enttäuschend. Nur vier Fechter konnten sich für Olympia 2016 qualifizieren – aber keine Mannschaft. So vertraten „Schwarz-Rot-Gold“ im Fechten in Rio Peter Joppich (Florett), Max Hartung bzw. Matyas Szabo (Säbel) und Carolin Golubytskyi (Frauen-Florett). Leider reichte es nicht zu einer Medaille…

Carolin Golubytskyi unterlag in der zweiten Runde der Polin Hanna Lyczbinska mit 9:14. Peter Joppich war zunächst in der ersten Runde gegen Enzo Lefort (Frankreich) mit 15:13 erfolgreich und mußte im Achtelfinale ein 13:15 gegen Giorgio Avola (Italien) hinnehmen.

Bis in das Achtelfinale kam auch Max Hartung nach einem 15:9 gegen Yemi Geoffrey Apithy aus Benin in der zweiten Runde, verlor jedoch folgend gegen Daryl Homer aus den USA mit 12:15. Daryl Homer (durch-)kreuzte ebenfalls den Weg von Matyas Szabo. Dieser war zunächst in der ersten Runde gegen Ali Pakdaman aus dem Iran mit 15:11 erfolgreich, bezwang im Achtelfinale Pancho Paskov (Bulgarien) mit 15:6 und wurde dann im Viertelfinale von Daryl Homer gestoppt (12:15).

Nun geht es aber zu den WM 2017 nach Leipzig

Neue Wettkämpfe, neues Fecht-Glück!

Marko Michels

Fotos (Michels): Impressionen von den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend im Florett-Fechten im Mai 2017 in Schwerin.